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Ab 2025 könnte eine saubere Zugverbindung nach Grimma und Döbeln Wirklichkeit werden

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    Die Technologien sind alle schon da. Eine Zukunft ohne Öl und Kohle ist möglich – aber nur, wenn unsere Gesellschaft sich verändert und aus der Bequemlichkeit herauskommt. Ein Beispiel dafür ist die Wasserstofftechnologie, mit der nicht nur Autos, sondern auch Züge angetrieben werden können. Seit September 2018 ist der französische Konzern Alstom mit seinem Wasserstoffzug auf Werbetour durch Deutschland. Am Freitag, 1. Februar, gab es die erste Tour mit Wasserstoff vom Leipziger Hauptbahnhof nach Grimma.

    Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) präsentierte gemeinsam mit dem französischen Bahntechnik-Konzern Alstom sowie den Projektpartnern Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und dem ostdeutschen Wasserstoffcluster HYPOS den innovativen Wasserstoff-Brennstoffzellenzug erstmalig in Ostdeutschland im Live-Betrieb.

    Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, welche die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt.

    Unter den Augen der rund 150 geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreichen Eisenbahn-Enthusiasten der Region meisterte der Zug seine Premierenfahrt von Leipzig nach Grimma sowie zurück und überzeugte dabei vor allem mit Emissionsfreiheit, Geräuscharmut und seiner hohen Leistungsfähigkeit.

    Während der Festveranstaltung am Bahnhof in Grimma wurde deutlich, wie Sachsens Schienennetz von der neuen Technologie profitieren kann. Denn der elektrische Ausbau des Streckennetzes kostet viel Zeit und vor allem Geld und findet daher schwerpunktmäßig in den Ballungsräumen statt. Eine Elektrifizierung der Strecke nach Grimma steht noch in den Sternen. Was tun?

    Der Wasserstoffzug ist für den ZVNL eine sinnvolle Alternative für eine schnellere Einbindung von Zielen auch im ländlichen Raum – sei es für den Übergang bis zur Elektrifizierung oder als Dauerlösung.

    Der Alstom-Zug vor dem Hauptbahnhof Leipzig. Foto: Frank Schütze
    Der Alstom-Zug vor dem Hauptbahnhof Leipzig. Foto: Frank Schütze

    „Der Schienenpersonennahverkehr erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Allein im Gebiet des ZVNL werden täglich 90.000 Fahrgäste befördert – Tendenz steigend. Seit der Eröffnung des City Tunnels in Leipzig erleben wir ein Plus von rund 30 Prozent bei der Anzahl an Fahrgästen“, erklärt Kai Emanuel, Landrat in Nordsachsen und zugleich Verbandsvorsitzender des ZVNL.

    Aus diesem Grund sei es wichtig, frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen in der Region für die Mobilität der Zukunft zu schaffen. Gerade mit Hinblick auf die steigenden Miet- und Kaufpreise für Immobilien in den Metropolen und dem damit verbundenen Zuzug der Menschen in die Speckgürtel der Ballungsräume ist ein kontinuierlicher Ausbau des Schienennetzes unerlässlich.

    „Um dies weiter voranzutreiben, haben wir uns als erster Zweckverband in Ostdeutschland intensiv mit dem Thema Wasserstoffzug beschäftigt. Diese Technologie kann es uns ermöglichen, das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz ohne hohe Elektrifizierungskosten bedarfsgerecht zu erweitern. Zudem dürfen Wasserstoffzüge im Gegensatz zu dieselbetriebenen Schienenfahrzeugen grundsätzlich Tunnel passieren – eine klassische Win-Win-Situation.

    So können wir als ZVNL unser Nahverkehrsangebot in enger Abstimmung mit dem Busverkehr vor Ort sowie den zuständigen kommunalen Stellen weiterentwickeln. Damit sich noch mehr Menschen für den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr entscheiden. Die Wasserstofftechnologie kann dafür ein wichtiger Baustein sein. Wir haben ab heute eine belastbare Grundlage für weitere Gespräche“, so Emanuel.

