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Leipzig hat genug repräsentative Orte für eine Ausstellung zu Muslimen in Deutschland

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    Die Ausstellung „Was glaubst Du denn?! Muslime in Deutschland“ ist wichtig für Leipzig. Keine Frage. Doch um damit einen politischen Willen durchzusetzen, eignet sie sich eigentlich nicht. Das wurde jetzt Thema, als das Bürgerkomitee Leipzig heftig protestierte, den Kinosaal im alten Stasi-Komplex „Runde Ecke“ im Oktober räumen zu müssen, damit die SPD dort die Ausstellung zeigen kann.

    Das hatte die SPD-Fraktion im Mai forsch als Antrag geschrieben – mitsamt dem Wunsch, dem Museum in der „Runden Ecke“ die Nutzung des alten Stasi-Kinosaals komplett zu entziehen, damit er für städtische Ausstellungen zur Verfügung steht.

    Aber nicht nur das Bürgerkomitee protestiert, weil der Vorstoß selbst über den Vorschlag der Stadtverwaltung hinausgeht, die auf eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen dem Museum in der Runden Ecke und dem Schulmuseum drängt. Halbe halbe, sozusagen.

    Aber wenn die Ausstellung „Was glaubst Du denn?! Muslime in Deutschland“ schon im Herbst im Kinosaal gezeigt werden soll, bedeutet das zwangsläufig das Ende für die seit 2009 dort gezeigte Ausstellung zur Friedlichen Revolution.

    Das nennt man wohl Druck machen. Aber mit einem völlig ungeeigneten Mittel. Man kann mit so einer Ausstellung nicht einfach vollendete Tatsachen schaffen, ohne die beiden Einrichtungen zu einem verträglichen Zukunftskonzept geführt zu haben, das Fell des Bären also schon mal verteilen.

    Das sehen drei Stadträte genauso und beantragen jetzt, genau das nicht zu tun, sondern die sehenswerte Ausstellung einfach woanders zu zeigen. Es ist ja nicht so, dass Leipzig keine Ausstellungsräume hat.

    „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Durchführung der Wanderausstellung ‚Was glaubst du denn?! Muslime in  Deutschland‘ der Bundeszentrale für politische Bildung in der Zeit vom 18.10.2016  – 30.11.2016 in einer anderen städtischen Liegenschaft als dem Kinosaal im Gebäude Goerdelerring 20, 04109 Leipzig sicherzustellen“, beantragen die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Krefft, FDP-Stadtrat Rene Hobusch und der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Uwe Rothkegel, gemeinsam.

    Und sie sehen auch keinen nachvollziehbaren Sinn darin, die Ausstellung zur Friedlichen Revolution ausgerechnet im Umfeld des 9. Oktober abbauen zu müssen. Da scheint jemand in der SPD-Fraktion völlig alle geschichtlichen Daten vergessen zu haben.

    „Die Wanderausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung kann durchaus an anderen Standorten gezeigt werden. Leipzig hat keinen Mangel an Ausstellungsflächen in der nötigen Größe“, schreiben sie. Was eigentlich der sinnvollste Gedanke der Welt ist. Und: „Der Änderungsantrag verfolgt das Ziel, zu vermeiden, dass zwei wichtige Themen gegeneinander ausgespielt werden.“

    Der Antrag zur Ausstellung „Was glaubst Du denn?! Muslime in Deutschland“.

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