Warum Straßenbenennungen nichts mit Stadtgedächtnis zu tun haben, aber jede Menge mit politischer Raumbesetzung

Für alle LeserEs war eigentlich ein Geniestreich, der Thomas Kumbernuß (Die PARTEI) mit seinem Antrag gelang, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umbenennen zu lassen. Danach mobilisierten ja bekanntlich die Arndt-Verfechter ihre Truppen und drängten den Stadtrat, die Umbenennung abzublasen. Mit den falschen Argumenten. Wie üblich. Als wenn es um Arndt gegangen wäre.
Anzeige

Um den ging es auch 1870 nicht, als die Straße ihren Namen verpasst bekam. Und um den ging es auch nicht beim Getrommel gegen die Umbenennung. Warum es darum nicht ging, merkt man erst, wenn man ein paar Schritte beiseite geht und sich nicht mehr als Teil einer Kampagne sieht. Sondern den Kampagneros zuschaut und das Gefühl zulässt, das einen dabei beschleicht.

Darüber schrieb zum Beispiel Italo Calvino 1980 in einem Aufsatz, in dem er sich mit der „lesbaren Stadt“ beschäftigte, ein damals frisch aktuelles Thema, weil die Graffiti-Kunst aus den New Yorker U-Bahn-Schächten gerade nach Europa schwappte. Die Spraydose machte es möglich. Auch Italiens Städte wurden binnen kürzester Zeit übersät mit Tags und Botschaften – auch den extremsten. Politische Hammerschläge auf der Wand, die Calvino gerade deshalb verstörten, weil er nun überall mit politischen Slogans bombardiert wurde. Aufdringlich, laut, schreiend und rücksichtslos.

Was natürlich das Nachdenken darüber anregte, wer eigentlich die Stadt mit Inschriften übersäen darf und was das eigentlich bedeutet. Nur Orientierung? Oder Okkupation, ein Zeichen von Macht und Raumbesetzung?

Und das gilt eben nicht nur für wilde Graffiti, sondern für alle öffentlichen Auf- und Inschriften, für Straßenschilder, Werbeschilder, Namen an Gebäuden, Leuchtschriften, Verbotsschilder usw.

Und die Leipziger Ratsmitglieder von 1870 dachten genauso. Die mehr oder weniger patriotischen Herren, nach denen sie die Straßen im neu entstehenden Südquartier benannten, erzählten nicht von irgendwelchen Wünschen der künftigen Anwohner, diese Herren besonders gewürdigt zu sehen, sondern waren eine Zeichensetzung des stockkonservativen Leipziger Rates. Es sind immer die Benenner, die sich selbst ehren oder aufwerten mit solchen Benennungen, nie die Benannten.

Was man in Leipzig eigentlich mal wusste – 1990 zum Beispiel, als man die ganzen „sozialistischen“ Würdigungen aus dem Straßenverzeichnis tilgte.

Wer die Macht hat, den öffentlichen Raum lesbar mit seinen Botschaften zu besetzen, demonstriert Dominanz.

Graffiti in Connewitz. Archivfoto: Ralf Julke

Graffiti in Connewitz. Archivfoto: Ralf Julke

Was Thomas Kumbernuß auslöste, war natürlich genau so ein Kampf – nun völlig unverhüllt – um Dominanz im Leipziger Raum. Da unterscheiden sich die Parteien nicht die Bohne von all den nächtlichen Sprayern, die ihre Territorien mit Tags markieren.

Das frischeste Beispiel, von der sächsischen FDP-Spitze just am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, verschickt:

„FDP Sachsen: Flughafen Leipzig/Halle in Hans-Dietrich Genscher-Flughafen umbenennen

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit fordert die FDP Sachsen die Staatsregierung auf, sich für die Benennung des Flughafen in ,Hans-Dietrich Genscher- Flughafen‘ einzusetzen.

Dazu erklärt der Landesvorsitzende Frank Müller-Rosentritt MdB: ,Hans-Dietrich Genscher war einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Deutschen Geschichte und Wegbereiter der Deutschen Einheit. Als Botschafter freiheitlicher Werte war er weltweit per Flugzeug unterwegs. Er steht für Völkerverständigung, Frieden und unsere europäischen Werte.

