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Grüne beantragen ein richtiges Stadtplatz-Programm für die aufgeheizte Stadt im Klimawandel

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    Das Corona-Jahr hat im Grunde gezeigt, wie dringend eine Stadt wie Leipzig öffentliche Plätze braucht, auf denen die unter Ausgangsbeschränkung gesetzten Stadtbewohner einfach mal frische Luft schnappen können, ohne sich auf die Pelle rücken zu müssen. Und auch wenn der Klimawandel die Stadt immer weiter aufheizt, braucht die Stadt mehr Plätze mit Aufenthaltsqualität. Das beantragen jetzt die Grünen.

    Womit ein neues Thema in die Debatte um die Leipziger Klimaanpassung kommt, das bei den Planern der Stadt jedenfalls noch nicht auf dem Tisch liegt: „Ein Stadtplatzprogramm für mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum“.Das haben die Grünen in einen ihrer Änderungsanträge zum Entwurf des Doppelhaushaltes 2021/22 gepackt. Zusätzlich natürlich zu allem, was die Verwaltung selbst schon geplant hat. Möglicherweise auch zusätzlich zum verfügbaren Geld. Aber der Klimawandel pausiert ja nicht einfach mal zwei Jahre, weil Städte wie Leipzig mit den finanziellen Folgen eines mehr oder weniger dilettantisch gehandhabten Pandemie-Managements zu kämpfen haben.

    Im Gegenteil: Drei Hitzesommer hintereinander haben gezeigt, dass die Stadt in keiner Weise vorbereitet ist auf dauerhaft erhöhte Temperaturen in den Straßen und Wohnungen.

    Und so formulieren die Grünen ihren Anspruch: „Die Fraktion setzt sich auch weiterhin dafür ein, dass der öffentliche Raum weiter qualifiziert wird, um mehr Begrünungen, Aufenthaltsqualität und Begegnungen für Menschen und Nachbarn zu ermöglichen. Dazu gehören für uns insbesondere die bereits bestehenden Stadtplätze wie der Adler, Nordplatz, Ostplatz, Südplatz, Westplatz, der Bayerische Platz, der Stadtplatz Krystallpalast (Krystallpalast-Areal), der südliche Johannisplatz (Veränderungssperre wirkungslos), der Friedrich-List-Platz (B-Plan) u. a.“

    Wobei ja der Nordplatz zeigt, wie ein klassisch gestalteter Stadtplatz seine Grün-Funktion sichtbar wahrnimmt, ein völlig verkorkster Adler oder Westplatz davon aber nichts zu bieten hat. Und auch die geplanten Umbauten der Riesenkreuzung am Adler lassen bislang keine Verbesserung erwarten.

    „Wir wollen eine Aufwertung dieser Stadtplätze unter Berücksichtigung der Mobilitätsströme erreichen und dass die Plätze durch Begrünung, Sitzmöglichkeiten, Spielgeräte, Beete, Trinkwasserbrunnen u. a. wieder zu Visitenkarten des Quartiers werden und zur Belebung des öffentlichen Raums und vielfältigen Nutzung durch Menschen beitragen“, erklären die Grünen.

    „Wir gehen davon aus, dass sich die Verwaltung bereits Gedanken zur Neugestaltung und Aufwertung dieser Stadtplätze gemacht hat und können uns vorstellen, die Bürger/-innen bei der weiteren Priorisierung der Stadtplätze intensiver zu beteiligen. Die Verwaltung wird dahingehend aufgefordert, sich zur weiteren Herangehensweise insbesondere mit den Ausschüssen Stadtentwicklung und Bau sowie Umwelt/Ordnung zu verständigen.“

    Denn eigentlich müssen die Stadtplätze auch deutlich fußgängerfreundlicher werden. Heute sind sie meistens nur überdimensionierte Verkehrsknoten, auf denen die Aufenthaltsqualität für die Anwohner keine Rolle spielt, wenn man von einigen etwas abseitiger gelegenen Plätzen absieht. Sie erzählen eben davon, dass die Straßenraumgestaltung in Leipzig nach wie vor das Auto als Richtmaß hat, nicht die Menschen, die in den hochbelasteten Ortsteilen tatsächlich leben.

    Die Grünen: „Die Stadtverwaltung erarbeitet ein Stadtplatzprogramm unter Vornahme einer Priorisierung insbesondere wiederherzustellender und aufzuwertender Stadtplätze für die jeweils Planungsmittel für Machbarkeitsstudien in den Haushalt 21/22 einzustellen sind. Hierzu werden je 1.000.000 Euro für 2021/22 und zusätzliche 2 VZÄ in einem neu zu bildenden Sachgebiet Stadtplätze im Stadtplanungsamt geschaffen.“

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