    Dies sieht auch Henry Graichen so. Der Landrat des Landkreises Leipzig befürwortet vor allem einen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum. „Mit der Wasserstofftechnologie können wir zusätzliche Regionen an das S-Bahn-Netz anschließen, was bisher an der fehlenden Elektrifizierung von Schienenstrecken gescheitert ist. Gerade im Zusammenspiel mit dem jüngst gestarteten Modellprojekt ‚Muldental in Fahrt‘, welches das lokale Busnetz deutlich erweitert, kann die Erreichbarkeit und damit die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger außerhalb der urbanen Zentren verbessert werden“, so Graichen.

    Im Landkreis Leipzig wurde dafür ein Raum im Korridor der Städte Bad Lausick, Brandis, Colditz und Grimma ausgewählt, in dem etwa 100.000 Menschen leben. „Mit der Wasserstofftechnologie gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Verbesserung des ÖPNV-Angebotes im ländlichen Raum.“

    Der Alstom-Zug im Bahnhof Grimma. Foto: Frank Schütze
    Der Alstom-Zug im Bahnhof Grimma. Foto: Frank Schütze

    Und dazu kommt, dass die Wasserstofftechnologie in der Region längst heimisch ist. Hier wird schon lange an einer Energiezukunft jenseits der Kohle geforscht. Nur seltsamerweise kommt das in den Sonntagsreden der Regierungschefs nie vor, die immer noch behaupten, das Land könne auf Jahrzehnte nicht auf Kohle verzichten.

    Dabei ist die Wasserstofftechnologie ein ganz zentrales Zukunftsthema.

    „Die Wasserstoff-Technologie bietet vielfältige Potenziale für die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende und des Strukturwandels in der Region. Aufbauend auf der exzellenten Forschungsinfrastruktur zum Thema Wasserstoff gilt es nun, wirtschaftliche Anwendungen in den Bereichen Energieversorgung, Industrie und Mobilität zu entwickeln“, betont Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland.

    In der gemeinsam mit dem ZVNL durchgeführten Machbarkeitsstudie, die im März letzten Jahres vorgestellt wurde, sei der grundsätzliche Nachweis für den erfolgreichen Einsatz von Wasserstoff-Zügen im mitteldeutschen Schienenverkehr erbracht worden.

    „Wenn es uns gelingt, diese Zukunftstechnologie als erste in Ostdeutschland auf die Schiene zu bekommen, wäre dies ein wichtiger Baustein für eine Wasserstoff-Modellregion mit bundesweiter Ausstrahlung“, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter.

    Und natürlich stimmt hier Kay Okon zu. Er ist Vorstandsmitglied im ostdeutschen Wasserstoffcluster HYPOS und lobt die zahlreichen wissenschaftlichen Vorarbeiten seiner Mitgliedsunternehmen bei diesem Thema und sieht die Zeit für eine konsequente Umsetzung in der Praxis gekommen.

    Der Alstom-Zug am Bahnsteig 22 des Hauptbahnhofs Leipzig. Foto: Ralf Julke
    Der Alstom-Zug am Bahnsteig 22 des Hauptbahnhofs Leipzig. Foto: Ralf Julke

    „Seit unserer Gründung im Jahr 2013 konnten wir zahlreiche Forschungsprojekte zur Elektrolyse und auch zur Verträglichkeit von Wasserstoff auf andere Materialien realisieren. Der Einsatz des Wasserstoffzuges wäre ein neuer konkreter Anwendungsfall im Osten der Republik, den wir sehr begrüßen würden. Wir als HYPOS fördern auf Wasserstoff basierende Infrastrukturen in Mitteldeutschland, insbesondere Strukturen zur Erzeugung, Speicherung und Transport von Grünem Wasserstoff. Jeder Abnehmer dieses umweltfreundlichen Antriebsstoffs ist ein willkommener Teilnehmer im neuen Geschäftsfeld.“

    Denn Wasserstoff ist nicht nur leicht als Treibstoff einsetzbar – er kann auch mit überschüssigen Strommengen aus alternativen Energien erzeugt werden, wenn Wind und Sonne mehr als benötigt Strom produzieren. Dann kann der Wasserstoff als Speichermedium genutzt werden. Auch die Verbundnetz Gas AG in Leipzig beschäftigt sich schon seit Jahren mit den Speichermöglichkeiten für Wasserstoff.