Hans-Dietrich Genscher kommt aus Mitteldeutschland. Er ist in Halle geboren, hat in Leipzig studiert. Es ist daher nur folgerichtig, ähnlich der deutschen Flughäfen, die u. a. nach Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Franz Josef Strauß benannt wurden, den Flughafen Leipzig/Halle nach ihm zu benennen.‘“

Da klingt auch ein wenig der Neid an, dass andere Parteien ihre Schwergewichte schon mit einer Flughafenbenennungen würdigen durften, nur die kleine FDP nicht.

Aber es geht noch verrückter.

"No Cops" und "ACAB"-Graffiti am Streetballplatz Connewitzer Kreuz. Foto: L-IZ.de

Dominanz und Lesbarkeiten in der Stadt Leipzig: „No Cops“ und „ACAB“-Graffiti am Streetballplatz Connewitzer Kreuz. Foto: L-IZ.de

Nein, nicht in Connewitz. Im Stadtrat. Seit ein paar Jahren versucht dort die CDU-Fraktion, ihr Zeichen im öffentlichen Raum dauerhaft zu setzen – sie möchte Helmut Kohl, den „Kanzler der Einheit“ – mit einer Platzbenennung verewigt sehen. Am liebsten direkt vor der Neuen Messe. Kaum hatte die Verwaltung im Juni ihre neue Vorschlagsliste für Straßenbe- und -umbenennungen vorgelegt, warf die CDU-Fraktion wieder ihren alten Wunsch auf den Tisch: „Der Platz vor der Neuen Messe wird folgendermaßen benannt: Helmut-Kohl-Platz.“

Auf den dann, wie wir berichteten, die AfD-Fraktion mit ihrem burschikosen Antrag reagierte, den Platz nicht nach Helmut, sondern nach Hannelore zu benennen, seiner Frau, die ja nun wirklich ein Kind aus Leipzig war.

Worauf ja dann die CDU-Fraktion wieder reagierte und nun ihrerseits vorschlug: „Die Platzfläche zwischen Ehrensteinstraße, Frickestraße, Trufanowstraße und Richterstraße wird folgendermaßen benannt: Hannelore-Kohl-Platz.“

Denn für Helmut Kohl war die Fläche schon mal vorgesehen. Aber aus Sicht der CDU ist sie schlicht nicht repräsentativ genug. Aber Hannelore wohnte ja in ihrer Kindheit ganz in der Nähe, in der heutigen Trufanowstraße.

Wer hier also noch meint, die Anwohner würden bei solchen Benennungen irgendwann mal befragt, der darf jetzt wach werden. Sie werden niemals befragt. Es sind ihre politischen Standartenträger, die in ihren Gremien darum kämpfen, Plätze und Straßen nach ihren Lichtgestalten benennen zu dürfen. Deswegen bildet das Leipziger Straßenverzeichnis auch kein Stadtgedächtnis, wie es die Verwaltung so schön umschrieb. Es bildet eine politische Landkarte, auf der politische Akteure versuchen, ihre Farben und Inschriften zu hinterlassen. Genauso wie einst die Kaiser in Rom.

Aber das war noch nicht die letzte Volte. Denn auch die Stadtverwaltung spielt ihre kleinen Machtspielchen. Sie legte jetzt die inzwischen vierte Neufassung der geplanten Straßenbenennungen vor. Und zeigte sich gerade in Punkten stur, an denen sie Ärger im Stadtrat geradezu provoziert.

Dazu gehören die Straßenbenennungen Huchstraße und Feuchtwangerstraße in Plaußig-Portitz. Die Stadt beharrt darauf, hier einfach die Vornamen wegzulassen, weil das so üblich sei in Leipzig. Obwohl mit der Huchstraße endlich mal wieder eine verdienstvolle Frau gewürdigt wird, was aber erst durch den Vornamen auch für alle sichtbar wird, die von Ricarda Huch noch nie etwas gehört haben.

Und Feuchtwangerstraße hört sich genauso stillos an, wenn sie eigentlich Lion-Feuchtwanger-Straße heißen könnte. Die Linksfraktion hatte hier als Änderung eine Marta-Feuchtwanger-Straße gefordert, weil Lion ohne die Unterstützung seiner Frau nie sein lesenswertes Werk geschaffen hätte.

Und Ärger wird es auch mit dem Beharren der Verwaltung darauf geben, die Straßen auf der Westseite des Hauptbahnhofs kunterbunt durcheinander zu benennen: „Am Alten Zollamt, Thüringer Linie, Preußenseite, Annemarie-Renger-Straße“.

