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Petition für rauchfreie Haltestellen in Leipzig: Ihre Gesundheit liegt uns nicht wirklich am Herzen …

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    An Leipzigs Haltestellen stinkt und qualmt es. Gerade im dichten Berufsverkehr, wenn auch viele Schulkinder und Eltern mit Kinderwagen unterwegs sind. Ein Thema, das Torsten Saro, selbst besorgter Vater, seit zwei Jahren intensiv beschäftigt. Da er aber von den Verantwortlichen keine ernsthafte Antwort bekam, hat er jetzt eine Petition für ein Rauchverbot an Haltestellen gestartet. Hier erklärt er, wie er dazu kam.

    Ein Plädoyer für Rauchfreie Haltestellen

    Torsten Saro

    Es war im Jahr 2018, als ich die LVB das erste Mal darum gebeten habe, den wachsenden Missständen entgegenzuwirken. Damals noch mit Hinweisschildern, sofern ein Rauchverbot nicht umsetzbar wäre. Ich nutzte also die Social-Media-Seite der LVB auf Facebook und schrieb Nachrichten, sprach Kontrolleure und Fahrer an. Als Antwort kam nur, man könne da nichts machen, Haltestellen sind öffentlicher Raum, da solle man sich an den Gesetzgeber wenden.

    Ein Jahr verging, 2019 antwortete mir das Social-Media-Team der LVB auf Facebook, man hätte das Anliegen an die zuständige Fachabteilung geleitet. Auf Anfrage, ob ich eigene Hinweisaushänge /-aufkleber anbringen dürfte, kam nie eine Antwort. Ich wusste ja, dass man bei den LVB stets gegen eine Wand läuft. Nun ist 2020 und wie mir die LVB mitteilte, werden aktuell Hinweise angebracht. Dies schreibe ich der Aktivität des Jugendparlamentes zu.

    Rücksicht gegenüber Nichtrauchern, insbesondere Jugendlichen, Kindern, und besonders Babys wird gar nicht oder nur äußerst selten und widerwillig genommen! Da reicht es auch nicht, wenn sich Raucher ein paar Meter, wenn überhaupt, wegbewegen. Ebenfalls ist es unzureichend, wenn, wie jetzt 2020, es verboten ist, in Fahrgastunterständen zu rauchen. Was nützt das, wenn nahe gleich außerhalb des Unterstandes gequalmt wird. Es gibt keine Ausweichmöglichkeiten.

    Zudem verhält es sich so:

    – Müssen Nichtraucher und Kinder Platz machen und abseitsstehen?
    – Müssen nicht diejenigen auf andere Rücksicht nehmen, die mit Ihrem Tun andere schädigen?
    – Ein Raucher kann entscheiden, ob er raucht oder nicht. Ein Nichtraucher kann dessen Tun nur aushalten oder sich vertreiben lassen.

    „Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt.“

    Während Schüler im Unterricht auf ein selbstbestimmtes und möglichst suchtfreies Leben vorbereitet werden, wird ihnen auf dem täglichen Weg zur Schule an den Haltestellen das genaue Gegenteil aufgezeigt:

    – Rauchende Fahrgäste entsorgen ihre Kippen auf der Straße, in Haltestellenunterständen, fast ausnahmslos.
    – Sie bekommen große, aufwendig gestaltete Werbeplakate für Tabakwaren zu sehen.
    – Die Suggestion von scheinbar freier Genusskultur beeindruckt Kinder und Jugendliche mehr als vermitteltes Wissen über die negativen Folgen des Rauchens und Dampfens.

    NEIN, statt aktiven Nichtraucherschutz zu betreiben, stellt man noch Aschenbecher auf. Wie am Leipziger Hauptbahnhof, selbst nach dem kürzlichen Umbau. Man legt Rauchern noch den roten Teppich aus, indem man circa alle 10 Meter einen Aschenbecher hinstellt. Und dennoch liegt und stinkt es aller Orten nach Qualm und Zigarettenmüll.

    Vielleicht sollte die Stadt einen Taschenaschenbecher zur Pflicht machen, dieser darf nur an ausgewiesenen Orten entsorgt werden?!

    Gerade jetzt laufen in den Bussen und Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe Ansagen wie „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.“ Dies ist jedoch eher der Corona-Pandemie zuzuschreiben, wenn man die Ansagen weiterverfolgt. Abseits dessen, so scheint es, scheren sich die LVB überhaupt nicht um die Gesundheit Ihrer Fahrgäste?! Über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens und Passivrauchens, insbesondere für Kinder und Babys braucht man nicht mehr diskutieren, das sollte den Behörden und Verkehrsbetrieben bekannt sein.

    Von der Umweltverschmutzung gar nicht zu reden. Öffentlicher Nahverkehr ist Daseinsvorsorge. Gesundheitsvorsorge ist dies ebenso. Demnach ist das fortwährende Nichthandeln der LVB, der Behörden und Gesetzgeber in vollem Bewusstsein der Problematik nicht mehr tragbar. Es muss gehandelt werden!

    Mitzeichnen kann man die Petition auf der Homepage der Stadt Leipzig hier.

    Jetzt kann eine Petition für ein Rauchverbot an LVB-Haltestellen und S-Bahn-Stationen mitgezeichnet werden

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