Ein Spaziergang im Kohlerevier: Fridays for Future zu Besuch bei Ende Gelände + Bildergalerien & Videos

Für alle LeserErst am Freitag hatte Leipzig eine Großdemonstration von „Fridays for Future“ mit knapp 10.000 Menschen erlebt und schon am Morgen danach ging es 9 Uhr nahtlos am Hauptbahnhof weiter. Etwas verschlafen und mit einer gerichtlichen Demonstrationsuntersagung samt Kostennote von 10.000 Euro im Gepäck machten sich einige „Fridays“ dennoch auf zum MIBRAG-Kohlerevier bei Neukieritzsch. Zeitgleich fluteten etwa 1.200 Aktivisten von „Ende Gelände“ den Tagebau Peres im Abbaugebiet „Vereinigtes Schleenhain“, während in der Lausitz rund 3.000 weitere Menschen die LEAG-Tagebaue besuchten. Beide Aktionen vor Leipzig sollten entgegen des Säbelrasselns im Vorfeld „Spaziergänge“ werden.

Ob sich die Behörden mit ihrem generellen Demonstrationsverbot für das gesamte Leipziger Kohlerevier einen rechtsstatlichen Gefallen getan haben, werden – so „Fridays for Future“ will – im Nachgang wohl die Gerichte im Hauptsacheverfahren entscheiden müssen. In einem riesigen Areal rings um die Tagebaue vor den Toren Leipzigs und in der Lausitz hatten die Landkreise eine Art „No-Go-Area“ konzipiert, in welcher das grundgesetzliche Versammlungsrecht keine Gültigkeit mehr haben sollte.

„Fridays for Future“ hatte dagegen zwar im Eilverfahren geklagt, nachdem sie vorab die Untersagung auch ihrer Demonstration aus der Presse und verspätet per Amtsbescheid am Freitagabend erfuhren. Für den Gang vors Oberverwaltungsgericht Bautzen blieb jedoch keine Zeit mehr, sodass am Samstagmorgen für die Reisegruppe der jungen Menschen die Frage im Raum stand, wie die Behörden diese General-Untersagung nun vor Ort durchsetzen würden.

Immerhin bestand die gerichtliche Entscheidung aus lauter Notstandsbegründungen der lebensnotwendigen Infrastrukturen in den Tagebauen und dem Mangel an Polizeibeamten, welche die Polizei selbst mit ihrer Darstellung von ungenügenden Kräften medial unterstützte. Eine Aussage zumindest, die die Wandergruppe von „Fridays for Future“ Leipzig auf ihrem Weg über Böhlen und Neukieritzsch zum Kohlerevier bestätigt sah.

Verlassene Polizeiwagen pflasterten den Weg der für FFF gerichtlich verbotenen Demonstrationsroute, von Beamten weit und breit keine Spur an diesem Morgen 10 Uhr mitten in Deutschland. Niemand da, der sich also um die Durchsetzung solcher Maßnahmen und Bescheide kümmern mochte, bis zum Ende am Tagebaurand erkundigte sich der Rechtsstaat nicht nach einer Demo, die keine sein durfte.

Stattdessen fand sich ein älterer Neukieritzscher am Wegesrand, der die Entfernung eines rechtsradikalen Aufklebers von einem Lichtmast wütend kommentierte. Ob hier Restalkohol vom Vorabend, ein aufflammender Generationskonflikt zwischen Kohlebergbauangestelltem und Jugend oder die politische Haltung des Einwohners die vordringliche Rolle spielte, war im weiteren Verlauf nicht zu klären – doch die Grundstimmung in Neukieritzsch war eher die einer samstäglich beruhigten Gemeinde mit hastig abgeparkter Polizeiwagengarnitur bis hinaus auf die B 187 am Tagebau Peres.

Dass trotz durchgehend friedlichem Verlauf des Spazierganges die Abschreckung der Behörden Wirkung gezeigt hatte, konnte man an der Größe der aus rund 10 Personen bestehenden Wandergruppe von „Fridays for Future“ dennoch ablesen. Mochte es darüber hinaus auch an den Vor- und Nachbereitungsanstrengungen am Demonstrationsgeschehen des Vortages gelegen haben, es fanden sich jedenfalls nur sehr wenige ein.

Böse Sache oder gute Aktion?

