Im Juli legte Oberbürgermeister Burkhard Jung die ersten Grundzüge für die Energieeinsparung in den Gebäuden der Stadt vor. Jetzt hat seine Dienstberatung die genauen Eckpunkte zur Energieeinsparung an den kommunalen Schulen, Horten und Kindertagesstätten, Sportbädern und Eigenbetrieben auf den Weg gebracht. Händewaschen mit kaltem Wasser ist nun genauso angesagt wie eine etwas kühlere Temperatur im Klassenzimmer.

Am 26. Juli wurde bereits der Maßnahmeplan der Stadt Leipzig zur Sicherung der Gasversorgung bestätigt. Die Energieeinsparstufe B mit Einsparungen von 15 Prozent wurde in Kraft gesetzt.

Was jetzt alles gültig wird

Schule, Horte und Kindertagesstätten
Um eine Gleichbehandlung zu gewährleisten, gelten die folgenden Sparmaßnahmen in allen kommunalen Schulen, Horten und Kindertagesstätten ohne Unterschied der Energieversorgungsart (Fernwärme, Gas, Öl usw.).

Die jetzt maßgeblichen Raumtemperaturen. Grafik: Stadt Leipzig
Die jetzt maßgeblichen Raumtemperaturen. Grafik: Stadt Leipzig

Gänge, Flure und Treppenhäuser sollen nicht beheizt werden, sofern sie lediglich als Verkehrswege genutzt werden. In Randbetreuungszeiten oder bei geringerer Kinderzahl sollen nur die absolut notwendigen Räume beheizt werden. In ungenutzten Räume ist die Raumtemperatur weiter abzusenken.

Warmwasserversorgung: Die Warmwasserbereitstellung in den Oberschulen, Gymnasien und Beruflichen Schulzentren wird eingestellt. Für Kindertagesstätten sowie Grund- und Förderschulen einschließlich Horte bleibt sie bestehen.

Lüftung: Alle Fenster sollten zur Stoßlüftung weit geöffnet werden. Die Stoßlüftung ist für den Austausch der Raumluft effektiver und mit deutlich weniger Heizungsverlusten verbunden als die kontinuierliche Kipplüftung. Anders in Kindertagesstätten; dort ist die kontinuierliche Lüftung über gekippte Fenster vor allem in Schlafräumen nötig, da hier eine Stoßlüftung in der Schlafenszeit nicht möglich ist.

Strom sparen: Kinder und Erwachsene werden sensibilisiert, in Eigenverantwortung Strom zu sparen. Das Amt für Schule stellt dafür Infomaterial (z. B. Infobrief Schulen) zur Verfügung. Zudem wird das Amt für Gebäudemanagement den Austausch ineffizienter Leuchtkörper forcieren und die Hausmeister anhalten, überflüssige Leuchten zu entfernen. Bereits begonnene Energieeinsparmaßnahmen, wie beispielsweise die Optimierung der Heizungsanlagen und Verbesserung der Wärmedämmung, werden forciert fortgeführt.

Schwimmunterricht: Der Schwimmunterricht in der Primarstufe soll uneingeschränkt fortgeführt werden. Anderenfalls wäre das lebenswichtige Erlernen des Schwimmens weder für den aktuellen Schuljahrgang noch im Zuge von Aufholmaßnahmen aufgrund der pandemiebedingten Ausfälle für die zurückliegenden Jahrgänge möglich.

Die freien Träger der Jugendhilfe werden analog zu Energiesparmaßnahmen angehalten und über das städtische Vorgehen informiert.

Eigenbetriebe Kultur und Sportbäder

Die Eigenbetriebe Kultur (Gewandhaus, Schauspiel, Oper, Musikalische Komödie, Theater der jungen Welt) bereiten Notfallpläne vor, um Energieeinsparungen bis zu 20 Prozent zu erreichen. Eine Schließung auch bei Erreichen der Energieeinsparstufe C ist derzeit nicht vorgesehen.

In den Schwimmbecken der Schwimmhallen bleibt es bei einer Temperatur von 26 Grad Celsius. Eine weitere Absenkung ist aufgrund des Schwimmunterrichtes und des Kinderschwimmens nicht vorgesehen. Falls die Energiesparstufe C ausgerufen wird, sollen die vier mit Erdgas betriebenen Schwimmhallen West, Nord, Mitte und das Sportbad an der Elster schrittweise geschlossen werden. Die mit Fernwärme beheizten Schwimmhallen Grünauer Welle, Nordost, Südost, und Süd bleiben geöffnet. Dann kann allerdings der Schwimmunterricht in der Grundschule nicht mehr gewährleistet werden.

Die Stadtverwaltung strebt eine Ausweitung der Schließzeiten ihrer Ämter und Referate, einschließlich derer mit Besucherverkehr zwischen Weihnachten und Neujahr an. Weitere interne Regelungen wie die Absenkung der Raumtemperatur oder die Homeoffice-Regelung sind in Kraft.

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Es gibt 2 Kommentare

Macht auch richtig Sinn, wenn unser Sportverein nicht mehr in der Halle duschen kann. Wenn 8-12 Leute innerhalb von 15 Minuten bis zur Schließung der Halle auf wenigen Plätzen duschen, dann geht das sehr schnell. Wenn Jeder in Ruhe daheim duscht spart das höchstens eines: Geld im Stadtsäckel.

Ich hoffe in Rathaus und Stadtverwaltung wäscht man sich die Hände auch nurnoch kalt. Schließlich müssen alle sparen.

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