Sie werden noch ewig nicht in Leipziger Flüssen bedenkenlos baden können

Für alle LeserNoch in den 1920er Jahren badeten die Leipziger im gerade frisch gebauten Elsterbecken. Zuvor gab es jahrzehntelang Flussbadeanstalten an der Parthe, der Pleiße und dem Pleißemühlgraben. Doch in den 1930er Jahren endete der Spaß, weil sich die Flüsse in schaumgekrönte Kloaken der Industrie verwandelten. Wann kann man endlich wieder in Leipziger Flüssen baden? Das war eigentlich die hoffnungsvolle Frage hinter einer Einwohneranfrage zum Stand der Dinge.
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Gefragt hatten Friedemann Goerl und Corina Vierkorn, die berechtigterweise feststellten: „Vom Ende des 18. bis ins 20. Jahrhundert existierten in Leipzig und in den eingemeindeten Vororten insgesamt mehr als 25 Flussbäder. Bereits 1784 gab es eine Leipziger Badeordnung, welche als offizieller Beginn der Flussbäder in unserer Stadt angesehen werden kann.

Im 19. Jahrhundert entstanden Flussbadeanstalten, welche sogar Schwimmer- und Nichtschwimmerbereiche, Sprungtürme und Umkleideräume aufwiesen. Der bauliche Eingriff in die Flussläufe sowie die zunehmende Industrialisierung Leipzigs und die damit einhergehende Verschmutzung der Flüsse bedeuteten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts jedoch das Aus der Leipziger Flussbäder.“

Eigentlich hätte man – wenn Deutschland die Anforderungen der EU zur Wasserrahmenrichtlinie wirklich ernst genommen hätte – ab 2016 wieder in den Leipziger Flüssen baden können – jedenfalls was die Wasserqualität betrifft.

Doch selbst 30 Jahre nach Ende der schlimmsten Verschmutzung mit Industrieabwässern kommen die Leipziger Flüsse über die Noten 4 und 5 nicht hinaus. Gefordert aber war bis 2016 ein guter Zustand: Note 2.

„Die Wasserqualität vieler deutscher Flüsse hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert, sodass mittlerweile selbst in einigen Großstädten wieder gebadet werden kann (siehe z. B. München, Berlin und Basel)“, stellten Friedemann Goerl und Corina Vierkorn fest. „Aus diesen Gründen stellt sich folgende Frage: Wie ist es um die Wasserqualität der Flüsse im Leipziger Stadtgebiet bestellt?“

Das Erstaunliche ist: Darauf geht das antwortende Amt für Umweltschutz gar nicht ein. Sonst müsste es ja hier von lauter schlechten Noten berichten, auch wenn die nur zum Teil auf das Konto der Stadt Leipzig gehen. Man kann sich streiten darüber, zu welchem Teil. In diesem Fall ist es halt so: Viele Beteiligte haben ihren Anteil, angefangen natürlich bei einem Leipziger Kanalsystem, das bei Starkregenereignissen nach wie vor überfordert ist, sodass erhebliche Mengen ungeklärter Abwässer eben doch wieder in die Weiße Elster gelangen, bis zu den Kanalbauwerken der 1920er und 1930er Jahre – und kanalisierte Flüsse haben natürlich kein Reinigungspotenzial mehr.

Dazu braucht es Mäander, Inseln, Schilfbewuchs und auch gesunde Unterwasservegetation. Gesunde Flüsse können sich zu einem gewissen Teil selbst reinigen. Doch genau diese „Störstellen“ werden von den Wasserverantwortlichen in und um Leipzig immer wieder beseitigt.

Die Pleiße ist nach wie vor durch die eisenhaltigen Tagebausedimente belastet, die sie regelmäßig Ockergelb färben.

