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Die Leipziger Mieterprobleme von heute sind andere als die der 1990er Jahre

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    Der Mieterverein ist in Leipzig seit 1992 aktiv. Damals konnte er die Leipziger dazu beraten, wie man mit der neuen, marktwirtschaftlichen Mieterwelt umgehen muss. Aber heute könnte er eine völlig neue Rolle bekommen, stellt das Netzwerk „Leipzig – Stadt für alle“ fest und ruft alle Mitglieder des Mietervereins auf, am 21. Oktober an dessen Vollversammlung teilzunehmen.

    Denn in den politischen Debatten um Entmietung, Verdrängung und die zunehmende soziale Entmischung der Leipziger Innenstadtquartiere spielt der Mieterverein Leipzig bislang keine Rolle. Das könne sich aber ändern, meint Tobias Bernet für „Stadt für alle“: „Wohnen und Mieten gehören zu den drängenden Problemen in der Stadt. Wir sehen in den letzten Jahren aber nicht, dass sich der MVL energisch für die Wahrnehmung der Interessen der Mieter/-innen in Leipzig und für eine soziale Wohnungs- und Mietenpolitik einsetzt. Deswegen wollen wir den Mieterverein ermächtigen, eine tatsächliche Mieter/-innenvertretung zu werden – weg von reinen Beratungsleistungen hin zur politischen Initiative.“

    Gemeinsam mit anderen Initiativen ruft das Netzwerk deshalb Mieterinnen und Mieter dazu auf, Mitglied im Mieterverein Leipzig (MVL) zu werden, um ihre eigenen Interessen bei der Erhaltung bezahlbarer Mieten künftig durch den Verein vertreten zu können.

    Die Mitglieder des Mietervereins lädt „Stadt für alle“ ausdrücklich zur Teilnahme an der Mitgliedervollversammlung des Mietervereins am Montag, 21. Oktober, um 16 Uhr in der Geschäftsstelle (Hans-Poeche-Straße 9) ein.

    Dazu hat „Stadt für alle“ einen umfassenden Aufruf formuliert, in dem es unter anderem heißt: „Mietervereine sind eines der wichtigsten und ältesten Vertretungsgremien für die Interessen von Mieter/-innen. Sie bieten nicht nur rechtliche Beratung für ihre Mitglieder an und dienen als Solidargemeinschaft der Mieter/-innen. Ein Mieterverein ist die entscheidende politische Interessenvertretung und in wohnungspolitischen Auseinandersetzungen erster Ansprechpartner für Städte und Gemeinden. Auch der Leipziger Mieterverein (MVL) ist mit über 19.000 Mitgliedern der größte Verein, der in Stadt und Umland für die Belange von Mieter/-innen eintritt. Der MVL berät seine Mitglieder in Mietrechtsfragen, informiert sie über aktuelle mietrechtliche Entwicklungen in seiner Zeitschrift und sein Vorstand vertritt die Interessen in der Öffentlichkeit.“

    Doch, so die Initiative weiter, „im Gegensatz zu manch anderen Mietervereinen in Deutschland entsteht in Leipzig der Eindruck, der hiesige böte vor allem Beratungsdienstleistungen an. Wir vermissen den MVL als wichtige politische Plattform und Vertretung für die Interessen von Mieter/-innen. Denn die Entwicklung auf dem Leipziger Wohnungsmarkt und die schleppende Wohnungspolitik der Stadt zeigen, dass die Mieter/-innen mehr brauchen als einen Beratungsverein.“

    Denn mit Einfach-mal-Umziehen ist es heute – wie noch in den 1990er Jahren – nicht mehr getan. „Sicherlich war es in Leipzig vor ein paar Jahren noch möglich, eine neue Wohnung zu finden, wenn z. B. wegen angekündigter Modernisierungen oder anderem Ärger die Miete in der alten Wohnung nicht mehr gezahlt werden konnte. Dazu wurde auch Mitgliedern des Mietervereins im Rahmen von Beratungsgesprächen geraten. In den letzten Jahren hat sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Leipzig jedoch zugespitzt.“

    Der Aufruf beinhaltet unter anderem Forderungen an den Mieterverein Leipzig wie kostenlose Mietberatung in den zu errichtenden Leipziger Milieuschutzgebieten, attraktivere Beratungsangebote sowie eine bessere Öffentlichkeitsarbeit verbunden mit einem verstärkten mietenpolitischen Engagement des Mietervereins.

    Der Aufruf von „Stadt für alle“.

    Colliers International: Mehr Wohnungsfertigstellungen in Leipzig, sinkende Spitzenmieten, Knappheit im Bestand

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