Wave Gotik Treffen XX: Killing Joke, Fields Of The Nephilim und Recoil locken nur wenige Schwarzkittel in die AGRA-Halle
Daniel Thalheim
14.06.2011

Carl McCoy von Fields Of The Nephilim.
Foto: Peter Heymann
Sie gelten als alte Hasen der Szene. Mit diesen Bands wird so mancher eingestiegen sein. Recoil hat mit Alan Wilder sogar einen waschechten Depeche Mode-Apologeten dabei, eigentlich ist Alan Wilder Recoil. Fields Of Nephilim sind wie Recoil schon ewig und drei Tage dabei. Killing Joke haben ihre Wurzeln im Punk, treten aber schwarz auf. Die Gruftis sind wenig zahlreich da.
Diejenigen, die da sind um drei große Bands zu sehen, die zum Vermächtnis der Goten-Szene angehören, sind umso gespannter, was nach dem umjubelten Megaherz-Auftritt auf sie zu kommt. Killing Joke? Noch nie gehört. Aber kann man ja mal mitnehmen, denkt sich so mancher Junghase in der sich entleerenden AGRA-Halle.
Die Briten um Sänger Jaz Coleman lassen sich aber bitten. Ein Intro ertönt, verhallt, langes Warten. Zehn Minuten lang ein erneuter Versuch mit dem Intro. Dann eine Durchsage, wo denn Martin Glover sei. Seine Familie suche ihn. Der Bassist, der zur Urbesetzung gehört und nach langer Pause von der Band 2008 wieder zu den 1979 gegründeten Killing Joke stieß, hat wohl den Anschluss verloren.

Jaz Coleman von Killing Joke.
Foto: Patrick Limbach
Dann steigt der Vierer komplett auf die Bühne, begleitet vom aufbrausendem Geschrei. Jaz Coleman ist rot geschminkt, hat einen weißen Nasenrücken, sein Gesicht umrahmt von langen Haaren. In seiner Tarnuniform vollführt er Roboterbewegungen, singt den "Wardance", den Kriegstanz. Coleman verzieht wie vor Schmerz sein Gesicht, steckt wie ein Maori die Zunge heraus, das Publikum geht ab. Es tanzt, schüttelt sich die Müdigkeit aus den Gliedern und recht die Hände nach oben und singt mit. Gesellschaftskritik in Schwarz. "Wardance" eine der frühen Hymnen der britischen Band.
Mit Hits wie "This World Hell" und dem von Metallica gecoverten "The Wait" hat die Band auf jeden Fall die Fans auf ihre Seite, aber leider verstricken sich Killing Joke in ihrem androiden neuen Klängen, lassen ihre wirklichen Klassiker außen vor. Jaz Coleman schreit: "Seht was gerade in den USA und in China geschieht!" Sagt aber nicht warum. Die Halle wird leerer.
Das Bild wird auch bei den alten Hüten von Fields Of The Nephilim nicht erklecklicher. Hier verlassen noch mehr Gruftis den Saal. Als Schlapphut-Genosse Carl McCoy und seine Mitstreiter die Bühne besteigen, ertrinkt alles im Rotlicht und aufquellenden Nebel.
Dann folgt das ewige Spiel mit der Zeit, gegen die Fields Of The Nephilim seit ihrer Reunion vor einigen Jahren anrennen. Das lang angekündigte Album kommt nicht, die Band spielt wie eine Memorial-Truppe ihren eigenen Abgesang auf den Bühnen der Welt. Das meint zumindest ein langjähriger Fan der Band, der sich den schwermütigen Trauermarsch aus eigentlich ersprießlichen Titeln wie "Straight Of Light", "Sumerland", "The Watchman", "From The Fire", "Moonchild" und "Zoon" auch nicht mehr anhören kann.

Alan Wilder (ex-Depeche Mode) mit seinem Projekt Recoil.
Foto: Marc Schlüter.
Mit seiner Entscheidung hat er jemanden ganz wichtigen verpasst. Alan Wilder ist vielen als vierter Mann bei Depeche Mode bekannt gewesen, der für die ganz großen Hits bei der Band in den Achtzigern gesorgt hat. Seit Ende der Neunziger ist er nicht mehr dabei und kümmert sich verstärkt um sein 1986 aktiviertes Projekt Recoil. Der inzwischen stark gealterte und bärtige Musiker hat es immerhin schon vergangenes Jahr im November nach Dresden geschafft und nun hat er am vorletzten WGT-Abend sein Mitternachtsspezial-Auftritt. Das übrig gebliebene Häuflein aus vielleicht 3.000 bis 4.000 Besuchern sehen eine Show, die schwarz gefärbte Popmusik der Extraklasse bereit hält.
