Wenn Leipziger träumen: Jana Steinhaus „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“

Jana Steinhaus, Sprecherin gbs Leipzig – Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung. Foto: Evelin_Frerk

Für alle LeserManchmal öffnet eine Dystopie den Menschen mehr die Augen als eine Utopie. Ich beschreibe ihnen daher meinen – nein: unser aller – Albtraum. Wir schreiben das Jahr 2045 und der religiöse Rollback hat Leipzig und die ganze Republik verändert. Das neue Leipziger Rathaus ist umringt von Gotteshäusern. Nachdem die Stadt eines ihrer Filet-Grundstücke für den Bau der neuen Propsteikirche an die Katholische Kirche verkauft hatte, forderten auch andere Religionsgemeinschaften einen solchen prominenten Platz im Stadtzentrum ein. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Alexander Krumbholz „Leipzig, ich wünsche mir etwas“

Alexander Krumbholz, Jugendparlamentarier, Die Linke. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit nunmehr 21 Jahren lebe ich in Leipzig. Und nicht nur die Stadt schaute mir beim wachsen und entwickeln zu, auch ich konnte dies tun. Beispielsweise, als wir vor 16 Jahren von Schönefeld in die Südvorstadt zogen. Damals war das Viertel noch von Leerstand und baufälligen Häusern geprägt. Über die Jahre hinweg verschwanden die Löcher im Putz unserer Nachbarhäuser, Gerüste wurden hochgezogen, Dächer abgedeckt. Heute ist die Südvorstadt eine der begehrtesten Wohnlagen in Leipzig. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Nicole Wohlfarth „Eine Stadt, wo man sich verwirklichen kann und dabei trotzdem Rücksicht auf andere nimmt“

Nicole Wohlfahrt (Stadträtin, SPD). Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIch träume davon, dass Leipzig eine Stadt bleibt und wird, in der sich jeder und jede verwirklichen kann und dabei trotzdem Rücksicht auf andere nimmt. Vieles ist möglich und soll auch möglich bleiben: selbstverwaltetes Wohnen, saubere Parks zum Erholen und Feiern, breite Beteiligung der Menschen in unserer Stadt, Vielfalt und Weltoffenheit, aber auch Rücksichtnahme und Höflichkeit. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Olav Amende „Leipzig könnte ein Versuchsfeld der Langeweile sein“

"Ich stelle mir vor, diese Stadt bliebe für einen Moment stehen" Olav Amende. Foto: Privat

Für alle LeserDer erste Schnee fällt. Am Bahnhof versucht man, die Obdachlosen heute mit Klängen aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite zu vertreiben, während sich im Spiegelzelt eine Luftakrobatin in einer Kristallkugel dreht und man auf dem Weihnachtsmarkt bei Glühwein und Bratwurst über Trumps Jerusalem-Rede, Enthüllungen im Fall von Oury Jalloh und den Wert des Hashtags MeeToo scherzt. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Roman Knoblauch „Träume sind Schäume? Nicht unbedingt!“

„Heute haben sich meine Träume verändert.“ Roman Knoblauch. Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserJeder Weg beginnt mit einem Traum, und bei Träumen sind keinen Grenzen gesetzt. Der eine träumt vom Haus, Auto oder Boot. Der andere träumt von Karriere, Familie und noch mehr Geld. Für mich sind Träume immer Ziele. Und egal wie diese auch aussehen, man muss dafür meist hart arbeiten und manchmal auch darum kämpfen. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Mark Gärtner, Sächsischer Flüchtlingsrat „In Leipzig gibt es Politik. In Sachsen keine Selbstverständlichkeit“

"Leipzig ist eine aktive Stadt, in der Probleme nicht totgeschwiegen werden." Mark Gärtner, SFR. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig ist die der drei großen Städte in Sachsen, in der der Sächsische Flüchtlingsrat e.V. kein Büro hat. Was bedauernswert ist. Man könnte meinen, wir erfahren gar nichts aus der größten Stadt des Bundeslands. Ist aber nicht so. Weil es wahnsinnig viele Geflüchtete wie Unterstützer*innen gibt, die aktiv sind, beraten und protestieren. Luan Zejneli und seine Mitschüler*innen haben in diesem Jahr mit einer Petition für Luans Bleiberecht gesorgt. Die Geflüchtetenselbstorganisation Zendegi und das Aktionsnetzwerk Protest LEJ haben im Juni und Oktober gegen Abschiebungen protestiert. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Stefanie Rötz „Leipzig gesünder und fitter machen“

