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BFC Dynamo vs. 1. FC Lok Leipzig 0:0 – Ein Ostklassiker, der keine Spuren hinterlässt

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    Der 1. FC Lok Leipzig hat beim BFC Dynamo einen Punkt geholt. Beim 0:0 vor 3.459 Zuschauern im Jahn-Sportpark in Berlin-Prenzlauer Berg hatte Lok in der ersten Halbzeit Glück und verdiente sich das Remis in Durchgang zwei. Das Wiedersehen beider Clubs nach 27 Jahren wird allerdings nicht in Erinnerung bleiben. Dafür war es nicht spektakulär genug.

    Es gibt sie, die Dinge, die wichtiger sind als Fußball. Die Leser des Tickers bei fussball.de haben das am Sonntag zu spüren bekommen: „Die zweite Halbzeit kann ich nicht mher (sic!) weiter kommentieren weil ich zu einem Geburtstag muss bis zum nächsten Spiel“, so beendete Nikki13 den Fanticker auf dem offiziellen deutschen Fußball-Portal fussball.de zur Pause. Schade für Nikki: Sie hat verpasst, wie sich zumindest das Lok-Spiel zum Guten verändert hat und nur die dürftige erste Halbzeit mitgenommen.

    „Mit der war ich gar nicht zufrieden. Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Mir fehlte die Aggressivität und ja, irgendwie waren wir nicht gut“, schaute Lok-Trainer Scholz auf diesen Spielabschnitt zurück. Dieses „Irgendwie nicht gut“ könnte man leicht definieren: Lok war nicht wach, die Akteure in blau und gelb schienen mit den Gedanken noch im Stau bei Köckern. Der Tabellen-Fünfte BFC Dynamo mimte gegen den Sechsten die Rasen-Domina, allerdings ohne selbst zu treffen.

    Entsprechend enttäuscht war Trainer Rydlewicz: „Wir müssen in dieser ersten Halbzeit ein Tor machen.“ Die Chancen dazu gab es: Schünemann traf Pfosten und Latte, Rockenbach verzog aus guter Position, Srbeny verlängerte einen Freistoß sehenswert mit der Innenseite knapp am Pfosten vorbei. „Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, wusste auch Scholz. Seinem Team fehlte aufgrund des offenbaren geistigen Boxenstopps die letzte Konsequenz, vor allem in den Offensivzweikämpfen.

    Hiromu Watahik(re-Lok) gegen Bjoern Lambach(li-BFC). Selten war Lok in der ersten Halbzeit so nah am Gegner dran. Rechte:Bernd Scharfe
    Hiromu Watahik (re./ Lok) gegen Bjoern Lambach (li./ BFC). Selten war Lok in der ersten Halbzeit so nah am Gegner dran. Foto: Bernd Scharfe

    Das typische Lok-Angriffsspiel kam nicht zustande – Ziane, Gottschick, Becker und Georgi hatten kaum Szenen. „Wir waren ja auch damit gut beschäftigt, die Lücken zuzulaufen“, erklärte Scholz die laue erste Halbzeit. Auch neben dem Spielfeld kam Lok schlecht in die Partie. Weil der Fanzug Verspätung hatte, war die Hälfte der 1.000 Lok-Fans erst Mitte der Halbzeit im Stadion. Außer ein paar mauen Provokationen eines einzelnen Magdeburger-Fans, der freudig mit zwei Lok-Schlapphüten wedelte, blieb es angenehm stimmungs- und friedvoll.

    Auf dem Platz hatte sich nur Pascal Ibold kurz nicht im Griff. Der Lok-Innenverteidiger hakelte bei einem Zweikampf nach, sah Gelb und hatte nach 77 Minuten gänzlich Dienstschluss. Schiedsrichter Florian Lechner aus Neuburg ahndete das erste Foul von Ibold an Rockenbach da Silva mit der zweiten gelben Karte. „Das ärgert mich für ihn, er hat sonst sehr fair gespielt, aber damit müssen wir nun leben. In der Zeitlupe habe ich gesehen, dass er ihn trifft, aber das war schon eine harte Entscheidung“, kommentierte Scholz den Platzverweis.

    Für Lok bedeutete er aus der Retrospektive das Ende jeglicher Offensivbemühungen, gerade als der Gast plötzlich am Drücker war. Schinke hatte kurz zuvor die große Chance zum Führungstreffer. Becker wollte ihm den Ball nach schnellem Konter mit Brügmann auf dem Kopf servieren, Schinke war frei, BFC-Torwart Hendl dafür lang. Der 1,97 Meter große Torwart nutzte jeden Zentimeter und mopste Schinke den Ball Milimeter vor dem Schädel. Kurz darauf krallte sich Hendl einen Schinke-Distanzschuss. Der Regisseur war in der 70. nach zwei Spielen ohne Einsatzzeit eingewechselt worden, sorgte sichtlich für Belebung, verlor aber nach der Matchstrafe für Ibold seinen Widerpart.

    Heiko Scholz und René Rydlewicz kennen sich aus gemeinsamen Leverkusener Zeiten.Rechte:Bernd Scharfe
    Heiko Scholz und René Rydlewicz kennen sich aus gemeinsamen Leverkusener Zeiten. Foto: Bernd Scharfe

    Becker musste für Innenverteidiger Hanne weichen. „Ich hätte Becks eigentlich gern draufgelassen, aber das ging ja nicht“, so Scholz. Der leicht angeschlagene Hanne hatte einen vergleichsweise entspannten Kurzeinsatz. Der BFC agierte in Überzahl genauso wenig zwingend wie in der gesamten zweiten Halbzeit, Lok nahm am Ende verdient einen Punkt mit.

    „Spätestens nach dem Platzverweis hätten wir treffen müssen“, haderte Rydlewicz. Scholz war dagegen zufrieden: „Der BFC hatte in der zweiten Halbzeit weniger Chancen, ich kann mit dem Punkt gut leben.“ Letztlich hielt das Duell allerdings nicht, was ob der Vergangenheit des Duells aufgewärmt wurde. Nikki13 hat dafür beim Geburtstag wenigstens nichts Entscheidendes verpasst.

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