Insektenfreie Weihnachtszeit

BUND findet 13 von 17 gekauften Weihnachtsbäumen mit Pestiziden belastet

Für alle LeserVielleicht doch lieber auf den Weihnachtsbaum verzichten? Das legt ein neuer Test des BUND nahe. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Aber eigentlich liegt sie nahe, wenn man weiß, dass die alljährlich verkauften Riesenmengen an Weihnachtsbäumen eben nicht aus dem Wald kommen, sondern von Plantagen. Und dort werden sie augenscheinlich heftig mit Pestiziden besprüht.

Der BUND hat die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen. Bei 13 der analysierten Bäume, also bei 76 Prozent, wurde das Labor fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden.

Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, meldete der BUND am Donnerstag, 14. Dezember. Ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Am häufigsten wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt, das akut toxisch sowie giftig für Bienen und Wasserlebewesen ist, Nervenzellen und das Hormonsystem schädigt und sich in Organismen anreichert. Auch der Wirkstoff Parathion-Ethyl, dessen Einsatz in der EU seit 15 Jahren verboten ist, sowie das umstrittene Totalherbizid Glyphosat wurden nachgewiesen.

Die untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden von BUND-Aktiven stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben.

Wobei das wichtigste Problem gar nicht ist, dass sich die Gifte dann in den Nadeln der Bäume finden lassen, sondern die eigentliche Plantagenkultur. Denn wenn die dortigen Baum-Monokulturen so systematisch mit Giften behandelt werden, landen diese Gifte in der Regel auch im Boden und im Grundwasser. Und sie schädigen die eh schon gestresste Insektenwelt. Der romantische Wunsch der Deutschen, unbedingt einen grünen Nadelbaum im Wohnzimmer stehen zu haben, ist also Auslöser für ein weiteres Stück industrieller Forstwirtschaft, das für die Biodiversität schwerwiegende Folgen hat.

Fast so etwas wie eine Geburtstagsausgabe – Die neue LZ Nr. 50 ist da

PestizideWeihnachtenBUNDWeihnachtsbäume
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Polizeibericht, 19. Juli: Trickbetrug, Kleidercontainer in Flammen, Hitlergruß im Zug
Leipziger Sozialdemokraten wollen Streikenden bei Halberg-Guss den Rücken stärken
Für ein erfolgreiches Studium an sächsischen Hochschulen
Landrat Emanuel trifft nordsächsischen Teilnehmer der Sängerakademie
Fachkräfteportal „Heimat für Fachkräfte“ mit neuen Angeboten
Touristik & Caravaning in Leipzig wird durch „FERN.licht“ unter neuem Namen um den Bereich Reisefotografie erweitert
Verfassungsbeschwerde gegen den Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ erfolglos
Staatssekretär Brangs heute auf Digital-Tour in Leipzig
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das zentrale Werk in der Ausstellung „Thietmars Welt“: Thietmars Chronik
Erste Seite der Originalchronik Thietmars von Merseburg, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Msrc.Dresd.R.147, Blatt 1v und Blatt 4r. Foto: Deutsche Fotothek/Regine Richter, Lizenz: CC-BY-SA 4.0 International

Foto: Deutsche Fotothek/Regine Richter, Lizenz: CC-BY-SA 4.0 International

Für alle LeserWer seit Sonntag, 15. Juli, nach Merseburg in die Sonderausstellung „Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ reist, taucht ein in die Welt, in der der einstige Bischof Thietmar lebte. Eine Welt, in der das Bistum Merseburg darum kämpfte, seine Macht und Größe auszuweiten und dabei auch der Westen dessen, was wir heute Sachsen nennen, erstmals ins Licht der Geschichte trat. Mitsamt einem Burgward an der Pleiße.
Das Tierchen fehlte noch: Die verwirrte Hyäne
Nachdem der Alte gegangen war ... Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

