Spinnensuchen in Georgien

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 72, ab 25. Oktober 2019 im HandelDas Reiseland Georgien wird immer populärer. Stefan Otto reist schon seit 2004 jährlich in den Kaukasus für einen ganz speziellen Urlaub. Der Biologe erforscht die Spinnenvielfalt in diesem Land am kaspischen Meer. Er hat dafür allerdings keine Forschungsstelle, er ist ehrenamtlich tätig, hat mittlerweile selbst mehre Arten entdeckt, ein georgisches Spinnenbuch übersetzt und eine Internetseite zu kaukasischen Spinnen aufgebaut. Sein wissenschaftliches Netzwerk reicht mittlerweile bis nach Sibirien und ins georgische Umweltministerium.

Herr Otto, woher kommt diese Faszination für Spinnen?

Ich hab als Kind schon Spinnen gefüttert und beobachtet. Wir hatten einen Kleingarten und da hab ich Fliegen ins Kreuzspinnennetz geworfen und hab geguckt, wie die Spinne die eingewickelt hat.

Und deswegen haben Sie dann auch Biologie studiert?

Ich hab Abitur gemacht und dann wollte ich irgendwas mit Umweltschutz,Ökologie machen. Ich ging zur Beratung hier an der Uni, da war Biologie das Naheliegendste. Aber eigentlich hatte ich da gar nicht mehr groß an Spinnen gedacht. Wir mussten im Studium eine Tier- oder Pflanzensammlung machen, um die Grundlagen des Sammelns als Biologe zu lernen. Das habe ich dann mit Spinnen gemacht. Da hab ich mir sofort ein Spinnenbuch gekauft und ab da war ich nicht mehr zu stoppen, bis heute.

Und wieviel Zeit verbringen Sie pro Woche mit Spinnen?Kann man das so bemessen? Haben Sie immer Donnerstag Spinnentag?

Das kann man so nicht sagen. Wenns gut läuft mach ich am Abend noch zwei Stunden was, aber es gibt auch mal eine Woche, wo ich gar nichts mache. Wenn ich von Arbeit komme, ist erst einmal ein bisschen Erholung angesagt und dann ist die Frage: Geh ich zum Training heute oder schlafe ich eine Runde oder hab ich irgendwas anderes noch zu tun oder mach ich noch irgendwas weiter.

Und warum jetzt eigentlich ausgerechnet Georgien und kaukasische Spinnen?

Bis 2004 hab ich Biologie studiert und hatte einen Bekannten an derUni in Jena, der hat mit seinen Studenten 2004 eine Exkursion nach Georgien gemacht. Ich habe die Gruppe begleitet nachdem ich ich erst mal im Atlas geguckt habe, wo Georgien und der Kaukasus eigentlich liegen. Ich dachte nicht, dass es dort etwas zu erforschen gibt. Ich dachte, die Sowjetunion mit ihren 5-Jahres-Forschungsplänen, die haben schon alles erforscht, die wissen was die für Tiere im Land haben oder in ihren Ländern, aber dann sind dort zwei Dinge passiert.

Das eine war, dass ich eine Spinne gefunden hab, das war eine relativ große, die lief dort einfach so im Gebirge über den Weg. Ich meinte sie zu erkennen. Und das andere war, dass ich mir in Tblissi im Antiquariat ein Spinnenbuch auf Georgisch gekauft habe.

Können Sie Georgisch mittlerweile lesen?

Mittlerweile ja, ich hab das Buch übersetzt. Und dann hab ich die Spinne ins Museum zu meinem Freund geschickt und da schreibt er mir zurück: „Stefan, das ist die nicht, die du dachtest. Das ist eine, die gibts in Europa nicht, die gibt’s eigentlich nur in Kirgisistan und Georgien ist 4.000 Kilometer weiter westlich. Es ist dort der Fund, das müssen wir unbedingt veröffentlichen“, sagte er.

