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Wieder 58 getötete Wölfe und nach wie vor Nachholbedarf bei Herdenschutz

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    Am Donnerstag, 22. November, legte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) das „Wolfsmonitoring 2017/18“ vor. Und dieses zeigt, dass die Zahl der Wolfsterritorien in Deutschland steigt. 73 Rudel, 30 Paare und drei territoriale Einzeltiere – das sind die vom BfN offiziell vorgestellten Bestandszahlen von Wölfen in Deutschland aus dem Monitoringjahr 2017/18. Sachsen rangiert – hinter Brandenburg – auf Platz zwei mit 22 Wolfsterritorien, in denen 18 Rudel leben.

    „Dieser Zuwachs der Territorien von rund 27 Prozent ist aus biologischer Sicht vollkommen normal für die Entwicklung der Wolfspopulation, solange es sowohl genügend Rückzugsräume als auch ausreichend Nahrung wie Rehe und Wildschweine gibt“, erklärt Wolfsexpertin Marie Neuwald vom Naturschutzbund (NABU).

    Ein guter Erhaltungszustand liege nichtsdestotrotz noch in weiter Ferne – auch bedingt durch zahlreiche Verluste durch illegalen Abschuss und Verkehrsunfälle in Deutschland, insgesamt 58 im vergangenen Jahr. „Das Wachstum der Populationen wird durch das häufige unnatürliche Zutodekommen der Wölfe zu einem bedeutenden Anteil relativiert“, sagt Bernd Heinitz, Landesvorsitzender des NABU Sachsen.

    Eigentlich also eine positive Entwicklung. Doch auch in Sachsen hat sich die Berichterstattung zum Wolf verschärft, machen einige Medien und Politiker regelrechte Kampagnen zum Abschuss des Wolfes, wenn es wieder einmal einen Übergriff auf Nutztierherden gab. Fast jedes Mal stellt sich heraus, dass wichtige Regeln zum Herdenschutz nicht eingehalten wurden.

    Viel zu häufig werden Einzelfälle von ungenügendem Herdenschutz hochstilisiert, um eine generelle Wolfsproblematik herbeizureden.

    „Wie kann es sein, dass innerhalb eines Wolfsterritoriums dieselben Wölfe in einzelne Weiden wiederholt einsteigen und Schaden verursachen, während diese Wölfe fast alle anderen Weiden unbehelligt lassen?“, fragt Bernd Heinitz. „Es ist offensichtlich, dass eine Lösung des Konflikts unter Umständen auf den betroffen Weiden zu suchen ist, nicht nur bei den Wölfen.“

    Das bedeutet: Hat der Herdenschutz Defizite, darf es keine vereinfachten Abschussregelungen geben.

    Von daher begrüßt der NABU Sachsen, dass das Thema Wolf künftig beim Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft (LfUGL) angesiedelt werden soll, um den Einklang von Artenschutz, wirtschaftlichen Aspekten der Tierhaltung und sozialen Fragen im Auge zu behalten.

    „Da Artenschutz Sache der Bundesländer ist und die sächsische Regierung hier seit 18 Jahren das Zepter in der Hand hält, kritisiert sie mit der Neuausrichtung in erster Linie ihr eigenes Handeln oder Nichthandeln“, so Heinitz.

    Gute Nachrichten für alle Herdenbesitzer vermeldete erst in diesem Monat die Europäische Kommission mit der Entscheidung, dass Herdenschutzmaßnahmen zur Vermeidung von Übergriffen durch Wölfe auf Weidetiere in Zukunft zu 100 Prozent durch die Mitgliedstaaten finanziert werden können.

    „Nun ist das Land Sachsen in der Pflicht, diese Vorgaben auch umzusetzen – und damit sowohl die Herdentiere besser zu sichern als auch zur Akzeptanz des Wolfes beizutragen. Wir fordern dazu auf, dass die Förderung für Herdenschutz und Kompensation im Schadensfall schnellstmöglich und unkompliziert auf den Weg gebracht wird“, betont Heinitz.

    Aktuell werden nur 80 Prozent der Vorsorgekosten, zum Beispiel für sichernde Zäune, erstattet.

    Eine Muntermacher-LZ Nr. 61 für aufmerksame Zeitgenossen

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