Autorenmusik: Ein Forschungsbericht aus der Unterwelt unserer Sprache

Für alle LeserEs gibt eine Welt dazwischen – zwischen Sprache und Musik. Eine sehr faszinierende Welt, wenn man sich wirklich einmal damit beschäftigt. So, wie es einige Dichter und Dichterinnen im 20. und 21. Jahrhundert schon getan haben. Und ebenso einige Musiker. Der berühmteste ist ja Kurt Schwitters, dessen „ursonate“ die Sprechbohrer, ein SprachKunstTrio aus Köln, natürlich auch schon aufgenommen haben auf CD. Aber sie wollten mehr.

Denn die drei Musiker Sigrid Sachse, Harald Muenz und Georg Sachse haben Spaß an diesen Ausflügen in ein Reich, in dem Sprache ihre Ab- und Untergründe offenbart. Oder besser: offenbaren kann. Denn beide Seiten tendieren doch eher zum Gelernten, Tradierten und Gewohnheitsmäßigen, Dichter wie Komponisten.

Weshalb auch in den in diesem Buch versammelten Beiträgen der kleine Seitenhieb nicht fehlt gegen die weltweit aus dem Boden schießenden Autorenschulen an Hochschulen, meist betitelt als Creativ Writing, auch wenn es dort zumeist um das Vermitteln von Schreibstandards geht.

Was ja wichtig ist, denn obwohl im schulischen Literaturunterricht alles Mögliche gepaukt wird von Novelle bis Sonett, kommen die Kinder dort fast nie mit wirklichen Schreibtechniken in Berührung. Bleiben also ihr Leben lang gefangen in Unsicherheit. Wer die Techniken nicht beherrscht, wird nie ein souveräner Autor.

Aber: Es fehlt ihm auch die Basis, Neuland zu erkunden. Denn wer die Standards nicht kennt, kennt auch die Bausteine nicht. Und so fehlen ihm oder ihr die Voraussetzungen zum De-Konstruieren und Neubauen. Obwohl wir mittlerweile echte Klassiker der beherzten Dekonstruktion haben – von Christian Morgenstern und Hans Arp bis Ernst Jandl und Oskar Pastior.

So von der literarischen Seite betrachtet. Von der musikalischen her sind es Leute wie eben Kurt Schwitters und Györgi Ligeti. Und damals, als Helmut Heißenbüttel noch Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk war, fanden diese Sprach-Kompositionen sich auch in Radio-Essays und klassischen Aufnahmen im Radio-Programm.

Das ist lange her. Auch wenn Heißenbüttel noch der Meinung war, es wäre eigentlich der Anfang. Da käme nun noch mehr. So, wie die Musikkritiker geradezu euphorisch reagieren, wenn wieder einmal eine Oper eines zeitgenössischen Komponisten aufgeführt wird an einem deutschen Opernhaus. Nur das Publikum rennt dann meistens weg.

Aber wie ist das nun mit der Autorenmusik, die die Sprechbohrer seit 2007 nicht nur im Studio zelebrieren, sondern auch bei Auftritten, von denen das Publikum tatsächlich begeistert ist? Ihr Vorteil ist: Sie müssen keine Erwartungen bedienen. Im Gegenteil: Das Publikum, das zu ihren Vorstellungen kommt, ist vorbereitet und erwartet genau das: Dass drei Profis mit extra angefertigtem Sprach-Material souverän umgehen. Wobei die Erkennbarkeit fließend ist, was die beiden Teile von „Autorenmusik“ in diesem Sammelband sichtbar machen.

Denn die drei Interpreten wollten nicht immer nur eigene Stück neu konzipieren. Sie wollten auch einmal mit gestandenen Autorinnen und Autoren zusammenarbeiten und in Werkstätten mit ihnen gemeinsam neue Stücke entwickeln. Die beigelegte CD enthält alle Stücke, die in der zweiten Autorenmusik-Werkstatt entstanden, Stücke, die zeigen, dass auch Autoren ihre Grenzen haben, selbst experimentierfreudige wie Barbara Köhler.

Denn wer mit Sprache umgeht, muss für sich auch immer die Frage klären: Wie verständlich will ich sein? Wie wichtig sind mir Botschaft und Erhörtwerden? Und selbst wenn einer sagt „Ich bin mutig“, kann er (oder sie) seine Grenze dort haben, wo Worte drohen, sich aufzulösen in Laute.

