Leipziger Geschichten: Ralph Grünebergers Geschichten aus dem Leipzig der ersten 20 harten Jahren danach

Für alle LeserIm Herbst brachte der Gmeiner Verlag schon Ralph Grünebergers Roman „Herbstjahre“ über die beiden doch sehr aufwühlenden Jahre 1989 und 1990 heraus. Da lag der Gedanke nahe, auch seine Nach-„Wende“-Geschichten einmal in einem Band zu versammeln, all jene Geschichten, die er über die ersten 20 Jahre „danach“ schrieb, die für viele Leipziger voller Frustration, Enttäuschung und oft auch dem endgültigen Scheitern waren.

So betrachtet liest sich das Buch jetzt wie die sensible Beschreibung einer Wirklichkeit, die heute fast völlig aus der Wahrnehmung verschwunden ist, zugekippt mit lauter Erfolgsmeldungen, Jubel über Rekorde und Wachstum. Wo aber sind all die Gescheiterten und Entsorgten geblieben? Was passiert mit einer Gesellschaft, der die Schicksale der unter die Räder Gekommenen so völlig gleichgültig sind? Hätten ja nicht scheitern müssen, hätten sich ja nur anstrengen müssen …

So wie der Vertreter in „Oldtimer-Blues“, der es geschafft hat, die „Wende“ zu meistern und sich in einem neuen Betätigungsfeld zu behaupten. Bis die Sache mit dem Knöllchen passierte, die sich binnen weniger Wochen zur Katastrophe auswächst.

Denn mit seinem liebevoll aufgemotzten Oldtimer wird er augenscheinlich zur Zielscheibe verfolgungssüchtiger Politessen. Die den Helden am Ende zum Äußersten treiben. Der Stolz auf das Selbstgeschaffene (das liebevoll restaurierte Auto) kollidiert mit der Straflust einer Behörde, die dem ungehorsamen Bürger all ihre stupide Macht zeigen will.

Mit Grüneberger schlüpft man hinein in all diese Heldinnen und Helden einer Geschichte, in der sie sich nicht schonen, in der sie oft genug unter die Räder kommen, das Liebste verlieren und sich oft genug nicht wehren können gegen das, was ihnen die vermeintlich Stärkeren antun.

Es sind typische Leipziger Geschichten, auch wenn man sich als Leser im Jahr 2020 lieber anschnallt beim Lesen, weil einen diese Geschichten, die zum größten Teil zwischen 1990 und 2010 entstanden, zurückwerfen in eine Zeit, in der es Leipzig ganz und gar nicht gutging, egal, was die führenden Zeitungen damals schrieben, wo die meisten Leipziger erfuhren, wie brutal und elementar die „neue Zeit“ in ihr Leben eingriff und alles infrage stellte – ihre Ehe (wie in „Weiße Weihnacht“), ihr Zuhause (wie in „Niemandslicht“), ihre Arbeit (wie in „Am Rand oder Das Leben ist ein Roman“).

Grüneberger hat nicht nur ein Faible für die „Erniedrigten und Beleidigten“. Er ist in ihrer Welt zu Hause. Er ist kein Star- und Glamour-Autor, kein philosophischer Wolkenbauer (weshalb er auch nie den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen wird). Er hört den Menschen zu, versucht, ihre Schicksale zu begreifen. Und er weiß, wie das ist, wenn man sich knapp am Limit durchschlagen muss.

Denn wenn Geschichten nicht wohlfeil sind oder der Autor nicht ins Beuteschema der Kritiker, Verleger und Zeitschriftenredakteure passt, dann lernt er sehr schnell, mit wenig auszukommen, jobbt vielleicht noch nebenbei (so wie die Helden in den Geschichten „Das Interview“ und „Der Juror“) und gewöhnt sich eine gewisse Gelassenheit an gegenüber den irren Fragen von Jungjournalistinnen, die schon alles wissen, bevor sie überhaupt mit den Leuten geredet haben.

Oder sie wagen alles wie der Verlagsgründer in „Alles aus einer Hand“ und erfahren dann genauso heftig wie der oben erwähnte Oldtimer-Besitzer, zu was deutsche Behörden fähig sind, wenn sie an einem jungen Gründer durchexerzieren wollen, wie deutsches Recht funktioniert.