Eigentlich ist es jetzt nicht so ein Ding, einen Spinnenfund zu publizieren. Aber dafür dass das so eine große auffällige Spinne ist, die eigentlich auch in Menschennähe wohnt, dachte ich: Kann nicht sein, so eine große Spinnen gefunden und die hat noch nie vorher jemand dort gefunden. Das hat mich so verblüfft. Und dann hab ich halt angefangen.

Stefan Otto mit Forscher-Gepäck im georgischen Assa-Tal. Foto: privat

Stefan Otto mit Forscher-Gepäck im georgischen Assa-Tal. Foto: privat

Einfach so ins Blaue hinein?

Es gab schon eine Zahl in der Literatur, wie viele Spinnenarten es im Kaukasus gibt. Mithilfe verschiedener Publikationen habe ich dann in einer Datenbank zusammengetragen, welche Arten es schon geben müsste. Manches hatte sich auch wiederholt, manches nicht, und da war meine Liste relativ schnell länger als die offizielle Zahl. Da dachte ich mir: Ich hab hier mal eine Woche oder zwei Literatur gesammelt und die Arten hintereinandergeschrieben und dann bin ich schon bei 50 Arten mehr als in der Liste, die offiziell gilt.

Das ist komisch. Und dann hab ich einfach weitergesammelt. Mittlerweile habe ich schon über 200 Publikationen ausgewertet und da ist offizielle die Liste über 1.100 irgendwas Arten länger geworden. Ich hab sie jetzt als Datenbank im Internet. Für jede einzelne Art findet man dort die einzelnen Fundpunkte samt interaktiver Karte.

Da musste ich von jedem Ort die geografischen Koordinaten raussuchen, was auch nicht immer so einfach war, zumal es dort auch Orte gibt wie bei uns Chemnitz, das zwischendurch dann mal Karl-Marx-Stadt hieß und dann wieder Chemnitz, wo manchmal Orte auch wieder umbenannt wurden, wo ich irgendwann mal auf Wikipedia gelesen hab bis1960 hieß der Ort soundso.

Aber es ist doch jetzt eigentlich bitter, sie haben keine Forschungsstelle dafür und leisten so einen großen Beitrag, wenn ich das richtig verstanden habe. Ihr Beitrag ist ja jetzt nicht gerade gering.

Natürlich wär ein Lottogewinn schöner als kein Lottogewinn, aber es gibt halt nicht so viele Stellen. Das ist ja zum Beispiel noch mal ein Unterschied zu ehrenamtlichen Forschern. Forschung bedeutet ja oft, etwas ganz Neues zu entdecken: Ein ganz neues Prinzip, in der Physik zum Beispiel oder in der Geschichte eine ganz neue Quelle, eine neue Methode etablierst. Dafür bekommt man auch Stellen an der Uni.

Spinnen sammeln als Methode ist bekannt, Spinnen im Mikroskop angucken und vermessen und zeichnen, das sind alles bekannte Methoden, aber einfach rauszugehen und zu sagen, wir haben noch nicht alle gefunden eher nicht. Jedes Mal, wenn ich nach Georgien fahre, bringe ich Tiere mit, die ich in keinem Buch finde, aus dem tropischen Regenwald noch schlimmer, das ist fast all neu dann.

Wenn du irgendwo in Borneo bist oder so und Käfer mitbringst, 90 Prozent der Tiere, die du mithast, hat noch nie einer vorher gesehen irgendwo und man fragt sich, wo kommt diese ganze Artenvielfalt her. Und eigentlich kannst du natürlich sagen, das ist Wissenschaft, das ist neu, die Arten kennt noch keiner.

Aber andere sagen, naja gut, haben wir noch drei Käferarten neu oder noch 30 oder 300, das ist ganz schön, aber deshalb wird jetzt kein Institut aufgemacht, wo du ein Arbeitszimmer einrichtest mit Mikroskop und Leute dransetzt und sagst, wir fahren jetzt so lange in die Länder und sammeln, bis wir wirklich nichts neues mehr finden, bis sich alles wiederholt.

