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Planfeststellungsantrag eingereicht: 2022 könnten die Arbeiten zur Revitalisierung des Zschampert beginnen

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    Das Ausmaß dessen, was getan werden muss, um die Leipziger Nordwestaue tatsächlich wieder zu einer lebendigen Flussaue zu machen, erfahren wir erst Ende 2022, Anfang 2023, wenn das Auenentwicklungskonzept fertig ist. Was im Projekt Lebendige Luppe bis dahin passiert, sind nur erste Schritte. Aber auch die zeigen schon, wie aufwendig die Wiederherstellung der verbauten Gewässerlandschaft ist. Für den Zschampert wurde jetzt der Planfeststellungsantrag eingereicht.

    Die Stadt Leipzig hat am 27. September den Planfeststellungsantrag für die Renaturierung des Zschamperts bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht. Damit wird ein erster Baustein zur Verbesserung des Wasserhaushaltes im Auwald zwischen Leipzig und Schkeuditz zur Umsetzung gebracht.Die öffentliche Auslegung der Unterlagen erfolgt Mitte November bis Mitte Dezember in digitaler Form über die Landesdirektion Sachsen unter www.lds.sachsen.de/bekanntmachung und in analoger Form in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltungen von Leuna, Schkeuditz und Leipzig, teilt das Projekt „Lebendige Luppe“ mit.

    Der eingereichte Genehmigungsantrag umfasst die Renaturierung des Zschamperts nördlich des Saale-Leipzig-Kanals. Ab dem Grünen Winkel soll der Zschampert nach Westen abschwenken und in sein historisches Bett entlang des Domholzes durch den Grünitz und Kähling zurückverlegt werden. Dafür werden noch bestehende Relikte des historischen Gewässerverlaufes bis hin zur Mündung in die Wildbettluppe genutzt und wieder verbunden.

    Ziel ist es, den Zschampert bis auf wenige Trockenwettertage dauerhaft mit Wasser zu bespannen. Zusätzlich sollen kleinere Hochwasserereignisse und Starkregenereignisse aus dem natürlichen Einzugsgebiet des Zschamperts wechselnde Ausuferungen in den Auwaldbereichen am Domholz, Pfarrholz und Kähling ermöglichen und so den Auwald, aber auch den Kleewinkel mit dem dringend benötigten Wasser versorgen.

    Die geplanten Bauarbeiten sollen mit möglichst wenigen Eingriffen in Natur und Umwelt erfolgen und umfassen neben der Wiederherstellung eines naturnahen Gewässerlaufes zwei Bauwerke zur Lenkung des Wassers sowie acht Querungsbauwerke in Form von Brücken und Furten. Das größte neu entstehende Bauwerk ist die Zschampertbrücke an der B186, welche einen verschütteten Durchlass ersetzt.

    Zur Minderung von Eingriffen laufen bereits seit dem Winter 2021 vorbereitende Maßnahmen zum Schutz der Helm-Azurjungfer, einer seltenen Libellenart. Zusätzlich ist eine ökologische und bodenschutzkundliche Fachbegleitung der Baumaßnahmen vorgesehen.

    Der Finanzierungsbeschluss zur Revitalisierung des Zschamperts, die rund 5,2 Millionen Euro kosten wird, ging im Mai in den Stadtrat und wurde im Juni von der Ratsversammlung positiv votiert.

    Die bauliche Umsetzung soll im Frühjahr 2022 mit ersten bauvorbereitenden Maßnahmen starten. Mit den Hauptbaumaßnahmen soll ebenfalls noch 2022 begonnen werden, sodass dieses Projekt 2023 abgeschlossen werden kann.

    Das Projekt Lebendige Luppe

    Im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe arbeiten die Städte Leipzig und Schkeuditz, die Universität Leipzig, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ und der NABU Sachsen gemeinsam an Förderung und Erhaltung auentypischer Biotopstrukturen auf dem Gebiet der Städte Leipzig und Schkeuditz.

    Durch die Wiederbelebung ehemaliger Flussläufe und die Beförderung von naturnahen Überflutungsereignissen sollen dem Auwald neue Lebensadern geschenkt, der Wasserhaushalt des Auensystems soll insgesamt verbessert und die biologische Vielfalt in diesem wertvollen Ökosystem gefördert werden.

    Die „Lebendige Luppe“ erhält als erstes sächsisches Projekt eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit realisiert wird.

    Gefördert wird es zudem durch den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Es ist ein Schlüsselprojekt des Grünen Rings Leipzig und des NABU Leipzig und ist seit Mai 2018 offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

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