Bernhard Naumann erzählt seine Variante von Luthers Leben auf Erden

Für Freikäufer Vielleicht sollte man Martin Luther tatsächlich in seiner Zeit lassen. Was gar nicht so einfach ist. Wenn Menschen Geschichte formulieren, neigen sie dazu, deren Akteure aufzublasen zu einer Größe, die sie nicht hatten. Sie verwechseln die Wirkung mit der Person. Fast beiläufig erzählt es Bernhard Naumann mit, wenn er in die Rolle von Martin Luther schlüpft.

Der Doktor aus Wittenberg ist ja in diesem Jahr allgegenwärtig. Das ganze Reformationsjubiläum ist auf ihn und seinen Thesenanschlag vor 500 Jahren zugeschnitten. Berge von Luther-Büchern sind erschienen. Einige haben tatsächlich neuen Zugang zu diesem Mann gefunden, der im Grunde nur einen erlösenden Moment in seinem Nachgrübeln über die Bibel und die Paulusbriefe in eine ordentlich in Latein gefasste Thesensammlung verpackte. Die Idee ist eigentlich abstrakt. Die meisten Menschen heute denken nicht mal darüber nach, wie sie in ihrer Beziehung zu Gott erlöst werden können. Was auch daran liegt, dass Luthers Thesen trotzdem eine gigantische Wirkung entfalteten – trotz päpstlicher Bannbulle, trotz kaiserlicher Drohung, trotz Kirchenspaltung – die Nauman am Ende besonders als negative Folge von Luthers Tun benennt.

Naumann ist selbst Kirchenmann. Seit 20 Jahren spielt er in Wittenberg den Luther. Er kennt seine Geschichte. Wer Überraschungen aus Luthers Leben erwartet, wird sie nicht finden. Denn der Reiz dieses Büchleins, in dem Naumann auch erzählerisch in die Luther-Rolle schlüpft, ist der zwangsläufig sehr irdische Blick auf den Mönch und Theologieprofessor. Wer in Wittenberg erklären will, wie dieser Luther mit seiner Katharina lebte, der muss sich mit dessen Strohmatratze, dessen sehr persönlichen Ringen um einen gnädigen Gott, dessen Krankheiten, dessen Sturheit, aber auch dessen Beziehung zu Ehe, Frau und Kindern beschäftigen. Und wer das 20 Jahre lang tut, der weiß auch, dass es hinter dem gigantisch aufgeblasenen Luther der Historie immer den ganz einfachen Mann gab mit all seinen Launen, Unzulänglichkeiten, seiner seelischen Not, seiner Kampfeslust und der unübersehbaren Unfähigkeit, einschätzen zu können, was er eigentlich angerichtet hat.

Von Luthers Irrtümern ist die Luther-Hagiographie noch heute voll. Und natürlich hat ein emsiger L-IZ-Leser auch auf einen gern und oft zitierten Satz von Friedrich Engels aufmerksam gemacht. Den Satz hat Engels irgendwann zwischen 1873 und 1882 in der Vorrede seiner „Dialektik der Natur“ geschrieben. Das Buch ist zu seinen Lebzeiten nie erschienen, sondern erst 1925 in der Sowjetunion. Aber es war folgenreich für die Geschichtsschreibung – und zwar nicht nur die „sozialistische“. Denn Engels, ganz Kind des 19. Jahrhunderts, hat sich Geschichte eben nicht als einen „Prozess der Massen“ vorgestellt, auch wenn sein Freund Marx Revolutionen gleich mal zu „Lokomotiven der Geschichte“ machte.