"Sei mutig" Stefanie Rötz Foto: Privat

Für alle LeserSei mutig! Und wenn du es nicht bist, tue so als ob. Wir alle sollten stets den Mut haben, wir selbst zu sein und für unsere Träume zu kämpfen. Die große Herausforderung im Leben liegt darin, die Grenzen in einem selbst zu überwinden und so weit zu gehen, wie man es sich selber nie hätte erträumen können! Es ändert sich nichts, bis man sich selbst ändert. Und plötzlich ändert sich alles. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Tilly Domian „Heimat? Ein Gefühl … Wenn ich Irland besuche, fühlt es sich an wie nach Hause kommen“

Eine Leipzigerin auf Reisen von einer Heimat zur nächsten. Foto: Tilly Domian

Für alle LeserIch war überrascht, als ich eine Anfrage der L-IZ in meinem Postfach fand. Zum Thema Leipziger Träumer. Ob ich etwas dazu schreiben könnte. Wie kommen die auf mich? Ich bin doch ganz normal, unauffällig, was hab ich schon dazu zu sagen? Erst Recht wenn es um die Stadt geht in der ich lebe. Zugegeben sehr gern und schon seit ich auf der Welt bin. Habe bislang auch erst einmal damit geliebäugelt hier wegzuziehen. Obwohl … ich tu es gerade wieder. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Naomi-Pia Witte „Das Bedingungslose Kultur-Einkommen“

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLeipzig ist eine große Kulturstadt – unbestritten. Oper, Gewandhaus, Thomanerchor, euro-scene, die DOK-Filmwoche und viele weitere mehr, aber auch die sogenannte freie Szene bietet in Leipzig ein Kulturangebot allererster Güte an. Aber leider steht, trotz immenser finanzieller Förderung durch die Stadt Leipzig, dieses immense kulturelle Angebot nicht allen Leipzigern gleichermaßen zur Verfügung. Und leider profitieren gerade die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft am wenigsten von den Ausgaben für Kultur in der Stadt Leipzig. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Achim Haas „Gute Nachrichten machen gute Laune“

Achim Haas, CDU Stadtrat & Leipziger Unternehmer. Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserIch erinnere mich noch gut an die Zeit als ich vor 25 Jahren nach Leipzig kam und dies meine neue Heimat wurde. Das Miteinander und helfen war an der Tagesordnung. Ich träume davon - die Menschen helfen sich einfach ohne zu fragen was habe ich davon. Als begeisteter Hobby-Koch ist es immer ein großes Vergnügen für seine Freunde und Gäste zu kochen und diese zu verwöhnen. Zu hören das war lecker ist das schönste Kompliment. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Dorothee Dubrau „Wieder anknüpfen an die Kraft der Neunziger Jahre“

Dorothee Dubrau, parteilose Baubürgermeisterin in Leipzig. Foto: Privat

Für alle LeserDer Ort, an dem ich am besten Träumen kann, ist mein Balkon. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Balkon mit Aussicht habe. Auf der einen Seite sehe ich den Turm des Rathauses, auf der anderen Seite den Turm der Thomaskirche. Und dazwischen sind die Dächer der Innenstadt, darüber ganz viel Himmel. Jeden Tag hat er eine andere Farbe. Mal ist er blau, dann wieder kräftig rot und manchmal auch ganz grau. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Rüdiger Harr „Verantwortung geht uns alle an“

Rüdiger Harr, Vorsitzender Richter der 8. Strafkammer am Landgericht Leipzig. Foto: Lucas Böhme

Für alle Leser2017 war ein aufregendes Jahr in vielerlei Hinsicht. Die politische Verunsicherung und auch das Gefühl vieler Menschen, abgehängt zu sein oder nicht ernst genug genommen zu werden, hat trotz aller Erfolge der Wirtschaft und der Entwicklung am Arbeitsmarkt auch in Leipzig zugenommen. Viele Ängste sind diffus, manches entbehrt einer realen Grundlage. Das ändert aber nichts an den Befindlichkeiten und der Situation. Vermeintlich Festgefügtes ist scheinbar oder tatsächlich ins Wanken gekommen. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Juliane Nagel „Wut versus Lethargie“

Juliane Nagel, Die Linke, MdL & Stadträtin in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„In Erwägung unserer Schwäche machtet, ihr Gesetze, die uns knechten soll'n, die Gesetze seien künftig nicht beachtet. In Erwägung, daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.“ (Brecht) Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Ein weiteres Jahr des Weiter so. Ein weiteres Jahr am Kneipentisch über die Zustände gemeckert. Die Institutionalisierung der Rechtsrucks mit der Bundestagswahl mit kurzem Erschrecken wahrgenommen und wieder zur Tagesordnung übergegangen. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: André Göhre „Ein paar Peanuts für Vereine und Sportmuseum“

