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Mittwoch, 20. Januar 2021

Die Woche: Weichen stellen heißt das Gebot der Stunde

Von Marko Hofmann

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    Achtung, aufgepasst! Die sportlichen Weichen werden gestellt. Die Exa Icefighters Leipzig beantragen erstmals die Lizenz für die DEL2, der 1. FC Lok gibt in zwei Wochen erstmals die Lizenzunterlagen für die 3. Liga ab und steuert auf Aufstiegskurs. Und der SC DHfK verlängert mit Spielmacher Luca Witzke während sich der Mitteldeutsche BC von Trainer Björn Harmsen trennt. Wo die Weiche aktuell klemmt: Die BSG Chemie spielt zum dritten Mal in Folge 0:0 und kommt in der Regionalliga nicht vom Fleck.

    MBC-Trainer Harmsen hatte nach dem 88:87 (50:41)-Sieg gegen Rasta Vechta namentlich nicht genannte Spieler kritisiert. „Hier kommen Zuschauer, die ihr letztes Geld geben, um uns zu unterstützen und dann gibt es hier Spieler, denen das scheißegal ist.“ Außerdem kritiserte Harmsen gegenüber dem MDR, dass es „lächerlich“ sei, wie diese Spieler trainierten. „Da trainiere ich besser“, so Harmsen.

    Der Mitteldeutsche BC zog nach diesem Interview die Reißleine. „Die Frustration des gebürtigen Göttingers ist nachvollziehbar, aber keine Grundlage für den öffentlichen Machtkampf und die folgenhafte Provokation. Der mediale Alleingang des Trainers hat das gemeinsame Ziel in Gefahr gebracht. Der Konflikt sorgte für eine unüberbrückbare Verhärtung der Fronten und den Vertrauensbruch, der eine zukünftige Zusammenarbeit nicht mehr möglich macht“, heißt es auf der Homepage des Vereins.

    Harmsen hatte bis dahin nur zwei Siege aus 13 Spielen mit dem MBC geholt, nachdem er im November Headcoach geworden war. Der Tabellenletzte der Beko-BBL befindet sich nun erneut auf Trainersuche, hat aber etwas Zeit. Erst am 7. März steht das nächste Liga-Spiel gegen die Löwen Braunschweig an.

    Nachdenklich: Ex-MBC-Headcoach Björn Harmsen. Foto: Jan Kaefer
    Nachdenklich: Ex-MBC-Headcoach Björn Harmsen. Foto: Jan Kaefer

    Auf positive Art und Weise wurden derweil bei den Handballern des SC DHfK Weichen gestellt. Spielgestalter Luca Witzke verlängerte seinen ohnehin noch bis 2021 laufenden Vertrag bis 2023. Witzke war vor der Saison vom Zweitligisten TUSEM Essen gekommen und hat es binnen weniger Monate nicht nur zur festen Größe in André Habers Team gebracht, sondern auch zum jüngsten Spieler im erweiterten deutschen Aufgebot für die zurückliegende Europameisterschaft.

    „Das familiäre und dennoch sehr professionelle Umfeld beim SC DHfK Leipzig war für mich ausschlaggebend für meine Vertragsverlängerung. Ich fühle mich hier in diesem Verein und in der Mannschaft einfach sehr wohl und kann mich voll mit den Zielen identifizieren, die der SC DHfK in den kommenden Jahren anpeilt. Ich möchte so gut wie möglich dabei helfen, diese Ziele auch zu erreichen und freue mich sehr, in den kommenden dreieinhalb Jahren weiter vor der tollen Kulisse und den außergewöhnlichen Leipziger Fans spielen zu dürfen“, so Luca Witzke.

    Bisher kommt der 20-Jährige auf 35 Tore und 23 Assists in dieser Saison. Seine Mannschaft hatte diese Woche spielfrei.