Engels huldigte nach wie vor dem Kult der großen historischen Persönlichkeiten. Das steckt in dem Satz, bezogen auf die Epoche um 1500: „Es war die größte progressive Umwälzung, die die Menschheit bis dahin erlebt hatte, eine Zeit, die Riesen brauchte und Riesen zeugte, Riesen an Denkkraft, Leidenschaft und Charakter, an Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit. Die Männer, die die moderne Herrschaft der Bourgeoisie begründeten, waren alles, nur nicht bürgerlich beschränkt. Im Gegenteil, der abenteuernde Charakter der Zeit hat sie mehr oder weniger angehaucht. Fast kein bedeutender Mann lebte damals, der nicht weite Reisen gemacht, der nicht vier bis fünf Sprachen sprach, der nicht in mehreren Fächern glänzte. Leonardo da Vinci war nicht nur ein großer Maler, sondern auch ein großer Mathematiker, Mechaniker und Ingenieur, dem die verschiedensten Zweige der Physik wichtige Entdeckungen verdanken; Albrecht Dürer war Maler, Kupferstecher, Bildhauer, Architekt und erfand außerdem ein System der Fortifikation (Befestigungswerke), das schon manche der weit später durch Montalembert und die neuere deutsche Befestigung wiederaufgenommenen Ideen enthält. Machiavelli war Staatsmann, Geschichtsschreiber, Dichter und zugleich der erste nennenswerte Militärschriftsteller der neueren Zeit. Luther fegte nicht nur den Augiasstall der Kirche, sondern auch den der deutschen Sprache aus, schuf die moderne deutsche Prosa und dichtete Text und Melodie jenes siegesgewissen Chorals, der die Marseillaise des 16. Jahrhunderts wurde.“

Das mit der „Marsaillaise“ stammt übrigens von Heinrich Heine und Peter Henkel hat es Heine in seinem Buch „Schluss mit Luther“ heftig angekreidet. Denn da hat Heine etwas in das Lied hineingedeutet, was so nicht drinsteckte. Aber zurück zu Engels. Man muss auch dieses oft aus dem Zusammenhang gerissene Zitat einordnen, denn nach dem Lob auf die „großen Männer“ kommt der verächtliche Satz: „Die Heroen jener Zeit waren eben noch nicht unter die Teilung der Arbeit geknechtet, deren beschränkende, einseitig machende Wirkungen wir so oft an ihren Nachfolgern verspüren.“

Und vorher schon hat er angedeutet, dass er Luthers Wirken nicht unbedingt positiv einordnet. Denn er spricht „von jener gewaltigen Epoche, die wir Deutsche, nach dem uns damals zugestoßenen Nationalunglück, die Reformation, die Franzosen die Renaissance und die Italiener das Cinquecento nennen, und die keiner dieser Namen erschöpfend ausdrückt.“

Die Reformation ein Nationalunglück?

Aber zurück zu Luther, der „den Augiasstall der Kirche“ ausfegte. Das war gar nicht seine Absicht. Es war alles viel kleiner, viel irdischer. Wittenberg war ein Kaff, verglichen selbst mit anderen Städten, die Luther erlebte: Magdeburg, Erfurt, Rom, selbst Leipzig. Wenn man gerade auf der einen Seite hineingestolpert war, fiel man auf der anderen schon wieder heraus. Nur dass Luthers Fürst, Friedrich der Weise, einer der wichtigsten Fürsten des Reiches war, schützte den kleinen Theologieprofessor, der augenscheinlich lebendige Vorlesungen hielt und sein Publikum in den Bann schlagen konnte. Und die 95 Thesen hat er ganz nachweislich nur veröffentlicht, um ein Thema zu disputieren, dass ihm auf der Seele brannte, nicht einmal ahnend, dass er damit Mächte beschwor, die weit über alles hinausgingen, was er bis dahin kennengelernt hatte.

Manchmal verändern Menschen die Welt, die eigentlich nur ein ganz persönliches Anliegen artikulieren – und sehen sich dann überrascht mitten im Auge des Orkans. So wie es Luther ging, der selbst 1519 in Leipzig noch glaubte, er hätte die Sache im Griff. Die Wormser Ereignisse von 1521 zeigen, dass ihm das Ganze längst entglitten war. Die Sache hatte sich verselbstständigt, gerade weil die Menschen der Zeit seine Bücher anders lasen, als er das wohl zu Anfang gedacht hatte.