Wer dabei war in diesen „frühen Jahren“, der weiß, wie viel Mut zum Neubeginn, wie viel Euphorie und Opferbereitschaft da verbrannt wurden. Die heute fehlen. Wenn jemand versucht, wenigstens zu begreifen, was den Osten derart frustriert und demoralisiert hat, wird er hier fündig. Und man kann noch weitergehen: Es betrifft die gesamte Republik. Wahrscheinlich könnten aufmerksame Autor/-innen auch aus NRW, Bremen oder selbst Bayern solche Geschichten des verwalteten Scheiterns erzählen. Nur dass es dort nicht den Kern der Gesellschaft betrifft, so wie im Osten.

Denn als es 1990 für fast alle Ostdeutschen darum ging, sich neu zu erfinden und quasi an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen, hatten sie weder Rücklagen noch Besitztümer. Die meisten begannen mit nichts. Und so könnte man natürlich auch Erfolgsgeschichten schreiben. Aber nicht sehr viele. Denn wer es in den frühen 1990er Jahren geschafft hatte, der erlebte um die Jahrtausendwende, dass ihm oder ihr das gar nichts nutzte.

Denn Politik und Behörden kümmern sich nicht um Kleinvieh. Das halten sie für überflüssig. Wenn „Investoren“ mit Millionenansiedlungen winken, sind die Kleinen und Nicht-ganz-so-Kleinen vergessen. Dann wird den winkenden Riesen der rote Teppich ausgerollt und die Fördergeldschatulle geöffnet. Dann werden auch Gesetze gebogen und Vorschriften ausgesetzt.

Wer diese 17 Geschichten liest, merkt ein wenig von der Enttäuschung, die den Osten nicht 1990 erfasste. Nein, an diesem Frust ist die Treuhand nicht schuld. Diese Enttäuschung wurzelt in den späten 1990er Jahren, als auch viele Leipziger stolz darauf waren, dass sie den Weg in die neue – auch die unternehmerische – Freiheit gegangen waren.

Und dann merkten, dass sie eigentlich nicht vorgesehen sind in der Schönen Neuen Welt, die so gern von Renditen und Wachstum redet. Und dabei ihre Empathie verloren hat, ihre Hilfsbereitschaft. Auch Leipzig ist kaltherziger geworden, was Grüneberger in einfühlsamen Geschichten wie „Frau M.“ oder „Schande“ erzählt. Wo Empathie und Hilfsbereitschaft nicht mehr zählen, greifen Hass und Bosheit um sich. Und bleiben Menschen allein.

Deshalb wirken diese Geschichten ganz und gar nicht alt. Im Gegenteil. Die meisten berühren direkt den Nerv der Gegenwart. Und sie stellen die unerbittliche Frage: Wie hat es so weit kommen können? Ist es wirklich nur diese jubelnde Mischung aus Schöner Schein und Selbstbetrug, die in „Das Date“ sichtbar werden?

Denn wo der Schein regiert, ist die Selbstgerechtigkeit nicht weit. Versuchen alle einander zu blenden. Wer wird da noch zugeben, verletzlich zu sein und diesem Scheinriesentum nicht zu genügen? Oder gar zuzugeben, dass der überall verkündete Erfolg bei ihm (oder ihr) nicht angekommen ist? Dass das Leben noch immer genauso hart und unsicher ist wie 1990.

Man kann sich nicht einmal vorstellen, dass all diese Menschen mit ihren tiefen Verwundungen überhaupt noch zu irgendeiner Wahl gehen. Denn wer interessiert sich noch für das Wohlergehen der Gesellschaft, wenn sich niemand um das eigene Wohlergehen kümmert? Wenn jeder allein bleibt mit seiner Einsamkeit, so wie der Held in „Die Frisur der Mutter“?

Wer will auch all diese Geschichten hören von jenen Menschen, die im Land der „Leistungsträger“ auf der Strecke geblieben sind, mit ihrem Anspruch auf ein einfaches, planbares Leben Niederlage um Niederlage erlitten? Man ahnt freilich beim Lesen, was da alles unter die Räder geriet, schulterzuckend abgeschrieben wurde. Es vermengt sich mit den Enttäuschungen über das, was vor 1990 geschah.

Und wenn man die beiden Geschichten „Wiederkehr“ und „Anders“ liest, merkt man, wie alleingelassen all jene waren und sind, die versuchten, die Wunden zu heilen, die sie aus der Zeit des Verrats mitgebracht haben. Die alten Rechnungen blieben offen. Und in „Wiederkehr“ entschließt sich der junge Held, dann doch lieber auf die Liebe zu verzichten. Jedenfalls kann man das Ende so interpretieren. Ralph Grüneberger lässt seine Geschichten nur selten mit einer eindeutigen Botschaft enden. Lieber wählt er offene Enden, in denen er die möglichen Ausgänge ganz dem Leser überlässt.

