Unternehmensumfrage zum Brexit in Sachsen

Nur jedes dritte Exportunternehmen betreibt Geschäfte mit Vereinigtem Königreich, die Unsicherheit ist greifbar

Für alle LeserDer Brexit beschäftigt schon längst auch die sächsischen Unternehmen. Denn etliche haben heute noch wichtige Exportaufträge auf die Insel. Eine gewisse Verunsicherung wird in der jüngsten IHK-Umfrage zwar spürbar. Für einen Großteil der sächsischen Exportunternehmen sind die Folgen des EU-Austritts von Großbritannien noch nicht so recht greifbar.

In einer aktuellen Sonderauswertung der IHK-Außenhandelsumfrage „Going International“ zu den Auswirkungen des Brexit sagt jedes dritte im Außenhandel aktive sächsische Unternehmen, in signifikantem Ausmaß Auslandsgeschäfte mit dem Vereinigten Königreich zu betreiben. Zu 94 Prozent handelt es sich dabei um Exportgeschäfte.

Mit Blick auf den bevorstehenden Brexit zeigt sich große Unsicherheit: So sehen sich knapp ein Jahr vor dem Austritt des Vereinigten Königsreiches aus der Europäischen Union nur 8 Prozent der befragten sächsischen Unternehmen adäquat auf den Brexit vorbereitet. 40 Prozent können die konkreten Auswirkungen noch nicht abschätzen und weitere 20 Prozent geben an, sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben.

Ein Drittel ist laut eigener Aussage nicht im größeren Ausmaß vom Brexit betroffen. An der deutschlandweiten DIHK-Umfrage im Februar 2018 haben sich 118 auslandsaktive Unternehmen aus dem Freistaat Sachsen beteiligt.

Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der sächsischen Industrie- und Handelskammern, sagt zu dem Befund: „Die notwendige Übergangsphase, auf die sich beide Seiten nun geeinigt haben, muss produktiv genutzt werden, um eine verlässliche Basis für eine langfristige wirtschaftliche Zusammenarbeit zu schaffen. Die wachsende Bedeutung Großbritanniens für den sächsischen Markt zeigt sich in der jüngst veröffentlichten sächsischen Exportstatistik 2017: Mit einer Steigerung von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und damit einem Gesamtanteil von 6,4 Prozent aller sächsischen Exporte, behauptet sich Großbritannien auf dem dritten Platz der Zielländer von Exportaktivitäten sächsischer Unternehmen. Ein Ausbremsen dieser Dynamik durch den Aufbau neuer bürokratischer Hürden durch den Brexit hätte für den Wirtschaftsstandort Sachsen spürbar negative Auswirkungen.“

Die derzeitige Geschäftssituation im Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich bewerten 21 Prozent der sächsischen Unternehmen mit schlecht, 20 Prozent mit gut. Für die Zukunft erwarten 18 Prozent eine Verschlechterung, lediglich 6 Prozent eine Verbesserung.

Der Blick richtet sich also auf Brüssel und die große Frage, wie der Abnabelungsprozess nun gestaltet wird und ob die EU eine Lösung findet, die den Schaden möglichst gering hält. Die Erwartungen: Bei den Brexit-Verhandlungen stehen für die sächsischen Unternehmen der freie Warenverkehr zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sowie die Vermeidung von zusätzlichen Bürokratiebelastungen, beispielsweise durch Ausfuhrbescheinigungen und Zolldokumente, ganz oben auf der Prioritätenliste. Es folgen der freie Zahlungs- und Kapitalverkehr sowie die Personenfreizügigkeit.

Wenn Trump und Brexit zuschlagen, bekommt Sachsen ein Problem

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