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Allein Leipzigs Kulturbetriebe investieren 66 Millionen Euro bis 2020

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    Es braucht seine Zeit, aber da und dort spürt auch der Stadtrat, dass im Kulturdezernat seit dem Frühjahr eine neue Bürgermeisterin schaltet und waltet und auch ein bisschen aufräumt. Oft sind die Dezernate ja schon deshalb eine Blackbox, weil keine Pläne und Zahlen herausgegeben werden. Im Dezember hat Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke jetzt erstmals eine Verwaltungsvorlage zur Investitionsstrategie Kultur (Bau) vorgelegt.

    Auch die Maßnahmen zum Kulturentwicklungsplan der Stadt Leipzig 2016-2020 (KEP) hat sie einmal in Papierform gebracht. „Damit sind seit Amtsantritt von Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke zwei wichtige strategische Papiere im Verfahren“, betont selbst das verblüffte Dezernat. Dabei wurde beides schon seit Jahren gefordert. Eine Bürgerwerkstatt machte nun noch ein bisschen Extra-Druck.

    „Mit beiden Vorlagen können wir verschiedenen Aspekten gerecht werden“, erklärt Dr. Skadi Jennicke. Zum einen würden nun Forderungen aus dem Stadtrat endlich umgesetzt, zum anderen stünden die Investitionsstrategie und der Maßnahmeplan für zwei geeignete Steuerungsinstrumente, in denen Ziele und Vorhaben sowie konkrete Instrumente zur Umsetzung festgeschrieben werden.

    Die Investitionsstrategie Kultur (Bau) basiert auf einem Stadtratsbeschluss im Ergebnis einer Bürgerwerkstatt zur Haushaltsplanung. Die Verwaltung war aufgefordert, die bekannten Investitionsbedarfe im Bereich Kultur für den Zeitraum bis 2025 strategisch zu strukturieren.

    Dr. Skadi Jennicke: „Die seit 1990 in kulturelle Einrichtungen inklusive Fördermitteln investierten rund 380 Millionen Euro stehen für eine besondere Leipziger Erfolgsgeschichte. Darauf aufbauend sind jetzt die Aufgaben für die kommenden Jahre erfasst und entsprechend kategorisiert.“

    Auch das eine Zahl, die bisher so noch nicht kommuniziert wurde. Den Leipzigern ist meist gar nicht bewusst, dass auch Investitionen in die Kultureinrichtungen der Stadt wichtige Zukunftsinvestitionen sind. Ein guter Teil der Leipziger Attraktivität beruht auf der Vielfalt und der Qualität der Kulturangebote, von denen Leipzig den größten Teil vorhält und finanziert.

    Die Investitionsvorlage besteht aus zwei Teilen. Das eine ist die Übersicht jener Einrichtungen, die die Stadt in eigener Regie bauen, sanieren und unterhalten muss.

    So finden sich bei den geplanten Vorhaben beispielsweise die Sanierung der Stadtteilbibliothek Südvorstadt, zahlreiche Brandschutzmaßnahmen oder die Sanierung des Alten Rathauses.

    „Die Vorlage ist ein Gewinn für den Stadtrat, schafft sie doch höchstmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit“, so Jennicke.

    Allein diese Liste aber ist auch ein Erinnerungspaket für die Ratsfraktionen. Denn die meisten dieser Projekte werden immer wieder verschoben, weil dem Kulturdezernat das benötigte Geld fehlt oder weil Einzelprojekte – wie zum Beispiel das Kulturhaus Anker – teurer werden und wichtige Gelder auffressen. Es steht aber auch noch immer die Nordtribüne des ehemaligen Schwimmstadions im Sportforum drin, für die der Stadtrat 2007 beschloss, hier ein neues Sportmuseum zu schaffen.

    Die Fassadensanierung am Alten Rathaus wurde über Jahre immer wieder verschoben. Die Liste zeigt also auch, wie sich die ewige Finanzklemme der Stadt speziell im Kulturressort auswirkt. Das Heinrich-Budde-Haus steht genauso auf der Warteliste wie die Alte Handelsbörse, das Band-Haus in der Saarländer Straße oder die Halle 5 im Werk II. Auf den Weg gebracht ist mittlerweile die Unterbringung des Naturkundemuseums in der alten Spinnerei.

    Vorrang über all die Jahre hatten freilich stets die Eigenbetriebe, die als Touristenmagneten besondere Aufmerksamkeit genießen.

    Seit Jahren werden sie immer wieder in Etappen saniert. Mit der zweiten Liste haben die Ratsfraktionen jetzt eine finanzielle Übersicht, was diese großen Einrichtungen bis 2020 schon geplant haben zu investieren. Das ist nicht wenig.

    Das Gewandhaus plant mit 6,28 Millionen Euro. Teuerster Teil ist dabei die Erneuerung des Hubbodens im Großen Saal für 3 Millionen Euro.

    Das Schauspielhaus kommt mit 4,6 Millionen Euro etwas  preiswerter über die Runden. Darin stecken auch 1,4 Millionen Euro für die neue Spielstätte in der ehemaligen Diskothek Schauhaus.

    Oper und Musikalische Komödie sind in den nächsten vier Jahren Investitionsschwerpunkt. Hier ist der Einsatz von rund 22 Millionen Euro geplant. Ein großer Brocken sind zum Beispiel die 3 Millionen Euro für den Saalausbau in der Musikalischen Komödie.

    Das Theater der Jungen Welt plant mit 2,2 Millionen Euro, darin stecken auch 650.000 Euro zum Ankauf des Gebäudes Odermannstraße 1, um mehr Raum für Maske und Garderobe zu bekommen.

    Die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ wird mit 1,12 Millionen Euro beziffert.

    Der Leipziger Zoo hat ja schon berichtet über seine weiteren Pläne und die Streckung des Programms „Zoo der Zukunft“, was aber allein bis 2020 trotzdem knapp 30 Millionen Euro bedeutet, die vor allem für die fehlenden Projekte im „Zoo der Zukunft“ eingesetzt werden. Der Stadtrat hat dem ja auch schon zugestimmt.

    Macht rund 66 Millionen Euro, die allein Leipzigs Kultureigenbetriebe in den nächsten vier Jahren investieren wollen – und müssen.

    Die Investitionsvorlage zu Projekten in Regie des Kulturdezernats.

    Die Investitionspläne der Eigenbetriebe Kultur.

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    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/11/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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