Dabei haben die Gäste in Leipzig richtig Glück, Alan Wilder überhaupt zu sehen. Hatte Recoil ihren Auftritt beim französischen Summerjam Festival am 11. Juni mit der Begründung abgesagt, zu einer komischen Uhrzeit auftreten zu sollen. Doch ihr Auftritt gegen 1 Uhr nachts ist dafür wohl angemessener, kann sich Wilder als würdiger Headliner aber auch als Popsongs spuckender Nachtriese gut behaupten mit seinen größtenteils instrumental (also mit Synthesizern) vorgetragenen Stücken. Ab und zu etwas Gesang. Auch Wilder wird sich wohl nicht als "Gotik" bezeichnen, sind seine Lieder weit davon entfernt, ein Klischee von Gruft und Gotik zu bedienen - außer vielleicht bei dem Stück "Faith Healer". Für viele der Anwesenden ist aber der Auftritt Entspannung und Genuss pur und gar nicht so sehr die große Donnerpauke aus dem angestaubten Mottenkistchen der schwarzen Szene.
So langsam neigt sich das Jubiläumsfestival seinem Ende am Pfingstsonntag zu und hält für den Pfingstmontag noch kleine Hingucker wie Misfits im Werk II, Nitzer Ebb in der Halle 15 der Alten Messe und Tying Tiffany auf der Parkbühne bereit. Abschlussfeiern werden auch dieses Jahr die noch in Leipzig verbliebenen Gruftis nach Hause schicken. Schon jetzt kann man sagen, dass mindestens 15. - 18.000 Schwarzröcke in Leipzig gewesen sind. Dagegen steht eine Masse an 278 Künstlern (2010 waren es noch 199, 2000 sind es 349 gewesen) und etwas mehr an Veranstaltungen, wenn man Lesungen, Opernaufführungen, Discos und Parties hinzuzählt.
VGWortLIZ

Pfingsten gilt als der Geburtstag der Kirche. Für die sächsische evangelische Landeskirche bedeutsam ist zugleich das Pfingstfest 1539. Gottesdienste nach evangelischer Lehre in Anwesenheit Martin Luthers symbolisieren die Einführung der Reformation in Leipzig. Für Superintendent Martin Henker „mehr als ein städtisches, nur lokales Ereignis“.
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Um nun den Politikern den Elster-Saale-Kanal attraktiv zu machen, schlagen die Analysten der "Touristischen Potenzialanalyse" ja auch noch eine Aufwertung des eigentlich komplett langweiligen Gebietes um den Kanal herum vor. "Das Kerngebiet ist das einzige Gebiet rund um Leipzig, in dem touristisch außer Geschäftsreisetourismus bislang wenig passiert ist. Trotz seiner zentralen Lage liegt das Gebiet abseits der touristischen Ströme. Dies gilt nicht nur für den privat motivierten Urlaubstourismus, sondern auch für den Tagestourismus."
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Es hat ein bisschen gedauert, aber irgendwann hat man sich auch durch die 400 Seiten "Touristische Potenzialanalyse und Betrachtung der Grobvarianten der Trassen des Projektes Anbindung des Elster-Saale-Kanals an die Saale für das Gebiet der sächsischen und sachsen-anhaltinischen Kommunen und Landkreise" gewühlt - 2011 erstellt und 2013 Grundlage jener Leipziger Ratsvorlage, die eine Zustimmung des Stadtrates für den 106 Millionen Euro teuren Ausbau des Kanals abholen will.
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"Tatatata!" macht das Sächsische Kultusministerium am gestrigen Freitag, 17. Mai. Zum kommenden Schuljahr 2013/2014 wolle man 510 Neueinstellungen von Lehrkräften an den allgemein- und berufsbildenden Schulen vornehmen, verkündete es. Darüber hinaus sollen im Umfang von 83 Stellen bis zum Ende des laufenden Schuljahres befristete Arbeitsverhältnisse zum neuen Schuljahr entfristet werden.
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Dem SC DHfK fehlt nur noch ein Punkt zum Klassenerhalt. Nach einem 29:26 (13:12)-Heimsieg der 2.Liga-Handballer gegen Eintracht Hildesheim scheint das Minimal-Saisonziel greifbar nah. Im zweiten und letzten Heimspiel von Michael Biegler trumpften vor allem Gabor Pulay, Matthias Gerlich und die 1.699 Zuschauer groß auf. Der Funke solle überspringen, forderte Aufsichtsrat und Co-Trainer Stefan Kretzschmar im Vorfeld der Heim-Partie gegen Hildesheim vom Publikum.