LeserclubNatürlich war der Mond angebissen. Sie hatten nur die kleine 5-Watt-Funzel angeschaltet, als der alte Kommissar sich wie ein schlechtes Gewissen in ihre Wohnung drängte. Oder wuchtete. Es kam wohl auf die Perspektive an. Und aus dem Sessel, in dem Herr L. gesessen hatte, als der Alte kam, hatte er bestenfalls eine verwirrende Untersicht auf ein kantiges Gesicht, dem – so betrachtet – die Vertraulichkeit fehlte.
NSU-Prozess, Halberg Guss, Flohmarkt, Weltkrieg und der lange Schatten der Treuhand
Echtes Sommer-Lesefutter: Leipziger Zeitung Nr. 57. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist Juli, der Sommer bricht seine Rekorde. Und nun ist auch die neue Leipziger Zeitung, die am Freitag, 20. Juli, an allen guten Verkaufsstellen ausliegt, ein echtes Sommerprodukt geworden. Eins, in dem es kocht – 100 Jahre Geschichte, 29 Jahre Treuhand, Turbokapitalismus rings um den Kampf von Halberg Guss und das Schweigen der Sachsen zu einem seltsam ausgegangenen NSU-Prozess.
Der Streit um den Umgang mit Leipzigs Stadtwald geht weiter
Femelloch in der Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNach der Enthüllung der Informationstafeln in der Nonne zum Waldumbau am 7. Juli ist ein Streit wieder offen entbrannt, der Streit um den richtigen Umgang mit Leipzigs Auwaldbeständen. Insbesondere die Ankündigung, dass es im nächsten Winter wieder massive Baumfällungen im Stadtwald geben soll, sorgte für Protest. Selbst in der Burgaue soll wieder ein kompletter Hektar gefällt werden.
Kritik von Grünen und Linken an der Willkür bei der Festlegung „gefährlicher Orte“ in Sachsens Städten
Ortstermin im November in der Eisenbahnstraße: Markus Ulbig, Burkhard Jung, Bernd Merbitz (v.r.n.l.). Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserBeim Aufbau belastbarer Personalstrukturen hängt Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) heillos hinterher. Und nun entpuppt sich auch noch ein Lieblingsprojekt seines Amtsvorgängers Markus Ulbig (CDU) als völlig willkürlich: die Einrichtung sogenannter „gefährlicher Orte“. Eigentlich gibt es ja gar keine, teilt nun stellvertretend Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange mit. Sie sind eher so etwas wie täglich veränderliche Einsatzschwerpunkte. Eine echte Definition gibt es gar nicht.
An die soziale Unwucht der Beitragserhebung haben sich die Verfassungsrichter nicht herangetraut
Logo auf dem MDR-Hochhaus in Leipzig. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserIrgendwie klang das gleich mal wie Mit-Jubel, als die „Zeit“ am Mittwoch, 18. Juli, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rundfunkbeitragserhebung besprach: „Für ARD, ZDF und Deutschlandradio, deren Legitimation von Rechtspopulisten beharrlich und zusehends aggressiv infrage gestellt wird, dürfte das eine Genugtuung sein.“ Da hat man wohl nicht gemerkt, dass zwar die Rechtspopulisten besonders laut wetterten – aber die Kritik kam viel fundierter aus ganz anderer Richtung. Und das Urteil hat sich um den eigentlichen Streitfall generös herumgedrückt.
Innenminister Roland Wöller widerlegt seine LVZ-Verkündung zu 1.000 zusätzlichen Polizisten per Landtagsantwort selbst
Polizisten bei einem Einsatz in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist schon erstaunlich: Selbst die sächsische FDP, die 2010 noch den völlig sinnfreien Kürzungskurs von Innenminister Markus Ulbig (CDU) unter dem schönmalerischen Titel „Polizeireform 2020“ mittrug, findet mittlerweile unmöglich, was der sächsische Innenminister in seiner Personalpolitik anstellt. Denn die geplante Zahl von 14.000 Polizeibediensteten im Freistaat Sachsen, die bis 2022 erreicht werden sollte, wird verfehlt. Um mindestens zwei Jahre.
Wir sind alle nur Menschen oder Zweifel ist immer angebracht
Den schießich ab ...! Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

LeserclubNoch eine kurze Konfrontation? So ein Moment, in dem sich die beiden besten Kollegen aller Zeit anstarren wie zwei wilde Löwen und Kollege Stachelschwein knurrt: „Wozu, zum Teufel, brauchst du meine Hilfe? Du kennst das doch alles besser als ich. Du bist doch mit Don Leone durch die Stadt gebrettert und hast die Hühner aufgescheucht.“ – „Du meinst: die Leute.“ – „Nein, die Hühner.“
Ab August gibt’s „King Liar“ in der Moritzbastei
King Liar. Foto: Theaterturbine

