Ein Spaziergang im Kohlerevier: Fridays for Future zu Besuch bei Ende Gelände + Bildergalerien & Videos

Für alle LeserErst am Freitag hatte Leipzig eine Großdemonstration von „Fridays for Future“ mit knapp 10.000 Menschen erlebt und schon am Morgen danach ging es 9 Uhr nahtlos am Hauptbahnhof weiter. Etwas verschlafen und mit einer gerichtlichen Demonstrationsuntersagung samt Kostennote von 10.000 Euro im Gepäck machten sich einige „Fridays“ dennoch auf zum MIBRAG-Kohlerevier bei Neukieritzsch. Zeitgleich fluteten etwa 1.200 Aktivisten von „Ende Gelände“ den Tagebau Peres im Abbaugebiet „Vereinigtes Schleenhain“, während in der Lausitz rund 3.000 weitere Menschen die LEAG-Tagebaue besuchten. Beide Aktionen vor Leipzig sollten entgegen des Säbelrasselns im Vorfeld „Spaziergänge“ werden.
Anzeige

Ob sich die Behörden mit ihrem generellen Demonstrationsverbot für das gesamte Leipziger Kohlerevier einen rechtsstatlichen Gefallen getan haben, werden – so „Fridays for Future“ will – im Nachgang wohl die Gerichte im Hauptsacheverfahren entscheiden müssen. In einem riesigen Areal rings um die Tagebaue vor den Toren Leipzigs und in der Lausitz hatten die Landkreise eine Art „No-Go-Area“ konzipiert, in welcher das grundgesetzliche Versammlungsrecht keine Gültigkeit mehr haben sollte.

„Fridays for Future“ hatte dagegen zwar im Eilverfahren geklagt, nachdem sie vorab die Untersagung auch ihrer Demonstration aus der Presse und verspätet per Amtsbescheid am Freitagabend erfuhren. Für den Gang vors Oberverwaltungsgericht Bautzen blieb jedoch keine Zeit mehr, sodass am Samstagmorgen für die Reisegruppe der jungen Menschen die Frage im Raum stand, wie die Behörden diese General-Untersagung nun vor Ort durchsetzen würden.

Immerhin bestand die gerichtliche Entscheidung aus lauter Notstandsbegründungen der lebensnotwendigen Infrastrukturen in den Tagebauen und dem Mangel an Polizeibeamten, welche die Polizei selbst mit ihrer Darstellung von ungenügenden Kräften medial unterstützte. Eine Aussage zumindest, die die Wandergruppe von „Fridays for Future“ Leipzig auf ihrem Weg über Böhlen und Neukieritzsch zum Kohlerevier bestätigt sah.

Verlassene Polizeiwagen pflasterten den Weg der für FFF gerichtlich verbotenen Demonstrationsroute, von Beamten weit und breit keine Spur an diesem Morgen 10 Uhr mitten in Deutschland. Niemand da, der sich also um die Durchsetzung solcher Maßnahmen und Bescheide kümmern mochte, bis zum Ende am Tagebaurand erkundigte sich der Rechtsstaat nicht nach einer Demo, die keine sein durfte.

Stattdessen fand sich ein älterer Neukieritzscher am Wegesrand, der die Entfernung eines rechtsradikalen Aufklebers von einem Lichtmast wütend kommentierte. Ob hier Restalkohol vom Vorabend, ein aufflammender Generationskonflikt zwischen Kohlebergbauangestelltem und Jugend oder die politische Haltung des Einwohners die vordringliche Rolle spielte, war im weiteren Verlauf nicht zu klären – doch die Grundstimmung in Neukieritzsch war eher die einer samstäglich beruhigten Gemeinde mit hastig abgeparkter Polizeiwagengarnitur bis hinaus auf die B 187 am Tagebau Peres.

Dass trotz durchgehend friedlichem Verlauf des Spazierganges die Abschreckung der Behörden Wirkung gezeigt hatte, konnte man an der Größe der aus rund 10 Personen bestehenden Wandergruppe von „Fridays for Future“ dennoch ablesen. Mochte es darüber hinaus auch an den Vor- und Nachbereitungsanstrengungen am Demonstrationsgeschehen des Vortages gelegen haben, es fanden sich jedenfalls nur sehr wenige ein.

Böse Sache oder gute Aktion?

Anders verlief der Tag bei „Ende Gelände“; nach einer deutschlandweiten Mobilisierung standen ab 9 Uhr bis zu 1.200 Menschen in der MIBRAG-Senke auf der Kohle herum und warteten eher, was nun die teils hoch zu Ross eingetroffenen Polizeibeamten vorhatten. Anfangs dem Augenschein nach nur mit einer Hundertschaft vor Ort, waren die Kohlegegner ohne polizeilichen Widerstand in den Tagebau eingesickert.

