Als ein Virus Napoleon besiegte: Lauter Geschichten über die Lernfähigkeit der Menschen

Für alle LeserNapoleon kommt sogar zwei Mal vor in diesem Buch. Napoleon macht natürlich neugierig, braucht man nicht große Armeen, um einen Typen wie Napoleon zu besiegen? Aber schon die Bibel wusste es ja: Manchmal genügen ein paar Mücken, Heuschrecken oder Flöhe. Wer genauer hinschaut, findet ganze Legionen von Feldherren, deren Armeen von winzigen kleinen Plagegeistern erledigt wurden. Das wäre ein eigenes Buch wert. Jutzis Buch ist ein Appetitmacher für alle, die dem menschlichen Größenwahn aus guten Vernunftgründen misstrauen.

Nicht aus Glaubensgründen. Das kann man wirklich getrost Leuten überlassen, die lieber den Kopf in den Sand stecken und einen zutiefst demotivieren können, wenn sie einem einzureden versuchen, der Mensch könne sowieso nichts ändern, was die höheren Mächte über ihn verhängt hätten. Er würde quasi für sein Tun mit ordentlichen Plagen und Sintfluten bestraft. Das ist übrigens das eine Extrem. Suche das mal einer im politischen Spektrum. Er wird es finden.

Das andere Extrem ist der technokratische Machbarkeitswahn, vertreten von zumeist sehr gewinnorientierten Leuten, die meinen, man könne mit Technologie alles lösen und würde auch für die ganzen Probleme, die unbedacht eingesetzte Technologie erst erzeugt, wieder ein neues technologisches Mittel finden, um die Probleme zu lösen.

Auch dieses Extrem findet man im politischen Spektrum. Nur halt nicht, wenn man – wie die Deppen aus dem Hinterland – immer nur von „links“ und „rechts“ schwätzt. Diese Plattitüde dient nur dazu, die Menschen zu verdummen, ihnen einzureden, der Kosmos habe nur eine Dimension, der Mensch sei der Bewohner einer haardünnen Linie. Es ist eine Welt-Sicht für Trottel und Idioten. Vielleicht merken sie es ja einmal.

Unsere Welt ist auch nicht nur zweidimensional, sondern mindestens dreidimensional. Und das gilt auch für menschliche Geschichte, die eben nicht von einzelnen berühmten Männern „gemacht“ wird, auch wenn das alte Geschichtsbücher so erzählen. Und sie findet auch nicht auf einem sauberen Schlachtfeld statt. Im Gegenteil: Menschliche Geschichte ist ebenso Produkt natürlicher Ereignisse und Veränderungen.

Auch wenn das eine Dimension ergibt, die heutige Mythologen und Verschwörungstheoretiker wieder völlig überfordert. Die bringen es zwar fertig, den Klimawandel zu akzeptieren, kommen dann aber mit ihrer Ameisenerkenntnis, die Temperaturen auf Erden hätten ja sowieso schon immer geschwankt. Stimmt.

Aber dann hört der Denkvorgang bei diesen Leute auf. Sie erfassen nicht, was diese Temperaturveränderungen eigentlich ausgelöst haben. Auch in der relativ kurzen Geschichte der menschlichen Zivilisation schon, in der es mehrere dramatische Ereignisse gab, die der menschlichen Geschichte einen völlig anderen Drall gaben, Reiche und Zivilisationen untergehen ließen, riesige Völkerwanderungen auslösten, Landstriche veröden ließen usw.

Oft waren gewaltige Vulkanausbrüche der Auslöser solcher Katastrophen. Einige dieser Vulkanausbrüche kommen in den kleinen Geschichten, die Jutzi erzählt, vor. Er ist Biologe von Haus aus, war Redakteur mehrerer wissenschaftlicher Medien, weiß also, wie man große Geschichten kompakt erzählt und wie man die Leser lockt zum Lesen. Zum Beispiel wie in der Geschichte, in der ein Virus Napoleon besiegt.