    Das kann ein wesentlicher Baustein für unsere Energiezukunft sein. Und der französische Bahntechnik-Konzern Alstom sieht echte Chancen, künftig die alten Dieselzüge, die auf deutschen Schienen unterwegs sind, durch saubere Wasserstoff-Traktionen zu ersetzen. Mit dem Coradia iLint verfügt Alstom über einsatzbereite Wasserstoffzüge, die als emissionsfreie Alternative auf nicht elektrifizierten Strecken fahren können.

    „Damit eröffnen wir ein neues Zeitalter des Zugantriebs. Der Coradia iLint von Alstom ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf sowie Kondenswasser ab. Seine Praxistauglichkeit im Alltag hat er dabei längst bewiesen“, betont Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer für Alstom in Deutschland und Österreich. Und mit dem ZVNL hat er einen Partner vor Ort, der schon im März 2018 sein hohes Interesse an diesen Zügen bekundet hat.

    Mit der nächsten Ausschreibung zum Fahrplanwechsel 2025 soll die direkte Anbindung des Leipziger Stadtgebiets ans Muldental sowie in Richtung Gera verbessert werden, hat der ZVNL schon im März betont. Für die Strecken Leipzig-Grimma-Döbeln und Leipzig-Zeitz-Gera hat er den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenzügen prüfen lassen. Die zugehörige Machbarkeitsstudie zeigte dann, dass dem Einsatz von Brennstoffzellen als Antriebstechnik für den Schienenpersonennahverkehr in Mitteldeutschland grundsätzlich nichts entgegensteht.

    Erste Wasserstofftankstelle der Region Leipzig im Güterverkehrszentrum eröffnet

     

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      4 KOMMENTARE

      1. @Olaf
        Sicher ist die Geschichte des menschenfeindlichen Neoliberalismus und die erfolgreichen Versuche diesen auch politisch umzusetzen, wesentlich älter als die AfD.
        Aber die AfD wurde von Politikern gegründet, die von Anfang an neoliberale Ziele verstärkt umsetzen wollten.
        Nationalistisch zur DM zurück und ein gemeinsames Europa zerstören wollend.
        ‚Rechts-Konservative‘ waren von Anfang an willkommen und dass es da nur ein kleiner Schritt ist, auch rechts-faschistische Mitglieder einzusammeln, von denen man sich eben nicht abgrenzen kann, beweißt ja ihre Geschichte bis heute.
        Und dass die ‚Alt-Parteien‘ Mitglieder und Wähler von der AfD zurückholen wollen,
        wenn das so weitergeht, findet man in der AfD sowieso nur noch extrem Rechte.

        Mancher Rechtskonservative bzw. mit dem Umgang der Politik zur ‚Flüchtlings-Krise‘ nicht einverstandene, hatte sich wohl hier eine Möglichkeit zur Einflussnahme erhofft.
        Und erkennt jetzt, dass autoritäre und machtversessene Strukturen in der AfD nicht zu Meinungsfreiheit, sondern zu einem diktatorischen System zuerst innerhalb der Partei und wenn gewählt, auch in der Gesellschaft führen.

        Das andere sind die Wähler. Ich denke, da muss man unterscheiden zwischen Regional-Wahlen und (scheinbar räumlich weit entfernten) Landtags- und Bundestagswahlen.
        Es sind die vor Ort agierenden Politiker und vielleicht noch die Direktkandidaten, die als konkreter Mensch vor Ort bekannt sind.
        Und da müssen die Menschen vor Ort selber wissen, ob einzelne AfD-Politiker ihnen persönlich irgendeinen Vorteil bringen oder einfach nur die konkrete Arbeit der Gemeinde-Räte und -Verwaltungen stören und behindern wollen, aber eben keine Lösungen zu bieten haben.
        Außerdem sind da im Hintergrund auch (fast) immer, gewaltbereite und -tätige, neu- und alt-rechte Strukturen unterwegs,
        und ob man selbst in einer national befreiten Zone leben möchte..
        Zumindest schafft das kein Klima, indem sich Wirtschaft und Wissenschaft gerne neu ansiedeln.
        Die Rendite hängt nun mal auch von der Zusammenarbeit und dem ‚Wohlergehen‘ der Belegschaft ab.
        und wenn ausländische oder eher freiheitlich europäisch bzw. global denkende Menschen bedroht und angegriffen werden,
        wird man sich auch deshalb Gedanken machen, ob das der richtige Standort für eine Neuansiedlung ist.