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Viel zu trinken soll ja gesund sein und den Körper von innen schön feucht halten, so wird’s gesagt. Aber immer nur stilles Wasser oder ungesüßten Tee hinter zu gluckern ist irgendwann einfach öde und man verzehrt sich nach etwas frischem, spritzigem, mit feinem Geschmack. Natürlich könnte man sich in Momenten wie diesen ganz einfach eine Saftschorle mixen oder eine Cola einverleiben. Könnte man, theoretisch.
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Pöbeleien und schwerste Beleidigungen über soziale Netzwerke nehmen immer mehr zu. Nach einer aktuellen Untersuchung des Bündnisses gegen Cyber-Mobbing war bundesweit bereits fast jeder fünfte Schüler und Jugendliche Opfer einer solchen Attacke. "Auch in Leipzig nimmt das Problem immer mehr zu", berichtet Villa-Geschäftsführer Oliver Reiner.
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Ersatzbusse fahren in Stötteritz am Wochenende 25./26. Mai zwischen dem Haltestellen Altes Messegelände und Stötteritz, Holzhäuser Straße ersatzweise für die Straßenbahnlinie 4. Grund dafür sind die andauernden Bauarbeiten der DB AG an der Eisenbahnbrücke in der Stötteritzer/ Papiermühlstraße in Höhe der Schönbachstraße, teilen die LVB mit. In den Nächten vom 24. bis 26. Mai fährt zudem der Nachtbus N8 mit örtlicher Umleitung.
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Aus gesundheitlichen Gründen muss der für den 22. Mai 2013 im Literaturhaus Leipzig geplante Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe "Zwie Sprache" mit Nadja Küchenmeister (Berlin) und Andreas Reimann (Leipzig) auf den Spätsommer verschoben werden. Am Mittwoch, 22. Mai, startet im „literaturcafé“ vom Haus des Buches um 19:30 Uhr mit „Zwie Sprache“ eine neue Veranstaltungsreihe. Zu erleben sind in der Begegnung „Zwei Stimmen, zwei Schreibweisen, zwei Temperamente“. Den Auftakt der neuen Lesereihe, die künftig zweimal pro Jahr stattfinden soll, bilden Nadja Küchenmeister und Andreas Reimann.
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Das deutsch-türkische Verhältnis ist leidlich verworren. Die etwa 1,6 Millionen Türken in Deutschland stellen nicht nur die größte Minderheit, sie sind auch Teil einer deutschen Gesellschaft, die sich allzu oft darüber definiert, eben diesen Teil zu diskriminieren. Zu den Rufen nach einer Leitkultur gesellen sich mediale Debatten über den EU-Beitritt der Türkei, die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland, Kopftücher und Religionsfreiheit, die Integrationsproblematik und ihr Scheitern, Moscheenbau, Döner Kebab, Parallelgesellschaft.
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Am Samstag, 25. Mai, findet zum 21. Mal in Leipzig der Aktionstag Lehrstellen statt. Auch in diesem Jahr präsentieren sich etwa 150 Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 10 bis 14 Uhr im Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig am Ritterschlösschen und suchen ihren Fachkräftenachwuchs. Der größte Open-Air-Berufsorientierungstag in Mitteldeutschland hat mittlerweile einen festen Platz im Veranstaltungskalender von Jugendlichen, Eltern und Unternehmen der Region gefunden.
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Am Donnerstag, den 02.05.2013, lud der OV Ost der Leipziger SPD Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung zum Ausbau von Kita-Plätzen in der Stadt ein. Bildungsbürgermeister Thomas Fabian stellte dabei Bedarfszahlen dar und sprach über Mittel und Wege sowohl kommunaler Träger als auch privater Organisationen im frühkindlichen Bildungsbereich.
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Am Freitag, dem 17. Mai, fand in Leipzig eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Problematik der Öffnungszeiten der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig statt. Als Ergebnis der Diskussion riefen die Leipziger Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Feist, Dr. Barbara Höll, Monika Lazar und Wolfgang Tiefensee sowie Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber die Generaldirektorin der DNB, Dr. Elisabeth Niggemann, sowie die politisch Verantwortlichen auf, ihre Möglichkeiten für die Gewährleistung nutzerfreundlicher Öffnungszeiten auszuschöpfen.
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Mittwoch furioser Pokaltriumph gegen Chemnitz, Sonntag Liga-Alltag in Jena (Hinspiel 1:1). Irgendwo dazwischen der Wirbel um die Entlassung von Jeremy Karikari nach einer Disko-Schlägerei. Das Leben eines Rasenballers könnte pünktlich zum Saisonfinale abwechslungsreicher kaum sein. "Das Pokalspiel war ein schöner Abend", schwärmt Sebastian Heidinger. Und "Wir fahren nach Jena, um unsere Serie weiter auszubauen."
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