Gerade das, was die Sprechbohrer so lieben, weshalb sie auch das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) so mögen, mit dem sich jeder beliebige Laut in jeder bekannten Sprache der Erde darstellen lässt. Und damit auch jeder Laut in der tatsächlich gesprochenen deutschen Sprache, die sich oft erheblich von dem unterscheidet, was geschrieben steht.

Vokale werden in unterschiedlichen Wortzusammenhängen unterschiedlich ausgesprochen, Silbenbetonungen verändern ganze Wortbedeutungen, Abschleifungen führen hinein in die Welt der Dialekte (wie hier an einem Beispiel des Rheinischen).

Autoren ist oft nur zu sehr bewusst, wie störend dialektale Färbungen für das Verständnis von Gesprochenem sein können. Andererseits sind diese Fallgruben auch Fundgruben, bieten reichlich Material zum Sprachspiel – das in einigen Stücken auch in Nachbarsprachen wie das Englische abgleitet.

Sprechbohrer: Merseburger Zauberspruch 2

Und trotzdem ist es ein konfliktreiches Feld, was schon in den Essays in diesem Band deutlich wird, denn selten begegnen sich Komponisten und Dichter zur produktiven Auseinandersetzung mit Sprache. Und wenn sie sich begegnen, merken gerade die Dichter, dass Musiker völlig anders ticken. Denn auf einmal wird eine genaue Notation verlangt zu Rhythmus, Sprachhöhe und genauer Aussprache.

Alles Dinge, die selbst vortragende Dichter nie aufschreiben. Warum auch? Sie wissen doch, wie sie ihre eigenen Texte sprechen möchten. Interpretation ist doch ein Lebenselexier. Was jeder weiß, der ins Theater geht: Da leben selbst die ausgelatschtesten Monologe davon, wer sie auf der Bühne wie vorträgt.

Scheinbar also etwas ganz Ähnliches wie bei der Interpretation von Kompositionen durch Orchester. Das Kunstwerk entsteht erst auf der Bühne. Und man kann durchaus noch einmal aufmerken, wenn man erfährt, dass auch das Komponieren eine lange Geschichte hat und erst in der Gegenwart zu einem Anweisungsapparat geworden ist, der den Musikern und Dirigenten eine klare Interpretationsvorgabe macht.

Logisch, dass einige der eingeladenen Autoren erwarteten, die Sprechbohrer würden aus ihren Texten schon irgendwas machen. Aber die verwahrten sich. Komponieren ist nämlich Sklavenarbeit. Und so wurden die Werkstätten zu einer Art Lernprozess, in dem vor allem die eingeladenen Autoren lernten, ihren Texten ein Mindestmaß an Interpretationsschema mitzugeben.

Und im Dialog dann auch noch lernten, all die unklaren Stellen zu erklären, die für sie gar nicht unklar waren, weil sie ja ihr eigener Interpretator sind. Aber die Sprechbohrer, die die Stücke ja dann mit einem professionellen Instrumentarium auf der Bühne aufführen, wollten das alles dann doch genau wissen – mitsamt den (verborgenen) Absichten der Autoren. Was dann bei dem einen oder anderen Stück doch noch zu deutlichen Veränderungen führte.

Das Ganze ist natürlich ein kleines Abenteuer für alle Leser (und Zuhörer), die zumindest wissen, was für ein Spaß der bewusste Umgang mit Klang- und Anklangmaterial unserer Sprache sein kann. Wie Sprache aber auch zu einem verwirrenden Klangteppich werden kann, wenn die gewohnte Linearität durchbrochen wird oder gar Simultanität dazu führt, dass man sich auf das (vielleicht) noch Verständliche nicht mehr konzentrieren kann.

Was dann wieder verblüffend so manchem Erlebnis aus einer Wirklichkeit ähnelt, in der ja auch alles simultan passiert, in einem Teppich der kommunikativen Signale, Gesprächsfetzen und der sich überlappenden Botschaften. Nur dass wir gewohnt sind, das einfach auszufiltern und zu einem nicht mehr analysierten Hintergrundgeräusch verschmelzen zu lassen.