        Na und diese unbedingte Aufforderung Wählen zu gehen, wie zur Bundestagswahl 2017, halte ich für falsch.
        Wer nicht weiß, wen er wählen soll, und sich dann aus ‚Protest‘, und weil er als Demokrat ja irgendwas wählen muss, für die AfD entscheidet.. wäre mal lieber zu Hause geblieben.

        Ob das den ‚Alt-Parteien‘ schadet und dort zu einem Umdenken führt, wenn man die AfD wählt?
        Selbst wenn, schadet es unserer Demokratie mehr, wenn die AfD in die Parlamente gewählt wird und da Einfluss nehmen kann.

        So eine ‚richtige Wahlempfehlung‘ habe ich da aber auch nicht. Am ehesten noch Grüne und Linke, und einzelne ausgewählte SPD-Politiker, jüngere vor allem..
        Auf alle Fälle im Sächsischen Landtag mindestens eine starke Opposition, mit autarken Persönlichkeiten,
        um das selbstherrlich agierende Weiterso der CDU, auch mit Duldung der SPD, zu durchbrechen.

        Und dass AfD-Wähler auch Nazis wählen, wird man ja wohl mal sagen dürfen ^^

      2. Es interessiert weder die Konzerne, noch die Wissenschaftler oder auch Touristen welche Partei regiert.
        Die Einen interessiert nur die bestmögliche Rendite, die Anderen interessieren Förderkulisse und Forschungsfreiheit. Touristen interessiert Kultur.

        Doch davon abgesehen ist die AfD Folge einer neoliberalen, menschenverachtenden Politik – nicht deren Ursache.
        Wer die AfD verhindern will, muß die Politik ändern, die die AfD hervorgebracht hat.
        Es ist nicht nur naiv sondern in mehrfacher Hinsicht schlicht schädlich zu fordern, die Menschen mögen die AfD nicht wählen.
        Insbesondere werden die „Alt-Parteien“ im Glauben gelassen oder darin bestärkt, das Problem liege im Vorhandensein der AfD.

      3. Nun, da wird’s ja dann spannend, wo und von wem die neuen Züge (und deren Antriebe) gebaut werden.
        Und welcher Konzern, wo und in welche Technologie investiert.
        Ausschlaggebend wird da wohl die staatliche Förderung sein,
        aber sicher auch das

        POLITISCHE KLIMA VOR ORT:
        Wenn, wie in Cottbus, gegen ‚Ausländer‘ demonstriert wird, ist das mindestens dem Wissenschaftsstandort (BTU Cottbus-Senftenberg) nicht zuträglich, rechten militanten Strukturen wird der Boden bereitet, die rechten in der AfD freut’s..
        daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videosextern/rechtsextremismus-in-der-fanszene-von-energie-cottbus-100.html

        Und in Görlitz (Bombardier, Siemens), da wo der sächsische MP sein CDU-Direktmandat für den Bundestag an den AfD-Politiker Tino Chrupalla verloren hat,
        herrscht wahrscheinlich auch kein Klima, das Investitionen befördert.
        (Journalisten, die über quasi profaschistische Zustände in der AfD berichten, sollen eingeschüchtert und in ‚Schwarzen Listen‘ gesammelt werden:
        freiepresse.de/nachrichten/sachsen/das-schreiben-von-tino-chrupalla-im-wortlaut-artikel10435287 ).

