Der neue Quartalsbericht 1/2019

Mit den neuen Hotels kann Leipzig auch mehr als vier Millionen Gästeübernachtungen stemmen

Für alle LeserIst bei 3,5 Millionen Übernachtungen Schluss oder geht noch mehr? Die Frage steht ja im Raum, seit Volker Bremer, Geschäftsführer der LTM, die 3,5 Millionen einmal als mögliche Sättigungsmarke für das Leipziger Tourismusaufkommen genannt hat. Aber seit Jahren steigen die Übernachtungszahlen jedes Jahr, erreichten 2018 schon die Zahl von 3,376 Millionen. Und immer neue Hotels werden gebaut und gehen ans Netz.

Ein Thema, auf das Juliane Superka in ihrem Beitrag für den Quartalsbericht 1/2019 einging. Demnach hat die Stadt in den letzten 20 Jahren zunehmend an Attraktivität gewonnen, was sich unter anderem in der Anzahl der Übernachtungen spiegelt. So hat sich diese seit 1998 nahezu um das Dreifache erhöht. 2018 kamen 1,8 Millionen Gäste und sorgten für Übernachtungszahlen von fast 3,4 Millionen.

Zugleich wächst auch die Anzahl der Hotels: Zum Ende Juli 2018 standen in Leipzig 134 Beherbergungseinrichtungen mit 17.931 Gästebetten zur Verfügung, sechs Einrichtungen mehr als 2017. Mit rund 89 Prozent (105 Häuser) sind davon der überwiegende Teil – nahezu 16.000 – Hotelbetten.

Die Statistik, die Superka anbietet, startete 1998 – also 20 Jahre zuvor – mit gerade einmal 1,3 Millionen Übernachtungen. Gerade ab 2012 stiegen die Zahlen besonders stark. Was dann auch der Grund für die vielen Investitionsentscheidungen in neue Hotels war, die jetzt nach und nach auch gebaut werden.

Wachstum der Übernacxhtungszahlen in Leipzig seit 1998. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 1 / 2019

Wachstum der Übernachtungszahlen in Leipzig seit 1998. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 1/2019

2018 freilich kamen so viele auf einmal ans Netz, dass in einigen traditionellen Häusern die Belegungen spürbar zurückgingen. Was ja dann auch den berühmten Aufschrei der Leipziger Hoteliers zur Folge hatte: Sie befürchten, dass Leipzig viel zu viele Hotelplätze bekommen könnte und damit einige Häuser deutliche Umsatzeinbußen verkraften müssten.

Und die Gästetaxe machte ihnen ja zusätzlich Angst. Da die aber erst seit dem 1. Januar erhoben wird, weiß noch niemand, wie sie sich auf die Übernachtungszahlen auswirken wird.

Zumindest war 2018 erstmals ein Dämpfer in der Bettenauslastung von 51,9 Prozent in Vorjahr auf 49,2 Prozent zu registrieren.

Eine spannende Frage ist natürlich auch, woher die Leipzigbesucher eigentlich kommen. Da denkt man ja gern an Gäste aus dem Ausland. Aber in dieser Liga spielt Leipzig mit rund 270.000 ausländischen Besuchern nur teilweise. Die meisten registrierten Gäste – 1,567 Millionen von 1,836 Millionen – kommen aus dem Bundesgebiet. Was eben auch deutlich macht, dass Leipzig vor allem als Städtereiseziel interessant ist – was natürlich die Besuche von großen Konzerten, von Fußballspielen, Kongressen und Festivals mit einschließt. 1,8 Tage halten sich Leipzigbesucher im Schnitt in der Stadt auf, die aus dem Ausland immerhin 2,0 Tage.

Und auch bei den Besuchern aus dem Ausland wird deutlich, dass es eher die Kurzbesuche aus Europa sind, die in der Leipziger Statistik eine Rolle spielen: 62 Prozent der ausländischen Gäste kommen aus Ländern der EU, weitere 16 Prozent aus anderen europäischen Ländern, 12 Prozent immerhin aus Amerika und 9 Prozent aus Asien. Was eben auch bedeutet, dass die reisefreudigen Japaner eher Richtung Dresden abbiegen, als sich die alte Bürgerstadt Leipzig anzusehen.

An der führenden Rolle Dresdens im sächsischen Tourismus hat sich übrigens nichts geändert, auch durch das murrende Häuflein von PEGIDA nicht. Dresden verzeichnete 2018 wieder 4,6 Millionen Übernachtungen, Leipzig mit seinen 3,4 Millionen lag gleich dahinter, dicht gefolgt vom Erzgebirge, etwas weiter dahinter dem Sächsischen Burgen- und Heideland und der Oberlausitz/Niederschlesien.

Erst auf Rang sechs folgt übrigens das sächsische Tourismusgebiet, das scheinbar alle anderen dominiert: die Sächsische Schweiz, mit gerade einmal 1,7 Millionen Übernachtungen. Dafür kommen hier aber mehr Übernachtungen auf jeden Einwohner als in allen anderen sächsischen Regionen, nämlich 13,4. In Dresden sind es noch 8, in Leipzig immerhin 5,8. Tendenz aber überall steigend.

Es könnte also sein, dass sich auch für die bald neu hinzukommenden Hotels die nötigen Gäste finden und dass Leipzig durchaus auch 4 Millionen Übernachtungen stemmen kann.

Die Meldung der Stadt suggeriert, dass die Tourismuszahlen auch mit den Fluggastzahlen am Flughafen Leipzig/Halle korrelieren. Also beschäftigen wir uns damit im nächsten Beitrag.

Leipzigs Wirtschaftsdezernat sieht noch lange kein Überangebot an Hotelbetten in der Stadt

QuartalsberichtStädtetourismus
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