Deswegen ist Katharinas Werbung um den 40-jährigen Mönch so typisch, richtig typisch Luther: Der Mann denkt, dass Persönliches und Weltliches zu trennen sein könnten. Hier der einsame Gelehrte, der sich seine Gedanken machte und verbale Kämpfe führte und auch begründete, warum der Ehestand gottgewollt und die Möncherei ein Fehler war. Da draußen die Entscheidungen der Anderen. Die Sache in die Hand nehmen mussten immer wieder Andere – in diesem Fall Katharina. Was wohl nur deshalb nicht auffällt, weil das heute immer noch die Regel ist: Es sind die Frauen, die sich ihre Ehemänner suchen. Das werden dann meist auch die stabilsten Ehen, weil klar ist, wer das praktische Sagen hat. In Luthers Haushalt führte „Herr Käthe“ die Regie. Luther durfte seine Tischreden halten. Und sich als Vater üben, was ihm wohl auch ganz gut gelungen ist. So lernt man ihn bei Naumann auch kennen: Als Familienvater, der lernt, seine Rolle auszufüllen und sich von den harten Erfahrungen seiner Kindheit zu lösen. Ein gelungenes Experiment, das dann gleich mal Vorbild für das bis heute gepriesene Pfarrhaus wurde.

Aber das schafft Naumann gut: Einen Luther zu zeichnen, der meist mehr geschoben wurde, als dass er selber schob. Spalatin kommt leider nicht drin vor, obwohl man mit dessen Wirken einen ganz wichtigen Aspekt von Luthers Geschoben- und Geschütztwerden vor Augen hätte. Denn auch hinter der Entführung auf die Wartburg steckte Spalatins Wirken, der als Kanzler des Fürsten die Fäden in der Hand hielt. Melanchthon wird erwähnt, der genug litt unter dem Sturkopf, der selbst da eigenbrötelte, wo es um Gespräch und Kompromiss ging – wie beim Aushandeln des Religionsfriedens, der ein viel größerer Gewinn der Reformation war als die Reformation selbst. Was die Historiker aber bis heute gern anders bewerten, weil sie darin lieber die dauerhafte Spaltung der Kirche sehen.

Was sieht man also? Keinen Augiasstallausmister, keinen Riesen. Sondern einen Mann, der auch zum Theologiestudium und zu seinem Professorenposten erst durch Andere kam (in diesem Fall seinen Vorgesetzten Staupitz), der aber den ihm anvertrauten Bibeltext ernst nahm und daraus Schlüsse zog, die er nicht wieder aufgeben wollte.

Was einen daran erinnert, dass viele Geistesgrößen (auch heute noch) sich lieber verbiegen und verleugnen, als auch nur einmal im Leben klar Position zu beziehen. Am meisten fasziniert an diesem Luther ja diese (eigentlich schreckliche) Sturheit, die seine Anhänger dann in den Wormser Spruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ zusammenpressten. Aber auf Luther gemünzt, stimmt es ja: Es gab in der Bibel keinen Hinweis auf Sündenablass und Fegefeuer, auf irgendeine Befähigung der Priester oder der Kirche, Menschen freizugeben von ihrer Schuld. Da war Luther konsequent, auch wenn er damit Kardinal Albrecht, Tetzel und dem Papst ein gutes Geschäft verdarb. Die Menschen sind nun einmal leichtgläubig und geben ihr letztes Erspartes, wenn ihnen nur jemand das Heil im Himmel verspricht. Das ist heute noch immer so.

Deswegen geht Naumann auch kurz auf diese ganze heutige Luther-Befragerei ein: Was würde Luther zu dem sagen, was er heute vor sich sieht?

Darauf kann es keine Antwort geben, auch wenn Naumann eine versucht. Denn damit basteln wir uns selbst wieder einen Riesen, blasen den Wittenberger Professor zu einer Art Orakel auf, das er selbst für Zeitgenossen nicht war.

Am Ende erzählt Naumann auch noch ein bisschen darüber, wie er selbst zu Luther gefunden hat und wie er in diese Rolle hineingewachsen ist. Und ganz zum Schluss landet er nicht bei Engels, sondern bei einem abgewandelten Marx-Zitat (noch so ein Bursche, den man zum Riesen aufgeblasen hat, obwohl er eher ein Luther war): „Die Theologen haben die Bibel nur unterschiedlich interpretiert. Es kommt aber darauf an, mit ihr die Kirche und die Welt zu verändern.“

Ich schätze mal, Marx und Luther hätten sich anfangs gut vertragen – und nachher beide tüchtig mit Tintenfässern beschmissen.

Wieder was gelernt.

Auf nach Wittenberg.

Bernhard Naumann Ich, Martin Luther, Evangelische Verlagsanstalt, Edition Chrismon, Leipzig 2017, 7 Euro.

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