        Mit Hilfe der schein-demokratischen AfD an der Oberfläche wird versucht durch Bedrohung und Einschüchterung von Journalisten, Politikern, Staatsanwälten, gegen rechts engagierter Initiativen vor Ort etc., ein Klima der Angst zu schaffen.
        Der ‚Strukturwandel‘ in der Lausitz ist halt nicht nur durch die ‚Energiewende‘ bestimmt.
        Kann man nur hoffen, dass die Menschen vor Ort, noch rechtzeitig vor den Wahlen begreifen,
        wer hier die Gesellschaft zerstört, indem er mit menschenfeindlichem Hass agiert.
        Aber keine konstruktiven Lösungen für ein investitionsfreudiges Klima, und damit dem Entstehen neuer Arbeitsplätze, bietet.

        DIE KÄMPFE DER GROßKONZERNE
        auf dem Weltmarkt, werden dann zur Nebensache für die Region.
        Obwohl die Region Bautzen/Görlitz eine lange Tradition im Eisenbahn-Fahrzeugbau und Waggonbau hat.

        Der kanadische Konzern BOMBARDIER setzt auf Batteriebetriebene Züge, die über die Oberleitung aufgeladen werden können.
        „Mitte 2019 soll in Baden-Württemberg eine einjährige Testphase des Passagierbetriebs starten, [..]Am Bombardier-Standort Hennigsdorf in Brandenburg wurde ein Prototyp („Talent 3“) vorgestellt. [..]Das Gesamtvolumen des Projektes bezifferte das Unternehmen auf acht Millionen Euro, wovon vier Millionen Euro Bundesfördermittel sind.“(1*)

        Bombardier will wohl auch die beiden Standorte in Görlitz und Bautzen stärken.
        Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dresden soll zu Innovationen auf der Schiene geforscht werden. In einem Kooperationsvertrag sind zunächst 500 000 Euro für zwei Projekte eingeplant.
        „Fohrer [Bombardier-Deutschlandchef] sprach zudem von 30 bis 50 Millionen Euro, die der Fahrzeugbauer in den Standort Bautzen investieren will. Bisher war von rund 30 Millionen Euro die Rede. Bautzen soll künftig weltweit Maßstäbe in Sachen Industrie 4.0 setzen, so Fohrer. Auch in Görlitz seien die Auftragsbücher für das nächste Jahr besser gefüllt als geplant. Der angekündigte Einschnitt verschiebe sich daher auf 2020.“(2*)

        (Parallel zu Görlitz wurden von Bombardier in ein gleichartiges Werk in Polen 40 Millionen Euro investiert und ein wohl für Görlitz geplanter Großauftrag dorthin vergeben.
        Da hilft nur eine Stärkung der EU, um mit der Angleichung der Lebensverhältnisse einen EU-weiten Mindestlohn einführen zu können. Ansonsten werden nur Populisten gestärkt, die meinen mit nationalen Grenzen, Konzerne von ihrer Suche nach den billigsten Arbeitskräften abhalten zu können. Wobei eine Stärkung der Europastadt Breslau als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort auch der gesamten EU dient, auch um rechtspopulistischen Entwicklungen in Polen entgegenzuwirken. Auch in Betrachtnahme der Geschichte der Breslauer Universität und daraus hervorgegangenen Vordenkern der Aufklärung und deren Wirken auch an mitteldeutschen Universitäten(3*).(4*))

        Und wo SIEMENS hin will?
        Aktuell wird (neben weiterem weltweiten Stellenabbau) in einen neuen Innovationscampus in Siemensstadt (Berlin) investiert (rund 60 Millionen Euro sind von Siemens geplant).(5*)

        Im Dezember 2018 erhielt Siemens einen Großauftrag von Kanada zur Lieferung von Zügen ab 2021 in Höhe von 652 Millionen Euro. Der einheimische Bombardier-Konzern hatte das Nachsehen.
        „Kanadas staatliche Eisenbahngesellschaft VIA Rail teilte am Mittwoch mit, eine Bestellung über 989 Millionen kanadische Dollar (652 Millionen Euro) an Siemens vergeben zu haben.“(6*)