Er spielt nicht den Richter. Lieber erzählt er aus der Position einer leicht melancholischen Betroffenheit. Er will nicht wegschauen. Er will sie verstehen, all diese nur scheinbar einfachen Menschen, die am Ende eine Stadt erst ausmachen, die man aber nicht sieht, wenn man nicht bereit ist, hinzuschauen und zu verstehen.

All die ganz gewöhnlichen Leipziger und Leipzigerinnen, die höchstens mal in kurzen Polizeimeldungen auftauchen, manchmal als Täter, weil ihr Leben völlig entgleist ist (wie in „Niemandslicht“, „Schluckauf“ und „Oldtimer-Blues“), meistens aber als Opfer. Denn sie sind schutzlos. Und sie leben dort, wo die Konflikte des Lebens ganz existenziell ausgetragen werden und niemand seinen Rechtsanwalt losschickt, wenn es Probleme gibt.

Dort, wo man seine Haut wirklich zu Markte trägt. Wo es immer um alles geht. Aber wie erzählt man das einer bequem gewordenen Gesellschaft, die bestenfalls ahnt, wie es ein, zwei Etagen tiefer aussieht bei denen, die schon froh sind, wenn ihnen nicht gekündigt oder die Miete erhöht wird.

Ralph Grüneberger Leipziger Geschichten, Gmeiner Verlag, Meßkirch 2020, 12 Euro.

Herbstjahr: Ralph Grünebergers Roman über drei junge Leipziger im Umbruchjahr 1989/1990

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenGeschichten
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Turnfest-Geschäftsführerin Kati Brenner: „Wir sind gerade dabei, etwas Einzigartiges auf die Beine zu stellen.“
Die Stadiongala, wie hier in Berlin, wird auch 2021 in Leipzig ein absolutes Highlight des Turnfestes sein. Foto: DTB, Volker Minkus

Foto: DTB, Volker Minkus

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelDas Turnen hat Kati Brenner bereits von klein auf begleitet. Lange Zeit war die gebürtige Rostockerin dabei selbst leistungssportlich aktiv – zunächst im Gerätturnen, später dann in der Sportakrobatik. Als Schülerin machte sie 1983 in Leipzig erstmals selbst bei einem Turnfest mit. „Wer einmal an einem Turnfest teilgenommen hat, will meist auch wieder dabei sein“, versichert sie im Interview mit der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) und sollte einige Jahre später enger mit dem alle vier Jahre stattfindenden Spektakel verbunden sein als je zuvor.
It is like it is: Corona-Mahnmal auf dem Augustusplatz
Ein Mahnmal zur Coronakrise vor dem Leipziger Gewandhaus. Foto: Pia Benthin

