Das einst von Bürgerinnen und Bürgern initiierte Bauvorhaben Parkbogen Ost erreicht dieser Tage einen weiteren Meilenstein. Auf 85.000 Quadratmetern ehemaliger Bahntrasse soll in den kommenden Jahren im Leipziger Osten ein grüner Höhenzug entstehen. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich durch Oberbürgermeister Burkhard Jung hat am Montag, 10. Oktober, der Bau des Rad- und Gehweges auf dem ersten Teilabschnitt, dem Sellerhäuser Bogen, begonnen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung sagt bei der Gelegenheit: „Das Projekt verbindet Menschen und Stadtteile durch ein grünes Band, bietet neue Freiräume und Perspektiven für den Leipziger Osten und die Gesamtstadt. Mit der behutsamen Entwicklung des Parkbogens gemeinsam mit den Leipzigerinnen und Leipzigern gelingt uns ein wunderbares Projekt an Aufenthaltsqualität, sichtbar und erlebbar für alle Leipzigerinnen und Leipziger.“

Der neue Park auf dem ehemaligen Bahndamm wird mit der tieferliegenden Ebene, den städtischen Wohnquartieren und Kleingärten, verbunden und vernetzt. Aufgänge und Rampen führen daher künftig von allen Straßen, die die ehemalige Bahntrasse queren, auf den Höhenweg.

Das Amt für Stadtgrün und Gewässer plant und baut dort eine Wegtrasse für Radfahrerinnen und Fußgänger von rund sechs Metern Breite.

Auch ein umfangreiches Angebot von Aufenthaltsflächen sowie barrierearmen Sport- und Spielmöglichkeiten ist vorgesehen – darunter ein moderner Fitness- und Bewegungsparcours, eine sogenannte Calisthenics-Anlage. Ein Leitsystem und Informationsstelen entlang der ehemaligen Dammkrone sollen auf Attraktionen, Parkanlagen und Angebote in der Umgebung hinweisen.

Blick vom Sellerhäuser Bahnbogen auf die Feuerwache Ost. Foto: Sabine Eicker
Blick vom Sellerhäuser Bahnbogen auf die Feuerwache Ost. Foto: Sabine Eicker

Die Arbeiten beginnen auf den Brücken über der Liselotte-Herrmann-Straße und der Theodor-Neubauer-Straße. Im nächsten Jahr folgt dann der Abschnitt zwischen Liselotte-Hermann-Straße und Eisenbahnstraße, der auch die Wegführung über das 250 Meter lange Sellerhäuser Viadukt – das Aushängeschild des Projekts – umfasst.

Insgesamt werden in diesem ersten Schritt 1.500 Meter des ehemaligen Bahndammes zum grünen Aktivband umgestaltet, koordiniert durch das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung.

Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Sellerhäuser Viadukts und der Brücke über die Liselotte-Herrmann-Straße sind bereits wichtige vorbereitende Baumaßnahmen erfolgt. Derzeit wird zudem die Brücke über die Theodor-Neubauer-Straße in Anger-Crottendorf durch das Verkehrs- und Tiefbauamt saniert.

Der Bau des Sellerhäuser Bogens wird aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt sowie städtischen Mitteln finanziert.

Der entsprechende Finanzierungsbeschluss kalkuliert derzeit mit rund 11,3 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt wird zudem eine Förderung durch EFRE bis einschließlich 2027 beantragt. Mit diesen Mitteln soll dann der Brückenschlag nach Schönefeld bis zum Volksgarten gelingen.

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