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Leipziger Arbeitsmarkt im Juli: Die Wirtschaft sucht wieder Fachkräfte und Berufsausbildung wird zum Engpass

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    Noch ist Leipzig weit entfernt von der niedrigen Arbeitslosenzahl im Juli 2019. Da waren 19.822 Menschen als arbeitslos registriert. Ende Juli 2021 waren nun in der Stadt Leipzig 22.948 Menschen, 609 weniger als im Juni, bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter, arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2020 sank die Arbeitslosigkeit um 2.779.

    „Die Arbeitslosigkeit ist im Juli, wie in den letzten Monaten auch, weiter gesunken. Das ist in Anbetracht dieses saisonalen Zeitpunktes ausgesprochen erfreulich. Es zeigt, dass die Wirtschaft sich weiter erholt“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Steffen Leonhardi, am Donnerstag, 29. Juli, bei Vorstellung der Zahlen.

    „Auch die Arbeitskräftenachfrage ist erneut deutlich gestiegen. Das zeigen die durch die Leipziger Unternehmen beim gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter insgesamt gemeldeten Stellen, die mit mehr als 8.800 das Vor-Pandemie-Niveau im Juli 2019 übertreffen.“

    Noch nicht ganz zu Ende: Kurzarbeit

    Wobei man auch nicht übersehen darf: Über ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie stecken immer noch einige Leipziger/-innen in Kurzarbeit.

    Im Juni 2021, jüngster statistisch ausweisbarer Monat, haben immer noch 33 Leipziger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Diese Anzeigen umfassten 1.394 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, meldet die Arbeitsagentur. Besonders betroffen waren Unternehmen der Bauvorbereitung/Bauinstallation/Ausbau (7), der Lagerei (3) und der Reparatur und Installation von Maschinen und Anlagen (3).

    Was schon verblüfft, wenn man sieht, was überall, gebaut wird und wie voll die Auftragsbücher gerade in der Baubranche sind. Und auch Personal wird dort gesucht. Über 800 Stellenangebote gab es im Juli allein am Bau. Tatsächlich ist in der großen Breite die Kurzarbeit seit dem Frühjahr deutlich zurückgegangen.

    Im Jahr 2020 hatten in der Corona-Pandemie im März 2.904, im April 4.759, im Mai 4.117, im Juni 3.012, im Juli 2.281, im August 1.970, im September 1.746, im Oktober 1.640, im November 2.303 und im Dezember 2.875 Betriebe Kurzarbeit abgerechnet. Im Januar 2021 waren es dann noch 3.463, im Februar 3.514 und im März 3.028 Betriebe.

    Kurzarbeitergeld wurde durch die Betriebe im Jahr 2020 im März für 30.619, im April für 50.956, im Mai für 42.114, im Juni für 24.132, im Juli für 16.514, im August für 13.081, im September für 11.105, im Oktober für 9.982, im November für 14.631 und im Dezember für 18.899 Beschäftigte bezogen, im Januar 2021 für 25.183, im Februar für 24.833 und im März für 19.293 Beschäftigte.

    Wachstum der Beschäftigtenzahl in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
    Wachstum der Beschäftigtenzahl in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

    Tatsächlich ist sogar im Corona-Jahr 2020 in Leipzig die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten angewachsen. In Leipzig gab es im Dezember 2020, dem jüngstem statistisch verfügbaren Stand, 279.454 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das waren im Vergleich zum Vorquartal 514 oder 0,2 Prozent mehr und im Vergleich zum Vorjahresquartal 2.309 oder 0,8 Prozent mehr.

    Sorge um den Fachkräftenachwuchs

    Gleichzeitig geht der Nachwuchs zur Neige, kommen nicht mehr genügend junge Leute in die Berufsausbildung. Auch wenn das auf den ersten Blick erst einmal nicht so aussieht, wenn die Arbeitsagentur meldet: Bis Juli waren 2.441 freie Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Leipzig gemeldet. Das waren 15 weniger als vor einem Jahr um diese Zeit. Gegenwärtig sind davon noch 797 unbesetzt. Dem standen 2.626, 29 mehr als im Juli 2020, Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gegenüber. Von diesen suchten aktuell 943 noch nach einer Ausbildungsstelle.