Foto: Pia Benthin

Für alle LeserAus der Ferne wirkt es ein wenig als sei der Augustusplatz an diesem Freitag einfach nur voller Menschen. Es könnte eine Demo sein, vielleicht Fridays for Future? Aber dafür ist die Masse sehr rot-weiß angezogen. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass es sich hierbei auch nicht um Menschen handelt, sondern um Schaufensterpuppen. Genauer gesagt 111 Stück umwickelt mit rot-weißem Absperrband.
Freitag, der 3. Juli 2020: Polizei, Kritik und Volksverhetzung
Die Graffitiwand am Streetballplatz in Connewitz mit einem der vielen Gesichter der vergangenen Jahre. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenNach der langen Debatte um eine „taz“-Kolumne, die sich um Polizei und Müllentsorgung drehte, gibt es nun einen neuen Aufreger: Die Polizei in Thüringen prüft nach eigenen Angaben, ob sich eine Ortsgruppe von „Fridays for Future“ mit scharfer Polizeikritik strafbar gemacht hat. Der Vorwurf lautet: Volksverhetzung. Auch die Graffitiwand in Connewitz ist wieder ein Thema. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 3. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Corona-Demos in der Oberlausitz: Mit Reichsflaggen für die Demokratie
Corona-Demonstration an der B96. Foto: Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle Leser/-innenSeit April demonstrieren in Leipzig regelmäßig Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, darunter auch einige Reichsbürger/-innen und Neonazis. In anderen Teilen Sachsens ist der Anteil der offenkundig rechtsradikalen Teilnehmer/-innen bei „Corona-Demos“ viel höher; Gegenprotest gab es dort aber lange Zeit nicht.
Die neue Stadtwerke-Zentrale braucht auch Anschluss zu S-Bahn und Aktiv-Achse Süd
Gelände der Stadtwerke zwischen Richard-Lehmann- und Arno-Nitzsche-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Unterbringung der Stadtwerke-Zentrale im Europahaus am Augustusplatz ist nur ein Interim. Künftig soll die Zentrale auf dem Gelände der Stadtwerke zwischen Richard-Lehmann- und Arno-Nitzsche-Straße ihren Platz finden. Einen Architekturwettbewerb dazu gab es schon. Aber so richtig Gedanken, wie das riesige Gelände vielleicht auch für den Stadtraum geöffnet werden kann, hat sich niemand gemacht. Die Grünen waren die ersten, die eine Durchwegung beantragten. Jetzt bekommen sie Schützenhilfe aus SPD- und Linksfraktion.
Vier Stadträt/-innen legen einen erwachsenen Vorschlag zum Basketball-Platz am Connewitzer Kreuz vor
So oder so ähnlich sah es bis heute am Connewitzer Kreuz aus. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Vorgänge um all das, was in der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz passiert ist oder nicht passiert ist, haben mehrere Ratsfraktionen endgültig alarmiert und ihnen klargemacht, dass Stadt und Polizei hier einfach keine Lösung finden. Was auch zu erheblichen Teilen an einer Landespolitik liegt, die hier seit Jahren versucht mit dem Schlagwort „Linksextremismus“ Politik zu machen. Auf Kosten der Stadt Leipzig wohlgemerkt. Das Spiel wollen die Fraktionen von Linken, Grünen und SPD so nicht mehr mitspielen.
Leipziger Einkommen gehen wieder auseinander und die Armutsquote steigt
Die Armutsgefährdungsquote nach Jahrgängen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserDie Leipziger Nettoeinkommen steigen. Auch das bilden die beiden jüngeren Bürgerumfragen 2018 und 2019 ab. Aber wer nur die Durchschnittseinkommen nimmt, sieht nicht wirklich, was in Leipzig passiert. Denn während die persönlichen Nettoeinkommen seit Ende der Finanzkrise 2010 scheinbar flächendeckend steigen, stagnieren sie in Wirklichkeit bei Schülern und Studenten genauso wie bei Soloselbstständigen. Und bei Älteren wächst die Armutsgefährdung.
Für die ersten 11,4 Kilometer Radweg am Kanal können jetzt die Planungen beginnen
Weg am Elster-Saale-Kanal. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Stadtverwaltung Halle war ja schon ganz euphorisch und meinte, gleich im nächsten Jahr könnte der Radweg am Elster-Saale-Kanal gebaut werden. Aber so schnell wird in hiesigen Breiten nicht gebaut. Dass der Grüne Ring hier die Konzeption übernommen hat, bestätigt auf Nachfrage das Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, auch wenn für das fehlende Teilstück bis zur Saale noch die Geldzusagen fehlen.
Die Strecke Leipzig–Chemnitz muss viel schneller ans Netz als bislang geplant
Blick auf den Chemnitzer Hauptbahnhof (Juli 2019). Foto: DB Netz AG

Foto: DB Netz AG

Für alle LeserFast drei Jahrzehnte war die Deutsche Bahn eigentlich das Sparschwein der Nation, sollte möglichst gewinnbringend fahren. Der Druck war enorm. Man sieht es fast in jedem kleinen Dorf: Bahnhöfe wurden stillgelegt, ganze Gleisstrecken abgeklemmt. Die Ausbaumilliarden flossen größtenteils in den Straßenbau. Doch seit Dienstag, 30. Juni, ist das alles etwas anders. Da stellte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den „Schienenpakt vor“. Und jetzt kommt auch aus der sächsischen CDU Druck. Der Ausbau der Strecke Leipzig–Chemnitz kommt viel zu spät.
ÖPNV, Schulen, Klima: Wie lange es dauert, bis die Brisanz der wirklichen Probleme endlich auch in der Wahrnehmung der Leipziger ankommt
Die größten Probleme aus Leipziger Bürgersicht. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Für alle Leser„Kriminalität und Sicherheit sowie die Wohnkosten werden von der Leipziger Bürgerschaft als größte städtische Probleme angesehen. Es folgen in der Rangfolge mit Handlungsbedarf der öffentliche Nahverkehr, Parkplätze, Straßenzustand und Kindertagesstätten“, kommentiert das Amt für Statistik und Wahlen knapp die in der „Bürgerumfrage 2019“ ermittelte Problemreihenfolge. Der ÖPNV gehört dabei zu den Problemen, die aus Sicht der Befragten weiter an Dringlichkeit gewonnen haben.
Wiederaufnahme von öffentlichen Führungen im Panometer Leipzig
Führung CAROLAS GARTEN Foto: Tom Schulze © Panometer (Aufnahme vor Corona)

