In der Nacht zum heutigen Donnerstag gab Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin den Befehl zum Einmarsch in die Ukraine. Überall in Deutschland, so auch in Leipzig, wurden Kundgebungen und Mahnwachen in Solidarität mit der Ukraine abgehalten. Außerdem: Die Stadt will in Kooperation mit der Vonovia mehr Sozialwohnungen bereitstellen und in Sachsen wird es ab dem 28. Februar möglich sein, sich mit dem neu zugelassenen Impfstoff Novavax gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 24. Februar 2022 in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Russland marschiert in die Ukraine ein

Europa, die Welt, ist betroffen: Gestern Nacht startete Russland einen Angriffskrieg auf die Ukraine. Entgegen der Beteuerungen in der letzten Woche waren die an der ostukrainischen Grenze stationierten russischen Streitkräfte nicht abgezogen worden. Vielmehr wurde weiteres Militär an die Grenze geschickt. Bereits am Dienstag hatte die EU-Kommissionen Sanktionen, wie beispielsweise das Verbot des Handels mit russischen Staatsanleihen, durchgesetzt. Außerdem stoppte Deutschland die Zertifizierung der Gas-Pipeline Nord Stream2. Am gestrigen Mittwoch verhängte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Ausnahmezustand. Heute Morgen folgte die Verhängung des Kriegsrechts. In den heutigen Morgenstunden drangen russische Truppen von mehreren Seiten in das Nachbarland ein. Ebenfalls berichteten verschiedene Medien von Raketenangriffen und den Einsatz von Kampfflugzeugen. Kämpfe sollen auch in der Tschernobyl-Zone nahe des Atommülllagers stattfinden.

Bei den internationalen Organisationen stehen heute zahlreiche Krisentreffen auf dem Programm. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass mehr als 100 Kampfflugzeuge in höchste Alarmbereitschaft versetzt wurden. „Dies ist ein umsichtiger und defensiver Schritt, um die verbündeten Nationen in dieser Krise zu schützen und abzuschirmen“, so Stoltenberg.

Am Freitag wurde ein Dringlichkeitstreffen der NATO-Mitgliedsstaaten einberufen. Man wolle jeden Verbündeten verteidigen und schützen. Ein Angriff auf einen Verbündeten würde eine Reaktion des gesamten Bündnisses auslösen.

Überall in Deutschland fanden und finden heute Kundgebungen und Mahnwachen in Solidarität mit den Menschen in der Ukraine statt. So auch in Leipzig. Seit 12 Uhr trafen sich auf dem Markt hunderte Menschen zur Mahnwache. Um 15:30 Uhr lud Die Linke zu einer Veranstaltung auf dem Willy-Brandt-Platz ein. Um 18 Uhr wurde zur Großkundgebung auf dem Leipziger Markt aufgerufen, an der sich weit über 2.000 Menschen beteiligten. Vor dem Neuen Rathaus hisste man die Nationalflagge der Ukraine. Ein ausführlicher Bericht und Videos folgen am späten Abend.

US-Präsident Joe Biden hat am Abend in einer Pressekonferenz „verheerende“ Sanktionen der führenden Industrienationen gegen Russland angekündigt. Bei einem Gespräch mit den Staats- und Regierungschefs der G7-Staatengruppe sind umfangreiche Sanktionspakete und weitere wirtschaftliche Maßnahmen (Zahlungsverkehr, Energiewirtschaft etc.) vereinbart worden, „um Russland zur Rechenschaft zu ziehen“.

Redebeiträge DGB und Junge Liberale (JuLis). Audio LZ

Redebeiträge Ukrainische Community. Audio LZ

600 zusätzliche Sozialwohnungen in Leipzig

Wie die Stadtverwaltung und die Vonovia heute bekannt gaben, wird das Immobilienunternehmen in den nächsten Jahren rund 600 Wohnungen zusätzlich bereitstellen für Menschen mit geringem Einkommen. Dafür haben beide Parteien einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Oberbürgermeister Burkhard Jung freuts: „Wohnen ist ein elementares Grundbedürfnis. Leipzig wächst weiter, und auch deshalb bleibt Wohnen eines der wichtigsten Themen für uns. Wer sein Zuhause verliert, der ist in seiner Existenz gefährdet. Wir als Stadt wollen dafür sorgen, dass alle Leipziger sicher wohnen können.“ Mit der Vonovia habe man einen verlässlichen Partner gefunden.

„Wir übernehmen Verantwortung. Deshalb haben wir als erstes privates Unternehmen eine Kooperation mit der Stadt Leipzig vereinbart: Für Menschen in Krisensituationen, die ohne Unterstützung keine Wohnung in Leipzig finden würden, stellen wir rasch und unkompliziert Wohnraum zur Verfügung“, betonte auch der Leipziger Regionalbereichsleiter des Unternehmens, René Berott. Die Kooperation solle außerdem dazu beitragen, dass Mieter/-innen rechtzeitig Hilfe bekämen, wenn es zu Probleme komme.

Jung bezeichnete die Kooperation als „Netz zwischen dem freien Wohnungsmarkt und Projekten“ wie „Eigene Wohnung“. Dieses Projekt, das obdachlosen Menschen Zugang zu einer eigenen Wohnung sowie sozialtherapeutischer Betreuung und Unterstützung bietet, startete im vergangenen September.

Impfungen mit Nuvaxovid in Sachsen möglich

Darauf hat vielleicht die/der eine oder die/der andere gewartet: Mit speziellen Gesundheitsimpftagen ab dem 28. Februar bis zum 5. März sollen sich die Sachsen auch mit dem neu zugelassenen Corona-Impfstoff der Firma Novavax impfen lassen können. 69.000 Dosen wurden in der ersten Lieferung für den Freistaat bereitgestellt.

Nuvaxovid basiert auf bereits fertigen Spike-Proteinen des Coronavirus‘ sowie Verstärkern, um eine Abwehrreaktion des Immunsystems hervorzurufen. Die bekannten Präparate von AstraZeneca, Moderna und Biontech liefern im Gegensatz zu dieser Methode dem menschlichen Körper die Bauanleitung, um eine leicht geänderte Version des Spike-Proteins herzustellen.

Der neue Impfstoff werde zunächst prioritär den Beschäftigten aus dem Gesundheits- und Pflegebereich angeboten, die ab 16. März von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen sind, heißt es aus dem Sächsischen Sozialministerium. Dies werde im Buchungsprozess entsprechend abgefragt.

Die Impfungen mit Nuvaxovid sind bisher nur mit Termin möglich. Die Buchung kann hier durchgeführt werden.

Worüber die LZ heute berichtet hat: Auch, wenn damit wohl kaum jemand gerechnet hat: Sachsen schaffte im zweiten Corona-Jahr 2021 neue Spitzenwerte beim Export und Import. Nicht ganz Grund zur Freude bieten allerdings die Pläne zur Offenlegung des Pleißemühlgrabens. Gegen diese übte der Bauausschuss Kritik.

Was morgen passieren wird: Wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg heute mitteilte, werden sich die Mitgliedsstaaten des Verteidigungsbündnisses zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenfinden und über das Vorgehen im Umgang mit Russland und der Ukraine beraten.

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