Mehrere tausend Menschen haben sich am Donnerstag, dem 24. Februar, in Leipzig an Solidaritätsaktionen mit den Menschen in der Ukraine beteiligt. Bei der Großdemonstration am Abend nahmen nach Zählung der Leipziger Zeitung (LZ) etwa 3.000 Personen teil. Sie zogen mit Bannern und Ukraine-Fahnen vom Marktplatz zum russischen Konsulat in Gohlis. Zuvor hatte es auf dem Markt seit dem Mittag eine Mahnwache gegeben.

Anlass war der russische Angriff auf die Ukraine in der vergangenen Nacht. Offiziell handelt es sich dabei um eine Friedensmission, die das Ziel hat, angebliche Neonazis in der ukrainischen Regierung zu stürzen. Aus Sicht nahezu aller Expert/-innen dienen solche Begründungen allerdings nur als Vorwand, um sich russische Großmachtphantasien zu erfüllen. Wie weit die russischen Armeen gehen werden, ist unklar.In vielen Städten in Deutschland gingen Menschen heute auf die Straße – aber auch in Russland selbst, wo viele hundert deshalb verhaftet wurden. In Leipzig begann bereits um 12 Uhr eine Mahnwache auf dem Marktplatz. Höhepunkt war eine Kundgebung ab 18 Uhr mit anschließendem Aufzug.

Dort sprach unter anderem die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD), die den Menschen in der Ukraine die Solidarität der sächsischen Regierung ausrichtete und humanitäre Hilfe in Aussicht stellte. Anschließend verlas Oskar Teufert, Sprecher des Jugendparlaments, eine Resolution, die zudem die Fraktionsvorsitzenden von Linken, Grünen, CDU, SPD und Freibeutern unterzeichnet haben.

Die Resolution enthält unter anderem einen Appell an die Leipziger Stadtgesellschaft, sich zu solidarisieren. Außerdem solle darauf geachtet werden, russische Menschen in Leipzig nicht automatisch für die Handlungen von Putin verantwortlich zu machen.

Weitere Redebeiträge folgten unter anderem von Vertreter/-innen der Jusos und der Grünen Jugend. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, erklärte, dass die europäische Nachkriegsordnung mit dem heutigen Tag „ein Stück weit zerbrochen“ sei. Auch er wies darauf hin, dass der Feind nicht das russische Volk sei.

Am Samstag soll es um 16 Uhr auf dem Marktplatz eine weitere Versammlung geben. Zudem ist am Montag im Anschluss an das Friedensgebet in der Nikolaikirche eine Mahnwache geplant.

Video LZ

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