Die sehr musikalischen Gespräche Enrico Girardis mit Riccardo Chailly über Musik

Pünktlich zur Verkündung von Stadt und Gewandhaus, dass Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly im Juni 2016 das Gewandhaus und die Stadt Leipzig verlässt, hat der Leipziger Henschel Verlag gemeinsam mit dem Kasseler Bärenreiter Verlag gleich noch das Abschiedsbuch vorgelegt. Jedenfalls wirkt es so, als hätten Verlag und Dirigent den Zeitpunkt genau geplant. Ein Meister der Präzision ist Chailly nun einmal.
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Und tatsächlich ist das Buch, das mit dem deutschen Titel „Das Geheimnis liegt in der Stille“ erscheint, auch ein Buch, das den berühmten Dirigenten an einem seiner Wendepunkte im Leben zeigt, ein bewusst gesetzter Kontrapunkt. Oder eine Pause. So, wie es der italienische Titel mitschwingen lässt: „Il segreto è nelle pause“. Aber wenn man im Deutschen Pause sagt, dann denkt man gleich an Butterbemmen, Kaffeetasse und Zigarettengang vor die Tür, eher nicht an die musikalische Bedeutung von Pause. Aber schon diese kleine Unstimmigkeit in der Übersetzung des Titels deutet auch an, wie kompliziert das Verhältnis von Leipzig und Chailly war – von Anfang an.

Das italienische Original dieser „Gespräche“ erschien schon im März im großen italienischen Verlag Rizzoli „und basiert auf den Gesprächen zwischen Riccardo Chailly und dem Musikwissenschaftler Enrico Girardi“, wie es im Impressum heißt. Da haben wir wieder die „Gespräche“, die so sehr an Luthers Tischgespräche erinnern. Aber Girardi, genauso wie Chailly ein gebürtiger Mailänder, hat mit dem großen Maestro nicht wirklich geplaudert, auch wenn man den Untertitel „Conversaziona sulla Musica“ durchaus auch als „Plauderei über Musik“ übersetzen könnte, noch treffender wäre freilich das Wort Unterhaltung.

Chailly ist nicht der einzige große Musiker, den Girardi derart intensiv interviewt hat. Aber er ist wohl der Erste, bei dem die Befragung zu Leben, Arbeit und Musik so weit gediehen ist, dass ein ganzes Buch draus wurde. Mit ziemlich wenig Leipzig drin, was schon verblüfft nach zehn Jahren Engagement als Gewandhauskapellmeister. Beim Lesen verblüfft es dann weniger, denn da wird dann ziemlich schnell deutlich, dass die Orte, an denen Chailly engagiert wurde, lebte und arbeitete, eher zweitrangig sind. Vielleicht hat das Girardi auch weniger interessiert. Als Mailänder wohl erst recht nicht, so kurz vor der Rückkehr Chaillys an die Mailänder Scala, wo 1971 auch seine Karriere begann als Assistent von Claudio Abbado.

Kurz kommt auch seine Kindheit und Jugend ins Bild und die Rolle seines Vaters, mit dem er ein durchaus spannendes Verhältnis hatte, das aber als Einstieg in die Musik wichtig war. Aber wer unter Kapiteltiteln wie „Musik und Leben“ oder „Biografie einer Leidenschaft“ nun persönliche Einblicke in Chaillys Leben erwartet hat, der wird sie nicht finden. Das Buch hätte auch heißen können „Ein Leben für die Musik“. Wenn nicht am Ende da und dort das Wort Familie fallen würde, würde kein Leser auf die Idee kommen, dass Chailly auch noch ein privates Leben jenseits von Probensaal, Studierzimmer und Dirigentenpult kennt.

