Verleugnung: Wie wir den Tod kennenlernen und doch so tun, als wäre er nicht da

Für alle LeserWer keine Selbstzweifel kennt, wird kein großer Künstler. Der weiß einfach nicht, wie schnell ein Mensch in seelische Nöte kommt und was einen tatsächlich berührt, verzehrt, umhaut oder fühlen lässt, am Leben zu sein. Keiner weiß das wohl besser als Schwarwel, der schon im August den ersten Teil einer Graphic Novel veröffentlichte, die während des heute startenden Festivals „Stadt der Sterblichen“ ihre Fortsetzung findet.

Denn ein Termin während dieses Festivals ist am Samstag, 7. September um 13 Uhr, die Signierstunde von Schwarwel, Sascha Wüstefeld und Ingo Römling nicht nur für das erste, sondern auch gleich für das zweite Heft von „Gevatter“ in der Comic Combo in der Riemannstraße.

„Gevatter“ erinnert natürlich an jenen Typen mit der Sense, der in unserem Leben allgegenwärtig ist, auch wenn wir glauben, ihn mehr oder weniger verdrängt zu haben aus unserer Spaß-Gegenwart. Darauf geht Frank Pasic, Vorsitzender der FUNUS Stiftung, in seinem Nachwort zum ersten Heft „Verleugnung“ ein. Die FUNUS Stiftung veranstaltet nicht nur das Festival „Stadt der Sterblichen“, sie setzt sich auch für einen „unverkrampften Umgang mit dem Tod“ ein.

Aus guten Gründen, worauf auch Schwarwel in seinem kleinen Interview im Heft eingeht. Denn es ist der Tod, der unserem Leben nicht nur Grenzen setzt, sondern uns eigentlich dazu zwingt, darüber nachzudenken, was wir mit diesem letztlich sehr kurzen Leben eigentlich anfangen, welchen Sinn wir ihm geben.

Eine Frage, die vielen Menschen oft erst dann begegnet, wenn sie in tiefe Lebenskrisen geraten – Suchtprobleme, Depressionen, Traumata durch Unfälle, Verluste geliebter Menschen und so weiter. Oft lebt man einfach so vor sich hin, lässt sich abfüllen oder von immer neuen, drängenden Eindrücken auffüllen, gibt sich stets geschäftig, ist im Stress und will auch allen Menschen ringsum vorspielen, was für ein toller Hecht man ist … und dann genügt eine schwere Krankheit, eine Trennung, eine Entlassung, und man steht – wie es so gern heißt – „vor dem Nichts“.

Das passiert selbst Menschen, die hochkreativ sind und die eigentlich glauben, alles im Griff zu haben. Die Geschichte, die Schwarwel nun in einer auf fünf Bände angelegten Serie erzählt, ist eng an sein eigenes Leben angelehnt, auch wenn er seinen kindlichen Helden Tim nennt. Zumindest landen wir per Backflash in Tims Kindheit. Den Anfang macht eine Szene, die gerade Menschen, die unter Depressionen leiden, nur zu gut kennen – den Moment, der sich so anfühlt, als gäbe es jetzt keinen Ausweg mehr.

Was man eigentlich als Aus-Weg schreiben müsste: Alles Denken ist nur noch darauf fixiert, dass nichts mehr geht, dass man aus der Blase der Trauer nicht mehr herauskommt und eigentlich nur noch möchte, dass das aufhört.

Tims Glück ist seine Schwester Kitty, der er fest versprochen hat, sie genau in solchen Momenten anzurufen. Sie spielt zwar im Folgenden kaum eine Rolle – aber vielleicht kommt das noch. Denn es sind solche klugen und sachlichen Menschen, die einem gerade in solchen Momenten den nötigen Halt geben, die Chance zu nutzen, die unaushaltbare Situation aufzulösen – und wenn es nur durch einen Termin bei einem Psychotherapeuten ist, mit dem man die belastenden Erinnerungen, die einen so festzurren, aufarbeitet.

