Das Leipziger Völkerschlachtdenkmal wird immer mehr zum Friedensmal. Seine Front eignet sich bestens dazu, große Botschaften und Bilder an sie zu projizieren. Das kann in künstlerischer Weise passieren. Aber auch aktuell wie in der derzeitigen Kriegssituation in der Ukraine. Eine Friedenstaube wird am heutigen 9. März daran erinnern.

Und bei der Gelegenheit kann man sich auch daran erinnern, dass innerhalb der russischen Truppenkontingente auch ukrainische Soldaten an der Völkerschlacht beteiligt waren.

Bei einem Blick auf die beteiligten Truppenverbände findet man das Grenadierregiment Kiew, das Kleinrussische Grenadierregiment (Kleinrussland ist auch in Putins Agenda ein Begriff für die heutige Ukraine), das Kürassierregiment Kleinrussland, drei Ukrainische Kosakenregimenter, das Infanterieregiment Odessa, das Dragonerregiment Kiew, das Dragonerregiment Charkow und das Husarenregiment Mariupol.

Die Friedenstaube für das Völkerschlachtdenkmal. Grafik: Roland Grüner
Die Friedenstaube für das Völkerschlachtdenkmal. Grafik: Roland Grüner

Und das sind nur die Einheiten, deren Name auf den ersten Blick die Herkunft dieser Verbände zeigt. Unter den 21.000 Getöteten aus der Kaiserlich Russischen Armee werden auch viele getötete Ukrainer gewesen sein. Nur dass sie damals zusammen mit den Russen und den anderen Alliierten gegen einen Kriegsherrn kämpften, der weite Teile Europas unberechtigt besetzt hatte. Heute kämpfen die Ukrainer gegen eine russische Invasion.

Eine überdimensionale Friedenstaube soll deshalb auf Anregung der Stiftung Völkerschlachtdenkmal Leipzig am heutigen Mittwoch, 9. März, um 19 Uhr, auf das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig projiziert werden.

Um ein Zeichen für Frieden in der Welt zu setzen, sind alle Leipzigerinnen und Leipziger herzlich eingeladen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. In Tradition der Friedlichen Revolution vom Herbst `89 werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, eine Kerze mitzubringen und anzuzünden. Die Aktion wird auf Initiative Leipziger Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit der Stiftung Völkerschlachtdenkmal und mit Unterstützung der Stadt Leipzig umgesetzt.

„Die Stiftung Völkerschlachtdenkmal unterstützt diese weithin ausstrahlende Friedensaktion aus vollem Herzen. Als mit den dunkelsten Zeiten von Krieg und Besatzung 1813 verbundenes Wahrzeichen der Stadt Leipzig steht das Denkmal heute für Frieden und Völkerverständigung in ganz Europa“, erklärt Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums und Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal.

Es geht um eine ganz einfache und klare Botschaft, betont er: Leipzig wünscht sich: „Frieden in der Welt“.

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