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Leipzig ist nicht Hype, sondern Lärm

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    KommentarGlauben Sie wirklich, dass Sie diese Geschichte jetzt zu lesen bekommen? Dass hier überhaupt eine Geschichte steht? Haben Sie sich noch nie darüber gewundert, dass in Leipzig überhaupt noch Texte geschrieben werden? Leipzig ist eine laute Stadt. Eine Stadt, die von Leuten regiert wird, die nicht mal begreifen, warum man sich über Lärm überhaupt aufregt. Genau so sehen dann die Vorlagen der Stadtverwaltung auch aus.

    Heute ist es „nur“ die Firma „Reinflex. Ihr Fassadenreiniger“, die mal wieder mit Kompressor und großer Spritze die Wand des gegenüberliegenden Wohnhauses von Graffiti reinigt. Die mühselige Handarbeit vergangener Jahre ist längst passé. Die Fassadenreiniger haben aufgerüstet, was nicht bedeutet, dass sie schneller sind. Leiser schon gar nicht.

    Und vielleicht wäre es auch eine nette „Die sind fleißig“-Geschichte, wenn nicht schon die vergangene Woche von Lärm erfüllt gewesen wäre, weil die großen Wiesenflächen der Wohnanlage gegenüber gemäht wurden. Natürlich mit motorisierten Mähmaschinen, die sich in stundenlanger Fahrt über die Wiesen arbeiten. Und natürlich wurden auch die Wege von Laub befreit – verständlicherweise mit dem Laubbläser. Wer wird denn da einen Besen nehmen? Oder wie wäre es mit der Woche, als an der Straße die Bäume coupiert wurden? Mit Motorsäge? Ast für Ast?

    An die Putzfahrzeuge der Stadtreinigung hat man sich ja gewöhnt. Die kommen zwei Mal in der Woche und bürsten die Fußwege. Ist zwar völlig sinnfrei, weil sie Montagfrüh kommen müssten, wenn überall die Scherben vom Wochenende liegen.

    Dafür kommen montags die Kühlfahrzeuge, die Lebensmittel liefern. Und die haben natürlich ihre großen Aggregate auf der Fahrerkabine. Leiser als die Kompressoren der Fassadenreiniger sind die auch nicht.

    Und wenn die dann mal alle weg sind, kommt in der Regel die Truppe, die mit großer Technik die Kanäle reinigt. Das kriegen die in der Regel nicht richtig hin oder die Kanäle sind zu dünn. Jedenfalls kommen sie alle zwei Wochen wieder.

    Die Kabelleger der diversen Kabelbetreiber sind jetzt hoffentlich durch mit ihrem Baugerät.

    Aber was soll man sagen: Diese ganzen Bau- und Hilfsmaschinen kommen ja im städtischen Lärmaktionsplan genauso wenig vor wie die ganzen Trikes, getunten Motorräder und aufgebretzelten Oldtimer, die in der Regel am Nachmittag kommen und vor sich hinknattern, wenn ihre Besitzer Dienstschluss haben, und die dann Schlange stehen, weil sie nicht über die Kreuzung kommen. Dann drehen sie in der Regel auf. Aber zumindest die Leipziger Polizei scheint das auch nicht weiter zu interessieren.

    Oder es ist Abstumpfung? Denn wer ständig von Lärm derart abgelenkt wird, der kann natürlich keinen klaren Gedanken fassen. Der produziert dann lächerliche Vorlagen, die nicht mal ansatzweise das Problem erfassen und nichts vorschlagen, was irgendwie tatsächlich mal den üblichen Krachmachern das Handwerk legt. Täte ja weh. Zumindest den Krachmachern, die augenscheinlich sowieso schon Hörprobleme haben.

    Und dann sitzt man da und weiß, dass man niemandem, wirklich niemandem in dieser großen Stadtverwaltung eine Frage zur Lärmproblematik stellen kann. Denn als Antwort bekommt man dann immer die Aussage: Ist doch alles rechtens. Rechnerisch werden nirgendwo irgendwelche Grenzwerte überschritten. Und verpflichtet zu irgendwelchen Kontrollen ist sowieso niemand. Zumindest nicht in einer Stadtverwaltung, die in Sachen Lärm nur mit den Schultern zuckt.

    Deswegen bekommen Sie hier gar keine Geschichte.

    Denken Sie sich selber eine aus.

    Und wenn Sie glauben, der Fassadenreiniger sei jetzt fertig mit seiner Kompressionsarbeit, dann haben Sie sich geirrt.

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    4 KOMMENTARE

    1. Warum machen motorgetriebene Geräte auf Baustellen so viel Krach?
      Ein Stromgenerator bei einer Baustelle wummert den ganzen Tag, dass es hunderte Meter weit zu hören ist. PKWs haben auch viel PS, aber außerdem Schalldämpfer und Umhüllungen und sind vergleichsweise leise. So wie Stromgeneratoren neben der Bühne bei öffentlichen Veranstaltungen, da würde der Krach nämlich stören. Gibt es keine Gesetze und Verordnungen, die dazu zwingen, auch den Krach von Baumaschinen zu begrenzen?

    2. Klassische Musik ist jetzt auch nicht wirklich Partytauglich. Da will man ja eher tanzen und nicht chillen.^^
      Ich persönlich find Schlager ja viel schmerzhafter für meine Ohren als Bässe.^^

    3. Und weil das alles nicht reicht, werden Plätze für „Spontanpartys“ gesucht. Damit es wirklich rund um die Uhr lärmt.
      (Auch Musik ist zunächst einmal Schall, der lediglich durch das subjektive Empfinden als positiv, neutral oder negativ eingeordnet wird.
      „Spontanpartys“ werden erstaunlichwerweise nie mit klassischer Musik „veranstaltet“. Dann würde vermutlich der wummernde Bass fehlen.)

    4. Der ständige Lärm von allen Seiten ist ein wirkliches Problem.
      Gegenüber meiner Arbeitsstelle z.Bsp. kommen alle zwei Wochen Grünpfleger. Natürlich komplett motorisiert. Eine Harke statt eines Laubbläsers würde da schon etwas Abhilfe schaffen.
      Dann könnte man sich auch auf die Arbeit konzentrieren.

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