Der 1. FC Lok Leipzig geht ersten Schritt Richtung Vision 2020

Für alle LeserDie Katze ist aus dem Sack: Der 1. FC Lok wird in der kommenden Regionalliga-Saison erstmals in seiner Geschichte ein Profifußballer-Team an den Start schicken. Darauf einigten sich Aufsichtsrat und Präsidium in der Nacht auf Montag. Der direkte Aufstieg in der kommenden Saison ist allerdings nicht das Ziel des Klubs.

Eine ganze Weile stand sie im Raum, diese ominöse Umstellung auf Profibedingungen beim 1. FC Lok Leipzig. Kommt sie? Kommt sie nicht? Erst sollte eine Entscheidung Mitte April fallen, nun kam sie am Ende des Monats und eine Pressemitteilung hinterher: „Der 1. FC Lok stellt auf professionelle Bedingungen um“ ist sie überschrieben.

Am Vorabend hatten Aufsichtsrat und Präsidium unter Anwesenheit von Hauptsponsor-Chef Franz-Josef Wernze getagt. Der Geschäftsmann war begeistert vom Tag in Leipzig, vom Spiel des FCL unter der Leitung seines langjährigen Freundes Heiko Scholz. Beide zusammen haben schon mehrere Aufstiege geschafft.

Ungefähr ein Drittel der Regionalliga-Teams trainiert unter Profibedingungen. Germania Halberstadt geht kommende Saison wieder einen Schritt zurück, Viktoria Berlin ist trotzdessen im Abstiegsstrudel, der BFC, Energie Cottbus und Wacker Nordhausen ziehen klare Wettbewerbsvorteile aus ihren Profibedingungen. Doch was bedeutet dieser Schritt für Lok? Fragen an den Präsidenten Thomas Löwe.

Herr Löwe, bedeuten Profibedingungen einen automatischen Angriff auf den Aufstiegsplatz in der kommenden Saison?

Nein, wir wollen eine gute Mannschaft zusammenstellen, aber zuerst geht es darum, nachhaltig umzustellen. Diese Umstellung ist für unseren Verein eine große Herausforderung. Diese wollen wir erst mal bestehen. Natürlich wollen wir soweit wie möglich vorn stehen. Das bedeutet aber keinen Druck für das Team.

Diese Umstellung ist ein erster Schritt zur Umsetzung unserer Vision 2020. Die Mitgliederversammlung hatte uns mit ihrem Beschluss beauftragt, diese anzugehen.

Was muss man sich denn unter Profi-Bedingungen vorstellen?

Das lässt sich an zwei einfachen Beispielen festmachen: Erstens werden die Spieler vom Fußball leben können, müssen den ganzen Tag aber auch zur Verfügung stehen. Zweitens wird auch die medizinische Versorgung verbessert. Zur Trainingszeit wird ein Physiotherapeut anwesend sein und sich um die Verletzten kümmern.

Mit der infrastruktuellen Umstellung haben wir schon begonnen: Die Trainingshalle wurde eingeweiht, der Kunstrasenplatz wird hoffentlich auch bald entstehen, und dieser Prozess hat natürlich auch die Verwaltung erreicht.

Können Sie auch einen Einblick in die finanziellen Veränderungen geben?

Nein. Wir halten es nach wie vor so, dass wir Zahlen zur Mitgliederversammlung präsentieren. Ich kann nur soviel sagen: Die in der Öffentlichkeit kolportierte Summe ist nicht korrekt. Und: Wir werden keine Preise erhöhen, um die Umstellung zu finanzieren.

Unterm Strich bedeutet das den Abschied von den Spielern, die einer soliden Arbeit nachgehen und diese nicht dem Fußball opfern werden. Und: Der Flirt mit Nicky Adler könnte sich intensivieren. Lok-Trainer Heiko Scholz nannte den bald 33-jährigen Stürmer am Sonntag vielsagen einen „guten Jungen“.

Nicky Adler zurück nach Probstheida? – Renovierte Trainingshalle eingeweiht

1. FC LokAufstiegWernzeVision 2020
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