Anders verlief der Tag bei „Ende Gelände“; nach einer deutschlandweiten Mobilisierung standen ab 9 Uhr bis zu 1.200 Menschen in der MIBRAG-Senke auf der Kohle herum und warteten eher, was nun die teils hoch zu Ross eingetroffenen Polizeibeamten vorhatten. Anfangs dem Augenschein nach nur mit einer Hundertschaft vor Ort, waren die Kohlegegner ohne polizeilichen Widerstand in den Tagebau eingesickert.

Der ebenfalls vor Ort ungehindert arbeitende Fotograf Tim Wagner schilderte im Nachgang die Polizei als kooperativ und wenig angriffslustig. Anfangs sei kein Einsatzleiter vorhanden, der Führer der Hundertschaft hatte den Einsatz von Pfefferspray untersagt und das Betreten des Tagebaugeländes „auf eigene Gefahr“ deklariert und durchsagen lassen.

Auf dem Gelände selbst waren die Einsatzbeamten mit dem Schutz der Bagger befasst, noch vor dem Eintreffen der einsickernden Menschen in weißen Overalls und Gesichtsmasken standen die ersten Beamten selbst auf den Aufstiegsplattformen der „Infrastruktur“ herum. Auch die MIBRAG hielt sich – entgegen des Verhaltens der ebenfalls zur tschechischen EPH-Holding gehörenden LEAG in der Lausitz, welche offenbar wahrheitswidrig die Erstürmung eines Kohlekraftwerkes vermeldete – am 30. November 2019 mit Tweets und aggressiven Mitteilungen zurück.

Vor Ort fanden die „Ende Gelände“-Aktivisten keine MIBRAG-Mitarbeiter vor, das gesamte Gelände wirkte verlassen und nur ein paar Werks- und Geländeschutz-Männer suchten kurz darauf nach Arbeit.

Gesänge und Werksschutz oben, Abtransportversuche unten

Während zeitgleich im Tagebau zwei polizeiliche Versuche stattfanden, möglichst viele Tagebaugegener in einen MIBRAG-Bus zu laden, was auch bei rund 40 Personen gelang, sangen sich am Grubenrand die wenigen Fridays-Spaziergänger immer lauter ein (siehe Video). Später sollten noch ein paar Trommeln hinzustoßen, doch erst hatte der MIBRAG-eigene Geländeschutz seinen Auftritt.

Nach einem Hinweis auf die unzähligen Verbotsschilder bis nach Neukieritzsch hinein, Felder und Wälder nicht zu betreten und einer kurzen Debatte ein wichtiges Telefonat. Ob mit Polizei oder Betriebsleitung von MIBRAG war nicht auszumachen, doch danach die etwas knirschende „Ansprache an die Gruppe“. Diese dürfe bleiben, doch nicht den Zaun überwinden, sonst…

Was sonst, blieb offen und dann ging es mit zwei Fahrzeugen zur Zauninspektion für die Wachmänner. Offenbar waren dabei auch einige nicht intakt, die leicht ab- und wieder aufhängbaren Felder des Zaunes lagen hier und da unbeschädigt am Boden herum.

Fridays for Future am Tagebaurand & Interview mit Sophia Salzberger & Lisa Allisat (FFF)

Video L-IZ.de

Abschied und Ende im Tagebau

Was vor 9 Uhr friedlich begonnen hatte, endete gegen 16:30 Uhr ebenso. Da sich die Aktivisten im Tagebau untergehakt und hingesetzt hatten, blieb ein dritter Versuch, weitere „Ende Gelände“-Teilnehmer in den Mannschaftsbus der MIBRAG zu bringen, erfolglos. Auch hier wollte die Polizei so gar nicht so agieren, wie es manche Menschen vermuten, die selbst nie auf einer Demonstration waren: Das Pfefferspray blieb unbenutzt, Gewalt wurde nicht angewandt.

Daraufhin boten die mittlerweile auf vielleicht zwei bis drei Hundertschaften deutlich verstärkten Einsatzkräfte „Ende Gelände“ das Verlassen des Tagebaus ohne Feststellung der einzelnen Identitäten an. Die Pressefreiheit blieb ebenfalls unangetastet und um 17 Uhr saßen die meisten schon zur Heimfahrt in der S-Bahn in Neukieritzsch.