Für Leipziger, die nun nach zehn Jahren vielleicht die Hoffnung hatten, der Berühmte würde jetzt auch mal einen Zipfel seiner privaten Seele zeigen, könnte das Buch eine Enttäuschung sein. Es sei denn, sie sind darüber hinweg und haben das Gastspiel des Italieners, der erst kürzlich seinen Vertrag am Gewandhaus bis 2020 verlängert hatte, als das genommen, was es war: ein Gastspiel. Viele Verstörungen der Leipziger über ihre Gewandhausdirigenten resultieren ja aus alten Geschichten und Begegnungen mit Kapellmeistern, die sich dem Haus und der Stadt tatsächlich verbunden gefühlt haben und ihr Wirken im Gewandhaus tatsächlich als Lebenswerk verstanden – so wie zuletzt Kurt Masur.

Das Publikum ist der Klangkörper

Aber das ist auch in der Welt der Musik nicht der Normalzustand. Für begnadete Dirigenten wie Chailly sind Orchester und Musikhäuser vor allem Herausforderungen, so wie es vor der Station Leipzig für Chailly die Berliner Sinfoniker waren und danach das Concertgebouw Orchester in Amsterdam. Sein Klangkörper waren nie die Städte, sondern das Publikum, das Orchester mit seiner Vorgeschichte und den zuvor prägenden Dirigenten, und – bei Chailly besonders ausgeprägt – die Aufführungstraditionen des Orchesters. Und mit dem schon damals sehr umfangreichen Repertoire, das er sich in Amsterdam, London, Berlin aufgebaut hatte, war Chailly für die Gewandhausführung nicht nur interessant. Sie muss den Dirigenten, der auf erste Anfragen aus Leipzig überhaupt nicht reagiert hatte, regelrecht verfolgt haben, bis er dann zustimmte, die Doppelrolle in Leipzig zu übernehmen.

Das vergessen ja selbst die Leipziger gern, dass die Rolle des Gewandhauskapellmeisters für Dirigenten, die wirklich „was machen wollen“ aus einem exzellenten Klangkörper wie dem Gewandhausorchester, ein eher problematischer Job ist. Was schon 2008 offenkundig wurde, als Chailly nach heftigen Querelen mit der Operndirektion den mit dem Gewandhausdirigat verbundenen Posten als Generalmusikdirektor der Oper Leipzig niederlegte. Im Buch geht Chailly dann auch – da Girardi ja kenntnisreich und genau nachfragt – auf sein Verständnis von Operninszenierungen ein, auf die Genauigkeit der Interpretation und die Egozentrik vieler heutiger Regisseure, die den Sinn ganzer Opern entstellen, um ihre zuweilen mehr als schrägen Interpretationen auf der Bühne zu zeigen.

Für Chailly ein Unding, erst recht, wenn die Dramatik auf der Bühne nicht zur Dramatik der Komposition passt. Da taucht ziemlich schnell die Frage auf, wer nun der Inszenierung seinen Stempel aufdrückt: der Regisseur, der im Sprechtheater gelernt hat, dass man Autoren regelrecht durch den Wolf drehen kann, oder der Dirigent, der gelernt hat, dass die Musik die Opernhandlung erzählt. Und dass sie es sogar richtig gut tut, gerade dann, wenn sich die Dirigenten – wie Chailly – monatelang tief in die Partituren einarbeiten und sich all die Ambitionen, Interpretationen und Emotionen herausarbeiten, die vom Komponisten angelegt sind.

Neue Präzision

Mehrfach hat ja Chailly auch gegen die Leipziger Hörgewohnheiten angearbeitet, hat ihnen selbst die Klassiker, die hier – wie Mendelssohn, Beethoven und Bach – zur „Tradition“ gehören, in neuer Präzision dargeboten, ohne all die in Generationen eingeschliffenen Gewohnheiten, mit denen sich frühere Dirigenten die Arbeit erleichtert haben. Oder mit denen sie einfach dem Publikums- und Zeitgeschmack Referenz erwiesen. Chailly ist einer von denen, die das Originalmaterial lesen, möglichst die Urschriften, um den Intentionen des Komponisten wirklich nahe zu kommen. Da ist man nämlich bei dem, was im Titel mit Pause gemeint ist, dem richtigen Takt- und Zeitgefühl, dem richtigen – vom Komponisten so beabsichtigten – Tempo. Da klingen selbst die Klassiker auf einmal auf ungewohnte Art modern, schnell und weniger romantisch.

