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Donnerstag, 21. Januar 2021

Was können eine Stadt in Sachsen und eine in der Ukraine voneinander über Nachhaltigkeit lernen?

Von Ralf Julke

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    Was wäre das für ein Buch, wenn sich Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig, mit Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Leipzigs Partnerstadt Kiew, hinsetzen würde und beide gemeinsam über nachhaltige Entwicklung nachdenken würden. Das könnte ein spannendes Buch werden. Aber zwei andere haben das gemacht: Manfred Wilde, Oberbürgermeister von Delitzsch, und sein ukrainischer Amtsbruder Petro Vykhopen.

    Und das auch nicht zufällig, weil das schöne Wort Nachhaltigkeit heute in aller Munde ist. In Delitzsch versucht man wirklich, den nachhaltigen Umbau der Großen Kreisstadt voranzutreiben. Man nimmt das Thema ernst. Und es nimmt in der Stadtpolitik größeren Raum ein als im benachbarten Leipzig, wo es oft in allerlei Warteschleifen, Amtsmüdigkeiten und Finanzengpässen verloren geht.

    In den Leipziger Städtepartnerschaften spielt es schon gar keine Rolle, obwohl da ganz bestimmt eine Menge zu lernen wäre von Lyon, Birmingham, Houston oder auch der ukrainischen Hauptstadt Kiew, mit der Leipzig seit Jahrzehnten vor allem eine Messe-Partnerschaft verbindet.

    Die sächsische Stadt Delitzsch und die ukrainische Stadt Schowkwa verbindet dafür seit einigen Jahren die einzige deutsch-ukrainische kommunale Know-how-Partnerschaft in den Themenbereichen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

    Die beiden Stadtoberhäupter Manfred Wilde und Petro Vykhopen haben nun ein gemeinsames, zweisprachiges Buch über ihre Erfahrungen herausgegeben. „Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Know-how im deutsch-ukrainischen Dialog“ ist im Dr. Kovac-Verlag erschienen, umfasst 260 Seiten und kostet 96,90 Euro.

    Das Buch zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Herangehensweise der beiden Städte an den Themenkomplex auf, umschreibt die Delitzscher Stadtverwaltung den Inhalt.

    Ein kleiner Themenabriss: Im Rahmen der Energieversorgung erfüllen beide Städte die wichtige Aufgabe, als Durchleiter von Strom und Gas und zum Teil auch als Wärme- und Stromproduzenten auf lokaler Ebene eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Kommunen versuchen über Projektförderungen und Beratungen das Verbrauchsverhalten von Unternehmen, Bürgern und der öffentlichen Verwaltung anzuregen.

    In Schowkwa ist man vor allem an der Modernisierung von Infrastruktur und öffentlichen Gebäuden interessiert, während man aus Delitzsch vor allem in der Planung und Entwicklung unterstützt. Um bei der Bürgerschaft eine breite Unterstützung zu erfahren, bedarf es hier nachhaltiger Sensibilisierung, was in Delitzsch schon gelungen ist und auch in der Ukraine als wichtige Voraussetzung für die nächsten Schritte gesehen wird.

    Denn die Themen Klimawandel und Energiewende sind keine rein deutschen Themen. Sie betreffen alle Städte Europas, die sich auf eine Zukunft vorbereiten müssen, in der fossile Energieträger keine tragende Rolle mehr spielen können. Da kann man auch voneinander lernen. Und das wäre auch zwischen Leipzig und Kiew ein Thema.

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