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Erklärung der Stiftung Friedliche Revolution: Der Geist der AfD hat nichts mit der Friedlichen Revolution zu tun

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    Im Landtagswahlkampf der AfD versucht die rechtsradikale Partei mit Slogans wie „Wende 2.0“ zu suggerieren, sie stünde in der Tradition der Friedlichen Revolution und würde gar eine Vollendung dessen versprechen, was die friedlich protestierenden Ostdeutschen 1989 gewollt haben. Eine Einvernahme, gegen die sich jetzt die Stiftung Friedliche Revolution in einer öffentlichen Erklärung verwahrt.

    Dreißig Jahre nach der Friedlichen Revolution in der DDR hat die gleichnamige Stiftung in Leipzig jetzt gegen den Missbrauch der Ereignisse im Herbst 1989 durch die AfD protestiert. „Mit Befremden und in großer Sorge um unser Land nehmen wir zur Kenntnis, dass die AfD die Friedliche Revolution von 1989 für ihre Zwecke missbraucht“, heißt es in einer Erklärung, die die Stiftung Friedliche Revolution am Freitag in Leipzig verbreitet hat.

    Darin verweist sie unter anderem darauf, dass weder die öffentlichen Auftritte der AfD noch die Programmatik der Partei den „Geist der Friedfertigkeit“, der für die Friedliche Revolution bestimmend gewesen sei, spüren lassen. „Mit verbaler Gewalt und bewusster Ausgrenzung von Minderheiten, wie wir sie bei der AfD erleben, hätte es die gewaltlosen Veränderungen in der DDR nie gegeben“, betont die Stiftung. Ohne das kirchlich-christliche Engagement in der DDR könnte auch die AfD in Ostdeutschland heute nicht an einer demokratischen Wahl teilnehmen, fügt die Erklärung hinzu.

    Wortlaut der Erklärung:

    In Sorge um unser Land: Gegen den Missbrauch der Friedlichen Revolution

    Eine Erklärung der Stiftung Friedliche Revolution zu den bevorstehenden Wahlen in Brandenburg und Sachsen

    Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 hat nicht nur Deutschland und Europa, sondern die ganze Welt verändert. In einem in der deutschen Geschichte beispiellosen Akt der Gewaltlosigkeit wurden eine Diktatur und die Teilung unseres Landes überwunden.

    Die Entspannungspolitik zwischen Ost und West, Solidarnosc in Polen, die Charta 77 in der CSSR und die Politik von Glasnost und Perestroika haben wesentlich dazu beigetragen, wie auch die friedensstiftende Rolle insbesondere der evangelischen Kirchen in der DDR. Mit dem Ruf „Keine Gewalt“ sind die Menschen im Herbst 1989 auf die Straße gegangen.

    Mit diesen Sätzen beginnt die Präambel der Stiftung Friedliche Revolution. Sie wurde vor zehn Jahren von Menschen aus Ost und West gegründet, die sich der Idee der gewaltlosen Veränderung für Frieden und Demokratie in Deutschland und Europa verpflichtet fühlen. Mit Befremden und in großer Sorge um unser Land nehmen wir zur Kenntnis, dass die AfD die Friedliche Revolution von 1989 für ihre Zwecke missbraucht. Die Stiftung protestiert gegen diesen Missbrauch.

    Die evangelischen Kirchen in der DDR haben sich für den Schutz der Menschenwürde eingesetzt, die AfD hingegen macht sie großen Teilen der Gesellschaft streitig. Vom Geist der Friedfertigkeit ist bei ihren öffentlichen Auftritten wie auch in ihrer Programmatik wenig zu spüren. Mit verbaler Gewalt und bewusster Ausgrenzung von Minderheiten, wie wir sie bei der AfD erleben, hätte es die gewaltlosen Veränderungen in der DDR nie gegeben. Auch die AfD in Ostdeutschland könnte heute ohne das kirchlich-christliche Engagement in der DDR nicht an einer demokratischen Wahl teilnehmen.

    Wir haben eine Diktatur nicht überwunden, um wieder zu erleben, dass Menschen ausgegrenzt, diffamiert und bedroht werden. Vom Geist der Friedliche Revolution will sich die Stiftung leiten lassen und sucht die Zusammenarbeit mit allen Menschen, die sich gegen Unterdrückung, Unrecht und Gewalt einsetzen.

    Leipzig, am 30. August 2019

    Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?

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