Gerade im Regionalverkehr zeigt das seit Juni erhältliche 9-Euro-Ticket, woran es im deutschen Nahverkehr seit Jahren fehlte: an wirklich preiswerten Angeboten in Zügen des Nahverkehrs. Millionen haben die Gelegenheit genutzt, sich auf den Weg zu machen. Und so hat das 9-Euro-Ticket im Juni auch deutlich mehr Menschen in der Region dazu bewegt, die Züge von Abellio zu nutzen.

Insgesamt stieg die Zahl der Fahrgäste in den beiden von Abellio betriebenen Netzen gegenüber dem Monat Mai um 59 % auf 2,35 Millionen Fahrgäste. Im Vergleich zum Juni 2021 hat sich die Zahl der Fahrgäste damit mehr als verdoppelt, meldet das Unternehmen.

Besonders stark fiel der Zuwachs im Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA) aus. Dort stieg die Zahl der Fahrgäste um 74 % gegenüber dem Vormonat. Im Saale-Thüringen-Südharz-Netz (STS), in dem deutlich mehr Menschen mit den Zügen von Abellio unterwegs sind, konnte das Unternehmen immerhin 49 % mehr Fahrgäste begrüßen als im Monat zuvor.

Erst im Juni konnte Abellio das Schutzschirmverfahren beenden, das nach dem heftigen Fahrgasteinbruch in den beiden Corona-Jahren 2020/2021 notwendig geworden war.

Reiselust in die Saale-Unstrut-Region und in den Harz

Insbesondere an den Wochenenden waren die Züge im Juni auf den für Ausflüglerinnen und Ausflügler besonders attraktiven Strecken voll besetzt. Das sind in erster Linie die Linien zwischen Leipzig und Halle sowie Erfurt und Jena durch das Saaletal und die Saale-Unstrut-Region sowie die Verbindungen aus Magdeburg und Halle in den Harz.

Auch der Harz-Berlin-Express HBX erfreute sich einer deutlich stärkeren Nachfrage als im Vormonat und im Vorjahreszeitraum, meldet Abellio.

Aber auch unter der Woche war die stärkere Nachfrage zu spüren. Offenbar nutzen auch viele Berufspendler/-innen das günstige Angebot. An Wochentagen waren im Juni vor allem die Strecken zwischen Magdeburg und Halle und dem Harz sowie weitere typische Pendlerstrecken wie die Verbindung Magdeburg-Erfurt und die Züge auf der Strecke zwischen Halle und Kassel durch das Mansfelder Land und das Eichsfeld gefragt.

Mit den Zügen der Regionalexpress-Linie RE 9 Halle – Kassel zum Beispiel fuhren im Juni mehr als doppelt so viele Fahrgäste wie im Vormonat. Unter anderem auf dieser Strecke setzt Abellio während der drei Monate, in denen das 9-Euro-Ticket gilt, zusätzliche Kapazitäten ein.

Den größten Zuwachs aber wies eine andere Verbindung auf: Auf der Strecke zwischen Magdeburg und Wolfsburg verdreifachten sich die Fahrgastzahlen. Diese Verbindung war sowohl an Werktagen als auch an den Wochenenden äußerst beliebt.

„Das 9-Euro-Ticket lockt die Menschen in die Züge“, bestätigt Rolf Schafferath, Geschäftsführer der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH.

„Wir freuen uns, dass wir im Juni deutlich mehr Menschen zuverlässig an ihr Ziel gebracht haben, auch wenn dieser Zuwachs mit betrieblichen Herausforderungen verbunden ist. Der Erfolg zeigt aber auch Handlungsbedarf auf. Um die Menschen dauerhaft für die Bahn als klimaschonendes und kostengünstiges Verkehrsmittel zu gewinnen, muss die Politik daher deutlich mehr in die Infrastruktur und das Angebot investieren, und zwar dauerhaft.“

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