Feldherrengenie allen reicht nicht

Die entführt die Leser nach Santo Domingo, damals noch eine Kolonie Frankreichs, wo die Sklaven den Aufstand wagten, als in Frankreich die Revolution die Menschenrechte proklamierte. Natürlich segelte Napoleon nicht selber hin, um an der Spitze seiner Truppen den Aufstand niederzuschlagen. Er schickte einen General.

Welche kleinen Tierchen den Truppen den Garaus und Napoleon einen dicken Strich durch die Rechnung machten, erzählt Jutzi dann im Detail, nimmt die Leser also mit auf die naturwissenschaftliche Seite der Geschichte. Und zeigt damit auch, dass Feldherrengenie allein eben nicht reicht, in der Geschichte zu siegen. Man muss auch eine Menge wissen über die natürlichen Gegebenheiten, über Seuchen und Wetterphänomene, über Schiffsbohrwürmer, Eisberge und Pilze, die ganze Ernten verderben können.

Im Grunde tendiert Jutzis Buch eben nicht zu einer Geschichte der großen Feldherren, sondern zu einer Geschichte jener aufmerksamen Menschen, die herausfinden, warum Ernten verfaulen, wie man Ballons zum Fliegen bringt oder wie sich Seuchen wie die Pest ausbreiten. Jutzi kann auf Überlieferungen aus mehr als 2.000 Jahren Menschheitsgeschichte zurückgreifen, auch wenn natürlich die letzten 200 Jahre allein wegen der modernen Medien viel mehr Geschichten bieten als die Jahrhunderte davor.

Aber auch dort findet man, wenn man die Chroniken aufmerksam liest, jede Menge – meist eher unbekannte – Menschen, die aus den ganzen Phänomenen, die immer wieder die Geschichte durcheinanderwirbelten, eben nicht irgendein göttliches Wirken herauslasen, sondern erkennbare natürliche Phänomene. Geschichte ist – so betrachtet – nichts anderes als ein Ort voller Aufgaben, aus denen Menschen lernen können. Und zwar nicht, wie man die Natur dann mit allen Mitteln (und enormem Ressourcenverbrauch) überwältigt, sondern wie man sich das Gelernte zunutze machen kann. Das ist dann wirklich menschlicher Fortschritt.

Deutliche Botschaft

An einer Stelle wird Jutzi mit dieser Botschaft sehr deutlich: „Heute gelten Eisbohrkerne und die darin eingeschlossenen Luftblasen als eines der wichtigsten Archive irdischer Atmosphären- und Klimageschichte. Auch sie belegen den starken Anstieg des Treibhausgases Kohlendioxid seit Beginn der industriellen Revolution. Bleibt abzuwarten, ob wir auf das Wispern der Vergangenheit und vor allem die daraus zu folgernden Warnungen für die Zukunft hören.“

Wie wir wissen gibt es eine Menge Leute, die partout nichts draus lernen wollen, die sich geradezu rühmen ihrer gnadenlosen Ignoranz den Phänomenen und Gesetzen der Natur gegenüber und damit eine Haltung popularisieren, die eher zum alten Baalskult passt als zu einer hochtechnologisierten Gesellschaft, die gegen eine starke Veränderung unserer Umweltbedingungen gar nicht gefeit ist.

Und das unberechenbarste Element ist dabei der Mensch. Darauf geht Jutzi in der Geschichte „Kälte entfacht Feuer“ ein, in der er auf den Höhepunkt der sogenannten Kleinen Eiszeit zu sprechen kommt, die eben nicht nur um ein bis zwei Grad (im Durchschnitt) kälter war als gewöhnlich, sondern auch einige Jahre mit sich brachte, in denen die Winter nicht aufhören wollten, monatelanger Dauerregen die Böden wegschwemmte und die vernichteten Ernten sofort Hunger und Seuchen im Gefolge hatten.

Und ein Phänomen, das mehrfach in der Geschichte der menschlichen Zivilisation auftauchte: Die verzweifelten Menschen radikalisierten sich und suchten nach einem Schuldigen für das alles. Deswegen tauchten die Hexenverfolgungen, die über 100.000 Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen brachten, auf einem der Höhepunkte der Kleinen Eiszeit auf.