        Naja, um zum Inhalt des Artikels zurück zu kommen ^^
        Aktuell wollen SIEMENS und ALSTOM fusionieren, um zur ‚Marktbereinigung‘ einen gemeinsamen Großkonzern zu bilden. Da könnte man dann weiter kosteneffizient rationalisieren, d.h. Arbeitsplätze abbauen..
        Und mit der Warnung vor der ‚Gelben Gefahr‘ kann man ja nicht nur den ‚Kalten Krieg‘ wieder anheizen.
        „Bis zum 18. Februar [2019] will die EU-Kommission über die geplante Fusion der Zugsparten aus Deutschland und Frankreich entscheiden, und so wie die Dinge stehen, wird EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Sache nicht durchgehen lassen. ICE und TGV blieben also getrennt. Grund: Die EU-Kommissarin fürchtet um den Wettbewerb in Europa. Siemens und Alstom aber bereiten sich seit einem Jahr auf die Fusion vor. Sie wollen sie vor allem, um sich in Europa gegen den chinesischen Zughersteller-Giganten CRRC zu wappnen.“(7*)

        Da hängt mal wieder alles mit allem zusammen.
        Zum einen geht es für die neuen Züge um umweltfreundliche Antriebe, zum anderen aber auch darum, wo diese Züge gebaut werden.
        Und von wem und ob der jenige auch in die Region investiert, wieviel Fördermittel er erhält,
        und gewartet müssen die Züge ja auch irgendwo werden.

        Viel zu tun für kluge engagierte Journalisten,
        auch damit man mal vorher weiß, welchem Konzern sich die deutsche Politik gerade ausliefert,
        wenn es dann wieder zu Stellen-Streichungen kommt..

        PS: Und manche in der CDU Sachsen (und weiter rechts) wünschen sich wahrscheinlich einfach mit Braunkohle betriebene Dampflokomotiven zurück, um den Braunkohleabbaustandort noch möglichst lange ‚gewinnbringend‘ zu erhalten ^^

        1*)12.09.18, 15:17 dpa-AFX
        onvista.de/news/bombardier-investiert-in-batteriezuege-fuer-deutschen-markt-121419801

        2*)22.11.2018 von dpa
        dnn.de/Region/Mitteldeutschland/Bombardier-will-mit-Forschung-saechsische-Standorte-staerken

        3*)
        Dankeschön, für den interessanten Beitrag zu dem historischen Christian Wolff in der L-IZ.
        Wenn man da mal so weiterschaut, wer noch alles im Zuge der Reformation kluge, menschenfreundliche Gedanken entwickelt und gelehrt hat,
        Und wie der Katholizismus auch in der Wissenschaft und politischen Einvernahme der Monarchen (auch mit Hilfe der Jesuiten) dagegen gearbeitet hat, ist schon spannend..
        l-iz.de/bildung/buecher/2019/02/Die-erste-grosse-Biographie-ueber-den-Aufklaerer-Christian-Wolff-256791

        4*)29. März 2018
        mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/reaktionen-auf-bombardier-entscheidung-goerlitz-100.html

        5*)26.09.2018
        tagesspiegel.de/wirtschaft/stellenabbau-siemens-streicht-2900-stellen-700-in-berlin/23108302.html

        6*)12.12.2018
        handelsblatt.com/unternehmen/industrie/via-rail-siemens-sticht-bombardier-bei-kanadischem-grossauftrag-aus/23753210.html?ticket=ST-200596-CiIkPk1vlqevaV0c7hWS-ap3

        7*)30. Januar 2019
        sueddeutsche.de/wirtschaft/hautpversammlung-siemens-alstom-fusion-1.4309281

      4. Nun, da wird’s ja dann spannend, wo und von wem die neuen Züge (und deren Antriebe) gebaut werden.
        Und welcher Konzern, wo und in welche Technologie investiert.
        Ausschlaggebend wird da wohl die staatliche Förderung sein,
        aber sicher auch das

        POLITISCHE KLIMA VOR ORT:
        Wenn, wie in Cottbus, gegen ‚Ausländer‘ demonstriert wird, ist das mindestens dem Wissenschaftsstandort (BTU Cottbus-Senftenberg) nicht zuträglich, rechten militanten Strukturen wird der Boden bereitet, die rechten in der AfD freut’s..
        https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videosextern/rechtsextremismus-in-der-fanszene-von-energie-cottbus-100.html

        Und in Görlitz (Bombardier, Siemens), da wo der sächsische MP sein CDU-Direktmandat für den Bundestag an den AfD-Politiker Tino Chrupalla verloren hat,
        herrscht wahrscheinlich auch kein Klima, das Investitionen befördert.
        (Journalisten, die über quasi profaschistische Zustände in der AfD berichten, sollen eingeschüchtert und in ‚Schwarzen Listen‘ gesammelt werden:
        https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/das-schreiben-von-tino-chrupalla-im-wortlaut-artikel10435287 ).

