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DHL will schon 2020 die Zahl der Flugzeugparkplätze von 60 auf 96 erhöhen

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    Der Flughafen Leipzig/Halle plant längst eine massive Ausweitung des Nachtflugbetriebes, obwohl der Regionale Planungsverband Westsachsen noch nicht mal einen neuen gültigen Plan verabschiedet hat. Doch während in Leipzig eher diffus über diese Erweiterung diskutiert wird, wissen die Hallenser schon genaueres. Denn schon zwei Mal luden Flughafen und OBM dort ein, um über die geplante Vorfelderweiterung zu reden.

    Die erste Veranstaltung muss in einem heillosen Dissens geendet sein. Weshalb Halles OBM Bernd Weigand am 6. März zu einer zweiten Veranstaltung dazu in den Gasthof „Zum Modler“ in Büschdorf einlud und die Chefs von Flughafen und DHL gleich mitbrachte. Denn dass DHL den Frachtbetrieb ausweiten will, ist längst mit Planungen untersetzt: Das Unternehmen will seine Flugzeugparkplätze von 60 auf 96 erhöhen.

    Zwei Medienberichte liegen zur Veranstaltung vor. Während die „Mitteldeutsche Zeitung“ den Abend eher auf ein bisschen Rumoren bei den rund 150 anwesenden Bürgern eindampfte, hörte man bei hallespektrum.de genauer hin und versuchte auch zu erfassen, was da jetzt wirklich passieren soll.

    „Zunächst werden Gutachten erstellt, etwa zur Prognose des Verkehrsaufkommens. Dann Umweltverträglichkeitsuntersuchungen, Lärmprognosen, Untersuchungen zur Luftschadstoffemission. Dann kommt es zum eigentlichen Verfahren, die Unterlagen werden geprüft, es wird öffentlich ausgelegt, Stellungnahmen zu Einwendungen der Betroffenen erarbeitet. Erst dann kommt es zum Planänderungsbeschluss“, so hallepektrum.de, das auch die ebenfalls angesprochenen Themen zu Lärmbelastung, Emissionen, Arbeitskräften und den Steuerzahlungen von DHL aufmerksam verfolgte.

    Ein sowieso leidiges Thema, denn der Hauptsitz von DHL ist Bonn, die eigentlichen Unternehmenssteuern, die in Leipzig/Halle verdient werden, werden also in Bonn gezahlt. Nur Schkeuditz profitiert ein bisschen von DHL.

    Aber was in der Sitzung wie ein noch jahrelanger Entscheidungsprozess klang, scheint für Flughafen und DHL eher ein Geschwindigkeitsparcours zu sein. Denn schon Mitte 2020 rechnet der Flughafen mit dem Ende der Genehmigungsphase. Was so ungewöhnlich nicht wäre. Man darf sich durchaus an die heftigen Jahre vor 2007 erinnern, als das Land Sachsen alles tat, um die Südstartbahn im Eilzugtempo zu genehmigen und zu bauen, um DHL auf den Flughafen zu ziehen. Dabei machte man den betroffenen Anwohnern Zusagen, die bis heute nicht eingehalten werden.

    Übrigens auch nicht im Gebiet von Saalekreis und dem Osten Halles. Was auch wieder Thema wurde, als der DHL-Subunternehmer Kalitta Air angesprochen wurde, der mit riesigen Uralt-Maschinen fliegt. Was nutzt es also den Betroffenen, wenn DHL sich eines moderneren Flugzeugparks rühmt, wenn die Subunternehmer dann mit lärmenden alten Maschinen fliegen? Und zwar auch nachts.

    DHL-Mann Markus Otto machte dann recht deutlich, wie sich ein Unternehmen verhält, dessen Subunternehmer sich nicht an die Regeln halten. „Das sind halt schwere Brummer, die heben nicht leicht ab“, sagte er flapsig.

    Und während die MZ meldete, Kalitta Air hätte 14 neue Maschinen des Typs Boeing 777 bestellt, scheint da wohl etwas durcheinandergeraten zu sein, wie Thomas Pohl von der IG Nachtflugverbot feststellt, der ja schon aus Betroffenheitsgründen jede Nachricht zur Entwicklung am Frachtflughafen verfolgt: „Kalitta Air hat mit den neuen (sofern sie wirklich neu sind) Boeing 777 überhaupt nichts zu tun. EAT/DHL hat die 14 Stück Boeing 777 bestellt und nicht Kalitta Air. Das bedeutet zusätzlichen Lärm, da weder DHL deswegen Maschinen aussondert (denn dann bräuchte man keine zusätzlichen Flugzeugstellplätze …). Kalitta Air betreibt mehrere uralte Boeing 747-400, die einen Höllenlärm verursachen. Die werden auch weiterhin nachts fliegen und den Menschen den Schlaf rauben. Außerdem ist doch bekannt, je größer das Frachtflugzeug, desto mehr Lärm darf dieses machen – in absoluten Lärmpegeln!“

    Den Hallensern wurden dann bei der Veranstaltung auch gleich noch die niedrig qualifizierten Arbeitsplätze bei DHL wärmstens ans Herz gelegt.

    Leipzig wurde zu den Plänen, den Frachtflugbetrieb am Flughafen auszuweiten, nicht mal gefragt

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