Am Ende von „Verleugnung“, dem ersten Band der Reihe, erfährt man zumindest, in welche Suchtmittel-Probleme der Held der Geschichte geraten ist. Aber die Erlebnisse mit dem Tod, an die sich Tim aus seiner Kindheit erinnert, sehen erst einmal gar nicht so schlimm aus – auch das tote Hamsterweibchen Goldie, das in einer Variante des Heftes das Cover ziert, sieht nicht so aus, dass sie der Auslöser für Tims seelische Probleme gewesen sein kann.

Eher erzählt diese Rückschau davon, wie Kinder in ihrem Leben erstmals mit den Themen Tod und Vergänglichkeit in Berührung kommen – oder auch nicht, wenn man das Nicht-drüber-Reden-Wollen der Elten beim Tod der Uroma als Beispiel nimmt. Wir versuchen ja heutzutage, den Tod geliebter Menschen lieber vor den Kindern zu verbergen.

Auch wenn Tims Mutter Ärztin ist, die ihre Kinder eigentlich nicht in Watte packt. Wenn Tim nach Tod und Krankheit fragt, gibt sie trockene Antworten. Wenn auch ein wenig das Gefühl fehlt dafür, wie Kinder mit solch nüchternen Aussagen umgehen. Erst recht, wenn auch noch die Schwester erkrankt und der kleine Bruder sich zu Recht fragt: Ist man im Leben tatsächlich so gefährdet? Genügt eine Infektion und all der Spaß am Lebendigsein hört unverhofft auf?

Für Schwarwel sind all diese Situationen aus der Kindheit noch allgegenwärtig. Auf klare Schwarz-Weiß-Zeichnungen – je neun auf einer Seite – reduziert, erzählt er alle diese Szenen hintereinander weg, gibt den Gefühlen des Kindes Raum, in denen wilde Jungen-Abenteuerlust oft direkt mit Momenten des Erschreckens und der Hilflosigkeit kontrastieren, komprimiert diese Szenen aber auch, sodass das Umblättern selbst wie ein Blättern in unvergessenen Erinnerungen wirkt.

Erinnerungen, die auch deshalb noch präsent sind, weil sie sich um Fragen drehen, auf die die Erwachsenen in der Situation ganz sichtlich nicht die richtigen Antworten wussten. Oder jedenfalls keine Antworten, die das Problem „gelöst“ hätten, etwa wenn die Oma das Thema Angst damit verniedlicht, dass sie Tim liebevoll „mein Mäxchen“ nennt. Da liegen Ratlosigkeit und Wut dicht beieinander.

Genauso wie die Sesamstraße-Folge mit der Erklärung zu „da“ und „weg“ für den Knirps auf einmal zum existenziellen Drama wird: Was ist, wenn ich jetzt wirklich „weg“ bin?

Am Ende stehen der Tod von Goldhamster Goldie und Uroma Liselotte wie Fragen im Raum. Das tränennahe Gesicht des Jungen Tim verwandelt sich wieder in das von Trauer beherrschte Gesicht des älteren Tim (das dann auch das Cover der zweiten Heftvariante ziert). Nicht nur der Tod ist im Leben stets präsent – auch die geliebten Menschen, die man verloren hat, bleiben auf diese Weise da – zumindest in unserem Kopf, wenn wir uns erinnern und dabei merken, wie sehr die Vergänglichkeit über allem liegt, was wir tun.

Das Goldhamster-Cover hat übrigens Sascha Wüstefeld gestaltet. Auch mit ihm gibt es ein kleines Interview im Heft. Und weil das Thema so wichtig ist und natürlich auch mit „Verleugnung“ nicht zu Ende erzählt ist, gibt es auch eine ganze Seite mit Kontaktstellen und Hilfsangeboten für alle, die seelisch in Not geraten. Denn oft hilft es einfach, wenn man weiß, an wen man sich wenden kann, wer einem helfen kann, aus einer als ausweglos empfundenen Situation doch wieder herauszukommen.

Manchmal ist es einfach die simple Zuwendung, das Verstehenwollen des Gegenübers, die die Ausweglosigkeit nicht mehr so „alternativlos“ erscheinen lassen. Dummes Wort? Ich glaube nicht. Seit dieses Wort in der Politik eine Rolle spielt, habe ich das dumme Gefühl, dass selbst ganze Parteien und Gesellschaften depressiv werden können – gewollt oder ungewollt. Denn das sind auch nur Menschen, manchmal ziemlich hilflose in viel zu großen Rollen.