        Mit Hilfe der schein-demokratischen AfD an der Oberfläche wird versucht durch Bedrohung und Einschüchterung von Journalisten, Politikern, Staatsanwälten, gegen rechts engagierter Initiativen vor Ort etc., ein Klima der Angst zu schaffen.
        Der ‚Strukturwandel‘ in der Lausitz ist halt nicht nur durch die ‚Energiewende‘ bestimmt.
        Kann man nur hoffen, dass die Menschen vor Ort, noch rechtzeitig vor den Wahlen begreifen,
        wer hier die Gesellschaft zerstört, indem er mit menschenfeindlichem Hass agiert.
        Aber keine konstruktiven Lösungen für ein investitionsfreudiges Klima, und damit dem Entstehen neuer Arbeitsplätze, bietet.

        DIE KÄMPFE DER GROßKONZERNE
        auf dem Weltmarkt, werden dann zur Nebensache für die Region.
        Obwohl die Region Bautzen/Görlitz eine lange Tradition im Eisenbahn-Fahrzeugbau und Waggonbau hat.

        Der kanadische Konzern BOMBARDIER setzt auf Batteriebetriebene Züge, die über die Oberleitung aufgeladen werden können.
        „Mitte 2019 soll in Baden-Württemberg eine einjährige Testphase des Passagierbetriebs starten, [..]Am Bombardier-Standort Hennigsdorf in Brandenburg wurde ein Prototyp („Talent 3“) vorgestellt. [..]Das Gesamtvolumen des Projektes bezifferte das Unternehmen auf acht Millionen Euro, wovon vier Millionen Euro Bundesfördermittel sind.“(1*)

        Bombardier will wohl auch die beiden Standorte in Görlitz und Bautzen stärken.
        Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dresden soll zu Innovationen auf der Schiene geforscht werden. In einem Kooperationsvertrag sind zunächst 500 000 Euro für zwei Projekte eingeplant.
        „Fohrer [Bombardier-Deutschlandchef] sprach zudem von 30 bis 50 Millionen Euro, die der Fahrzeugbauer in den Standort Bautzen investieren will. Bisher war von rund 30 Millionen Euro die Rede. Bautzen soll künftig weltweit Maßstäbe in Sachen Industrie 4.0 setzen, so Fohrer. Auch in Görlitz seien die Auftragsbücher für das nächste Jahr besser gefüllt als geplant. Der angekündigte Einschnitt verschiebe sich daher auf 2020.“(2*)

        (Parallel zu Görlitz wurden von Bombardier in ein gleichartiges Werk in Polen 40 Millionen Euro investiert und ein wohl für Görlitz geplanter Großauftrag dorthin vergeben.
        Da hilft nur eine Stärkung der EU, um mit der Angleichung der Lebensverhältnisse einen EU-weiten Mindestlohn einführen zu können. Ansonsten werden nur Populisten gestärkt, die meinen mit nationalen Grenzen, Konzerne von ihrer Suche nach den billigsten Arbeitskräften abhalten zu können. Wobei eine Stärkung der Europastadt Breslau als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort auch der gesamten EU dient, auch um rechtspopulistischen Entwicklungen in Polen entgegenzuwirken. Auch in Betrachtnahme der Geschichte der Breslauer Universität und daraus hervorgegangenen Vordenkern der Aufklärung und deren Wirken auch an mitteldeutschen Universitäten(3*).(4*))

        Und wo SIEMENS hin will?
        Aktuell wird (neben weiterem weltweiten Stellenabbau) in einen neuen Innovationscampus in Siemensstadt (Berlin) investiert (rund 60 Millionen Euro sind von Siemens geplant).(5*)

