Eigentlich hatte es schon 2022 vorliegen sollen. Aber auch beim geplanten Statplatzprogramm geriet Leipzigs Verwaltung gewaltig in Verzug. Im Dezember 2023 legte das Stadtplanungsamt endlich das lang erwartete Stadtplatzprogram vor, am 9. Januar nun die novellierte Fassung. Sie enthält 22 Plätze in der Stadt, die bis 2030 umgestaltet werden sollen, um tatsächlich Plätze mit Aufenthaltsqualität zu werden. Im Haushalt 2023/ 2024 sind sogar schon Haushaltsmittel dafür eingeplant.

Doch die Vorlage muss jetzt erst einmal durch alle möglichen Gremiem, bis sie dann in der Ratsversammlung beschlossen wrden kann.

Aber der Ökolöwe wirbt jetzt schon einmal dafür, dass die Ratsfraktionen dem Stadtplatzprogramm dann auch zustimmen.

„Unsere Stadtplätze sind die Wohnzimmer im öffentlichen Raum. Wir brauchen sie als grüne Oasen zwischen Asphalt und Beton“, sagt Ökolöwen-Geschäftsführer Tino Supplies. „Wenn man sich allerdings sowas wie den Südplatz, den Westplatz oder den Ostplatz anguckt, dann sind das nur unfreundliche Straßenkreuzungen. Hier muss jetzt endlich etwas für ein schöneres Stadtleben passieren.“

Der Westplatz freilich ist in der Prioritätenliste mit 22 Plätzen noch nicht vertreten. Für Ost- und Südplatz ist hingegen ein Teilumbau vorgesehen.

Aus Sicht des Ökolöwen ist das vorgelegte Stadtplatzprogramm 2030 von Baubürgermeister Thomas Dienberg ausgewogen.

„Herr Dienberg hat ein gut durchdachtes und ausgewogenes Stadtplatzprogramm vorgelegt. Bei den 22 Plätzen, die in den nächsten Jahren angegangen werden, ist für alle was dabei. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind eingeflossen. Der Fokus auf die besonders hitzebelasteten Stadtgebiete ist lobenswert. In Ortsteilen mit beengten Wohnverhältnissen braucht es dringend mehr Grün auf den Stadtplätzen,“ sagt Ökolöwen-Geschäftsführer Supplies.

Worum es bei der Umgestaltung der oft völlig in Stein geratenen Stadtplätze geht, bringt der Ökolöwe so auf den Punkt: „Wir setzen uns dafür ein, dass Stadtplätze wieder richtige Treffpunkte werden: grüne, einladende Aufenthaltsräume für alle großen und kleinen Leipziger/-innen. Straßenplätze müssen lebendige Orte der Begegnung sein – für Mensch und Tier.“

Der Ökolöwe appelliert deshalb an die Fraktionen im Stadtrat, für das Stadtplatzprogramm 2030 und damit für mehr Grün in Leipzig zu stimmen. Alle Leipzigerinnen und Leipziger können den Appell mitzeichnen.

Stadionvorplatz wird schon mal teilsaniert

Unter den Plätzen, die komplett umgebaut werden sollen, ist auch der Stadionvorplatz. Für den gibt es jetzt eine Beschlussvorlage für den Stadtrat: „Teilsanierung Stadionvorplatz in Vorbereitung der UEFA EURO 2024“ für 435.000 Euro. Allein für die EURO 2024 soll der Platz noch einmal ertüchigt werden.

„Im Jahr 2024 werden vier Spiele der Fußball UEFA EURO 2024 in Leipzig ausgetragen. Während der Spieltage werden auf dem Stadionvorplatz Einlasskontrollen durchgeführt, d.h. der Platz wird von einer Vielzahl an nationalen und internationalen Gästen frequentiert. In seinem heutigen Zustand wird der Platz diesem repräsentativen Charakter nicht gerecht und soll bis zum Beginn der UEFA EURO 2024 aufgewertet werden“, heißt es in der Vorlage. Auch RB Leipzig profitiere von dieser Reparaturmaßnahme. Und die Stellplatzsituation werde verbessert, da der Platz auch offiziell als Parkplatz ausgewiesen ist.

Aber das ist eben noch nicht die Umgestaltung im Rahmen des Stadtplatzprogramms. Die folgt erst danach: „Im Zuge des Rahmenplans für das Stadionumfeld (VII-DS-02824) ist eine Neugestaltung des Stadionvorplatzes bis zum Jahr 2030 vorgesehen. Die beschriebenen Aufwertungsmaßnahmen besitzen demnach nur eine begrenzte Lebensdauer.“

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