Was nicht jedem Neuzeitbürger gelingt, gerade wenn es – etwa in Straßenbahnen, Geschäften, Theaterfoyers oder auf Marktplätzen – zur regelrechten Überforderung wird und man verzweifelt versucht, die Klänge herauszufiltern, die einem jetzt wirklich wichtig sind.

Logisch, dass die Aufführungen der Sprechbohrer dann auch in gewisser Weise für das Publikum anstrengend werden. Aber das Publikum kommt ja genau deshalb, auch weil es durchaus ein sinnliches Vergnügen sein kann, nicht nur den untergelegten Text zu entziffern, sondern auch die Regeln, nach denen er ent-normt wurde, verarbeitet zu einem Gespinst, das tatsächlich in jenem nicht gerade kleinen Zwischenreich landet, das sich zwischen normierter Musiktradition und klassischer Literaturnorm befindet.

Ein Zwischenreich, in das sich – trotz Schwitters und Kollegen – bislang doch recht wenige Forscher vorgewagt haben. Denn natürlich steht dort sofort die Frage: Für wen ist man dort unterwegs und wie (be-)greifbar sind die Ergebnisse noch für das Publikum, selbst dann, wenn es aufgeschlossen und vorbereitet ist? Erwartet es nicht doch wieder etwas Verstehbares? Fassbares? Etwas, was das Zeug hat, zum Klassiker des gemeinsamen Hörens zu werden?

Die Frage bleibt. Erst recht, wenn man die Beiträge der Autor/-innen selbst gelesen hat, in denen sie ihre Herangehensweise schildern, wie sie den Stoff für „Autorenmusik II“ erarbeitet haben. Indirekt kreisen sie weiter um die Grundelemente „Welche Geschichte erzähle ich?“ und „Welche Semantik hat mein Stoff?“ (Florian Neuner). Was selbst schon Raum genug ist für immer neue Erkundungen. Denn Semantik kann doppelbödig sein, abgründig und verführerisch (hier am Sumpf-Motiv durchexerziert). Sie kann auch erheitern, erhellen, die ganze spielerische Verwegenheit von Sprachmaterial sichtbar bzw. hörbar machen.

Die Essays deuten zumindest an, dass dieses Feld nach wie vor ein weitgehend unbetretenes Land ist, eher eine große terra incognita als ein tatsächlich erkundetes Zwischenreich. Vielleicht gibt es da tatsächlich noch viel zu tun. Auch zur Aufklärung all jener Autoren, die nicht einmal ahnen, auf welch diffusem Grund sie unterwegs sind – oft genug gedankenlos und ohne ein Gespür für das, was erst durch lauter strenge Regeln zu einer leidlich normierten Sprache wird, in der ein großer Teil der Informationen stets untergründig mitklingt und mitschwingt.

Harald Muenz, Florian Neuner (Hrsg.) Autorenmusik, mit Audio-CD, Reinecke & Voß, Leipzig 2019, 19,90 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

 

RezensionenSpracheEssayMusik
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Herausforderungen der Coronakrise müssen europäisch angegangen werden!
Constanze Krehl. Foto: Susie Knoll

Foto: Susie Knoll

Die Gruppe der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament hat am Mittwoch, den 1. April, ein wirtschafts- und finanzpolitisches Positionspapier veröffentlicht, in welchem sie zur Zusammenarbeit und europäischen Solidarität in der aktuellen Krise aufrufen.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.
These #17: Funktionierender Wettbewerb bedeutet nicht: „Hauptsache billig.“
Kalender-These #17 – April 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit Wettbewerb im sozialen Bereich nicht zu Monopoleismus und unsozialem Handeln führt, braucht es tragfähige Rahmenbedingungen. Geiz ist geil! Leanmanagement, Input – Output, Transformation, Globalisierungsprozesse, Controlling, Marktorientierung, Konkurrenz, Digitalisierung, Gewinn und Rentabilität. Was haben diese Begriffe mit der Sozialen Arbeit zu tun? Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an Soziale Arbeit denken? Etwa an das Primat der Effizienz, an Marktanalysen oder gar an Wettbewerb?
Dienstag, der 31. März 2020: Wer ohne „triftigen Grund“ rausgeht, muss bis zu 150 Euro zahlen
Hinsetzen ist kurz erlaubt, Buchlesen wohl eher nicht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen ist zwar weiterhin nicht klar geregelt, wo genau man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhalten darf, doch dafür steht nun fest, was man zahlen muss, wenn man gegen die neue Rechtsverordnung verstößt. Diese gilt bis zum Ende der übernächsten Woche. Das diesjährige „Courage“-Konzert sollte zwar erst danach stattfinden, wurde aber bereits jetzt verschoben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 31. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vier Corona-Fälle in den eigenen Reihen: Wie ist die Leipziger Polizei derzeit aufgestellt?
Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDie Covid-19-Pandemie fordert das Gemeinwesen massiv. Manche Kommentare sehen im Angesicht der unsichtbaren Gefahr auch die Stunde des Staats gekommen, der seinen Bürgern hilft und zugleich Ausgangsbeschränkungen zur Not per Zwang durchsetzt. Doch wie ist die Situation bei denen, die mit der Ausübung des Gewaltmonopols betraut sind? Sind die intern auf eine Häufung von Corona-Infektionen vorbereitet? Die L-IZ hat bei der Polizeidirektion Leipzig nachgefragt.
Saisonabbruch und neuer Vorstand: Viel in Bewegung bei den L. E. Volleys
Der neue L.E. Volleys-Vorstand (von links): Thomas Bauch, Stefan Roßbach, Martin Ivenz, Katja Weiße, Thomas Nicklisch und Stefan Schulze. Foto: L.E. Volleys