        Im Dezember 2018 erhielt Siemens einen Großauftrag von Kanada zur Lieferung von Zügen ab 2021 in Höhe von 652 Millionen Euro. Der einheimische Bombardier-Konzern hatte das Nachsehen.
        „Kanadas staatliche Eisenbahngesellschaft VIA Rail teilte am Mittwoch mit, eine Bestellung über 989 Millionen kanadische Dollar (652 Millionen Euro) an Siemens vergeben zu haben.“(6*)

        Naja, um zum Inhalt des Artikels zurück zu kommen ^^
        Aktuell wollen SIEMENS und ALSTOM fusionieren, um zur ‚Marktbereinigung‘ einen gemeinsamen Großkonzern zu bilden. Da könnte man dann weiter kosteneffizient rationalisieren, d.h. Arbeitsplätze abbauen..
        Und mit der Warnung vor der ‚Gelben Gefahr‘ kann man ja nicht nur den ‚Kalten Krieg‘ wieder anheizen.
        „Bis zum 18. Februar [2019] will die EU-Kommission über die geplante Fusion der Zugsparten aus Deutschland und Frankreich entscheiden, und so wie die Dinge stehen, wird EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Sache nicht durchgehen lassen. ICE und TGV blieben also getrennt. Grund: Die EU-Kommissarin fürchtet um den Wettbewerb in Europa. Siemens und Alstom aber bereiten sich seit einem Jahr auf die Fusion vor. Sie wollen sie vor allem, um sich in Europa gegen den chinesischen Zughersteller-Giganten CRRC zu wappnen.“(7*)

        Da hängt mal wieder alles mit allem zusammen.
        Zum einen geht es für die neuen Züge um umweltfreundliche Antriebe, zum anderen aber auch darum, wo diese Züge gebaut werden.
        Und von wem und ob der jenige auch in die Region investiert, wieviel Fördermittel er erhält,
        und gewartet müssen die Züge ja auch irgendwo werden.

        Viel zu tun für kluge engagierte Journalisten,
        auch damit man mal vorher weiß, welchem Konzern sich die deutsche Politik gerade ausliefert,
        wenn es dann wieder zu Stellen-Streichungen kommt..

        PS: Und manche in der CDU Sachsen (und weiter rechts) wünschen sich wahrscheinlich einfach mit Braunkohle betriebene Dampflokomotiven zurück, um den Braunkohleabbaustandort noch möglichst lange ‚gewinnbringend‘ zu erhalten ^^

        1*)12.09.18, 15:17 dpa-AFX
        http://www.onvista.de/news/bombardier-investiert-in-batteriezuege-fuer-deutschen-markt-121419801

        2*)22.11.2018 von dpa
        http://www.dnn.de/Region/Mitteldeutschland/Bombardier-will-mit-Forschung-saechsische-Standorte-staerken

        3*)
        Dankeschön, für den interessanten Beitrag zu dem historischen Christian Wolff in der L-IZ.
        Wenn man da mal so weiterschaut, wer noch alles im Zuge der Reformation kluge, menschenfreundliche Gedanken entwickelt und gelehrt hat,
        Und wie der Katholizismus auch in der Wissenschaft und politischen Einvernahme der Monarchen (auch mit Hilfe der Jesuiten) dagegen gearbeitet hat, ist schon spannend..
        http://www.l-iz.de/bildung/buecher/2019/02/Die-erste-grosse-Biographie-ueber-den-Aufklaerer-Christian-Wolff-256791

        4*)29. März 2018
        http://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/reaktionen-auf-bombardier-entscheidung-goerlitz-100.html

        5*)26.09.2018
        http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/stellenabbau-siemens-streicht-2900-stellen-700-in-berlin/23108302.html

        6*)12.12.2018
        http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/via-rail-siemens-sticht-bombardier-bei-kanadischem-grossauftrag-aus/23753210.html?ticket=ST-200596-CiIkPk1vlqevaV0c7hWS-ap3

        7*)30. Januar 2019
        http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hautpversammlung-siemens-alstom-fusion-1.4309281

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