Wie Vertreter des Hochadels Hitlers Politik mit ihren Geheimmissionen unterstützten

Der englische Buchtitel klingt nicht ganz so reißerisch: „Go-Betweens for Hitler“. Aber der deutsche Buchtitel lässt dafür „Hitlers willige Vollstrecker“ von Daniel Jonah Goldhagen anklingen, ein Buch, das für einige Historiker-Kritik auch in Deutschland gesorgt hatte. Aber eine Goldhagen-These stimmt nun einmal: Ohne ein Heer von Unterstützern hätte es Hitler und sein Regime nicht gegeben. Und die Adligen gehören mit in dieses Heer.

Einige halfen Hitler schon, als seine rechtsradikale Bewegung noch in den Kinderstiefeln steckte, andere machten ihn erst – im wahrsten Sinne des Wortes – salonfähig, andere knüpften die Kontakte, die führende Nazi-Größen mit den berühmten Adelshäusern in Verbindung brachte. Und am Ende waren einige dieser Adligen auch für Hitler und Göring unterwegs, um ihre Politik zu unterstützen, für Hitler zu werben oder hinter den Kulissen Kontakte zu knüpfen. Heimliche Sendboten könnte man sie nennen, Geheimdiplomaten, Vertreter der „backroom diplomacy“, wie es die Briten nennen.

Dass es sie gab, war für die Historikerin Karina Urbach keine Überraschung. Eher wunderte sie sich darüber, wie wenig Beachtung die Geschichtswissenschaft diesen Strippenziehern hinter den Kulissen gewidmet hat. Das hat Gründe, sicher. In offiziellen Dokumenten kommen diese Leute nicht vor, denn sie kamen ja zum Einsatz, wenn regierungsamtliche Wege nicht opportun erschienen und die jeweiligen Regierungen – auch Hitler – lieber inoffizielle Fühler ausstreckten, um die Lage zu sondieren, Verhandlungen anzubahnen oder Verbündete zu werben.

Warum sich gerade Mitglieder alter europäischer Adelsfamilien dazu besonders gut eigneten, schildert Karina Urbach sehr ausführlich. Immerhin hat man es hier nicht nur mit weit verzweigten Familien zu tun, die ihre Stammbäume über Jahrhunderte pflegten und immer versuchten, sich standesgemäß und über alle Grenzen hinweg zu verheiraten, was ja ganz alte Adelspolitik war. Das mittelalterliche Europa war kein Europa der Staaten, sondern eins der Adelshäuser. Schon um stabile strategische Bündnisse zu schließen, verheirateten sich die großen Adelshäuser europaweit. Das funktionierte bis ins 19. Jahrhundert ganz gut. So entstand auch ein weitverzweigtes Netzwerk von Verwandtschaften, Kontakten, Verbundenheiten. Die Familienarchive der Adelshäuser würden eine herrliche Fundgrube an historischen Informationen hergeben – ja, wenn sie denn geöffnet wären. Doch bei ihren Recherchen zu diesem Buch musste Urbach dann immer wieder frustriert feststellen, dass die Archive der schwedischen, spanischen, englischen Königsfamilie auch nach 80 Jahren noch verschlossen waren.

Und so kann sie Vieles nur aus den öffentlich zugänglichen Quellen in Regierungs- und Geheimdienstarchiven rekonstruieren.

Was in diesem Fall aber auch schon erhellende Einblicke gibt. Denn auch wenn die adligen Netzwerker versuchten, unbeobachtet und verschwiegen zu agieren – wenn sie erst einmal im Fokus von Geheimdiensten oder gar Presse waren, blieb ihr Tun nicht mehr unbeobachtet. Auch aus Regierungsprotokollen und Memoiren lassen sich Details rekonstruieren. Und zumindest für drei Personen aus dem deutsch-österreichischen Hochadel kann Urbach hier deren Karriere als Go-Between rekonstruieren: für den Herzog Carl Eduard von Coburg-Gotha, für Prinzessin Stephanie von Hohenlohe und Prinz Max Egon zu Hohenlohe-Langenburg.