Dass Annemarie Renger hier mit hineingequetscht wurde, hatte die SPD-Fraktion schon heftig kritisiert, scheint dabei aber auf Beton gebissen zu haben.

„Die in der Vorlage vorgeschlagenen Straßenbenennungen im o.g. Bereich machen einen schlechten Kompromiss offensichtlich“, stellte die SPD-Fraktion fest.

Und weiter: „Die in Leipzig geborene Politikerin Annemarie Renger, die zudem die erste Bundestagspräsidentin in der deutschen Geschichte war, steht seit Ende 2008 im Namenspool der Stadtverwaltung und es ist bisher nicht gelungen, ihr eine Straße zu widmen. Auch der jetzige Versuch, der eigentlich nur verdeutlicht, dass die Stadtverwaltung die Arbeit der mit Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern besetzten AG Straßenbenennungen nicht ernst zu nehmen scheint, wenn statt des Vorgehens, auf das sich die AG Ende letzten Jahres verständigt hatte, hier doch eher auf die Bedürfnisse des Investors eingegangen wird, der sich mit nach Politikern benannten Straßen nicht so richtig wohlzufühlen scheint. Vor diesem Hintergrund halten wir die vorgeschlagenen Straßennamen bzw. deren Mischung und das damit verbundene Dazwischenschieben des Andenkens an Annemarie Renger für nicht optimal und halten eine weitere Beratung in der AG Straßenbenennungen für zwingend erforderlich.“

Vielmehr, so die SPD abschließend, könnten „im Bereich um den Hauptbahnhof, wo neue Straßen entstehen, insbesondere bedeutende Politiker geehrt werden (…), denn mit Willy Brandt und Kurt Schumacher oder auch Rosa Luxemburg und anderen ist im Umfeld des Hauptbahnhofes hier bereits ein Anfang gemacht worden.“

Was aber tun, wenn die Veraltung das nicht einsieht?

Also dachte sich die SPD-Fraktion wohl: Was die CDU-Fraktion kann, können wir schon lange. Und so gibt es den nächsten Änderungsantrag: „Im Zuge der Neubenennung von Straßen im Stadtbezirks Mitte/Zentrum-Ost wird die vorgesehene Benennung Thüringer Linie durch Helmut-Schmidt-Straße ersetzt.“

Da ist Annemarie Renger nicht ganz so allein. Aber mit dem von der Verwaltung beschworenen Stadtgedächtnis hat all dies nichts mehr zu tun. Aber jede Menge mit dem scheinbar tiefsitzenden menschlichen Bedürfnis, öffentliche Räume im eigenen Interesse quasi zu besetzen. Ein politisches Kräftemessen darum, wer möglichst viel Raum mit „seinen Leuten“ zu besetzen vermag.

Dafür ist das Benennungspaket für die Straßen in der künftigen Parkstadt Dösen jetzt erst einmal aus der Beschlussfassung genommen. Darüber soll später mal befunden werden. Aber am 7. Oktober, wenn das jetzige Paket zur Abstimmung in der Ratsversammlung steht, dürfte es durchaus wieder spannend werden, wie darüber diskutiert und abgestimmt wird.