    Was eben auch daran liegt, das die Corona-Lockdowns auch viele klassische Ausbildungsbetriebe stillgelegt haben. Einige von denen sind nach wie vor in der schwierigen Aufwärmphase nach Ende der Einschränkungen und tun sich entsprechend schwer, Ausbildungsplätze anzubieten. Denn niemand weiß, welche Auswirkungen die vierte Welle haben wird.

    „In den letzten Wochen haben uns viele Betriebe noch ihre freien Ausbildungsstellen gemeldet. Die Unternehmen warten auf den Nachwuchs und manche entschließen sich mitunter sehr kurzfristig, ihre Lehrstellen zu melden beziehungsweise zu besetzen“, erklärt Leonhardi dazu.

    „Die Herausforderungen der Zukunft mit einem erheblich steigenden Fachkräftebedarf infolge der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung bleiben. Es lohnt also für den bevorstehenden Ausbildungsbeginn auch noch jetzt wie in den kommenden Wochen, die ständig aktualisierten Ausbildungsbörsen zu sichten. Die Fachkräfte und Expertinnen und Experten der Jugendberufsagentur unterstützen die jungen Menschen bei der Orientierung und Ausbildungssuche und die Unternehmen stärken wir mit dem Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ durch Beratung und Förderung.“

    Beratung zur Berufsausbildung: Von Montag bis Donnerstag von 10:00 bis 15:00 Uhr sind die Berufsberaterinnen und Berufsberater telefonisch unter 0341 913 33333 zu erreichen.

    Der Leipziger Arbeitsmarkt im Juli 2021 in Zahlen

    Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat Juni betrug bei den Unter-20-Jährigen 13 auf 413 und bei den Unter-25-Jährigen 58 auf 2.194.

    Bei den Lebensälteren, in der Altersgruppe ab 50 Jahren, fiel die Arbeitslosigkeit um 232 auf 6.277 Personen.

    Der Zugang in die Arbeitslosigkeit aus der Erwerbstätigkeit betrug in den letzten vier Wochen 1.896. In Erwerbstätigkeit meldeten sich 2.259 vorher arbeitslose Menschen in der gleichen Zeit ab.

    Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete die Arbeitsagentur Leipzig im Juli einen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den letzten vier Wochen 1.810 freie Stellen, das waren 109 mehr als im davor liegenden Monat und 179 mehr als vor einem Jahr, zur Besetzung gemeldet.

    Zum statistischen Zähltag im Juli betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 7,1 Prozent (Vormonat: 7,3 Prozent). Im Juli 2020 lag diese Quote noch bei 8,1 Prozent.

    Im Juli waren 7.422 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 366 weniger als im Vormonat und 2.495 weniger als vor einem Jahr.

    Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 15.526 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 243 weniger als im Juni 2021 und 284 weniger als vor einem Jahr.

    In Leipzig gab es im Juli 32.581 Bedarfsgemeinschaften. Das waren 447 weniger als im Vormonat und 2.460 weniger als im Juli des Vorjahres.

    Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 40.921 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang 461. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 3.002 Personen.

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      2 KOMMENTARE

      1. Es liegt auch an den östlichen Firmen selbst, deren Geschäftsführer nicht bereit sind, anständige Löhne zu zahlen. Solange sich Lohnunterschiede Ost-West sich in Hunderten von Euro bemessen, zieht die Ostjugend halt weiterhin in den Westen.

        Die „Nachwendezeit“ ist längst vorbei, mindestens schon seit 2010. Die „schwierige Wirtschaftslage“ im Osten ist nur eine Ausrede.

      2. Jo, die Politik schläft weiter und hat nix begriffen, gerade gestern mal wieder beim langjährigen Optikstudio meines Vertrauens auf der Karli gewesen, er sucht Fachkräfte per Instagram und Aushang, auch mit „Kopfprämie“, leider steuern wir auf einen Zustand hin der noch weit schlimmer wird, ganz traurige Entwicklung, Gruß Thomas

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