Stefan Otto im Georgischen Assa-Tal. Foto: Privat

Stefan Otto im Georgischen Assa-Tal. Foto: Privat

Es wird immer behauptet, es gäbe so eine große Artenvielfalt auf der Welt. Dabei kennt die Wissenschaft sie selbst nicht im Detail…

Man kann sich auch fragen, warum wir das nicht wissen, aber auf andere Planeten fliegen und sagen, wir wissen noch nicht mal, was wir auf unserem Planeten haben. Und machens kaputt gleichzeitig, das ist ja das Tragische noch dabei.

Nun haben Sie Ihre Sammlung hier zu Hause. Was machen Sie damit?

Ich schreib wissenschaftliche Artikel für Georgien, Listen für Nationalparks, wo Untersuchungen durchgeführt wurden. Die haben dort mit bestimmten Insektenfallen Bienen gesammelt, da sind aber auch die Spinnen reingelaufen. Und damit die die toten Spinnen nicht einfach nur wegschmeißen, werden sie mir geschickt. Ich bestimme die und dann kann ich sagen, so und soviele Spinnenarten habt ihr – ich sag mal 30 – für den Nationalpark noch dazu zu den bekannten.

Wieviele Spinnen haben Sie entdeckt?

Zwei Arten haben wir beschrieben und von zwei oder drei habe ich erstmals das unbekannte Geschlecht gefunden. Du hast immer Männchen und Weibchen, und manchmal wurde bisher nur das Männchen oder nur das Weibchen beschrieben. Da fragt man natürlich erst mal Kollegen und schickt E-Mails nach Moskau oder nach Sybirien, wo dann Kollegen sitzen die sich auch auskennen.

Woher wissen Sie, dass das die Spezialisten sind?

Man kennt die eigentlich. Es gibt ja jetzt eine gewisse Anzahl von Spinnenfamilien, da weiß ich halt, Baldachinspinnen, da sitzt ein Kollege in Moskau, bei den Sackspinnen auch, bei irgendwelchen Riesenkrabbenspinnen der sitzt in Frankfurt am Main im Senckenbergmuseum, und da hast du deine Leute einfach wo du weißt, die schreibste an.

Was ist denn das faszinierende an einer Spinne? Das Image der Spinne an sich ist ja so wie von nem Banker vielleicht, eher negativ.

Keine Ahnung, kann ich nichts zu sagen. Wenn ich eine Spinne sehe guck ich hin und frag mich, was das ist.

Wahrscheinlich eine kindliche Prägung auch.

Ja, die Spinnen die ich früher gefüttert hab.

Ist einfach so drin, quasi.

Vielleicht hätte es auch was anderes sein können, irgendwelche Käfer. Es ist einfach ein stückweit dieWelt verstehen. Das hat auch was kriminalistisches, du hast was gefunden in der Natur und findest es komisch, in Büchern ist nicht zu finden, was es ist. Dann fährst du in einen Wald, bringst ein paar Spinnen mit, legst die unter das Mikroskop und von den 100 findest du halt 97 in einem Buch. Und dann sind drei drin, die sind in den Büchern nicht drin. Das ist auch ein schönes Gefühl, da was neues zu entdecken.

Eine Ladung Spinnen bei Otto unter dem Brennglas. Foto: privat

Eine Ladung Spinnen bei Otto unter dem Brennglas. Foto: privat

Wie so eine kleine Sucht kann man sagen.

Kann man sagen. Ein Ameisenforscher hat auch mal gesagt: Wie kannst du das psychologisch erklären, dass du dich ins Flugzeug setzt, in irgendein tropisches Land fliegst, wo andere in den Urlaub hinfliegen und dann mietest du dir ein Auto, fährst ins Gebirge hoch, gehst in den Wald. Du schwitzt, du leidest, du frierst, du wirst durchnässt vom Regen, der körperliche Aufwand ist enorm.