Der Stadtrat tagt: Keine Umbenennung der Arndtstraße + Video

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

Straßenumbennung
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Verkehrsdezernat will 2021 die Beobachtungsergebnisse zu den Pollern in der Richard-Lehmann-Straße vorlegen
Abgepollerter Radweg vor der Post in der Richard-Lehmann-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir können ja das Bild vom brutal umgefahrenen Poller vom Neumarkt hier wieder einblenden – was wir auch machen. Denn in der Regel räumt Leipzig die mit Auto-PS niedergewalzten Poller meist relativ schnell wieder weg, sodass die meisten Leipziger gar nicht merken, mit welcher Rücksichtslosigkeit einige Autobesitzer alles niederwalzen, was sie in ihrem Besitzanspruch eingrenzt. So geht es auch den eher niedlichen Pollern in der Richard-Lehmann-Straße.
Ein Brief an den Bundeswirtschaftsminister: Wir brauchen fairen Wettbewerb, keine neuen Oligopole
Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Brief wandten sich am Freitag, 23. Oktober, die Geschäftsführer mehrerer deutscher Stadtwerke an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, in dem sie die Unterstützung der Bundesregierung für die die beiden Energiekonzerne e.on und RWE im Kartellverfahren vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) kritisieren. Auch die Leipziger Stadtwerke sind dabei. Auch sie wären betroffen.
NABU Sachsen: Der Straßenbau im Naturschutzgebiet „Röderauwald Zabeltitz“ bei Meißen war illegal
Illegal gebaute Straße durch die Röderaue. Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Für alle LeserSächsische Behörden ticken noch immer wie im 20. Jahrhundert. Und nicht nur die in Sachsen. Man muss ja nur in den Dannenröder Forst schauen, wo Umweltaktivisten verzweifelt versuchen, den Bau der A49 mitten durch das Waldgebiet zu verhindern. Doch selbst in Zeiten, wo unsere Wälder akut vom Klimawandel gestresst sind, planen Behörden noch immer rücksichtslos drauflos und ignorieren die Einsprüche der Umweltverbände. Ein Beispiel aus Meißen bringt jetzt den NABU Sachsen auf die Palme.
Darwins Notizbuch: Das Leben und Forschen von Charles Darwin in Bildern, Zitaten und kurzweiligen Texten
Jonathan Clements: Darwins Notizbuch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHätte Jonathan Clements dieses Buch erst 2019 geschrieben, hätte er einige Akzente garantiert anders gesetzt – weniger über die heutigen selbst ernannten „Kritiker“ Darwins geschrieben, dafür mehr über Darwins erstaunlich aktuelle Warnungen zum Aussterben von Arten. Aber 2009 war so ein Jahr, da waren die Kreationisten und ähnliche Meinungsmacher ziemlich laut. Und Darwins 200. Geburtstag war mal wieder von schrillen Beiklängen begleitet.
Theater und Film: SRBENKA und die langen Schatten des Kroatienkrieges
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Im MIttelpunkt des kroatischen Filmes SRBENKA stehen die Proben zum Stück „Alexandra Zec“ (2014) des Theaterregisseurs Oliver Frljić, der wie kein anderer Theaterschaffender in Kroatien polarisiert. Es geht um die Ermordung eines zwölfjährigen serbischen Mädchens und ihrer Familie 1991 in Zagreb. Schnell gefunden, wurden die Täter nie verurteilt.
Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (7): Streit um das Erbe der DDR nach 1990
© gemeinfrei

© gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelHaben Sie schon mal den Namen Ireneo Funes gehört? Nein? Er ist der Protagonist in „Das unerbittliche Gedächtnis“, einer Erzählung des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges von 1942. In der Geschichte verliert jener Funes, ein 19-jähriger Dörfler, nach einem Sturz seine Fähigkeit zum Vergessen. Jeden fremdsprachigen Text, jede Beobachtung aus seinem Alltag, jedes Gesicht kann der gelähmte Gaucho nun bis ins Detail aus seinem Gedächtnis abrufen. Es geht nicht lange gut. Mit gerade einmal Anfang 20 ereilt den armen jungen Mann der einsame Tod.
Dienstag, der 27. Oktober 2020: Leipzig verschärft die Corona-Regeln deutlich
Oberbürgermeister Burkhard Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBis vor einigen Tagen war Leipzig stets im „grünen Bereich“ unterhalb eines Inzidenzwertes von 20. Doch dann hat die Stadt schnell die 35er-Marke geknackt. Als Konsequenz hat die Verwaltung heute deutliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angekündigt. Außerdem: Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsident/-innen könnten morgen einen Lockdown beschließen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 27. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Neue Tanzproduktion „Schule des Wetters: Schnee“ feiert am 4. November Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Das Theater der Jungen Welt feiert im November die zweite Tanz-Premieren dieser Spielzeit: „SCHULE DES WETTERS: SCHNEE“. Sehnsucht nach weißen Weihnachten? Das TDJW holt die „weiße Pracht“ ins Haus und macht einen winterlichen Winter möglich: ob leichter Schneefall oder wildes Flockengestöber – das Ensemble wird mit dem Publikum eine frostig-schöne Allianz eingehen.
„Ich mache das, weil ich den Fußball liebe!“: Das große LZ-Interview mit Almedin Civa, Trainer des 1. FC Lok Leipzig
Almedin Civa löste im Sommer Wolfgang Wolf als Trainer des 1. FC Lok ab. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelObwohl Almedin Civa erst seit dem 1. Juli Trainer des 1. FC Lok ist, hat er der 1. Mannschaft schon eine klare Handschrift gegeben. Die Vorbereitung war mit drei Wochen kurz, die Ausgangslage nach dem verpassten Aufstieg schwer. Dennoch befindet sich Lok im oberen Tabellen-Mittelfeld und Spieler und Verantwortliche sind mit der Verpflichtung Civas sehr zufrieden. Der gebürtige Bosnier spricht im ersten großen Interview in der LZ allerdings nicht nur über Lok, sondern auch über seine Heimat, Krieg und die Scheinheiligkeit der Champions League.
Ein kleines, großes Zeichen aus dem Leipziger Stadtrat: Sieben Stadträt/-innen beantragen die Aussetzung der Erhöhung der Aufwandsentschädigung
Der Stadtrat tagt im Neuen Rathaus. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserCorona geht an die Substanz. Auch an die Substanz eines städtischen Haushalts. Mit einem 57-Millionen-Euro-Defizit rechnet Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew in diesem Jahr. In den nächsten beiden Jahren könnten 153 Millionen und 130 Millionen Euro fehlen. Jetzt schlagen mehrere Stadträt/-innen aus mehreren Fraktionen vor, die Aufwandsentschädigungen für ihre Arbeit in den nächsten zwei Jahren nicht zu erhöhen.
Finissage am Sonntag: „Andere Ansichten“ – Malerei & Skulptur
© Gerlinde Oppermann

