Die Stadt Leipzig wird sich im Rahmen der Kooperation mit der Universität Leipzig dafür einsetzen, dass die Hochschule einen Gedenkstein zur Mahnung an die NS-Kindereuthanasie einrichtet. Dies hat der Stadtrat einstimmig beschlossen.

Vorausgegangen war ein Antrag des Behindertenbeirats, der mit dem Mahnmal an die Beteiligung von Unimitarbeitern an der Ermordung behinderter Kinder während der NS-Herrschaft erinnern möchte. Zu diesem Zweck hatte der Beirat mehr als zehn Jahre lang mit Vertretern von Kirche und Hochschule über Möglichkeiten der konkreten Umsetzung diskutiert. Die Uni hat sich laut Antrag klar zu dem Vorhaben bekannt.

Ursprünglich war beabsichtigt, dass die Stadt den Gedenkstein selbst errichtet und finanziert. Der Stadtrat folgte jedoch einem Änderungsantrag des Jugenddezernats, wonach dafür die Universität verantwortlich sein soll. Die Stadt erinnere bereits im Friedenspark und auf dem Ostfriedhof an die Kindereuthanasie.

„Das Anliegen des Behindertenbeirates, an zentraler Stelle an die Verstrickung der Universität Leipzig in die NS-Euthanasieverbrechen zu erinnern, würde nicht entsprochen werden, wenn die Stadt Leipzig den Gedenkort schafft“, heißt es weiter zur Begründung. „Ein solcher Gedenkort wird seine Wirkung nur dann entfalten, wenn er von der Universität Leipzig selbst entwickelt, geschaffen und finanziert wird.“

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