Mit dem Radverkehr hat es Leipzigs Verwaltung nicht so. Das merkt auch jeder, der derzeit aufgrund von Corona seine Wege in der Stadt mit dem Fahrrad zurücklegen will. Radwege sind mit Baustellen zugebaut, Umleitungen nicht ausgeschildert. An Hauptverkehrsstraßen fehlen sichere Überwege. Und die Chance, Leipzig gerade in dieser Zeit ein wenig fahrradfreundlicher zu machen, sitzt Leipzigs Verkehrsdezernat einfach aus. Nun machen die Grünen ein paar berechtigte Vorschläge.

Aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens und zum Schutz vor Übertragung von Viren ist auch aus ihrer Sicht das Fahrrad gerade das Verkehrsmittel der Wahl. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, schlägt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig bis zum Ende der Beschränkungen vor, dass in der Innenstadt das Verbot des Führens von Fahrrädern nicht mehr kontrolliert wird und Verstöße nicht mehr geahndet werden. Zudem soll umgehend geprüft werden, ob temporär in den jeweiligen Himmelsrichtungen Fahrradstraßen entstehen können. Außerdem sei die Wiederöffnung von Fahrradläden notwendig.

„Mit unseren Vorschlägen tragen wir dem Umstand Rechnung, dass das Fahrrad gerade das Verkehrsmittel der Wahl ist“, erklärt dazu Kristina Weyh, Stadträtin und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion.

„Gerade in der aktuell weitestgehend leeren Innenstadt macht eine Kontrolle und die Durchsetzung des Fahrradfahr-Verbotes keinen Sinn. Fahrradfahrer/-innen könnten dann ganztägig auch die Petersstraße und die Grimmaische Straße nutzen. Wir schaffen damit neue schnelle Verkehrsverbindungen durch die Innenstadt ohne den Fußgängerverkehr, der aktuell deutlich zurückgegangen ist, zu gefährden.“

„Wir haben jetzt die Gelegenheit, einige Maßnahmen umzusetzen um das Fahrradfahren sicherer zu machen und die Wegeverbindungen zu verkürzen. Deswegen ist es auch sinnvoll, jetzt zu prüfen, ob nicht temporäre Fahrradstraßen geeignet sind, die Sicherheit von Fahrradfahrern deutlich zu erhöhen“, betont Stadtrat Jürgen Kasek, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion.

„Auch die Erlaubnis zur Öffnung von Fahrradläden sei unabdingbar. Der Vorschlag Fahrräder zu nutzen, funktioniert nicht, wenn man kein Fahrrad hat, weil das eigene entweder gerade kaputt ist oder gestohlen wurde. Das Infektionsrisiko lässt sich durch andere Maßnahmen, etwa die Beschränkung, dass nur ein Kunde im Laden sein darf, reduzieren“, erklären Kristina Weyh und Jürgen Kasek zusammenfassend.

Sie fordern den Oberbürgermeister mit ihre Stellungnahme auf, diese Regelungen mittels Allgemeinverfügung der Stadt Leipzig zu veranlassen.

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