Die Kinder, die künftig im neuen Gymnasium Hauptbahnhof-Westseite zur Schule gehen, werden lange Wege haben. Denn das Gymnasium eröffnet zum Schuljahresbeginn 2024/2025 mitten in einer großen Baustelle. Und heute existieren noch keine sicheren Zuwegungen. Eine soll sogar erst in der zweiten Jahreshälfte gebaut werden. Es könnte sich aber auch noch verzögern, wenn die neue Brücke über die Parthe Richtung Berliner Straße nicht rechtzeitig fertig wird.

Gebraucht wird diese Straßenverbindung trotzdem, um das gesamte künftige Stadtviertel auf der Westseite des Hauptbahnhofs an die Kreuzung Berliner Straße/Roscherstraße anzubinden. Die noch nicht näher benannte Planstraße C soll insbesondere dafür sorgen, dass das künftige Gymnasium im Löwitz-Quartier auch nach Norden ans Straßennetz angeschlossen ist.

Zudem soll ein neuer Fußweg gebaut werden, sodass für die Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler gesorgt ist, betont die Stadt. Den entsprechenden Bau- und Finanzierungsbeschluss hat die Stadtspitze jetzt auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg gefasst.

Derzeit wird das Gymnasium in südlicher Richtung angebunden: Der Investor will dafür noch die zwischen Hauptbahnhof und Parkhaus West verlaufende Straße Preußenseite grundhaft ausbauen. Unter anderem erhält die Straße durchgehende Radwege und Beleuchtung, sodass zumindest der Schulweg aus Richtung Hauptbahnhof gesichert ist.

Der Brückenbau an der Parthe – die neue Schule im Hintergrund. Foto: Ralf Julke
Brückenbau an der Parthe – die neue Schule im Hintergrund. Foto: Ralf Julke

Der konkrete Baubeginn der Planstraße C ist nun unter anderem abhängig davon, wann die neue Brücke über die Parthe, die derzeit ebenfalls vom Investor gebaut wird, fertig ist. Die Straße wird von dieser Brücke bis zur Berliner Straße auf etwa 56 Metern mit beidseitigem Fußweg neu gebaut. Die asphaltierte Fahrbahn erhält zunächst eine provisorische Markierung für zwei Radfahrstreifen sowie drei Fahrspuren für den Kfz-Verkehr.

Die Fahrbahndecke der Berliner Straße muss im Kreuzungsbereich erneuert werden, um den Belastungen bis zu ihrem Endausbau standhalten zu können. Die bestehende temporäre Ampel wird neu als feststehende Anlage errichtet und an die geänderte Verkehrsführung angepasst. Auch eine neue Straßenbeleuchtung wird gebaut.

Im Bereich der Einmündung zur Berliner Straße stehen derzeit zwei denkmalgeschützte Obelisken. Ein frei stehender Steinpfeiler wird auf die östliche Seite der Straßenkreuzung versetzt, sodass beide künftig als Entree ins Quartier fungieren. Die Arbeiten kosten rund 1,43 Millionen Euro, so die Stadt.

Aber dann fehlen immer noch wichtige Bausteine, die eigentlich dringend gebraucht werden, wenn der Schulbetrieb beginnt.

Doch der Umbau der Berliner Straße und die finale Umgestaltung der Kreuzung an der Roscherstraße ist erst für 2028 avisiert, meldet die Stadt. Damit fehlt auch die geplante Straßenbahnhaltestelle für die Linie 9, die künftig auch das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Eutritzscher Freiladebahnhof mit erschließen soll. Kinder, die von Norden her zur Schule wollen, haben also keine gute Anbindung und im Normalfall sehr lange Fußwege von der Straßenbahn zur Schule vor sich.

Auch die straßenbegleitenden Bäume im Kreuzungsbereich sowie östlich der Planstraße werden erst zu diesem späteren Zeitpunkt gepflanzt, so die Stadt.

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