Mutmacher Literatur: Die Leipziger Initiative „Das Leben lesen“ geht neue Wege, um Krebskranken beizustehen

Jährlich erkranken in Deutschland fast 500.000 Menschen an Krebs. Die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland hat sich, so das Robert-Koch-Institut, seit 1970 fast verdoppelt. Allein 75.000 Frauen und Männer erhalten jährlich in Deutschland die Diagnose Brustkrebs. Dazu kommt, kaum eine an Krankheit ist mit so vielen Ängsten verbunden wie Krebs. Helfen können in solch einschneidenden Lebenslagen vor allem Informationen und eine ganzheitliche Betreuung, ist sich Dr. Luisa Mantovani Löffler sicher.

Die Chefärztin der Klinik für Internistische Onkologie und Hämatologie im Klinikum St. Georg gGmbH in Leipzig hat deshalb 2006 das Haus Leben Leipzig ins Leben gerufen, welches professionelle, ganzheitliche psycho-onkologische Hilfe für Krebspatienten und Angehörige anbietet und Betroffene umfassend bei der Bewältigung der Erkrankung sowie beim Zurückfinden in ein aktives Leben unterstützt. Haus Leben Leipzig ist eines der größten psycho-onkologischen Beratungs- und Informationszentren in Mitteldeutschland. Jährlich werden hier 2.000 Krebspatienten und Angehörige in über 12.000 Einzelkontakten betreut.

Mit ihrem neuen, ungewöhnlichen Projekt „Das Leben lesen“ will die Leipziger Ärztin nun die kommunikative Kraft der Literatur nutzen, die Problematik Krebs noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu heben. Dazu sind im Zusammenspiel von Ärzten, therapeutischen Einrichtungen und Literaten bundesweit Lesungen und Ausstellungen geplant, die Krebspatienten, Angehörige, Behandlungsteams und Interessierte zusammenbringen sollen.

„Uns geht es auch darum, eine oft anzutreffende Sprachlosigkeit zwischen Kranken und Nichtkranken zu überwinden. Außerdem möchten wir noch stärker für Themen wie Vorsorge und gesunde Lebensweise sensibilisieren“, erklärt Dr. Mantovani Löffler. „Neben dem großen Ziel, den Krebs zu heilen oder ihn sogar zu verhindern, zählen auch die kleinen Erfolgsmomente im Alltag. Dazu gehört eben auch, Menschen mit einer Krebserkrankung zu ermutigen, aber auch abzulenken und zu unterhalten.“

Mutmacher Märchen

Nach einem „Testlauf“ im Spätherbst 2017 fällt nun der Startschuss für die bundesweite Initiative am 22. August 2018 im Haus Leben Leipzig. Dann stellen die Autorinnen Grit Kurth (Text) und Roswitha Geppert (Illustration) ihr gemeinsames Buch „Der furchtsame Schmetterling und andere Mutmacher Märchen“ vor.

„Die in diesem Buch versammelten sieben Märchengeschichten möchten ihren Leserinnen und Lesern zugleich Unterhaltung und Unterstützung sein. Sie handeln von Ängsten und ihrer Verarbeitung, von Lieben und Hoffnung, von Träumen und Nicht-Aufgeben“, sagt Grit Kurth. „Märchen können in schwierigen Lebenslagen große Helfer sein“.

Dr. Mantovani Löffler verweist in diesem Zusammenhang auf einen aus ihrer Sicht sehr zutreffenden Limerick des Schweizer Dichters Wolfgang Erbroth „Ein Märchen macht das Wesen leicht, weil manche Angst beim Lesen weicht.“

Illustriert wurde das Buch von der Autorin und Künstlerin Roswitha Geppert. Ihre märchenhaften, kraftvollen und hintersinnigen Bilder laden zum Träumen und Sichfallenlassen ein. Die 19 Aquarelle sind im Rahmen einer begleitenden Ausstellung zu sehen.

Grit Kurth lebt und arbeitet in Leipzig. Sie ist von Beruf Lehrerin und engagiert sich schon länger in Leipziger Gruppen und Vereinen zu Förderung der hiesigen Literatur.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen der Roman „Seelenbruder“ (2014) und der Gedichtband „Lichtblicke (2017).

Roswitha Geppert ist seit 1997 freie Schriftstellerin. Zuvor war sie als Regieassistentin am Leipziger Theater, als Redakteurin bei Sachsen Radio und als Verantwortliche für Sponsoring am Schauspiel Leipzig tätig.  Ihr erfolgreichstes Buch „Die Last, die du nicht trägst“ (1978) erreichte bis heute 11 Auflagen.

Veranstaltung im Überblick
Mittwoch, 22. August 2018, 11 Uhr
Haus Leben Leipzig, Friesenstraße 8, 04177 Leipzig
Anmeldung: Tel. 0341-4442316 oder Mail: willkommen@hausleben.org

Die Veranstaltungsreihe „Das Leben lesen“ wird vom Förderverein Haus Leben e.V. unterstützt.

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Der RC Leipzig hofft auf Spendengelder. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

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