Und das in einer Zeit, die eigentlich schon als Beginn der Neuzeit gilt, mit aufkommenden Frühformen von Wissenschaft und Aufklärung. Aber was passiert, wenn auch die jeweils Mächtigen irrational agieren?

Eine sehr heutige Frage

Sebastian Jutzi: „Angesichts der aktuellen und globalen politischen, sozialökonomischen und ökologischen Entwicklungen und des sich abzeichnenden Klimawandels – immerhin zu wärmeren Temperaturen und nicht zu einer Kältephase – mahnt die historisch gesehen noch gar nicht so lange zurückliegende Hexenverfolgung, dass die menschliche Natur in Krisenzeiten für solche Hirngespinste anfällig ist, gerade wenn Fanatiker sie darin bestärken.“

Das Buch ist also – gefüllt mit lauter Geschichten zu Forschern, Erfindern und menschlichen Entdeckungen – ein Appell an das Rationale in den Lesern: Es zeigt, wie Menschen auch aus Unglücken (dem Untergang der Titanic, dem Einsturz von Brücken, Ernteverlusten) oder auch einfach durch kluge und ausdauernde Beobachtung lernten, die Dinge besser oder anders zu machen, die natürlichen Gegebenheiten besser zu nutzen und ihr Tun besser abzusichern gegen Naturkatastrophen, die kein menschliches Konstrukt verhindern kann.

Dass selbst starke Eruptionen auf der Sonne, Erdbeben und Vulkanausbrüche sogar unsere heutige Zivilisation immer wieder beeinträchtigen und Milliardenkosten verursachen, sollte eigentlich Allgemeinwissen sein. Ist es aber augenscheinlich nicht. Manchmal wirkt so ein Ereignis wie ein Schock, der auch mal zu politischen Korrekturen führen kann – wie 2011 der Tsunami, der das japanische Kernkraftwerk Fukushima überflutete.

Jutzi spricht also eine Klugheit an, die die Anbeter großer Technologien oft vermissen lassen. Eine Vernunft, die eher nichts mit Demut zu tun hat, sondern mit menschlichem Nachdenken über die möglichen Folgen. Denn wenn wir wissen, welche Gefahren die Natur bereithält, können wir für die Zukunft so planen, dass wir die Risiken dabei minimieren, also im Grunde klug im Einklang mit der Natur leben.

Die Formel von „Die Natur schlägt zurück“ benutzt Jutzi aus gutem Grund nicht, weil die Natur nicht unser Feind ist und auch nichts Belebtes. In ihr laufen lauter Prozesse nach Gesetzen ab, die wir erforschen und begreifen können. Dumm sind wir nur, wenn wir diese Gesetzmäßigkeiten ignorieren oder gar so tun, als würden wir sie außer Kraft setzen können.

Und was die Klimaerwärmung betrifft: Wir kennen die Daten. Und wir können die Folgen daraus ableiten. Nur eine Spezies, die unbedingt mit Aplomb untergehen will, reagiert darauf nicht. Es muss wirklich eine dumme Spezies sein.

Das Buch lädt alle klugen Leserinnen und Leser ein, sich dessen einfach wieder bewusst zu werden. Nur diese Klugheit schafft die Grundlage, die menschliche Zivilisation zu bewahren und künftigen Generationen die Existenzgrundlage zu erhalten.

Napoleon hat ja bekanntlich nicht nur die natürlichen Bedingungen auf Santo Domingo (dem heutigen Haiti) falsch eingeschätzt (den Freiheitswillen der versklavten Menschen sowieso), er hat mehrfach auch versucht, natürliche Bedingungen zu ignorieren. Sein Scheitern in Russland ist dafür das beste Beispiel.

Man kann eine Menge lernen aus vergangenen Katastrophen. Und der klügere Teil der Menschheit hat das auch immer getan.

Sebastian Jutzi Als ein Virus Napoleon besiegte, Hirzel Verlag, Stuttgart 2019, 19,80 Euro.

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Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.