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24. Schule in Paunsdorf: Kleines Pflänzchen Hoffnung nach sachlichem Tete-a-tete

Marko Hofmann
24. Schule in Alt-Paunsdorf.
24. Schule in Alt-Paunsdorf.
Foto: Marko Hofmann
Vertreter der Schulverwaltung, der Stadtratsparteien und der 24. Schule haben über die weitere Entwicklung der Schule diskutiert. Unter Beteiligung der Elternschaft in der proppevollen Aula der Schule kamen in einem sachlichen Austausch einige Details und Spitzfindigkeiten des Standorts zur Sprache. Am Ende keimte bei den Eltern der 24. Schule wieder etwas Hoffnung, denn die Stadt schließt eine Neubewertung der Lage nicht aus.

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Dass die Aula der 24. Schule so voll sein würde, hatte Dr. Haller nicht erwartet. Der Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung war am Montag das erste Mal in die Schule in der Döllingstraße gekommen. Einen derartigen Auflauf hat er nicht bei jeder gefährdeten Schule erlebt. Zusammen mit Vertretern der Stadtratsparteien und des Fördervereins, und begleitet von seinem zuständigen Mitarbeiter Henry Maier, sollte Haller über die geplante Schließung der Schule diskutieren.

„Viele hoffen bei solchen Veranstaltungen auf ein Wunder, das ist erwartungsgemäß nicht eingetreten. Es war ein sachlicher Austausch von Argumenten“, so Jochen Helm, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Schule. Teil dieses Austauschs und ein kleiner Joker der Standortbefürworter war eine Prognose des Amts für Wahlen und Statistiken. Diese Prognose stimmt mit der errechneten Prognose, die dem Entwurf des Schulentwicklungsplans zugrunde liegt, nicht komplett überein. Die Prognosen gleichen sich nur für das kommende Schuljahr. Für das laufende Schuljahr und für die Schuljahre 2014 und 2015 unterscheiden sie sich allerdings. So wurden für das laufende Schuljahr 152 neue Schüler für den gemeinsamen Schulbezirk von Hans-Christian-Andersen Schule, Brüder-Grimm-Schule und Theodor-Körner-Schule und 24. Schule prognostiziert. Tatsächlich begrüßten die Schulen allerdings rund dreißig ABC-Schützen mehr zum Unterricht.

Die Fassade hätte eine Kur nötig: 24. Schule in Alt-Paunsdorf.
Die Fassade hätte eine Kur nötig: 24. Schule in Alt-Paunsdorf.
Foto: Marko Hofmann

Außerdem führten die Vertreter der Schule die Einzigartigkeit des Standorts im Leipziger Osten ins Feld. Seitdem die Mittelschule 2002 ausgezogen ist, unterrichtet hier beispielsweise die Musikschule, deren Direktor die Diskussion aus dem Publikum verfolgte. Die 24. unterhält eine Partnerschaft mit einer Schule in Addis Abbeba und ist eine von 14 UNESCO-Projektschulen in Sachsen. Hier werden die Schüler für Themen wie Sicherung der Grundrechte aller Menschen oder Schutz des Weltkulturerbes sensibilisiert. Internationale Zusammenarbeit, Überwindung des Ressortdenkens und Erziehung zur gemeinsamen Verantwortung sind die ausgewiesenen Ziele von UNESCO-Projektschulen. „Es gibt einige Eltern, die wegen unserer besonderen Angebote ihre Kinder auf einen etwas längeren Schulweg schicken“, so Helm. Möglich ist das durch die gute Erreichbarkeit der Schule. So kämen laut Helm auch Kinder aus dem Dorfkern Paunsdorfs an die Schule.

Würde die Schule geschlossen werden, müssten andersrum viele Schüler aus Altpaunsdorf entweder auf die Hans-Christian-Andersen Schule nach Sellerhausen oder in eine der beiden Plattenbauschulen in Paunsdorf-Nord. Aber egal ob Brüder-Grimm oder Theodor-Körner-Schule: Die Schüler müssten irgendwo die vierspurige Permoserstraße überqueren. Die Anfahrt zur Hans-Christian-Andersen-Schule erscheint da auf den ersten Blick komfortabler, sie würde aber einen vergleichsweise weiten Schulweg bedeuteten.

24. Schule in Alt-Paunsdorf.
24. Schule in Alt-Paunsdorf.
Foto: Marko Hofmann
Bliebe die Schule geöffnet, müssten laut den anwesenden Vertretern zunächst keine größeren Investitionen getätigt werden, um den Schulbetrieb fortzuführen. Zwar besteht Sanierungsbedarf, der würde allerdings nicht unmittelbar zur Sicherung des Schulbetriebs beitragen. Um die 24. Schule, die bereits 1994/1995 saniert wurde, trockenzulegen, auf den neuesten Stand des Brandschutzes zu bringen und auch von außen aufzuhübschen, seien laut Stadt 5 bis 6 Millionen Euro notwendig, die allerdings derzeit nicht eingeplant seien. Sie würden an stabileren Standorten gebraucht.

Allerdings verwies Dr. Haller trotz der sehr einleuchtenden Argumente der Schule auf ein Problem, was ihm, beziehungsweise der Stadt, in der gesamten Diskussion den Handlungsspielraum nehmen könnte: Der Schulentwicklungsplan muss vom Sächsischen Kultusministerium genehmigt werden, und würde nicht eine der vier Schulen im derzeit nicht ausgelasteten Schulbezirk geschlossen, so wäre die Genehmigung des gesamten Plans gefährdet. Es sei denn, die Prognosen des Plans sind wirklich total daneben und alle Entscheidungsträger lassen sich davon überzeugen, dass die Schulwege in andere Schulen unzumutbar sind. In der 24. ist man sich einig, dass kein anderer Standort für die 24. geopfert werden soll.

Jochen Helm vom Förderverein sieht derweil eine leicht verbesserte Position für die Schule. „Es gab schon einmal eine Prognose für die Schließungsvorlage aus dem Jahr 2006. Diese stimmte nur die ersten zwei Jahre, dann ging die Schülerzahl nach oben. Der Standort nimmt eine positive Entwicklung und die politischen Kräfte haben uns Hilfe signalisiert. Die Lage ist nicht hoffnungslos.“ Erst recht nicht, da die Stadt in der lebhaften Diskussionsrunde eine Neubewertung der Lage im Schulbezirk nicht ausgeschlossen hat.

Die von der Schule angeforderte Prognose lassen sich Haller und Maier jetzt erstmal kommen.


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