Foto: L.E. Volleys

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelSeit dem 12. März steht es fest: Für die L.E. Volleys ist die Saison in der 2. Bundesliga vorzeitig beendet. Als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sah sich die Volleyball Bundesliga (VBL) gezwungen, erstmals in ihrer Historie eine Saison abzubrechen. Nur sechs Tage später beschloss die VBL, dass die gesamte Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nicht gewertet wird.
Engpässe bei Atemmasken: Leipzigs Kliniken warten auf „Erkrankungswelle“
Momentan hält das St. Georg etwa 300 Betten für Corona-Patienten frei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNoch immer steigen die Zahlen der mit Corona infizierten Personen in Deutschland, noch immer bereiten sich Kliniken intensiv auf die „Erkrankungswelle“ vor. In Sachsen sind inzwischen 2.084 Infektions- und 13 Todesfälle bestätigt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping mitteilte. Leipzig zählt insgesamt 320 (Stand 31.03.). Der Peak, so sagte es Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) am Montag in einer Online-Bürgersprechstunde von Leipzig Fernsehen, werde in Leipzig für die Zeit um Ende April/Anfang Mai erwartet. Währenddessen ist die Rede von Versorgungsengpässen in deutschen Krankenhäusern. Atemmasken und ausreichend Schutzkleidung fehlen an allen Ecken und Enden, Lieferungen kommen verspätet oder gar nicht an. Wie sieht es in den hiesigen Krankenhäusern aus?
Am 3. April erscheint das neue Album von Dota: „Kaléko“
Dota: Kaléko. Cover: Dota

Cover: Dota

Für alle LeserAm 21. März begrüßte ein Gedicht von Mascha Kaléko die Besucher des Rewe-Supermarkts am Connewitzer Kreuz und wir nutzten die Gelegenheit, auch einen Videoclip von Dota Kehr und Felix Meyer zu empfehlen, in dem sie das Gedicht „Zum Trost“ von Mascha Kaléko interpretieren. Die 1907 geborene Dichterin spielt auf dem neuen Album von Dota eine ganz zentrale Rolle. Und wenn alles gut geht, gastiert Dota am 15. August open air auf der Bühne des Geyserhauses mit den Liedern des neuen Albums „Kaléko“, das am 3. April erscheint.
Stadtbezirksbeirat Ost fordert Schutz für den Radstreifen vor der Sparkasse in der Dresdner Straße
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserWie schwer es ist, wichtige Verbesserungen im Leipziger Verkehr auch gegen die Bequemlichkeit einiger Zeitgenossen durchzusetzen, zeigt die Geschichte um die Radfahrstreifen in der Dresdner Straße. 2017 wurde hier die erste Hälfte auf der Südseite aufgetragen. Dann entfachten die Leipziger Autolobbyisten einen veritablen Mediensturm. Das Aufmalen auf der Nordseite wurde ausgesetzt und erst auf Druck aus dem Stadtrat 2019 umgesetzt. Aber einige Autofahrer ignorieren den Radstreifen bis heute, kritisiert der Stadtbezirksbeirat Ost.