20. Wave Gotik Treffen: Interview mit Pressesprecher Cornelius Brach Teil 2
Daniel Thalheim
15.04.2011

Das Ich sind beim Eröffnungskonzert mit dabei.
Bild: Danse Macabre Records / Das Ich.
WGT-Pressesprecher Cornelius Brach erzählt im zweiten Teil des L-IZ - Interviews, wie er die letzten Jahre sieht, warum es weiterhin Neofolk beim Wave Gotik Treffen geben wird, samt dem Spiel mit Zeichen und Symbolen und vom Toleranzbegriff in WGT-Ausprägung dazu. Ein Teil Vergangenheit des Festivals, ein wenig Zukunftsmusik und Klassik.
Früher war die Halle 5 Veranstaltungsort des WGT gewesen. Wird die Halle 5 künftig wieder als Treffenort mit eingeplant?
Das ist nicht möglich wenn wir die große Halle A im Werk II nutzen. Denn ein Umbau für die Konzerte ist dann nur von der Rückseite des Werk II möglich, vorbei an der Halle 5 also. Die Halle wird von uns auch als Raum für die Verpflegung der im Werk auftretenden Bands genutzt.
Letztes Jahr wurden einige Neuerungen im Veranstaltungsprogramm eingeführt, wie der Klassik-Brunch im Ring-Café. Bleibt es dabei mit Kooperationen wie diese?
Ja, das Gabelfrühstück im Ring-Cafe wird es wieder geben. Es ist ja ein schöner, festlicher Veranstaltungsort. Wir planen dort für dieses Jahr auch einen historischen Ball und die romantischen Tanznächte, die in den letzten Jahren im Spiegelzelt stattfanden (das es nicht mehr gibt), werden wohl auch dort stattfinden. Auch die Zusammenarbeit mit der Oper wird weitergeführt, wir haben für drei Abende ein Platzkontingent reserviert: für einen Ballettabend zu Chormusik von Mozart, für „Elektra“ von Richard Strauß und für Rossinis „Barbier von Sevilla“. Auch mit dem Museum für Bildende Künste kooperieren wir weiter, sodaß man mit WGT-Bändchen dort freien Eintritt erhält.

Monica Richards von Faith And The Muse ist live dabei beim 20. WGT.
Bild: www.monicarichards.com
Abgesehen von all den Konzerten und Veranstaltungen zum 20. WGT: Wie ist es für euch, nochmals zurück zu blicken - was kommt in Zukunft?
Wir blicken gern zurück und auch mit etwas Stolz. Schließlich hat der jetzige Organisationsstab das im Jahre 2000 von vielen totgeglaubte WGT schon 2001 wieder auferstehen lassen und führt es seither ohne nennenswerte Pannen. Es ist uns gelungen, die besondere Atmosphäre zu erhalten, das WGT davor zu bewahren zu einem beliebigen Musikfestival zu schrumpfen. Und so zieht das Wave-Gotik-Treffen seit Jahren rund 20000 Gäste nach Leipzig, von denen etliche um die halbe Welt reisen um dabei sein zu können. Um die Zukunft ist uns nicht bange. Das Konzept des WGT hat sich bewährt, wir müssen uns also nicht jedes Jahr neu erfinden. Und solange es die Schwarze Szene gibt, wird es auch das WGT geben, es ist nun mal das internationale „Familientreffen“ der Szene.
Es gab Jahre, da standen besonders Neo-Folk-Konzerte in Kritik, wegen des Spielens mit Symbolen im Publikum, bspw. eine abgewandelte Odal-Rune (mit Haken) am Uniformkragen vereinzelt, und ähnliche Dinge wie ein als Adolf Hitler kostümierter Engländer beim Konzert von Sonne Hagal in der Kuppelhalle im letzten Jahr. Was ist eure Meinung zu solchen Erscheinungen?
Neofolk ist seit den 80er Jahren eine Facette der Schwarzen Szene. Da wir alle Stilrichtungen der Szene ins WGT-Programm integrieren möchten, gehört auch Neofolk für uns dazu. Dass einigen Leuten das Spiel mit Symbolen und Provokation nicht gefällt, ist für uns kein Grund, keine Bands mehr aus diesem Bereich zu buchen. Toleranz ist für uns wichtig. Wir sind keine Stil- oder Gesinnungspolizei, bei uns darf jeder denken und anziehen was er möchte, solange er nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerät oder versucht, politisch Propaganda zu machen, in welcher Richtung auch immer.
Zum Abschluss: Mit Flock Of Seagulls ist ein Highlight gebucht, der enorm wichtig für die Szene zu sein scheint. Aber auch Fields Of The Nephilim. Aber irgendwie hat man in den Foren das Gefühl, dass noch der große Paukenschlag kommen wird. Kommt einer?
Flock of Seagulls waren ja in den 80er Jahren ein wichtiger Vertreter des New Wave. Ich glaube aber, die jüngere Generation kennt die Band kaum, was ein Grund mehr für uns ist, auch solche Gruppen aus den frühen Szenetagen einzuladen, um die jungen Szenegänger auch mit den Wurzeln Ihrer Subkultur vertrauter zu machen. Man muß ja auch im Auge behalten, dass solche Szene-Urväter wie auch die Fields wohl nicht mehr lange zu sehen sein werden, denn irgendwann sind sie einfach zu alt zum Auftreten. Insofern sollte man ihre Konzerte nochmals aufmerksam in sich aufsaugen, solange man noch die Gelegenheit dazu hat.
Es werden in den Wochen bis zum WGT schon noch einige interessante Bands bestätigt, ob da nun der große Paukenschlag dabei ist weiß ich nicht. Das sieht ja jeder anders. Für mich ist z.B. der Auftritt der Elektro-Pioniere Clock DVA ein dickes Ding. Die ungewöhnliche Band ist seit 1994 nicht mehr live zu sehen gewesen und wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, daß sie jemals nochmal auftreten würden. Insgesamt finde ich die Künstlerauswahl, obwohl noch lange nicht vollständig, schon jetzt bemerkenswert und des 20.WGT-Jubiläums durchaus würdig.
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Am 27. und 28. Mai tagt die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig. In der RKM tauschen sich die Hochschulleitungen aller 24 Musikhochschulen in Deutschland mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und Kultur nicht öffentlich über Fragen der Hochschulpolitik aus und treiben die Entwicklung der bundesdeutschen Musikhochschulen voran.
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In diesem Jahr findet die bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ bereits zum vierten Mal statt. Hintergrund ist, dass der Alkoholkonsum in Deutschland viel zu hoch ist. 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig, 9,5 Millionen Menschen konsumieren Alkohol in riskanter Weise. Alkohol ist allgegenwärtig, auf der Gartenparty, am Arbeitsplatz, im Sportverein.
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