Foto: Tom Schulze © Panometer (Aufnahme vor Corona)

Neun Wochen nach der Wiedereröffnung des 360°-Panoramas CAROLAS GARTEN kehrt ein weiteres Stück Normalität in das Panometer Leipzig zurück. Erstmals seit der Coronabedingten Schließzeit werden wieder öffentliche Führungen durch die Begleitausstellung des Panoramas von Yadegar Asisi angeboten. Die 45-minütigen Führungen finden zunächst nur an Wochenenden jeweils 10.30 Uhr, 11.30 Uhr sowie 14.00 Uhr und 15.00 Uhr statt.
Civa bringt frischen Wind beim 1. FC Lok: Wolf macht Platz für neue Spieler
Der neue Lok-Trainer und Sportliche Leiter Almedin Civa stellt sich vor. Foto: Thomas Gorlt

Foto: Thomas Gorlt

Für alle LeserZwei Tage nach der Enttäuschung von Bielefeld beginnt beim 1. FC Lok Leipzig eine neue Zeitrechnung. Mit Almedin Civa wurde ein neuer Cheftrainer und Sportdirektor vorgestellt. Der bisherige Mann auf der Position, Wolfgang Wolf, beendet planmäßig nach einem Jahr sein Engagement. Wolf wäre gern geblieben, bei den kleinen Brötchen, die der Verein wieder backen muss, bedeutet Wolfs Abschied aber ein bis zwei weitere Spieler für Lok. Wer kommt und geht, wird in den kommenden Tagen entschieden.
Donnerstag, der 2. Juli 2020: Verfassungsschutz soll AfD-Daten rechtswidrig gespeichert haben
Gordian Meyer-Plath war bis zum 30. Juni 2020 der Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenIm gestern eröffneten Streit um den Umgang des sächsischen Verfassungsschutzes mit Daten über AfD-Abgeordnete gibt es heute eine neue Wendung: Der ehemalige Präsident der Behörde soll diese rechtswidrig gespeichert haben. Die Landtagsfraktionen sehen das offenbar ähnlich. Unterdessen stehen für die kommenden Wochen neue Corona-Lockerungen in Aussicht. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 2. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Per Sehnsuchts-Challenge durch die Coronakrise: Wie das Leipziger Format SportVorOrt die sportlose Zeit überbrückte
SportVorOrt war auch in der Coronakrise nicht untätig.

SportVorOrt-Logo

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelEs sind vor allem die Teams in den unteren Ligen und die sogenannten Randsportarten, die es oft schwer haben, eine mediale Öffentlichkeit zu finden. Das Format SportVorOrt war im vergangenen Jahr an den Start gegangen, um genau diese Plattform zu bieten. Jede Woche wurden hier interessante (Breitensport-)Termine in den Mittelpunkt gestellt. Doch was macht SportVorOrt, wenn gar kein Sport vor Ort stattfindet? Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) befragte den Initiator Robert Kühne.
Nur 14 Prozent Wohneigentum: Wer sich vor jeder Mieterhöhung fürchten muss, kauft sich auch keine Wohnung
Entwicklung der monatlichen Haushaltseinkommen nach Klassen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Für alle LeserWer die Leipziger Bürgerumfragen genau liest, merkt schnell, wie diese „Boomstadt“ im Osten mit viel Kreativität aus ziemlich wenig Geld etwas Vorzeigbares macht. Man hört jedes Mal das Seufzen der Leipziger Statistiker, wenn sie nach der jüngsten Bürgerumfrage wieder feststellen, dass der Anteil des Wohneigentums einfach nicht gewachsen ist. Nur 14 Prozent leben in den eigenen vier Wänden. So niedrig ist der Wert auch noch in Berlin, der anderen „Arm aber sexy“-Stadt im Osten.