    Luca Witzke will mit dem SC DHfK weiter nach oben. Foto: Karsten Mann
    Luca Witzke will mit dem SC DHfK weiter nach oben. Foto: Karsten Mann

    Die Exa Icefighters Leipzig beantragen erstmals in der zehnjährigen Vereinsgeschichte eine Lizenz für die DEL2, was den anstehenden Playoffs zusätzlich Zündstoff gibt. „Wir positionieren uns klar für den zukünftigen Weg, der diese Playoffs beginnen soll“ sagt Geschäftsführer André Krüll „Hinter diesen kommenden Spielen soll eine Ernsthaftigkeit stecken. Die Leistung der letzten Wochen hat gezeigt, dass wir ein ernstzunehmender Playoff-Gegner für alle Kontrahenten sein werden. Unser Ziel ist ganz klar, hier an diesem Standort DEL2 zu spielen.“

    Am Wochenende schlugen die Jungs vom Kohlrabi-Zirkus erst den Krefelder EV glücklich mit 4:3 und am Sonntag zu Hause die Moskitos Essen mit 3:1 und verbleiben auf Platz 5.

    Straffer Spielplan für die Icefighters Leipzig auch am Jahresende. Foto: Jan Kaefer (Archiv)
    Foto: Jan Kaefer (Archiv)

    In der Fußball-Regionalliga Nordost mussten beide Leipziger Mannschaften ran. Die BSG Chemie schaffte das seltene Kunststück, zum dritten Mal in Folge 0:0 zu spielen. Wie schon gegen den BFC und erst recht gegen den Bischofswerdaer FV waren die Chemiker auch bei Union Fürstenwalde keineswegs ungefährlich. Winterneuzugang Halili traf sogar ins Netz. Doch der Schiedsrichter-Assistent wollte den vorangegangenen Eckball im Toraus gesehen haben.

    „Heute sind wir glücklich, einen Punkt mitzunehmen. Wir haben eine Leistung gezeigt, auf der man aufbauen kann. Wir haben nicht nur gekämpft, sondern auch Passagen gehabt, in denen wir den Ball gut haben laufen lassen. Mit ein bisschen Glück kannst du hier sogar ein Tor machen. Mit ein bisschen Pech kriegst du aber auch eins. Im Großen und Ganzen ein gerechtes Unentschieden“, so Chemie-Trainer Miroslav Jagatic nach dem Spiel.

    Im Vorfeld der Partie kam es zwischen Chemie-Fans und der Polizei zu einer Auseinandersetzung, bei der ein Leutzscher Anhänger schwer verletzt wurde. Die Hintergründe sind derzeit unklar. Union Fürstenwalde hatte zudem keinen ehrenamtlichen Berichterstatter der Leutzscher für das Spiel akkreditieren wollen, was in der Regionalliga Nordost absolut unüblich ist.

    Im Gegensatz dazu freute sich der 1. FC Lok über einen 3:1-Heimerfolg gegen den VfB Auerbach. Schinke, Pfeffer und Ziane trafen vor 2.580 Zuschauern für die Hausherren, die insbesondere in der ersten halben Stunde viel Betrieb machten. Auerbach kam nach der Pause zum Anschluss und hatte dann mehr Spielanteile. Letztlich gewann Lok verdient und hat nun zur VSG Altglienicke und Energie Cottbus an der Tabellenspitze aufgeschlossen.

    Am 2. März müssen die Lizenzunterlagen beim DFB abgegeben werden. Unter der Woche erklärte ein potenzieller Gegner in den Aufstiegsspielen, die nach der Meisterschaft noch zu bestreiten sind, dass er auf diese verzichten wird. Der SV Rödinghausen, derzeit klarer Tabellenführer der Regionalliga West, kann zwar sportlich aufsteigen, wird aber das wirtschaftliche Abenteuer nicht wagen. Laut Statuten des DFB muss der Verein für die 3. Liga ein Stadion bauen, was mehr Plätze vorhält als der kleine Ort Einwohner hat, nämlich 10.001 Platz.

    1. FC Lok vs. VfB Auerbach 3:1 – Lok ist der Sieger des Spieltags

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