Für die Musiker im Orchester war es ganz gewiss ein hartes Stück Arbeit. Wobei Chailly die Professionalität des Leipziger Gewandhausorchesters zu schätzen weiß. Immer wieder erzählt er von sehr spannenden und oft auch anstrengenden Erarbeitungen von neuen Stücken und Komponisten mit dem Orchester, auch von seiner Art, die Musiker mitzunehmen, wenn er selbst nicht weiß, welches tatsächlich der richtige Schlüssel für das Stück oder bestimmte Passagen ist.

Für Musikliebhaber sind diese Gespräche, bei denen Girardi eigentlich nur fragt und Chailly recht ausführlich erklärt, erzählt, ausschweift, ganz bestimmt eine Bereicherung. Wer sich die ganzen Konzerte, Opern, Lieder und Oratorien zugelegt hat, die Chailly im Lauf der Zeit mit den Orchestern und Virtuosen, mit denen er gearbeitet hat, aufnahm, der kann immer wieder die nächste CD aus dem Regal nehmen und mithören und sich erinnern. Im Buch erzählt Chailly ja, wie er sich all die Komponisten von Bruckner bis Mahler, von Mozart bis Verdi erarbeitet hat und warum es ihm so wichtig war, das erarbeitete Werk etlicher Komponisten dann auch bei Decca nach und nach einzuspielen.

Arbeit, Musik, Familie, Heimat

Es wird aber auch deutlich, warum das Leipziger Gewandhausorchester für ihn immer nur ein exzellentes Orchester unter vielen war und warum die Scala eigentlich Zeit seines Musikerlebens der Wunscharbeitsort blieb. Und jetzt auch wieder ist. Leipzig verlässt er ja nicht ganz so überstürzt, wie das in der Meldung in dieser Woche klang. Die Gewandhausdirektion wusste schon länger Bescheid und seine Bereitschaft, den Vertrag zu erfüllen, bis ein Nachfolger gefunden wäre, lag auch vor. Was natürlich nicht heißt, dass man im Gewandhaus am Augustusplatz nicht doch gewaltig bedröppelt dreinschaut, denn einen so genauen Arbeiter am Pult, der ein Stück nicht eher in die Proben bringt, als bis er einen Zugang gefunden hat, der den Komponisten tatsächlich erschließt, den findet man auch unter den besten Dirigenten der Gegenwart eher selten.

Was natürlich auch etwas einschließt, über das Chailly auch in diesem Buch erzählt: Sein direktes körperliches Leiden darunter, wenn er das Gefühl hat, dass es ihm nicht gelungen ist, die Sache hundertprozentig umzusetzen. Ein manischer Perfektionist eigentlich, weit entfernt von der Gelassenheit eines Blomstedt oder Masur. Auf die Leipziger Tradition hat er sich mit Beethoven, Mendelssohn und Bach auf frappierend präzise Weise eingelassen, auf Leipzig nicht. Aber das hätte man auch vorher schon wissen können, denn auch in Berlin und Amsterdam hat er sich dagegen entschieden, seinen Lebensmittelpunkt auch an die Arbeitsorte zu verlagern. So gesehen, fügt sich für ihn in Mailand wieder alles zusammen: Arbeit, Musik, Familie, Heimat.

Eine Saison lang haben die Leipziger jetzt noch Gelegenheit, den Maestro in ihrem Gewandhaus zu erleben. Da sollten die Konzerte eigentlich ausverkauft sein bis zum letzten Platz.

Riccardo Chailly „Das Geheimnis der Stille. Gespräche über Musik, Henschel Verlag / Bärenreiter Verlag, Leipzig / Kassel 2015, 22,95 Euro.

RezensionenBiografieGewandhausorchesterRiccardo Chailly
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