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AMI Leipzig 2009: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Robert Weigel
Ist für Viele die erste Orientierungsmesse im Jahr: die Leipziger Automesse AMI.
Ist für Viele die erste Orientierungsmesse im Jahr: die Leipziger Automesse AMI.
Foto: Leipziger Messe GmbH / Rainer Justen-Behling
Die guten Nachrichten vorweg: Die Messe Auto Mobil International wird auch entgegen anders lautendem Expertenratschlag 2009 stattfinden. Und auch weitere Hiobsbotschaften gibt es nicht – ganz im Gegenteil. Vom japanischen Autohersteller Nissan kam nunmehr die Absage zur Absage.

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Vom 28. März bis zum 5. April werden also wieder Tausende Autoliebhaber aufs Messegelände im Leipziger Norden strömen und sich bei 40 Automarken und 450 Ausstellern die ein oder andere Anregung für die nächste Familienkutsche, den City-Flitzer von morgen oder das künftige Statusobjekt holen. Messechef Wolfgang Marzin sieht seine AMI dabei trotz Absatzkrise auf einem guten Weg: „Wir bieten eine Plattform in schwierigen Zeiten.“

Automobilprofessor Ferdinand Dudenhöffer hatte erst vor Wochenfrist via Mitteldeutsche Zeitung eine Absage der gesamten Messe empfohlen – und damit nicht nur bei Marzin für Kopfschütteln gesorgt. Auch Volker Lange, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller, (VDIK) tritt dem „Experten, der sich auch in der Vergangenheit schon oft geirrt hat“, energisch entgegen: „Man kann sich nirgendwo besser informieren als hier“, meint Lange. Dudenhöffers “pseudowissenschaftliches Gerede“ hält der VDIK-Vorsitzende für grob fahrlässig, weil es tausende Arbeitsplätze in Gefahr bringe. Stattdessen nimmt Lange Anleihe beim Handball-Hit der Höhner: “Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Mit diesem Credo waren Heiner Brandts National-Handballer 2007 bei der Weltmeisterschaft auf den WM-Thron gestürmt.

Und tatsächlich scheint das Glück, wenn man es denn in dieser für manchen Autobauer existenzbedrohenden Lage überhaupt so nennen mag, auf Seiten der Messemacher. Kfz-Steuer-Reform und Abwrackprämie sind beschlossene Sache und müssen nur noch formale Hürden passieren. Und für all jene Autoproduzenten, die ihre Produktpalette breit aufgestellt haben, scheint die erste Talsohle bereits durchschritten. Die Absatzzahlen im Segment der Kleinstwagen gingen im Januar um ein Drittel nach oben, obgleich der Gesamtmarkt immer noch kräftig im Minus hängt. Das soll sich allerdings im Februar und März mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich deutlich bessern. Der Patient ist also weiter im kritischen Zustand, scheint aber allmählich stabil.

Ist selbst auf die Resonanz gespannt: Messechef Wolfgang Marzin.
Ist selbst auf die Resonanz gespannt: Messechef Wolfgang Marzin.
Foto: Leipziger Messe GmbH / Rainer Justen-Behling

Bei der Therapie könnte die AMI durchaus behilflich sein. „Gerade jetzt ist diese Präsentation so wichtig wie niemals zuvor“, glaubt Wolfgang Marzin und sieht für die Leipziger Ausstellung die Chance, der komatösen Autobranche wieder etwas Leben einzuflößen. Dabei will inzwischen auch Nissan wieder mithelfen. Die Japaner, die sich zunächst in die Reihe von BMW, Mitsubishi, Chrysler und Co. eingereiht und ihre Teilnahme abgesagt hatten, sind wieder mit dabei und werden dann bestimmt auch den ein oder anderen Micra an den Mann, die Frau oder den Führerschein-Nachwuchs bringen können.

Flotte kleine Stadtautos werden auf der AMI ohnehin viele Besucher um sich scharen können. Platz und Kraftstoff sparend, dazu günstig besteuert und in Kombination mit der Umweltprämie preiswert zu erwerben, stehen die City-Flitzer derzeit auf vielen Wunschzetteln ganz oben. Dazu passt die Weltpremiere des neuen Peugeot 206+. Suzuki stellt erstmals in Deutschland den neuen Kleinwagen Alto vor, der mit deutlich unter 5 Litern Benzin auf 100 Kilometern auskommen soll. Opel bringt das Elektroauto Ampera mit nach Leipzig, während die japanischen Hybrid-Pioniere von Toyota ihren Prius bereits in die dritte Generation schicken und der asiatische Konkurrent Honda mit dem neuen Insight einen Zwitter für etwas kleineres Geld vorstellt.

Um alternative Antriebe geht es auch im Rahmenprogramm der AMI. Am 31. März gastiert ein Internationaler Kongress unter dem Motto “Was treibt uns morgen an?“, tags darauf folgt eine Fachtagung zu Erdgasfahrzeugen. Für die es auf der Messe auch einen Gemeinschaftsstand geben wird, dazu zahlreiche Stände von Um- und Ausrüstern – alles kompakt in einer Halle. Für alle, die zwar noch mit herkömmlichen Kraftstoffen unterwegs sind, aber trotzdem ökologisch und ökonomisch sinnvoll Auto fahren wollen, gibt es die AMI-Spritsparstunde. Auf einer Probefahrt erhält man Tipps, die sich direkt im Geldbeutel bemerkbar machen sollen.

Wer diesen beim Neukauf ebenfalls schonen will und seinen Alten nicht mehr braucht, muss übrigens noch nicht in Hektik verfallen. Für die Umweltprämie, von Marketing-Strategen auch schon scherzhaft als Bye-Bye-Bonus bezeichnet, gibt es bisher etwa 63.000 Anträge, weiß VDIK-Präsident Lange. Viel Luft also noch, bis zur von der Bundesregierung angedachten Grenze von 600.000 Fahrzeugen. Und genug Zeit, sich auf der AMI 2009 inspirieren zu lassen. Denn für die, da ist sich Volker Lange sicher, hätte es keinen günstigeren Zeitpunkt geben können.

Link zur AMI 2009: www.ami-leipzig.de

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Foto: Leipziger Messe GmbH / Rainer Justen-Behling
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