Das sei sowieso nur die Spitze des Eisbergs, betont die Autorin. Wer sieht, wie akribisch und aufwendig sie geforscht hat, ahnt, was für eine Arbeit auf Historiker da zukommt, wenn sie tatsächlich einmal beginnen, die Geheimdiplomatie des NS-Reiches zu erforschen. Wobei sie ja keine Besonderheit des Hitlerreiches war, auch wenn Hitler seine adligen (und nichtadligen) Zwischenträger ganz bewusst einsetzte. Sie waren Bestandteil seiner Strategie, beeinflussten die Medien in den Feindstaaten, bereiteten seine großen Übergriffe vor, wie die Besetzung des Sudetenlandes, versuchten Einfluss zu nehmen auf die englische und amerikanische Politik. Oft nicht ohne Erfolg, denn als Mitglieder großer Adelshäuser hatten sie Zugang zu den Häusern und Familien ihrer Standesgenossen in anderen Ländern. Hier galten noch die alten Regeln – und bei einem Mann wie Carl Eduard von Coburg-Gotha kam noch hinzu: Er war direkt verwandt mit dem englischen Königshaus, war in England aufgewachsen und bot Hitler damit auch den direkten Draht in die englische Politik.

Um zu zeigen, wie das alles funktionierte, holt die Autorin natürlich weiter aus. Denn eigentlich sollte ja – wenn man einigen Historikern so zuhört – der Adel nach dem desaströsen 1. Weltkrieg und dem Untergang mehrerer Kaiser- und Königreiche in der europäischen Politik keine Rolle mehr spielen. Nicht nur Lenin in Russland, auch der amerikanische Präsident Woodrow Wilson verkündete das Ende der viel kritisierten Geheimdiplomatie, die man zu großen Teilen mitverantwortlich machte dafür, dass es überhaupt zum Weltkrieg gekommen war.

Dass die ganze Sache schon damals wesentlich komplexer war, schildert Urbach am Beispiel des fürstlichen Beraters und Begleiters Max Egon II. zu Fürstenberg, der bis weit in die Kriegszeit hinein die Verbindung hielt zwischen dem deutschen und dem österreichischen Kaiserhaus. Eine Beziehung, die sichtbar macht, wie sehr Wilhelm II. nicht nur dem Reichstag und jeglicher Form demokratischer Willensbildung misstraute, sondern auch seinen eigenen Kanzlern. Ein Misstrauen, das am Ende genau in die Katastrophe führte, die eigentlich niemand gewollt hatte.

Mit der aber die Geheimdiplomatie noch nicht endete, auch wenn bald rücksichtslose Generäle die eigentliche Macht übernahmen. An ihnen prallten alle auch nur vorsichtigen Vorstöße adliger Zwischenhändler ab, frühzeitig über einen Frieden zu verhandeln. Über mehrere dieser Vorstöße berichtet Urbach. Einer davon ist dann öffentlich und katastrophal gescheitert – Stichwort „Sixtus-Affäre“. Hier sieht Urbach den Anlass für Wilsons Plan, die Geheimdiplomatie abzuschaffen. Tatsächlich wurde mit der Affäre noch mitten im Krieg offenkundig, dass die Österreicher schon längst mit dem Gedanken spielten, einen Separatfrieden mit der Entente abzuschließen. Immerhin brannte den europäischen Adelshäusern seit der Revolution in Russland der Boden unter den Füßen. Die Angst vor dem Bolschewismus ging um und sollte nach dem Krieg zu einer Haupttriebfeder dafür werden, dass sich viele Adelshäuser den aufkommenden Nationalisten und Rechtsradikalen andienten. Die Angst vor dem Bolschewismus (und der Enteignung ihrer Güter und Schlösser) war größer als die vor dem aufkommenden Faschismus.

Deswegen konnten Hitlers heimliche Helfer auch immer auf wohlwollende Aufnahme in englischen Adelskreisen rechnen, die teilweise radikale rassistische und antisemitische Ansichten vertraten und die englische Nazibewegung unterstützten. Die Verbindungen reichten bis ins Könighaus. Und der Wind drehte sich tatsächlich erst, als es Hitler mit seinen Raubzügen auch aus Sicht englischer Appeasement-Politik übertrieb. Da halfen dann auch keine Go-Between-Kontakte über Schweden oder Spanien mehr.

Möglicherweise brauchte sie Hitler auch nicht mehr, vermutet die Autorin. Die Adligen hatten ihre Schuldigkeit getan, hatten für Schönwetter in einer Phase gesorgt, als sich Deutschland noch keinen Krieg und schon gar keinen Militärschlag aus England leisten konnte. Die Fäden, die Urbach aufdeckt, deuten alle darauf hin, dass Hitler und Göring diese Art Geheimdiplomatie steuerten und durchaus wussten, was ihre adligen Sendboten da taten, auch wenn diese wohl in Teilen glaubten, hier in alte, selbstbewusste Rollen aus einer Zeit zu schlüpfen, als sämtliche europäische Diplomatie noch Adels- und Geheimdiplomatie war, als Kanzler und Außenminister noch keinem Parlament rechenschaftspflichtig waren und ein wohlklingender alter Adelstitel genügte, um in der Politik eine wichtige Rolle zu spielen.