Andre Göhre forscht in seiner Freizeit zur Sportgeschichte Leipzigs. Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDas Jahr 2017 liegt in den letzten Zügen, die Welt ist im Weihnachtswahn oder hat diesen gerade hinter sich gebracht, aber viele machen sich außerhalb des Trubels auch Gedanken darüber: Welche Wünsche, Träume oder Illusionen hast du für das neue Jahr? So auch ich. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Andreas Dohrn „LWA – Leipzig wohnt anders“

Andreas Dohrn, Pfarrer der Leipziger Peterskirche und ua. engagiert für die "Kontaktstelle Wohnen". Foto: Privat

Für alle LeserWelch ein Augen- und Gaumenschmaus: Eierschecke, Schwarzwälder Kirsch, Zupfkuchen, Bananen-Haferflocken-Kuchen. Viele Mitbewohner*innen im Genossenschafts-Haus in der Fichtestraße haben Kuchen gebacken für Oma Ursula. Die 73-Jährige genießt den Trubel an ihrem Geburtstag. Die Kinder und Enkel haben sich aus Borna und Bolivien per Swatch gemeldet. Die Freundinnen aus der Kirchgemeinde wollen den 3-D-Drucker-Rosenkranz eigentlich lieber selber behalten. Rabia, Talibe und Harun bezaubern auch mit dem Zitronenkuchen nach syrischem Rezept. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Schwarwel „Mehr Hass!“

Schwarwel. Karikaturist, Filmemacher, Freund (ganzjährig). Und manchmal der Grinch. Kari: Schwarwel

Für alle LeserIch hasse Jahresrückblicke. Und ich hasse Vorausschauen. Ich hasse „5 Wünsche für die Zukunft“-Rubriken und ich hasse diesen Wo-ich-uns-in-zehn-Jahren-sehe-Quatsch. Ich hasse Bestandsaufnahmen, ich hasse Inventuren, ich hasse Supervisionen, ich hasse Selbstreflexion und natürlich hasse ich auch und vor allem das weinerliche Getue um Weihnachten rum, wenn die Leute plötzlich so rührselig und gefühlig werden. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Christin Melcher „Du und ich sind nur zwei Menschen“

Christin Melcher, Landesvorstandssprecherin Bündnis 90/Die Grünen Sachsen. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Für alle LeserDu und ich sind nur zwei Menschen. Du und ich haben Hunger und Durst. Du und ich sehnen uns nach Wärme. Du und ich wollen in Sicherheit leben, atmen die gleiche Luft, machen uns Gedanken und versuchen danach zu handeln. Ich möchte dir ein paar Fragen stellen – Lass uns ruhig ganz ehrlich sein. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Lutz Walter „Ein Reisender im Geiste“

Lutz Walter für die Leutzscher Welle in Aktion. Foto: Privat

Für alle LeserAch, was werden wohl meine beruflichen oder persönlichen Wünsche sein, wie werden wohl meine Erwartungen an die Zukunft aussehen? Ehrlich: Ich hatte mir – vor der Anfrage der Redaktion – kaum Gedanken darüber gemacht. Ich hatte vor kurzem eine Lesung im Kokopelli, einem alternativen Café in der Merseburger Straße, besucht. Es ging um Ferne und Reisen und die Literatur des „social beat“. Auf dieser Veranstaltung hatte Michael Schwesinger seine Sichtweise vermittelt. Er skizzierte den Charakter eines Reisenden als einen Menschen, der ständig auf der Suche ist. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Andreas Loepki „Welches Maß an Ungleichheit ist vertretbar?“

Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig ist nicht mein Geburtsort und ich bin hier auch nicht aufgewachsen. Doch nachdem ich es an einem herrlichen Frühlingstag 1998 zum ersten Mal betrat, empfinde ich Leipzig mittlerweile als Heimat, die ich mit Begriffen wie: geschichtsträchtig, kulturreich, studentisch, jung, quirlig, grün, spannend und humorvoll verbinde. Weiterlesen

Wenn Leipziger träumen: Skadi Jennicke „Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Geduld“

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIch träume vom Frieden. Die Entwicklungen in Europa, in der Welt machen mir Angst. Viele Menschen suchen einfache Antworten auf komplizierte, komplexe Fragestellungen. Sie erwarten, dass sich Entwicklungen, an deren Beginn Entscheidungen stehen, die vor Jahrzehnten getroffen wurden, von heute auf morgen grundsätzlich ändern lassen können. Die Geschichte lehrt uns, dass diese Erwartung in der Barbarei endet. Ich wünsche mir Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und eine gesellschaftliche Problemanalyse, die von Geduld und Sorgsamkeit und weniger von Ergebnishast und Effizienz geprägt ist. Weiterlesen