Wäre ja ein Thema für eine Fortsetzungsserie.

Aber schon die geplanten Bände für Gevatter dürften nicht nur Comic-Liebhabern das Gefühl geben, dass Menschsein manchmal unheimlich, manchmal unheimlich schwer und gerade deshalb auch unheimlich beeindruckend sein kann.

Schwarwel „Gevatter. Kapitel 1: Verleugnung“, Glücklicher Montag, Leipzig 2019, 3,90 Euro

***

Die „Gevatter“-Signierstunde mit Schwarwel, Sascha Wüstefeld und Ingo Römling anlässlich der Erstveröffentlichung der ersten beiden Hefte „Verleugnung“ und „Zorn“ der Graphic Novel „Gevatter“ als Regular und Variant Editionen mit Variantcovergestaltungen von Sascha Wüstefeld und Ingo Römling, initiiert und herausgegeben durch die FUNUS Stiftung im Verlag Glücklicher Montag, findet am Samstag, 7.September, ab 13 Uhr in der Comic Combo Leipzig (Riemannstraße 31, 04107 Leipzig, Südvorstadt) statt. Eintritt: frei.

Die Graphic Novel „Gevatter“ von Schwarwel ist eine autobiografische Erzählung, in der uns der Autor und Zeichner mitnimmt auf eine Reise in seine Innenwelt und seine Erinnerungen, um uns an seiner ureigenen Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod und seinen Ängsten davor teilhaben zu lassen.

Endlichkeitsfestival „Stadt der Sterblichen“: Im Gespräch mit Schwarwel

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenSchwarwelGraphic NovelStadt der Sterblichen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Die „Völkerschauen“ und Ernst Pinkert im Zoo Leipzig – wann und wo erfolgt die Aufarbeitung?
Straßenschild Ernst-Pinkert-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie AG Leipzig Postkolonial begrüßt die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung über Leipzigs koloniales Erbe, einschließlich der Debatten über den Leipziger Zoo, seinen Gründer Ernst Pinkert und die von ihm veranstalteten „Völkerschauen“. Wir sehen dies als Auftakt für eine überfällige Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Spuren in der Gegenwart in der städtischen Erinnerungspolitik. Diese ist heute angesichts aktueller Ereignisse, dem weltweit offenkundigen Rassismus sowie dem Widerstand dagegen, dringlicher denn je.
Mit genehmigtem Hygienekonzept noch 70 Veranstaltungen bis Jahresende 2020
Das Leipziger Messegelände. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle LeserDie Leipziger Buchmesse war eine der ersten Veranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie im März abgesagt werden mussten. Das Virus erschwert ausgerechnet große Veranstaltungen, das, womit die Leipziger Messe ihre Geschäfte macht. Und dabei war ihr Veranstaltungskonzept in den letzten Jahren aufgegangen. Auch 2019 konnte der Umsatz gesteigert werden.
Tempo 30 im kompletten Südteil und Querungsverbot für Kraftfahrzeuge an der Richard-Lehmann-Straße
Tempo 30 am Wiedebachplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWahrscheinlich wäre das Thema längst gegessen, wenn die Stadt gleich nach der Verabschiedung des Radverkehrsentwicklungsplans 2012 darangegangen wäre, die Bernhard-Göring-Straße tatsächlich zur Fahrradstraße zu machen. Sie wäre von Radfahrer/-innen längst angenommen, Kraftfahrer hätten sich dran gewöhnt. Und es hätte viele Unfälle so nicht gegeben. Jetzt hat das Verkehrs- und Tiefbauamt die Straße wenigstens erst einmal zur Tempo-30-Zone gemacht.
Der Stadtrat tagte: Anbau-Kubus der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wird gebaut und Turmfalke muss umziehen + Video
Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wurde auch das mittlerweile heiß diskutierte Projekt des geplanten Schulanbaus an der Apollonia-von-Wiedebach-Schule in Connewitz vom Stadtrat abgestimmt. Ein Projekt, bei dem am Ende nicht wirklich klar war, wer für die desolate Informationspolitik eigentlich verantwortlich war: Die Baubürgermeisterin? Der Sozialbürgermeister? Die stadteigene LESG als Bauträger? Hätte der Stadtrat überhaupt noch zeitlichen Spielraum gehabt, wären wohl so richtig die Fetzen geflogen.
Die kleine Beltjungfrau: Ein Zeichentrickfilm zeigt Zerstörung durch den drohenden Ostsee-Tunnel
Die kleine Beltjungfrau. Grafik: Beltretter e.V.