Wir sind mit dem 25-Kilo-Rucksack drei Wochen in Georgien unterwegs gewesen. Das ganze Spinnensammelzeug hatten wir mit. Und dann hast du was gefunden, packst es ein, machst mühsam Etiketten dran, schreibst abends noch müde dein Tagebuch im Zelt. Und wenn du dann fertig bist fährst du mit dem Mietwagen oder mit dem Bus wieder zum Flughafen zurück, bist total glücklich, fliegst wieder nach Hause und dann hast du 3 Jahre zu tun, dir das alles anzugucken und zu vergleichen und zu beschreiben.

Das beschreiben die Naturforscher ja schon seit Jahrhunderten, Humboldt, Darwin. Es ist auch für mich zunehmend wichtig wenn ich irgendwo hinfliege, dass das ein bisschen einen höheren Sinn hat. Im Studium wollte ich immer nur wissen welche Spinnen das sind. Da wars für mich das tollste, da so nen Namen dranzukleben. Das find ich jetzt immer noch schön, aber jetzt find ichs mittlerweile schön, einen Artikel zu schreiben, das Buch übersetzt zu haben. Das laden auch viele runter.

Ich hab jetzt die Zahlen nicht drin, aber das ist über unsere Spinnengesellschaft veröffentlicht und das ist dort die Publikation, die am meisten runtergeladen wurde. Ich kenne mittlerweile Leute im Umweltministerium Georgiens und die sagen, das ist toll dass du das machst und die fragen dann immer nach und nutzen die Datenbank auch.

Was definiert die Spinne im Vergleich zu anderen?

Acht Beine, zwei Körperteile. Am Vorderkörper sind acht Beine dran, du hast die Spinnenwarzen hinten und vorne als Mundwerkzeuge diese beiden Giftklauen. Das ist so das, womit man auf den ersten Blick die Spinne erkennt. Nahe Verwandte, andere Spinnentiere sind die Weberknechte.

Die unterscheidet man von einer Spinne, weil der Weberknecht nur einen Körper hat an dem die Beine dransitzen, der hat keine Spinnenwarzen, der macht kein Netz.

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 72, Ausgabe Oktober 2019. Foto: LZ (zum Vergrößern klicken)

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 72, Ausgabe Oktober 2019. Foto: LZ (zum Vergrößern klicken)

Weberknecht, wo man landläufig „Ganker“ zu sagt?

Genau, sehr lange Beine. Da gibt’s auch ähnliche Spinnen wie die Zitterspinne in der Wohnung, die so unter der Decke lebt, die ganz schnell wackelt. Da sagen manche auch Ganker dazu, aber wenn du genau hinguckst, siehst du zwei Körperteile: Vorderkörper und Hinterleib und diese Spinne ist in einem Netz. Dann kanns kein Weberknecht sein.

Man sagt ja, Menschen die Spinnen bei sich zu Hause haben – also nicht im Terrarium, sondern in den Ecken – sind sehr reinliche Leute, weil Spinnen nur dahin kommen, wo es ordentlich ist. Ist da was dran?

Nö, in unaufgeräumten Schuppen gibt’s auch viele Spinnen.

Aber solang der Schuppen mit den Spinnen nicht in Georgien steht ist er für Sie nicht interessant?

Prinzipiell schon, aber ich weiß genau, wenn ich die Spinne jetzt mitnehme, muss ich ein Etikett dranmachen, ich muss die Koordinaten dann ordentlich in mein Tagebuch schreiben undsoweiter. Wenn ich die schon getötet habe, spüre ich auch ein bisschen die Verantwortung, die auch wissenschaftlich zu bearbeiten, dann muss ich die zu Hause unters Mikroskop legen, die Internetseite aufmachen für die Bestimmung, mit meinen Büchern arbeiten undsoweiter.

Das ist alles ein Arbeitsaufwand, den ich eigentlich nicht so ganz gern mache, aber das gehört halt dazu, dann kann man das alles nachvollziehen.