Der ebenfalls vor Ort ungehindert arbeitende Fotograf Tim Wagner schilderte im Nachgang die Polizei als kooperativ und wenig angriffslustig. Anfangs sei kein Einsatzleiter vorhanden, der Führer der Hundertschaft hatte den Einsatz von Pfefferspray untersagt und das Betreten des Tagebaugeländes „auf eigene Gefahr“ deklariert und durchsagen lassen.

Auf dem Gelände selbst waren die Einsatzbeamten mit dem Schutz der Bagger befasst, noch vor dem Eintreffen der einsickernden Menschen in weißen Overalls und Gesichtsmasken standen die ersten Beamten selbst auf den Aufstiegsplattformen der „Infrastruktur“ herum. Auch die MIBRAG hielt sich – entgegen des Verhaltens der ebenfalls zur tschechischen EPH-Holding gehörenden LEAG in der Lausitz, welche offenbar wahrheitswidrig die Erstürmung eines Kohlekraftwerkes vermeldete – am 30. November 2019 mit Tweets und aggressiven Mitteilungen zurück.

Vor Ort fanden die „Ende Gelände“-Aktivisten keine MIBRAG-Mitarbeiter vor, das gesamte Gelände wirkte verlassen und nur ein paar Werks- und Geländeschutz-Männer suchten kurz darauf nach Arbeit.

Gesänge und Werksschutz oben, Abtransportversuche unten

Während zeitgleich im Tagebau zwei polizeiliche Versuche stattfanden, möglichst viele Tagebaugegener in einen MIBRAG-Bus zu laden, was auch bei rund 40 Personen gelang, sangen sich am Grubenrand die wenigen Fridays-Spaziergänger immer lauter ein (siehe Video). Später sollten noch ein paar Trommeln hinzustoßen, doch erst hatte der MIBRAG-eigene Geländeschutz seinen Auftritt.

Nach einem Hinweis auf die unzähligen Verbotsschilder bis nach Neukieritzsch hinein, Felder und Wälder nicht zu betreten und einer kurzen Debatte ein wichtiges Telefonat. Ob mit Polizei oder Betriebsleitung von MIBRAG war nicht auszumachen, doch danach die etwas knirschende „Ansprache an die Gruppe“. Diese dürfe bleiben, doch nicht den Zaun überwinden, sonst…

Was sonst, blieb offen und dann ging es mit zwei Fahrzeugen zur Zauninspektion für die Wachmänner. Offenbar waren dabei auch einige nicht intakt, die leicht ab- und wieder aufhängbaren Felder des Zaunes lagen hier und da unbeschädigt am Boden herum.

Fridays for Future am Tagebaurand & Interview mit Sophia Salzberger & Lisa Allisat (FFF)

Video L-IZ.de

Abschied und Ende im Tagebau

Was vor 9 Uhr friedlich begonnen hatte, endete gegen 16:30 Uhr ebenso. Da sich die Aktivisten im Tagebau untergehakt und hingesetzt hatten, blieb ein dritter Versuch, weitere „Ende Gelände“-Teilnehmer in den Mannschaftsbus der MIBRAG zu bringen, erfolglos. Auch hier wollte die Polizei so gar nicht so agieren, wie es manche Menschen vermuten, die selbst nie auf einer Demonstration waren: Das Pfefferspray blieb unbenutzt, Gewalt wurde nicht angewandt.

Daraufhin boten die mittlerweile auf vielleicht zwei bis drei Hundertschaften deutlich verstärkten Einsatzkräfte „Ende Gelände“ das Verlassen des Tagebaus ohne Feststellung der einzelnen Identitäten an. Die Pressefreiheit blieb ebenfalls unangetastet und um 17 Uhr saßen die meisten schon zur Heimfahrt in der S-Bahn in Neukieritzsch.

Bleiben also ein paar Fragen – neben der der (auch ökonomischen) Sinnhaftigkeit des weiteren Kohlebetriebs bis 2038 – am Ende. Die drastischen Strafandrohungen, begründet mit der hohen Gefahr für Leib, Leben und Infrastruktur bleiben aufrechterhalten, zwei Teilnehmer von „Ende Gelände“ sollen in Leipzig nach der Heimfahrt (erkannt an ihren Overalls) verhaftet worden sein. Ein verlassenes Tagebaufeld zeugte hingegen nicht von hoher Betriebsamkeit und dringend benötigtem Kohlenachschub an diesem Samstag.

Eher von einer sterbenden Branche, in welcher die Mitarbeiter und Regionen ebenso wie die gefährdeten Dörfer längst eine Zukunftsvision ohne Kohle verdient hätten. Dass Pödelwitz nicht mehr abgerissen werden soll, ist für Kohlegegner nur ein Anfang.

Interview mit Sina Reisch (Ende Gelände) am Tagebaurand

Video L-IZ.de

Kenia-Koalition am Start

Bleibt also zu konstatieren, dass Politik, die auf Aussitzen und Angstmachen fixiert ist, hier keine Lösung sondern Teil des Problems aufeinanderprallender Interessen zwischen Klimaschutz und Zukunftsangst geworden ist. Und das Demonstrationsverbote anhand von „Notstandsbegründungen“ in einem Rechtsstaat nicht nur kontraproduktiv sondern auch verfassungswidrig bleiben müssen. Eine Diskussion übrigens, welche die neulich erst die Autobahn blockierenden Bauern sicher ähnlich beantworten würden. Eher werden solche Verbote selbst zu einer neuen Konfliktlinie, die zumindest an diesem 30. November 2019 am und im Tagebau Peres friedlich aufgelöst wurde.