Grafik: Beltretter e.V.

Für alle LeserDas Urteil ist hart, aber deutlich: „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagte Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe, anlässlich der jüngsten Studie von Greenpeace zu Ostsee und Nordsee. Beiden Meeren geht es dreckig, ihren Fischbeständen sowieso. Und eigentlich müssten die Anrainer die Finger von jedem Bauprojekt lassen, das die sensiblen Gebiete zu stören droht. Hilft jetzt wenigstens die kleine Beltjungfrau?
Donnerstag, der 9. Juli 2020: Klimadebatten bestimmen den Tag
Kundgebungsteilnehmer/-in vor der Kongresshalle, in der der Stadtrat tagte. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenSei es die anderthalbstündige Debatte im Stadtrat, die Präsenz von Klimaaktivist/-innen vor der Kongresshalle oder das Anbringen von Werbeplakaten in der Nacht zuvor – das Klimathema dominiert den Tag in Leipzig. Außerdem: Der Fall Oury Jalloh sorgt weiter für Fragezeichen und sächsische Kinos dürfen sich über finanzielle Hilfen freuen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 9. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Der Stadtrat tagt: Leipzig verschiebt die Klimarettung um eine Woche + Video
Der Druck von außen wächst freundlich aber bestimmt. Die Omas for Future und die Parents bei der Übergabe der Klimawünsche an OB Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig war im vergangenen Oktober dem Beispiel vieler Städte gefolgt und hat den „Klimanotstand“ ausgerufen. Nun soll ein Sofortmaßnahmenprogramm folgen. Die Abstimmung darüber war eigentlich für Donnerstag, den 9. Juli, geplant. Doch weil kurzfristig noch einige Änderungsanträge hinzukamen, entschied sich die Mehrheit des Stadtrates, die Abstimmung um eine Woche zu verschieben.
Der Stadtrat tagt: Konzept für die Umweltbibliothek geplant, aber kurzfristig nicht mehr Geld
Stadtrat Michael Neuhaus (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Umweltbibliothek hat einen hohen Stellenwert für vergangene und aktuelle Kämpfe der Umweltbewegung. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Einigkeit. Kurzfristig mehr Geld bekommt sie dennoch nicht. Stattdessen soll die Verwaltung bis September ein langfristiges Konzept für den Erhalt der Einrichtung erarbeiten. Denkbar wäre, dass die Stadtbibliothek die Trägerschaft übernimmt.
Der Stadtrat tagte: Verwaltung hat jetzt aller zwei Jahre Berichtspflicht zum Ausbau des Radnetzes in Leipzig + Video
Die Baudezernentin Dorothee Dubrau (Parteilos) bei einer ihrer letzten Ratsversammlungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich war es eher eine Informationsvorlage, die der Stadtrat zur Kenntnis nehmen sollte: Nach Jahren des Wartens hat das Dezernat Stadtplanung und Bau endlich ein neues Konzept „HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad“ erarbeitet, das das veraltete Konzept aus dem Radverkehrsentwicklungsplan von 2010 ersetzen soll. Was nicht nur die SPD zu der drängenden Frage brachte: Und wann kommt endlich der neue Radverkehrsentwicklungsplan?
Pfarrer Andreas Dohrn im Interview: „In kirchlichen Konflikten klare Kante zu zeigen, hat sich bewährt.“
Andreas Dohrn hat eine Meinung. Er ist aktiv und mischt sich in die Diskussion zu aktuellen Themen ein, so wie hier bei der Demo am 16. Mai gegen das unsolidarische Bündnis Widerstand2020. © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelEr ist engagiert und streitbar. Pfarrer Andreas Dohrn mischt sich ein und bringt sich ein. Zuletzt stritt er sich mit Finanzbürgermeister Torsten Bonew und beide blockierten sich gegenseitig auf Facebook, beim Rücktritt des Sächsischen Landesbischofs Carsten Renzing bohrte Dohrn so lange, bis sich etwas tat. Aber haben nun die Konflikte in der Gesellschaft zugenommen oder mischt er sich gern ein? Was hat Corona mit der hiesigen Kirche gemacht und warum hat die Peterskirche die Toiletten tagsüber nun immer geöffnet?
Der Stadtrat tagt: Feuerwerk soll reduziert werden – Verwaltung zweifelt Rechtmäßigkeit an
Stadtrat Jürgen Kasek (B 90/Die Grünen) am 20. Mai 2020 in der Kongresshalle zur Ratsversammlung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSilvesterfeuerwerk spaltet nicht nur die Meinungen jener, die es lieben oder hassen, sondern auch den Leipziger Stadtrat. Kaum eine Fraktion war sich am Donnerstag, den 9. Juli, einig, wie sie sich zu einem Antrag der Grünen verhalten soll, der auf eine deutliche Einschränkung des Feuerwerks abzielte. Am Ende gab es mehrheitlich Zustimmung. Die Verwaltung hat jedoch bereits erklärt, dass viele Maßnahmen rechtswidrig wären.
Der Stadtrat tagt: Die erste Fortsetzung der Juli-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt in der Kongresshalle am Zoo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenEinen neuen Baubürgermeister gewählt, ein Statement gegen Islamfeindlichkeit beschlossen, die Termine für den Doppelhaushalt 2021/22 bestimmt und einiges mehr – das war der erste Teil der Ratsversammlung. Am heutigen Donnerstag geht es gleich weiter, unter anderem mit einer „klimapolitischen Stunde“. Die L-IZ wird darüber und über weitere Themen berichten. Ab circa 14 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.
Endlich wieder vor Publikum: TheaterBundT freut sich aufs Freilufttheater mit „Don Quijote“
TheaterBundT: Don Qhijote. Foto: Clemens Albert

