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Aktuell sind 58 Eisenbahnbrücken in Sachsen dringend sanierungsbedürftig

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    Die Eisenbahnbrücken sind für den sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP) so eine Art Sport geworden. Jedes Jahr fragt er bei der Bundesregierung nach, wie es um die Eisenbahnbrücken in Deutschland steht. Da stecken dann auch die sächsischen Brücken mit drin. Aus denen macht der um Aufmerksamkeit ringende Abgeordnete dann jedes Mal so eine Art kleine Alarmmeldung.

    So wie auch am Montag, 6. April, wieder: „58 Eisenbahnbrücken im sächsischen Streckennetz sind dringend sanierungsbedürftig.“

    Dazu erklärte Torsten Herbst, der auch Obmann im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundestages ist: „Es ist ein bedenklicher Zustand, dass gegenwärtig 58 Eisenbahnbrücken in Sachsen sanierungsbedürftig sind. Hier rächen sich die langjährigen Defizite bei Erhalt und Modernisierung des Schienennetzes. Denn Defizite gab es lange nicht nur bei der Bereitstellung finanzieller Mittel, auch langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren tragen wesentlich zum aktuellen Modernisierungsstau bei. Die Beschleunigungsmöglichkeiten des vereinfachten Verfahrens aus dem zweiten ,Planungsbeschleunigungsgesetz‘ müssen jetzt konsequent genutzt werden.

    Eine zügige Sanierung der Eisenbahnbrücken ist dringend geboten. Beschränkungen bei der Befahrbarkeit von Brücken wirken sich schnell auf das umliegende Netz aus. Für kürzere Fahrzeiten im Personenverkehr und eine höhere Leistungsfähigkeit der Schiene für den Gütertransport ist die Beseitigung des Instandhaltungsrückstaus immens wichtig. Ein weiteres Verschleppen von Brückensanierungen zieht zudem immer höhere Instandhaltungsaufwendungen nach sich.“

    Wer dann freilich die Antwort aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur liest, sieht für diese Alarmstimmung keinen Grund. Denn der Stau bei der Erneuerung der Brücken ist ja nicht neu. Und er entsteht auch nicht, weil die Planverfahren zu lange dauern.

    Im Schnitt dauern die Genehmigungsverfahren zwischen 12 und 36 Monaten, je nachdem, wie komplex der bearbeitete Standort ist – da spielt die Lage in Innenstädten genauso eine Rolle wie die in Naturschutzgebieten oder auch – wie ja in Leipzig erlebt – die jeweilige Haltung der Denkmalbehörde.

    Und dann verzögern sich viele Baustellen auch noch, weil die Bahn für die Bauzeit (die in der Regel länger als ein Jahr dauert) Umleitungsstrecken und Ausweichlösungen finden muss. Eine solche Baustelle muss also auch terminlich über Jahre im Voraus geplant werden.

    Das eigentliche Nadelöhr sind aber die Kosten. Allein der Neubau der 1.004 Brücken in der schlechtesten Zustandskategorie 4 würde nach Schätzungen der Deutschen Bahn 7,3 Milliarden Euro kosten. Insgesamt hat die Bahn aber 25.707 Brücken unter den Rädern, davon 1.919 in Sachsen. Da relativieren sich die von Herbst genannten 58 Brücken, denn sie machen nur einen Bestand von 3 Prozent unter allen sächsischen Eisenbahnbrücken aus.

    Zustandsbewertung der Eisenbahnbrücken durch die deutsche Bahn. Grafik: Antwort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
    Zustandsbewertung der Eisenbahnbrücken durch die Deutsche Bahn. Grafik: Antwort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

    Und es gehört auch zur Wahrheit, dass die Bahn an vielen Brücken derzeit schon baut (man denke nur an die Brücken im Leipziger Osten) oder sie in den letzten Jahren schon neu gebaut oder modernisiert hat. Tatsächlich war die Zahl der sächsischen Eisenbahnbrücken in der schlechtesten Kategorie schon einmal deutlich höher – 2018 meldete die Bahn noch 132 Brücken mit akutem Handlungsbedarf. Manchmal reichen sogar einfache Sanierungsmaßnahmen, um Brücken wieder in eine höhere Benotung zu führen und den Zeitraum bis zum nötigen Neubau hinauszuschieben.

    Und auch der Verweis auf das Alter der Brücken ist nicht immer zielführend, denn gebaut wurden sie ursprünglich natürlich mit der Absicht, dass sie 50 oder auch 100 Jahre halten sollen. Natürlich mit entsprechender Wartung.

    Tatsächlich erzählt die Auskunft der Bundesregierung also davon, dass die Bahn in den letzten Jahren bei Sanierung und Neubau ihrer Brücken spürbar Fahrt aufgenommen hat, auch wenn wir den Zustand eines Netzes im flächendeckenden Top-Zustand nicht so bald erleben werden.

    Aber auch in Sachsen bewertet die Bahn 505 Brücken (also rund ein Viertel) mit der Note 1 und 868 Brücken mit der Note 2. Direkten Handlungsbedarf gibt es also bei 546 Brücken, bei 58 davon sehr dringlichen.

    132 Eisenbahnbrücken in Sachsen sind sanierungsreif, für Dutzende fehlt das Geld zur schnellen Sanierung

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