Im Januar sorgte die Kappung eines jahrzehntealten Efeus in der Thomasiusstraße für Aufregung: Dem Hausbesitzer, der den Giebel des Hauses sanieren wollte, lag keine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor. Die gab es erst nachträglich. Ein Unding, findet der Ökolöwe e.V. und hat eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Stadt Leipzig eingereicht. Statt den Eingriff zu ahnden, billigte die Stadt das Vorgehen und beendete das Verfahren ohne ersichtliche Konsequenzen für den Eigentümer.
Der Verein wirft der Stadtverwaltung vor, ihre eigene Baumschutzsatzung nicht rechtskonform anzuwenden: Ist eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung nötig, scheint die Stadt eine Genehmigung nach Baumschutzsatzung für überflüssig zu halten.
„Diese Rechtsauffassung ist falsch“, erklärt Božena Nawka, Umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwe e.V. „Denkmalschutz ersetzt nicht den Naturschutz. Weil die Stadt das ignoriert, entfallen wichtige Prüfungen – etwa zu Alternativen oder zu notwendigen Ersatzpflanzungen.“
Hinzu käme: Die Stadt prüft nicht, ob geschützte Tierarten betroffen sind. Bei einem großen, jahrzehntealten Efeubewuchs sei das Vorkommen von Vögeln oder Fledermäusen naheliegend. Statt Nachweise vom Eigentümer zu fordern und Vergleichsflächen mit demselben Potenzial zu prüfen, nahm die Behörde einfach an, dass keine geschützten Tiere betroffen seien.
„Dass die Stadt Verstöße nicht ahndet, ist vermutlich kein Einzelfall“, betont Nawka. „Allein in den letzten drei Jahren gab es über 200 illegale Eingriffe in geschützte Bäume und Pflanzen. Bleiben Regelverstöße folgenlos, während regelkonformes Verhalten benachteiligt wird, höhlt das die Baumschutzsatzung aus.“
Mit der Beschwerde fordert der Ökolöwe e.V. die Landesdirektion Sachsen als zuständige Aufsichtsbehörde auf, die Praxis der Stadt Leipzig zu überprüfen und sicherzustellen, dass geltendes Recht konsequent angewendet wird. Von der Stadt Leipzig fordert der Verein, ihre Rechtsauffassung zu korrigieren, verbindliche Artenschutzprüfungen durchzuführen und Ordnungswidrigkeiten künftig konsequent zu verfolgen.
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Es gibt 7 Kommentare
Mit Beschimpfungen kommt keiner weiter. An der Orthographie ist bei Ihnen auch ein gewisser Prass zu erkennen. Aber mal ehrlich. Soll sich der OBM wirklich um jeden Strauch und Baum kümmern. Sind nicht doch die Mitarbeiter seiner Verwaltung dafür” Hochbezahlt” zuständig. Das müsste selbst Ihnen einleuchten. Nebenbei bin ich noch lange kein Rentner und schaue weder die von Ihnen genannten Fernsehprogramme. Wünsche trotz der Beschimpfungen einen schönen verregneten Sonntag
Schmutzi Lutzi mit Rentner Ragebaitversuchen und theatralischem Satzzeichenseinsatz. Internet ware ohne euch besser. Könbt ihr nicht wieder Formel1 schauen gehen oder Fernsehgarten?
Bahnschranke,
Der OBM soll sich auch noch um Efeu kümmern. Na ja… Das wird stressig…
Jetzt werden noch mehr Hausbesitzer den Wunsch nach Efeu am Haus haben. Ironie aus.
Vom OBM wirds safe wieder ein “Kein Kommentar” geben und damit ist das Thema beendet. Peinliche Menschen da in den Ämtern.
Schade??
Die Genehmigungspflicht war dem Besitzer dieser rund 20 Meter hohen Efeu-Wand sicher bekannt, die als eine der ältesten und ökologisch wertvollsten Fassadenbegrünungen der Stadt galt. Es ging hier nicht um einen kleinen Busch. Zumal es auch schonendere Alternativen gab.
Eine Sanierung erfordert fast nie die vollständige Zerstörung des Hauptstammes; Efeu ist sogar recht schnittverträglich.
In den Buntgarnwerken hat man bspw. das Grün während der Sanierung erhalten.
Dass man eben durchkommt mit so einer Taktik, und auch noch um ein Bußgeld herum, ist wieder mal ein Schlag ins Gesicht aller derjenigen, die sich an geltende Regeln und Ordnungen halten.
Wie soll man so etwas dem redlichen Bürger erklären?
Regeln kann man sicher auch verändern / verbessern, das rechtfertigt aber bis dato keine Anarchie.
(Gerüststellungen sind übrigens auch mit starkem Bewuchs möglich, ist aber etwas aufwendiger, ohne finanziellen Ruin.)
Die da jetzt so laut rumheulen haben mit Sicherheit auch keine Lösung, wie die Sanierung ohne die Pflanzentfernung durchgeführt werden kann, ohne sich in den finanziellen Ruin zu treiben.
Hat von denen echt noch keiner gemerkt, dass sich Deutschland in ein Bürokratiemonster verwandelt hat. Auch wenn es sicher schade ist, dass der Efeu weichen musste, aber ein sicheres Arbeiten für die Personen, die da die Sanierung vornehmen sollen ist wichtiger. Eines ist für mich auch klar, eine Hauswand ist kein natürlicher Bereich für Efeu.