Foto: Clemens Albert

Für alle LeserDarf gespielt werden? Lange haben Theaterfreunde gezittert – jetzt gibt es auch von TheaterBundT die gute Nachricht: Ab Samstag, 18. Juli, gibt es wieder Sommertheater in Leipzig. In der Open-Air-Saison 2020 lockt der Cervantes-Klassiker „Don Quijote“ in einer denkbar kuriosen Inszenierung … Und das auch noch in Connewitz: auf der Freiluftbühne im „Willsons“ in der Bornaischen Straße 3.
Auch die Mitstreiter/-innen von „health for future Leipzig“ wenden sich mit einem dringenden Appell an die Ratsfraktionen
Melanie Gerhards mit einer Corona-Karikatur von Jörg Schwulst, die alles sagt. Foto: health for future Leipzig

Foto: health for future Leipzig

Für alle LeserAm heutigen Donnerstag, 9. Juli, hat der Stadtrat seine klimapolitische Stunde angesetzt. Ab 16 Uhr wollen sich Stadträtinnen und Stadträte intensiv mit den klimapolitischen Folgen für Leipzig beschäftigen. Initiativen wie „Fridays for Future“, „Parents for Future“ oder der BUND werden die Brisanz des Themas vor der Kongresshalle sichtbar machen, Und auch „health for future Leipzig“ meldet sich zu Wort. Denn viel zu oft wird vergessen, dass die Klimaerhitzung gravierende gesundheitliche Folgen haben wird.
Leipzigs Verkehrs- und Tiefbauamt arbeitet derzeit an acht Projekten zur Radwegmarkierung
Dittrichring: Hier soll jetzt endlich ein Radstreifen auf die Fahrbahn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGibt es eine Stagnation beim Leipziger Radwegebau? „In den letzten Monaten wurden trotz Freigabe und Anordnung kaum neue Radwege markiert“, stellte die Linksfraktion trocken in ihrer Anfrage für die Ratsversammlung fest. Schon am 10. März, noch vor dem Corona-Lockdown, veröffentlichte ja der ADFC seine Auswertung zum Leipziger Radverkehrsentwicklungsplan, der in diesem Jahr ausläuft. Die Bilanz war ernüchternd. Drei Viertel der geplanten Radfahrstreifen wurden nicht gebaut.