Und für die georgischen mach ich das auch gerne, da brauch ich das ja auch immer wieder, wenn ich die Artikel schreibe. Aber mir die Arbeit zu machen jetzt für jede Spinne, die mir in Deutschland über den Weg läuft, da hab ich dann vielleicht an dem Tag auch was anderes zu tun.

Ist Georgien so anders gegenüber Deutschland, wenn es um die Spinnenarten geht?

Ich hab die Überlappung jetzt nicht ausgerechnet, aber vielleicht 70% der Spinnen, die ich in Georgien finde, die gibt’s auch in Deutschland. Wenn du dort langläufst und dir Spinnen anguckst und schon mal in Deutschland bewusst welche angeguckt hast, erkennst du auch vieles wieder. Die Kreuzspinne findest du am Wegrand und irgendwelche kleinen Wolfsspinnen, die da rumlaufen. Da sind dann vielleicht auch andere Arten, aber es gibt da auch Arten, die es auch bei uns gibt.

Das ist vielleicht auch etwas, warum ich Georgien gerne mache, sodass ich dort nicht ganz so verloren bin wie im tropischen Regenwald. Da wäre ja wirklich alles neu, da kannste dich neu einarbeiten, aber findest halt auch keine Art, die es irgendwie hier gibt, die du von hier kennst und Georgien ist halt irgendwie so eine Mischung. Da hast du die, die ich von hier kenne, dann kommen dazu noch die aus dem Mittelmeerraum, dass du da eben auch mal ne schwarze Witwe hast oder irgendwelche anderen, die mehr so in den heißeren Gebieten vorkommen.

Viele schöne Springspinnen gibt’s da, die sehr schön aussehen und so umherhüpfen. Die gibt’s dann da auch in großer Zahl, in großer Vielfalt. Dann kommen so ein paar asiatische Arten dazu und dann kommen noch die genuinen kaukasischen Spinnen dazu.

Im Kaukasusraum gab es viele Gebiete, die während der Eiszeit nicht vom Eisschild bedeckt waren, sondern von den warmen Winden vom schwarzen Meer her immer eisfrei waren. Die Wälder, die es heute dort gibt, sind immer noch Überbleibsel von damals, und dadurch gibt es dort auch noch ein paar Vogelspinnenarten.

Dr. Kai Nowak über Elterntaxis: „In der BRD starben 1970 rund 21.000 Menschen im Straßenverkehr“

Die neue „Leipziger Zeitung“ liegt an allen bekannten Verkaufsstellen aus. Besonders in den Szeneläden, die an den Verkäufen direkt beteiligt werden. Oder einfach abonnieren und direkt im Briefkasten vorfinden.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Reisen* Leserclub *ForschungLeipziger ZeitungGeorgienInterviewSpinnen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Neue Markenware aus der Leipziger Leichtathletik-Schmiede: Läufer/-innen des SC DHfK Leipzig gründen das Distance Team
Das neu gegründete Distance-Team im SC DHfK Leipzig. Foto: larasch

Foto: larasch

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelAnfang letzten Jahres ließ der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl aufhorchen, als er auf einer extra einberufenen Pressekonferenz die Gründung des eigenständigen Mitteldeutschen Kugelstoßteams innerhalb des SC DHfK Leipzig bekannt gab. Das war seinerzeit ein Novum. Nun jedoch folgten auch die Mittel- und Langstreckenläufer des Vereins diesem Vorbild. Anfang Juli gaben sie die Gründung des „Distance Team“ im SC DHfK bekannt. Diesem gehören momentan zehn Läufer/-innen an. „Flaggschiff“ ist Robert Farken, der dreimalige Deutsche Hallenmeister über die 800 Meter.
Einmal ein etwas geharnischter Kommentar zum Benennungs-Wirrwarr im Leipziger „Stadtgedächtnis“
2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.
Beim Bruttoeinkommen blieb Leipzig auch 2019 das Schlusslicht unter den deutschen Großstädten
Ein bisschen mehr Gehalt - so im Durchschnitt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Trend zum Anstieg der Löhne in Sachsen setzt sich in 2019 fort“, meldete die sächsische Arbeitsagentur am 20. Juli. Gestand dann aber zu, dass Sachsen nach wie vor am Ende der Tabelle der Bundesländer rangiert. So schnell verabschiedet sich ein Bundesland nicht von seinem hart erarbeiteten Status als Niedriglohnland. Und die sächsischen Großstädte rangieren ebenso wenig an der Spitze der deutschen Großstädte, wenn es ums Einkommen geht.
We Are Millions #Free Julian Assange: Solidaritätsausstellung in der Galerie KuB
Blick in die Ausstellung "We Are Millions #Free Julian Assange". Foto: Courage Foundation