Heute, Sonntag, 1. Dezember 2019, möchten jedenfalls die Kenia-Koalitionäre ihre Verhandlungsergebnisse und Zukunftspläne für Sachsen bekanntgeben. CDU, Grüne und SPD dürften wissen, dass die kommenden fünf Regierungsjahre im Freistaat entscheidende Weichenstellungen nicht nur in der Energiegewinnung nach einer Dekade des Hinhaltens und Verschiebens werden. Denn eines dürfte jedem politisch aktiven Menschen längst aufgefallen sein: die Zahl der Demonstrationen und die der Teilnehmer kennen spätestens seit 2018 nur noch eine Richtung – nach oben.

Nur ein Zeichen neben vielen für einen deutlichen Stau bei der Lösung von teils existenziellen Problemen nicht nur in Sachsen. Es gilt also längst, den angeblichen Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie aufzulösen.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Leipzig zwischen Konsumrausch und Klimaschutz: Black Friday trifft auf Klimastreik + Video

Ende Gelände bläst seine Aktion im Leipziger Revier nicht ab

* Video *KeniaNeukieritzschEnde GeländeBraunkohleLippendorfFridays for future
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Frühstücksträume: Lauter leckere Tipps, wie man aus der Frühstückslangeweile herauskommt
Barbara Baumann: Frühstücksträume. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wort Corona kommt in diesem Buch einmal nicht vor. Aber eigentlich passt das Buch haargenau in diese seltsame Zeit mit all ihren Einschränkungen und nun der zweiten langen Zeit, wo die ganze Familie wochenlang zu Hause hocken muss. Da lohnt es sich, selbst das Sonntagsfrühstück zu einem richtigen Erlebnis zu machen – mit selbst gemachter Konfitüre und selbst gebackenen Brötchen. Oder auch ganz international.
Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
Rico Gebhardt, (MdL, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?
SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen
Blick auf den Nordteil des Geländes Richtung Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte die zukünftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der Ratsversammlung am 7. Oktober debattiert und beschlossen werden. Doch eine lange Latte an Änderungsanträgen ließ schon ahnen, dass die Diskussion um diesen Platz heftig werden würde. Jetzt soll die Verwaltungsvorlage am 11. November diskutiert werden. Und auch die SPD-Fraktion attestiert den städtischen Planern hier ein Denken von vorgestern und fordert die Schaffung erlebbarer Grünflächen.
Nach Aus für B 178-Verlängerung in der Lausitz: ADFC fordert endlich mehr Einsatz für Radwegebau in Sachsen
Und wo fahren die Radfahrer? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAls Sachsen vor über einem Jahr seine Projekte für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ anmeldete, waren auch reihenweise teure Straßenneubauten drin, die vorher nie eine Chance auf Realisierung gehabt hätten. Aber der Glaube ist unerschütterlich, dass über Staatsstraßen und Autobahnen endlich die florierende Wirtschaft käme. Auch in die Lausitz. Am 23. Oktober aber vermeldete das Verkehrsministerium das Ende eines dieser Traumprojekte.
Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.
Klares Ergebnis der Vorlesestudie 2020: Schenkt den Kindern Bücher! Viele Bücher!
Es gibt genug wirklich schöne Vorlesebücher. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 20. November ist wieder Bundesweiter Vorlesetag. Ein Tag, der daran erinnert, dass Lesen und Vorlesen für Kinder nicht einfach nur Luxus sind. Denn frühes Vorlesen öffnet den Kindern den Weg in Welten, die ihnen sonst ein Leben lang verschlossen bleiben. Denn Bildung erschließt sich durch Lesen erst in ihrer ganzen Komplexität. Aber warum lesen dann so wenige Eltern vor, wollte die Stiftung Lesen wissen?
„Wenn man spürt, wie die Luftkräfte einen tragen“: In Eilenburg können Kinder Skispringen lernen
Blick von der 1999 neu gebauten Josef-Dotzauer-Schanze in Eilenburg. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelDas Land ist flach, der erste Schnee noch in weiter Ferne. In Eilenburg schnallen sich die Jungadler des SV Lok dennoch ihre Ski an und stürzen sich an einem Oktobernachmittag die Josef-Dotzauer-Schanze hinunter. Bereits seit 1958 hat das Skispringen in der Kleinstadt, rund 20 Kilometer nordwestlich von Leipzig, ein Zuhause. Doch außerhalb von Eilenburg wissen nur wenige davon, wie Lok-Trainer Stephan Kupke (44) gegenüber der „Leipziger Zeitung (LZ)“ sagt.
Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen
Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVon den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.
1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Update Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.