Ansonsten fließen eigentlich keine ungereinigten Industrieabwässer mehr in die Flüsse. Die Industrie ist es also nicht mehr, die für krankmachende Gewässer sorgt. Dafür ist es inzwischen die industrialisierte Landwirtschaft, deren massive Düngerüberschüsse ungehindert in die Flüsse fließen und sie eigentlich in Nitratbrühen verwandeln, angereichert noch mit diversen Umweltgiften und – aus den kommunalen Kläranlagen – auch noch diversen Medikamentenrückständen und Mikroplastik. Da möchte man wirklich nicht drin baden.

Entsprechend deutlich fällt dann auch die Antwort des Amtes für Umweltschutz aus auf die Frage „An welchen Stellen lässt die Wasserqualität ein gesundheitlich unbedenkliches Baden zu?“

„Da es sich bei den Leipziger Fließgewässern nicht um offizielle Badegewässer handelt, wird auch die Badewasserqualität im Hinblick auf hygienische Parameter nicht durch das Gesundheitsamt überwacht (EU-Badegewässerrichtlinie)“, stellt das Amt fest, das durchaus mehr Druck ausüben könnte, damit im Leipziger Gewässerknoten die EU-Wasserrahmenrichtlinie endlich eingehalten wird.

Nur dummerweise ist es dem Umweltdezernat untergeordnet, das mit aller Hartnäckigkeit die Umsetzung eines Wassertouristischen Nutzungskonzepts (WTNK) vorantreibt, das den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie völlig konträr läuft und die Herstellung natürlicher Flussläufe regelrecht verhindert.

„Das Baden stellt gemäß Sächsischem Wassergesetz zwar einen Gemeingebrauch dar, d. h. jedermann kann die Gewässer zum Baden ohne gesonderte behördliche Gestattung benutzen. Jedoch erfolgt dies auf eigene Gefahr. Nicht selten geht in Fließgewässern von Wasserstandsschwankungen, Strömungen und Stromschnellen sowie Gegenständen am Gewässergrund eine Gefahr aus“, so das Amt für Umweltschutz.

„Tatsächlich hat sich in den letzten Jahrzehnten die Wasserqualität der Fließgewässer deutlich erhöht. Vor allem im abwassertechnischen Bereich fanden umfangreiche Verbesserungen statt. Häusliche Abwässer werden in Kläranlagen gereinigt, gewerbliche Abwässer werden vorbehandelt. Aber selbst heute noch sind die Rückstände aus der industriellen Vergangenheit im Sediment, dem ,Gedächtnis‘ des Gewässers, messbar.

Unabhängig davon kommen den Fließgewässern auch gewisse Funktionen zu. So muss das Wasser ordnungsgemäß abfließen können, Gewässerbenutzungen (Entnahmen und Einleitungen) müssen ermöglicht werden und natürlich ist auch der Hochwasserschutz zu beachten. Im Fazit gibt es also eine Vielzahl von Gründen, die einem sicheren Baden in den Fließgewässern entgegenstehen. Das Baden wird deshalb dort auch nicht empfohlen.“

Sieht hübsch aus, ist aber ökologisch eine Katastrophe: das Elsterflutbett. Foto: Ralf Julke

Sieht hübsch aus, ist aber ökologisch eine Katastrophe: das Elsterflutbett. Foto: Ralf Julke

Das dürfte die beiden Fragenden freuen, denn hier sind alle Ausreden, das Gewässernetz nicht zu renaturieren, gebündelt aufgezählt. Nichts hat weniger mit der Wasserrahmenrichtlinie zu tun als die Behauptung, Wasser müsse „ordnungsgemäß abfließen können“. Genau das bringt die ingenieurtechnische Allmachtsphilosophie auf den Punkt: Man möchte Wasser kanalisieren und kontrollieren, was die Herstellung natürlicher, sich selbst reinigender Flüsse verhindert. Ordnung muss sein.

„Anders ist es beim Cospudener, Markkleeberger und Kulkwitzer See sowie den südöstlich Leipzigs gelegenen Seen Albrechtshain, Ammelshain und Naunhof. Hier wird die Badewasserqualität regelmäßig durch das zuständige Gesundheitsamt nachgewiesen (EU-Badegewässer). Gesundheitsrisiken können rechtzeitig erkannt und minimiert werden“, betont das Amt noch.