Foto: Courage Foundation

Für alle LeserSeit dem 1. August ist in der Galerie KuB in der Kantstraße 18 eine Fotoausstellung zum Thema Julian Assange und Pressefreiheit zu sehen, entstanden in Zusammenarbeit von DiEM25 und der Courage Foundation. Wie bereits in anderen europäischen Städten wie Bergen, Berlin, Kopenhagen zuvor, soll auf die mögliche Auslieferung Julian Assanges an die USA aufmerksam gemacht werden.
Burgen und Sagen im Harz: Höchste Zeit, die alten Gemäuer zu entmystifizieren
Burgen und Sagen im Harz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist diesmal kein Sagenband, auch keine Einladung zu Wanderungen an mystische Orte. 2018 luden der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ins Kloster Ilsenburg zu einer Jubiläumstagung ein. Denn 1868 wurde der Harzverein für Geschichte und Altertumskunde gegründet, dessen Initiator Graf Botho zu Stolberg-Wernigerode war. Der hatte sich das Kloster in Ilsenburg zu seinem Refugium ausgebaut und interessierte sich intensiv für Burgen und Sagen.
Dienstag, der 4. August 2020: Hilfsfonds für Start-ups, Silvesteraufarbeitung und Großeinsatz in Taucha
Martin Dulig bei einem Besuch in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser/-innenDer Freistaat Sachsen hat einen Hilfsfonds für Start-ups im Umfang von 30 Millionen Euro aufgelegt, die juristische Aufarbeitung der Connewitz-Ausschreitungen zu Silvester dauert an und in Taucha war die Polizei sechs Stunden damit beschäftigt, die Waffen eines 91-Jährigen zu beschlagnahmen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 4. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Open Air Kino zur Menschenrechtssituation in Hongkong im Clara-Zetkin-Park
Clara-Zetkin-Park. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Amnesty International Stadtgruppe Leipzig lädt Euch zum Menschenrechts – Open Air Kino ein. Obwohl der EU–China Gipfel dieses Jahr nicht in Leipzig stattfinden wird, möchten wir den Fokus an diesem Abend auf die Situation in der Volksrepublik China und Hongkong werfen.
Am 6. August in der „Runden Ecke“: Film über eine Freundschaft in der DDR und deren jähes Ende
Der alte Stasi-Kinosaal im heutigen Zustand. Foto: Bürgerkomitee Leipzig

Foto: Bürgerkomitee Leipzig

Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zeigt am 6. August 2020 im ehemaligen Stasi-Kinosaal Film über eine Freundschaft in der DDR und deren jähes Ende 1979. Der preisgekrönte Film „Zuckersand“ von 2017 zeigt das Leben zweier zehnjähriger Jungen in der DDR des Jahres 1979. Ohne (n)ostalgische Verklärung und mit viel Wärme und Wahrhaftigkeit erzählt er von einer besonderen Freundschaft zwischen zwei Jungen, die durch die Ausreise der Mutter des einen nach Westdeutschland auf eine harte Probe gestellt wird.
GlobaLE Filmfestival: Viermal politisches Freiluftkino & Diskussionen in Leipziger Parks diese Woche
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