Bleiben also ein paar Fragen – neben der der (auch ökonomischen) Sinnhaftigkeit des weiteren Kohlebetriebs bis 2038 – am Ende. Die drastischen Strafandrohungen, begründet mit der hohen Gefahr für Leib, Leben und Infrastruktur bleiben aufrechterhalten, zwei Teilnehmer von „Ende Gelände“ sollen in Leipzig nach der Heimfahrt (erkannt an ihren Overalls) verhaftet worden sein. Ein verlassenes Tagebaufeld zeugte hingegen nicht von hoher Betriebsamkeit und dringend benötigtem Kohlenachschub an diesem Samstag.

Eher von einer sterbenden Branche, in welcher die Mitarbeiter und Regionen ebenso wie die gefährdeten Dörfer längst eine Zukunftsvision ohne Kohle verdient hätten. Dass Pödelwitz nicht mehr abgerissen werden soll, ist für Kohlegegner nur ein Anfang.

Interview mit Sina Reisch (Ende Gelände) am Tagebaurand

Video L-IZ.de

Kenia-Koalition am Start

Bleibt also zu konstatieren, dass Politik, die auf Aussitzen und Angstmachen fixiert ist, hier keine Lösung sondern Teil des Problems aufeinanderprallender Interessen zwischen Klimaschutz und Zukunftsangst geworden ist. Und das Demonstrationsverbote anhand von „Notstandsbegründungen“ in einem Rechtsstaat nicht nur kontraproduktiv sondern auch verfassungswidrig bleiben müssen. Eine Diskussion übrigens, welche die neulich erst die Autobahn blockierenden Bauern sicher ähnlich beantworten würden. Eher werden solche Verbote selbst zu einer neuen Konfliktlinie, die zumindest an diesem 30. November 2019 am und im Tagebau Peres friedlich aufgelöst wurde.

Heute, Sonntag, 1. Dezember 2019, möchten jedenfalls die Kenia-Koalitionäre ihre Verhandlungsergebnisse und Zukunftspläne für Sachsen bekanntgeben. CDU, Grüne und SPD dürften wissen, dass die kommenden fünf Regierungsjahre im Freistaat entscheidende Weichenstellungen nicht nur in der Energiegewinnung nach einer Dekade des Hinhaltens und Verschiebens werden. Denn eines dürfte jedem politisch aktiven Menschen längst aufgefallen sein: die Zahl der Demonstrationen und die der Teilnehmer kennen spätestens seit 2018 nur noch eine Richtung – nach oben.

Nur ein Zeichen neben vielen für einen deutlichen Stau bei der Lösung von teils existenziellen Problemen nicht nur in Sachsen. Es gilt also längst, den angeblichen Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie aufzulösen.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Leipzig zwischen Konsumrausch und Klimaschutz: Black Friday trifft auf Klimastreik + Video

Ende Gelände bläst seine Aktion im Leipziger Revier nicht ab

* Video *KeniaNeukieritzschEnde GeländeBraunkohleLippendorfFridays for future
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kahler Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule soll mit Containeranbau bebaut werden
Baumfällungen auf dem Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. Februar kreischten die Sägen. Der Blick aus den Fenstern des Hauses der Demokratie zeigte Heftiges: Auf dem benachbarten Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wurde ein Dutzend Bäume gefällt. Einfach so: Linden, Bergahorne, prächtige Bäume. Waren sie krank? Werden derzeit nicht überall im Stadtgebiet Bäume gefällt, weil sie die Rußrindenkrankheit haben oder von Trockenheit geschädigt sind? Die Aufklärung gab es erst eine Woche später. Und die hatte es in sich.
Linke Abgeordnete fordert endlich spürbare Maßnahmen gegen rechtsradikale Kriminalität
Rechtsradikale Brandstifter blieben in Sachsen lange unbehelligt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie offizielle Kriminalitätsstatistik der sächsischen Polizei ist das eine. Meist ist sie nur ein riesiger Berg von Daten, bei denen nicht mal klar ist, wie relevant sie sind. Etwas mehr Klarheit gewinnen die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, wenn sie regelmäßig die Straftaten in den Bereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) abfragen. Kerstin Köditz, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist natürlich besonders an rechtsmotivierten Straftaten interessiert.
Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserVor vier Tagen titelte die BILD: „6 Millionen Euro Verluste für die Leipziger Verkehrsbetriebe“. Klar, auch die LVB sind nicht gefeit vor Einbußen durch die derzeitige Situation: Inzwischen gehören nahezu leere Bahnen und Busse zum alltäglichen Stadtbild. Trotzdem läuft der Öffentliche Nahverkehr unermüdlich weiter. Und das wird auch so bleiben, erklärt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.