Was aber nichts mit den kanalisierten Leipziger Flussläufen zu tun hat.

„Wenn die Wasserqualität als nicht ausreichend eingestuft wird, gibt es Bestrebungen diese in absehbarer Zeit zu verbessern, sodass in Leipziger Flüssen wieder gebadet werden kann?“, fragten Friedemann Goerl und Corina Vierkorn noch. Und: „Welche Maßnahmen müssten ergriffen werden, damit das Baden an geeigneten Stellen in Leipziger Flüssen wieder zum Alltag in einer lebenswerten Großstadt gehört?“

„An der Verbesserung der Wasserbeschaffenheit der Leipziger Gewässer wird kontinuierlich gearbeitet“, meint dazu das Amt für Umweltschutz. „So werden beispielsweise Maßnahmen zur Rückhaltung von Niederschlägen umgesetzt, um die Stoffeinträge infolge von Starkregenereignissen zu mindern. Auch an den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie, einen guten ökologischen und chemischen Zustand in allen Gewässern zu erreichen, wird kontinuierlich gearbeitet.“

Und man weiß im Amt für Umweltschutz genau, was schon lange vor 2016 hätte passieren müssen, um zu einer guten Wasserqualität in den Flüssen zu kommen. Übrigens nicht nur in Leipzig. Denn die Nitrateinträge in der Parthe stammen allesamt aus dem Leipziger Umland. Und die Düngerlasten in der Weißen Elster sind schon in ihrem Thüringer Teil nachweisbar. Da hätten zwei tiefzerstrittene Landesregierungen über ihren Schatten springen und das Projekt „Saubere Weiße Elster“ gemeinsam anpacken müssen. Aber das bekommen mitteldeutsche Landesregierungen bis heute nicht hin.

„Der Handlungsbedarf liegt hier vor allem in der Form und Gestalt (Morphologie) der Gewässer. Denn es fehlt den Gewässerorganismen vor allem an Lebensräumen, die eine hohe Artenvielfalt und damit ,stressresistente‘ Ökosysteme ermöglichen“, meint das Amt für Umweltschutz.

„Dennoch kann aus den oben genannten Gründen und den Funktionen der Fließgewässer auch zukünftig kein gesundheitlich unbedenkliches Baden in den Fließgewässern in Aussicht gestellt werden. Insofern sind auch keine Badestellen oder gar Flussbadeanstalten geplant. Für den unbeschwerten ,Sprung ins kühle Nass‘ werden die offiziell ausgewiesenen Badegewässer, wie der Cospudener, Markkleeberger und Kulkwitzer See sowie die südöstlich Leipzigs gelegenen Seen Albrechtshain, Ammelshain und Naunhof oder auch die Freibäder empfohlen.“

Aber darum ging es den beiden Fragenden überhaupt nicht. Denn das Anliegen der EU-Wasserrahmenrichtlinie war eindeutig, dass alle europäischen Gewässer bis 2016 in einen guten ökologischen Zustand zurückkommen. Was sie dann auch wieder zu Lebensräumen der hier einst heimischen Arten gemacht hätte, von denen etliche ganz natürliche „Wasserreiniger“ sind.

Zumindest, was natürliche Schwebstoffe betrifft. Mit Pflanzenschutzmitteln, Plastikteilchen und Medikamenten kommen sie natürlich nicht zurecht, im Gegenteil: Diese zerstören sowohl die Wasserpflanzen als auch die diversen Flussbewohner von Fischen bis Krebsen.

Eigentlich ein einziges Trauerspiel an organisierter Verantwortungslosigkeit. Das eben in der geradezu peinlichen Aussage mündet, dass „auch zukünftig kein gesundheitlich unbedenkliches Baden in den Fließgewässern in Aussicht gestellt werden“ kann. Und das aus einem Amt, das eigentlich dafür verantwortlich ist, genau das zu bewerkstelligen. Chapeau.

Auch Westsachsen fällt weiter durch nitratbelastetes Grundwasser und hypertrophierte Flüsse auf

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