© Gerlinde Oppermann

Am Sonntagnachmittag geht diese schöne Ausstellung zu Ende. Doch Sie haben noch die Möglichkeit an diesem Tag die Werke in der art Kapella zu erleben. Kommen Sie mit dem Kurator Axel Görig ins Gespräch und das selbstverständlich mit dem nötigen räumlichen Abstand.
AWO Sachsen schlägt Alarm: Eine Kürzung in den Schuldnerberatungsstellen wäre jetzt unverantwortlich
Ein kleines bisschen Geld. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs kam gar nicht gut an, als mit den beginnenden Haushaltsverhandlungen in der Regierungskoalition auf einmal Forderungen zu Kürzungen im Sozialbereich aufkamen. Das würde zum Beispiel auch die Finanzierung der 15 Schuldnerberatungsstellen der AWO betreffen. Und das in einer Zeit, wo – coronabedingt – deutlich mehr Sachsen in Einkommensprobleme und Finanzierungsschwierigkeiten rutschen. Menschen, für die niemand streikt. Machtlose Menschen.
Wie geht es jetzt weiter im Gebiet zwischen Volkmarsdorf und Bahngelände?
Das Gebiet der Schulze-Delitzsch-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie weiter im Norden des Leipziger Ostens? In jenem Gebiet, das noch heute von seiner engen Verbindung mit der Bahn und dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs berichtet, das heute aber eher aussieht wie ein Fransenteppich mit Löchern. Auch hier könnte doch endlich eine ordentliche Bauleitplanung dafür sorgen, dass dieses Gebiet zu einem lebendigen Teil der Stadt wird, beantragte die Grünen-Fraktion im Juni. Jetzt bekommen die Grünen Schützenhilfe von der CDU-Fraktion, auch wenn alles ein bisschen komplizierter ist.
NABU Sachsen kritisiert: Der Europäische Green Deal droht zur Bruchlandung zu werden
Rapsfeld bei Leipzig. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWie viele Entscheidungen gab es eigentlich in der letzten Zeit, bei denen die politischen Gremien endlich verantwortungsvoll auf Klimakrise und Artensterben hätten reagieren können? Und jedes Mal geriet das Ganze zur Farce, setzen sich die alten, finanzstarken Lobbygruppen durch. So auch bei der Abstimmung zur EU-Agrarpolitik, die auch die nächsten Jahre den Löwenanteil der GAP-Gelder in eine klimazerstörende Landwirtschaftspraxis fließen lässt. Der NABU Sachsen ist entsetzt.
Szenenmacher: Wie sehr sich Regie und Schauspiel seit Wagners Tod tatsächlich verändert haben
Katharina Wagner, Holger von Berg, Marie Luise Maintz (Hrsg.): Szenenmacher. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZum Glück bin ich kein Wagnerianer. Ich muss den großen „Meister“ nicht verteidigen. Ich muss auch nicht Meister zu ihm sagen. Und ich muss auch keine Partei ergreifen im Streit um Neu-Bayreuth oder gar die Unantastbarkeit von des „Meisters“ Werk. Obwohl: Jetzt, da ich diesen neuen Band zum „Diskurs Bayreuth“ gelesen habe, darf ich.