In dieser Woche zeigt das Leipziger GlobaLE-Filmfestival am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend Filme. „Wir laden alle Leipzigerinnen und Leipziger herzlich ein mit unseren Gästen über aktuelle und gesellschaftlich relevante Fragen zu diskutieren.“ so Mike Nagler, einer der Organisatoren.
Vom Eismärchen zum Albtraum: Icefighters und Leipziger Eissport-Club stehen ohne Eishalle da
Corona, fristlose Kündigung, Hausverbote: Wie geht es weiter mit der Eisarena im Kohlrabizirkus. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelVor genau zwei Jahren war die Leipziger Eissport-Welt noch in Ordnung. Mit viel Hoffnung und großen Plänen im Gepäck waren damals das Eishockeyteam der Icefighters Leipzigs (IFL) und sein Stammverein, der Leipziger Eissport-Club (LEC), nach sechsjährigem „Exil“ aus Taucha zurück in die Messestadt gezogen. Im geschichtsträchtigen Kohlrabizirkus, nahe der Alten Messe, sollte auf Langfristigkeit gesetzt werden. Ein Mietvertrag über zehn Jahre sollte Planungssicherheit geben und zeigen: Wir sind gekommen, um zu bleiben. Doch bereits nach einem Jahr war dieser Mietvertrag fristlos gekündigt.
Ausstellung in der Galerie Schwind Leipzig: Günter Thiele – Zum 90. Geburtstag
Günter Thiele, Paris - An der Porte St. Denis, 2006, Tempera auf Leinwand, 64 x 72 cm. Quelle: Galerie Schwind

Quelle: Galerie Schwind

Anlässlich des 90. Geburtstags von Günter Thiele (* 1930) zeigt die Galerie Schwind Leipzig vom 18. August bis 19. September 2020 eine Einzelausstellung des Leipziger Malers. Günter Thiele, der an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg Malerei studierte, gilt als stiller Beobachter und Topograf seiner Umwelt.
Die bequemen Opfer der Verkehrswende
Taschentücher für arme Autobesitzer ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

KommentarEigentlich sind die Themen von „Zeit“-Redakteur Tilman Steffen ja Rechtsextremismus, AfD und Die Linke. Aber am 2. August haute er einmal seinen Frust in die Tasten und schrieb so eine Art Wutausbruch und Opferklage des autofahrenden Menschen, der auf einmal Fahrspuren räumen muss. Besonders erschreckt hat ihn, dass jetzt sogar Boris Johnson so böse gegen Autofahrer ist. Sie sind doch die leidende Mehrheit, oder etwa nicht?
Schmetterlingsvielfalt in Leipzig: Umweltforschungszentrum lädt die Leipziger/-innen zum Mitmachen ein
Tagfalter in der Stadt. Foto: Guy Pe'er (UFZ/iDiv)

Foto: Guy Pe'er (UFZ/iDiv)

Für alle LeserDas Insektensterben ist seit drei Jahren für die meisten Leute ein Begriff. Sie wissen, dass nicht nur die Bienen am Verschwinden sind, sondern auch die Schmetterlinge. Mit Blühstreifen versucht die Stadt Leipzig ein wenig für die Flatterer zu tun. Aber noch viel mehr können alle Leipziger/-innen tun, die über auch nur das kleinste Stückchen Grün verfügen. UFZ und iDiV laden ab dem 5. August richtig zum Mitmachen ein.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #39
Irgendwas wird schon wachsen ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEhrlich gesagt denke ich nicht lange nach, bevor ich zu schreiben beginne, mache mir nie ein Konzept und hoffe, dass sich die Dinge während des Gepinsels irgendwie fügen und mir eine Geschichte erzählen, die ich bis dahin nicht kannte. Alles andere wäre auch furchtbar langweilig. Würde ich wissen, worauf die Sache hinausläuft, hätte ich weder die Lust noch die Kraft zu beginnen.