Es ist gut möglich, dass etliche der Go-Betweens wieder diese alte Rolle suchten und hofften, sie könnten sich auch unter den neuen Gegebenheiten wieder unentbehrlich machen, vermutet Urbach. Einige waren dabei auch bis in die menschenfeindlichen Ressentiments echte Steigbügelhalter des NS-Regimes – und schafften es nach 1945 tatsächlich, sich wieder weißzuwaschen, als hätten sie die ganze Zeit im Widerstand gearbeitet.

Dass sie dabei den tatsächlich existierenden adligen Widerstand im Umfeld des 20. Juli sogar diskreditierten, merkt die Autorin im Fall von Max Egon zu Hohenlohe-Langenburg an. Womit man in ein Feld kommt, das so historisch gar nicht ist. Denn die Geheimdiplomatie hat auch mit dem Jahr 1945 nicht geendet, auch wenn Mitglieder des Hochadels heute eher ungeeignet sind für den Job, weil ihnen die Kontaktpersonen in Ländern fehlen, in denen die alten Strukturen ausgemerzt wurden. Gerade die Zeit des Kalten Krieges muss eine Hochzeit neuer Go-Between-Einsätze gewesen sein. Und die Gegenwart wird solche Geheimmissionen auch kennen. Es ist ja nicht so, dass demokratische Regierungen so mutig sind, alles öffentlich zu verhandeln, was ihnen wichtig ist.

Da sind längst wieder hunderte Unterhändler unterwegs, um Vorabsprachen zu treffen oder Gespräche mit Regimen aufzunehmen, mit denen man öffentlich nie über Waffen, Geiseln, Rohstoffe oder Zugeständnisse reden würde. Und umgekehrt wird es nicht anders aussehen, sind Leute als Handelsreisende für Regierungsangelegenheiten unterwegs, die dazu weder ein politisches Amt noch einen diplomatischen Pass besitzen.

Zu Recht stellt Karina Urbach auch die Frage, ob die beiden großen Kriege so stattgefunden hätten, wenn nicht adlige Go-Betweens hinter den Kulissen zugange gewesen wären. Hätte es je ein Münchner Abkommen gegeben? Hätte Lord Halifax mit seinem tölpelhaften Lavieren gegenüber Stalin den Hitler-Stalin-Pakt provozieren können?

Natürlich fällt auf, dass einige wichtige Puzzle-Steine fehlen, weil sich die Autorin – materialbedingt – auf einige sehr auffällige Go-Betweens aus österreichisch-deutschen Adelshäusern beschränkt hat, die auch noch gute Beziehungen zur englischen Aristokratie hatten. Und England steht nun einmal im Fokus ihres Buches. Sie will den englischsprachigen Historikern deutlich machen, dass es jenseits der amtlichen Diplomatie immer auch ein ganzes dunkles Reich der Geheimdiplomatie gab, das mindestens genauso schwerwiegende Folgen für die europäische Geschichte produzierte. Sie zeigt damit einen Aspekt von Hitlers Politik, den auch deutsche Historiker kaum wahrnehmen, der aber wichtig ist, wenn man verstehen will, warum dieser Mann in vielen Situationen so skrupellos handelte.

Damit hinterfragt sie dann auch einige Verklärungen der deutschen Nachkriegszeit, in der sich viele Helfer Hitlers mit Persilscheinen gegenseitig weißwuschen. Auch einige Adlige, die sich dem Führer als stramme Nazis und Steigbügelhalter angedient hatten. Was ihnen umso leichter fiel, als der alte Anti-Bolschewismus als neuer Horror vor dem Kommunismus zum gesellschaftlichen Standard wurde. In der alten BRD genauso wie in den USA. Aber da kommt man schon in ganz neue Epochen mit neuen Geheimdiplomaten, die auf ihre Weise seltsame historische Entwicklungen unterstützten, über die sich der brave Zeitungsleser stets nur wundern konnte und kann.

Karina Urbach Hitlers heimliche Helfer, Theiss Verlag, Darmstadt 2016, 29,95 Euro.

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