Wandler und Schreiber zwischen den Welten – Fantasy, Horror und Phantastik auf der Buchmesse ganz reale Renner + Bildergalerie
Matthias Weidemann
19.03.2011
Foto: Matthias Weidemann
Sie sorgen einfach für das gewisse Etwas auf der Buchmesse. Die phantasievollen Verkörperungen der Bücher, Comics und Mangas, die sie auch lesen. Manche scheinen direkt den Seiten dieser Bücher entstiegen zu sein. Experten streiten sich wichtig, ob es sich hier um eine Realitätsflucht handelt oder um ... aber vielleicht macht es ihnen einfach nur Spaß solche Geschichten zu lesen und sich zu verkleiden.
Anzeige
Also weg mit den ganzen Eskapismus-Theorien und den Thesen, solche Zeitgenossen versteckten sich vor dem eigenen Ich hinter Masken von Außerirdischen, Monstern oder Fabelwesen und hinein in die schrägen, bunten und mit aberwitzigen Figuren bevölkerten Welten der Hohlbeins, Funkes, Hennens, Mayers und Blazons. Die Bücher mit diesen Themen gehen wie geschnitten Brot.
Und die Leser kümmert es auch nicht, wenn sich Freunde der (ab)gehobenen Literatur, Kritiker oder wer auch immer die Nase etwas abfällig rümpfen. Schließlich gehen die Werke aus dem Genre Phantastik, Fantasy und Horror in Massen über die Theken der Buchhändler. Und dass sich diese Autoren genau diesen Genres im wahrsten Sinne des Wortes verschrieben haben, liegt ganz einfach daran, dass sie das, was sie schreiben, eben einfach schreiben müssen, weil es aus ihnen hervor quillt wie Wasser aus einem Schwamm.
Phantasievolle Verkörperungen der Lieblingsfiguren geben der Buchmesse das gewisse Etwas.
Foto: Matthias Weidemann
Ein solcher Schwamm, dem niemals das Wasser auszugehen scheint, ist der in Weimar geborene Wolfgang Hohlbein. Würde man ihn nicht kennen, könnte man ihn für einen gestandenen Heavy-Metal-Fan halten, mit seinem etwas liederlich gebundenen Pferdeschwanz, der Retro-Pilotenbrille und dem „Mehrere-Drei-Tage-Bart“. Dass er längst Auflagen- und Euro-Millionär ist, würde man ihm nicht ansehen. Und das macht ihn, egal wie man zum dem steht, was er schreibt, einfach sympathisch.
Er jedenfalls ist mit seinem Dasein als Erschaffer dunkler Parallel- und sonstigen Welten sichtlich zufrieden und meint anspielend auf die lange Zeit, die er schon schreibt: „Mir geht es sehr gut, ich mache schließlich seit etwa 30 Jahren bezahlten Urlaub. Wer kann das schon von sich behaupten.“ Richtig, das können selbst frühzeitig mit fetten Verträgen versorgte Bankvorstände nicht. Aber die aus der harten Banker-Realität lassen wir hier links liegen und wenden uns diesem merkwürdigen Typ Schriftsteller zu, der Dinge zu Papier bringt, die andere sich nicht mal zu denken wagen.
Um beim Beispiel Wolfgang Hohlbein zu bleiben: Er wird so ziemlich allen Klischees gerecht, die man sich gemeinhin von solchen Autoren macht: Er schreibt vorwiegend nachts, sein Arbeitszimmer ist von oben bis unten mit Monstern, Drachen, Zombies und allerlei lichtscheuem Gesindel vollgestopft, und während er Zigaretten dampft, hört er brachialen schweren bis toten Metalsound. Dabei ist der Mann mehrfacher Familienvater, dessen Frau und Tochter sich ebenfalls im Schreiben zwischenweltlicher Literatur versuchen. Gut, letzteres darf man vielleicht getrost als einen mehr oder weniger gelungenen Marketinggag des Verlages halten. Schließlich haben dass die Eheleute King („Shining“, „Friedhof der Kuscheltiere“ u.v.m.) auch schon so gehalten.
Wolfgang Hohlbein stellt den ersten Band „Infinity“ des neuen Zyklus vor.
Foto: Matthias Weidemann
Er sei ein Workaholic, behauptet Hohlbein von sich. Unbestritten, das ist er. Die Zahl der Bücher ist schier unübersichtlich und erstreckt keineswegs nur auf Fantasy und Horror. Kinderbücher und Abenteuerromane gehören auch zu seinem Metier. Man kann nun zu dem, was der Vielschreiber so alles verzapft stehen wie man will. Sicher ist vieles seicht oder literarisch nicht gerade wertvoll zu nennen.
Eine Parallele zu einem anderen Vielschreiber, nämlich Stephen King soll hier aber aufgezeigt werden: Bei der Vielzahl an Büchern, die sie schreiben, ist immer mal wieder der eine oder andere Glücksgriff dabei. Da sollen sie ruhig vor sich hin rattern auf ihren Laptops und leiden oder glücklich sein, bei ihrem Schaffen. Und sicher denken sie auch daran, wie schwierig und mühsam dieses Geschäft zu Zeiten Edgar Allan Poes war.
Auch ein Vielschreiber, der viel zu früh wegen seines losen Lebenswandels und seines düsteren Gemüts in den nächtlichen Gassen von Baltimore sein Leben aushauchte. Der schrieb noch mit Federhalter bei Kerzenschein schaurige Geschichten und kopierte sie daraufhin gleich noch mal mehrfach (wohl gemerkt handschriftlich!) für die Verleger. Kein Wunder, dass der Mann sein Heil im Alkohol und in den Frauen suchte, um am Ende doch wahnsinnig zu werden. Diese Gefahr läuft Wolfgang Hohlbein nicht: „Mir macht die Arbeit auf jeden Fall Spaß und das Problem, dass mir die Ideen ausgehen könnten, habe ich nicht. Im Gegenteil, ich komme kaum hinterher.“ Mit seinem neuen Zyklus kommt er aber offenbar schon hinterher. Den ersten Band „Infinity“ stellte er auf der Buchmesse vor. Mag Zufall sein der Titel („Unendlichkeit“), aber offenbar sind auch die Einfälle dieses Mannes von einer gewissen Unendlichkeit.
Bildergalerie
Einfach zum Vergrößern die Vorschaubilder anklicken:
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…