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Verband der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften: Um die CO2-Emissionen weiter zu senken, sind jetzt die Versorger in der Pflicht

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    Das Wohnen trägt zu einem nicht unwesentlichen Anteil zur Treibhausgas-Bilanz Deutschlands bei. 810 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente schlugen 2019 für die Bundesrepublik zu Buche. Rund 200 Millionen Tonen entfielen dabei auf den Bereich Wohnen. Was auch mit der fossilen Grundlage des Heizens zu tun hat. Sachsens Wohnungsgenossenschaften versuchen schon länger, die CO2-Bilanz ihrer Bestände zu verringern. Doch jetzt sind die Versorger dran, mahnte der VSWG in seiner Jahrespressekonferenz am 27. Mai.

    So konnten die Verbräuche der Wohnungsbestände seit 1990 signifikant von 227,0 auf mittlerweile 89,5 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche reduziert werden, rechnete der Verband der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften (VSWG) vor. Das entspricht einer Ersparnis von 60,6 Prozent gegenüber dem Jahr der Wiedervereinigung. Der war damals freilich noch extrem hoch, weil in der späten DDR Braunkohle der Hauptenergieträger war – auch bei der Fernwärmeversorgung.Aber Sachsens Wohnungsgenossenschaften würden inzwischen auch die Anforderungen auf Basis der jüngst vorgelegten Novelle des Klimaschutzgesetzes (Entwurf) der Bundesregierung erfüllen, die eine Reduktion der Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors um 68 % bis 2030 vorsehen. Da hätte man schon jetzt fast geschafft.

    Berücksichtige man zusätzlich, dass sich seit 1990 nicht nur der Verbrauch, sondern auch die Energieträger verändert und somit die CO2-Anteile deutlich gemindert haben (z. B. durch Einbindung regenerativer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung), seien die angestrebten CO2-Reduktionen im Wohnungsbestand vermutlich sogar heute schon vollständig erreicht, betont der VSWG.

    „Damit haben die Wohnungsgenossenschaften ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Jetzt sind die Versorger am Zug“, meinte Mirjam Luserke am Mittwoch. Immanent für den Bestand der Wohnungsgenossenschaften sei ein hoher Anteil an fernwärmebeheizten Beständen, die 78,2 Prozent des Verbrauchs ausmachen.

    „Dabei sind wir als Bezieher von den Lieferanten abhängig, ob sie grüne Wärme liefern“, sagt Mirjam Luserke. Weitere 18,9 Prozent des Verbrauchs sind auf Heizungssysteme auf Basis von Erdgas zurückzuführen. Ölheizungen spielen mit knapp einem Prozent eine eher untergeordnete Rolle und sind vor allem noch in sehr ländlichen Regionen ohne Fernwärmesysteme und ohne Gasanschluss zu finden.

    Reichlich 2 Prozent des Verbrauchs gehen auf Wärmeversorgungssysteme sonstiger Quellen zurück. Hierbei reicht das Spektrum von Biomasse über Pellets bis hin zu strombasierten Heizungen (Nachtspeicher, Wärmepumpe etc.).

    Das rechnerische Reduktionsziel der Bundesregierung bezogen auf 1990 liegt bei 72,6 kWh/qm im Jahr 2030, wenn man für die Mitgliedsgenossenschaften des VSWG die 227 kWh/qm von 1990 zugrunde legt. 2014 wurden 101 kWh/qm erreicht, 2020 dann 89,5 kWh/qm. Da aber die bezogene Fernwärme zu einem großen Teil immer noch aus Braunkohlekraftwerken stammt, ist natürlich ein Stand erreicht, der mit weiteren Maßnahmen bei Dämmung und Minderung des Heizverbrauchs kaum noch zu senken ist.

    Hier muss es noch deutlich vor 2030 einen Wechsel des Energieträgers bei den Fernwärmelieferanten geben. In Leipzig deutet er sich zumindest schon an mit dem Ausstieg aus der Fernwärmeversorgung aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf, auch wenn die neue Basis dann erst einmal Erdgas sein wird, bis Grüner Wasserstoff in genügender Menge bereitsteht, um im neuen Gaskraftwerk die Turbinen anzutreiben.

    Aber das kann dauern, da nicht nur die aktuelle Bundesregierung mit allen Finessen den Windkraftausbau bremst, sondern auch die sächsische Staatsregierung.

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