Foto: Theaterturbine

Für alle LeserMan denkt zwar an einen gewissen Immobilien-Tycoon, der sich mit Prahlereien auf den Präsidentenstuhl der USA hinaufgetobt hat, wenn man ein Stichwort wie „King Liar“ hört. Aber wenn ab dem 8. August im Sommertheater der Moritzbastei „King Liar. Reine Familiensache“ auf dem Spielplan steht, dann geht es doch eher wie bei Shakespeare zu: Ein alternder Vater gibt die Macht ab. Aber genau das ist der Prüfstein, an dem sich erweist, welches der Kinder ... na ja, so ungefähr.
Nicht nur geparktes Blech ist ein Problem in der Jahnallee, sondern auch Lärm und Abgase sind eins
Die innere Jahnallee um 17:30 Uhr am Freitag, den 15. Juni 2018. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Es wird ein Politikum. 4.300 Unterschriften hat Volker Holzendorf schon gesammelt für seine Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee ermöglichen“. Darin fordert er die Anlage von „protected bikelanes“, also geschützten Radfahrstreifen, in diesem engen Straßenabschnitt, in dem es in den letzten Monaten verstärkt zu Unfällen mit Radfahrern gekommen ist. Jetzt bekommt er auch Unterstützung vom VCD Leipzig.
Wie eine 0,02-Prozent-Bewegung sich die Meinungshoheit in der Demokratie ertrollt
Der Verehrer des Hasses ... Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserGehören Sie auch zu den Leuten, die das Gefühl haben, dass alles immer schlimmer wird? Die nach einem Tag am Smartphone denken, dass dieses Land und seine Bewohner längst auf dem wilden Marsch in eine neue Diktatur sind? Oder in Anarchie oder irgendeine andere Art Weltuntergang? Dann hat das einen Grund. Denn zu nichts eignen sich die sogenannten „sozialen Netwerke“ besser als dazu, die Gesprächskultur einer ganzen Gesellschaft zu zerstören. Wer die Meinungshoheit kapert, bestimmt den politischen Ton.
Nach Veröffentlichungen zum neuen Müll-Skandal stellt Volkmar Zschocke eine neue Nachfrage an Sachsens Regierung
Volkmar Zschocke (B90/Grüne). Foto: Juliane Mostertz

Foto: Juliane Mostertz

Für alle LeserSeit dem 16. Juli ist die Geschichte in der Welt. Michael Billig hat öffentlich gemacht, wie viele illegale Mülldeponien in Sachsen existieren, behördlich geduldet werden oder mittlerweile ein Fall für den Kadi sind. In einer Landtagsanfrage hatte sich Volkmar Zschocke von den Grünen schon mit dem Thema beschäftigt. Nach der Veröffentlichung sieht er weiteren Auskunftsbedarf der Regierung.
Die eindrucksvolle Bergkirche von Schönbach und 700 Jahre Geschichte
Michael Beyer (Hrsg.): Die Bergkirche Schönbach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit diesem Buch beschenkt sich ein unermüdlicher Verein selbst. Denn eigentlich bemüht sich der Verein der Freunde und Förderer der Bergkirche Schönbach ja seit 1990 darum, die eindrucksvolle Kirche im seit 2010 nach Colditz eingemeindeten Schönbach Stück für Stück zu sanieren. Aber wann findet man da mal eine Pause, um über das Erreichte in einem eigenen Büchlein zu berichten? Die fünf Autoren in diesem Buch haben sich die Zeit jetzt genommen.
Sportnachrichten aus dem Internet – das sollte ein gutes Newsportal für Sie bereithalten
Foto: skeeze

Foto: skeeze

Durchschnittlich verbringt jeder Mann zwei Stunden in der Woche damit sich mit Informationen rund um den Sport im Internet einzudecken. Das World Wide Web zählt dabei schon seit einigen Jahren als Informationsquelle Nummer eins, wenn es darum geht auf dem aktuellen Stand in der Sportwelt zu bleiben. Printmedien haben hier schon lange ausgedient und werden meistens nur noch im Urlaub oder auf Reisen gebraucht, um sich die Zeit zu vertreiben.
In Sachsens Gefängnissen fehlen Personal, Bildungs- und Therapieangebote
Justizvollzugsanstalt in der Leinestraße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist leider in der sächsischen Justizpolitik nicht anders als in der Polizeipolitik: Statt über die Jahre eine kluge Personalplanung zu betreiben, ist man sehenden Auges mitten hinein in einen allgegenwärtigen Personalmangel geschliddert. Und nun glaubt man sogar den Mangel an Justizpersonal durch mehr Überwachung kompensieren zu können.